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Digital Health
Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist ein wichtiges Anliegen der Regierung, auch private Institutionen engagieren sich. Die Vereinheitlichung der Datenbasis kommt voran.
04.08.2026
Laut Regierung ist Digital Health ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsplanung, auch wenn sie dafür kein genau beziffertes Budget bekannt gibt. Im Gesundheitsministerium ist eine Task Force (Health Technology Transformation and Digitalization Team) dabei, den Gesundheitssektor anhand folgender Achsen zu modernisieren:
- Aufbau eines einheitlichen und standardisierten Ökosystems für Gesundheitsdaten, um Kliniken, Krankenhäuser und Labore im Land zu integrieren
- Schaffung regulatorischer Sandboxes, um Innovationen prioritärer Felder zu testen
- Einführung von Genomdatenplattformen zur Entwicklung von Präzisionsmedizin
- Geografische Inklusion abgelegener Landesteile mithilfe von Digital Health-Anwendungen
Weiterentwicklung bei elektronischen Gesundheitsakten und zentraler Datenplattform
Fortschritte sind bei der Einführung der elektronischen Patientenakte EMR (Electronic Medical Record) zu verzeichnen. Mit einiger Verzögerung sind mittlerweile die meisten Krankenhäuser im Stande, ihre EMR in die einheitliche Plattform Satusehat ("eine Gesundheit") zu integrieren. Anfang 2026 waren schätzungsweise 95 Prozent der Gesundheitsinstitutionen an Satusehat angeschlossen, auch wenn bei der Datenmigration und Interoperabilität offenbar noch immer Herausforderungen bestehen und die technische Infrastruktur oft noch ein Flaschenhals ist. Die Integration der EMR ist nur ein Teil des weiterreichenden Projekts einer einheitlichen Gesundheitsplattform. Viele Puskesmas führen zurzeit digitale Managementsysteme ein (ePuskemsas).
Durch den starken Ausbau von Datenzentren steigt die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems, besonders Huawei ist hier aktiv. KI-Anwendungen befinden sich in der Regulierungsphase, dazu trat Indonesien auch dem Global Regulation Network von HealthAI bei. Laut BMI/Fitch besteht beim KI-Einsatz in der indonesischen Gesundheitswirtschaft ein Risiko der Fragmentierung und sie könnte beim Einsatz vorerst beschränkt auf private Anbieter bleiben. Philips arbeitet mit der Siloam-Krankenhauskette am Einsatz von KI in Radiologie, Pathologie, Kardiologie und klinischen Operationen.
Private Plattform-Projekte in Expansion
Telemedizin und Fernbehandlung zeichnen sich in Indonesien perspektivisch als interessante Betätigungsfelder ab. Bis 2026 hat die Regierung telemedizinische Dienstleistungen auf über 20 Millionen Personen in ländlichen Regionen und entfernteren Inseln ausgeweitet. Eine Internetdurchdringungsrate von mittlerweile etwa 81 Prozent ermöglicht es Dienstleistern, Telemedizin-Plattform-Services anzubieten, überfüllte Krankenhäuser zu entlasten und auch Patienten in abgelegeneren Landesteilen zu behandeln. Diese Entwicklung hat zu einer ansteigenden Nachfrage nach telemedizin-kompatiblen Geräten geführt, wie zum Beispiel tragbaren Diagnose-Tools und Fernüberwachungssystemen.
Über Apps haben Menschen in Indonesien mittlerweile einen stark vereinfachten Zugang zu staatlichen und privaten Versorgungsstellen. Für das öffentliche System ist die App Satusehat Mobile das Hauptportal. Erfolgreiche private Digital Health-Plattform-Anbieter sind Halodoc, Alo Dokter und Good Doktor, die Patienten und Ärzte unter anderem für Termine und Telekonsultationen verbinden. Klinik Pintar ("Schlaue Klinik") hilft Kliniken bei der Digitalisierung. Lifepack ist ein digitales Apothekenökosystem, das in Zusammenarbeit mit Gesundheitsdienstleistern einen verbesserten Zugang zu Medikamenten und Gesundheitsdienstleistungen verspricht. Zi.Care bietet eine Software-as-a-Service-basierte Plattform für elektronische Gesundheitsakten, die in Zusammenarbeit mit Gesundheitseinrichtungen die administrativen Abläufe und klinischen Prozesse effizienter gestaltet und die Qualität erhöht. Weiter aufstrebende Digital Health-Firmen sind Prixa (Corporate Health), Sirka (Ernährung) und Rey (Versicherung).
Multinationale Konzerne unterstützen Krankenhäuser bei Digital Health
Besonders die privaten Krankenhäuser zeigen Interesse an technischer Unterstützung beim digitalen Übergang. So kooperiert Siemens Healthineers unter anderem mit den Krankenhausketten Siloam (Onkologie) und Hermina Hospital Group (Managed Equipment Service) und anderen beim Thema Smart Hospital Infrastructure.
GE kooperiert, neben privaten Partnerschaften für mehr e-Health, im Projekt National Imaging Data Respository (NIDR) auch mit der Regierung zusammen, um über ein cloudbasiertes Datawarehouse Patienten in abgelegeneren Landesteilen betreuen zu können. Philips unterhält Partnerschaften mit zahlreichen Krankenhäusern, um Telehealth-Lösungen und Fernüberwachungssysteme zu implementieren, unter anderem mit der Siloam Hospitals Group. Diese Kooperation zielt auf KI-gesteuerte Anwendungen ab.
Chancen für neue Anbieter bestehen unter anderem in der Krankenhaus-IT, Cybersecurity, Interoperabilität, Cloud Infrastruktur und Medical Imaging Software.
Marktzugang für Ausländer einfacher
Digital-Health-Lösungen müssen in Indonesien mit den umfangreichen örtlichen Regularien abgestimmt sein und sind an entsprechende Genehmigungen durch das Gesundheitsministerium und andere einschlägige Behörden gebunden. Das gilt sowohl für die eingesetzten medizintechnischen Geräte als auch für die verwendete Software. Indonesien besitzt außerdem recht strenge Regularien bezüglich Datenschutz und -sicherheit. Ausländische Firmen sollten besonders darauf achten, dass ihre Digital-Health-Lösungen den Regeln entsprechen, besonders was die Behandlungen und Speicherung von Patientendaten betrifft. Dazu kommt die übliche Bevorzugung lokaler Geräte, beziehungsweise Auflagen an einen lokalen Mindestanteil. Bestimmte Digital-Health-Lösungen erfordern womöglich eine Spezialgenehmigung. Das voraussichtlich im 1. Quartal 2027 in Kraft tretende Freihandelsabkommen sieht unter anderem Vereinfachungen im grenzüberschreitenden Datenfluss vor.