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Hochbau: Marktchancen für deutsche Zulieferer
Für anspruchsvollere Vorhaben benötigt Indonesien Unterstützung. Diese liefern meist Unternehmen aus Japan, China und Südkorea. Deutsche Firmen können mit Spezialwissen punkten.
01.12.2025
Von Oliver Döhne | Jakarta
Chancen für deutsche Firmen bestehen in erster Linie als Zulieferer in technisch anspruchsvolleren Bereichen wie Statik und Fundamente von Hochhäusern, Verschalungen oder Fassadentechnik. Auch Material für die Installation hochwertiger Komponenten, zum Beispiel Edelfliesen, Armaturen, Dächer und Fenster für Hotels und Luxusvillen auf Urlaubsinseln, Brandschutz- und -löschsysteme oder gehobene Ausstattung für Einkaufszentren kommen aus Deutschland.
Weitere Felder mit Potenzial sind energieeffiziente Belüftungs-, Bewässerungs- und Kühlsysteme in Hotels und Malls (eher aus Stromkosten- als aus Nachhaltigkeitsgründen), wasserabweisende Oberflächen und Dichtungen sowie Spezialbauklebstoffe. Gerade in den Bereichen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit ist der Archipel weitgehend auf ausländisches Know-how und importierte Technologie angewiesen.
Der Highend-Sektor stagniert derzeit zwar, aber mittelfristig dürften auch wieder Smart-Home-Ausrüstungen wie Sensoren, Gebäudemanagementsysteme und Internet-of-Things-Anwendungen (IoT) gefragt sein. In der Sicherheitstechnik könnten sich ebenfalls Absatzmöglichkeiten ergeben, nicht zuletzt angesichts der gezielten Plünderungen von Wohnhäusern im Zug der Unruhen Ende August 2025. Diese fanden in wohlhabenden Stadtvierteln von Jakarta, Makassar, Bandung und anderen Städten statt.
Die Wertschätzung für deutsches Know-how und Ingenieurskunst ist nach wie vor hoch. Einschlägige Markennamen sind bekannt und beliebt. Die Nachfrage im oberen Marktsegment ist allerdings begrenzt.
Asiatische Firmen dominieren
Im indonesischen Hochbau sind überwiegend heimische Marktteilnehmer aktiv. Die handwerklichen Fähigkeiten gelten als gut, bei Ingenieursleistungen gibt es hingegen größere Engpässe. Für technisch kompliziertere Projekte wird daher ausländische Unterstützung benötigt, ebenso bei der Finanzierung.
Rohbauten werden vornehmlich von indonesischen Firmen erstellt. Falls internationales Spezialwissen gefragt ist, wenden sich die Bauherren in erster Linie an Anbieter aus Japan, China oder Südkorea. Japanische Baufirmen haben schon seit Langem eine führende Position. Sie verfügen über die notwendigen Verbindungen und können für Großprojekte zinsgünstiges und langfristiges Kapital zur Verfügung stellen. Seit Jahren drängen auch Firmen aus China vehement auf den Markt. Sie bieten Bauleistungen zu niedrigen Preisen an und gewähren mithilfe staatlicher Banken ebenfalls zinsgünstige Darlehen. Auch Anbieter aus Südkorea konnten in den letzten Jahren ihre Präsenz steigern.