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Israel verdoppelt Steuerfreigrenze für persönliche Importe

Trotz der Proteste des Handelssektors dürfen Israelis ab 2026 Waren im Wert von bis zu 150 US-Dollar ohne Mehrwertsteuer und Zölle importieren. Das ist doppelt so viel wie bisher.

Von Wladimir Struminski | Israel

Ende Dezember 2025 trat in Israel eine neue Verordnung des Finanzministers zu Warenbestellungen privater Bürger aus dem Ausland in Kraft. Durch die Regelung wurde die Obergrenze der sogenannten persönlichen Importe, die ohne Mehrwertsteuer und etwaige Zölle getätigt werden können, erhöht. Bisher lag dieses Limit bei 75 Dollar (US$) und wurde mit der neuen Bestimmung auf 150 US$ verdoppelt.

Freistellung von Abgaben bietet erheblichen Wettbewerbsvorteil

Die neue Obergrenze dürfte unter anderem die direkte Auslandsbestellung von Elektronikprodukten, Haushalts- und Bürogeräten, medizintechnischen Geräten für den Haushaltsgebrauch, Sport- und Freizeitartikeln sowie höherwertigen Kleidungsprodukten und Schuhen begünstigen.

Der Mehrwertsteuersatz auf in Israel gekaufte Produkte – ob importiert oder aus einheimischer Produktion – liegt bei 18 Prozent. Daher bedeutet der höhere Freistellungsbetrag in den relevanten Produkt- und Preisklassen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil. Bei Importen, die nicht von Freihandelsabkommen erfasst sind, kommt die Freistellung von einem gegebenenfalls geltenden Zollsatz hinzu. Das gilt hauptsächlich für China, wobei nicht alle Produkte zollpflichtig sind.

Impulse für mehr Wachstum

Infolge der neuen Obergrenze für abgabefreie Importe wird mit einem weiteren erheblichen Anstieg der ohnehin schnell wachsenden Direktimporte gerechnet. Nach Anhaben der Vereinigung der israelischen Handelskammern (Federation of Israeli Chambers of Commerce) wurden 2024 insgesamt 52,8 Millionen Pakete mit online im Ausland bestellten Waren ins Land gebracht. Hiervon hätten 88 Prozent nur abgabenfreie Waren – also im Wert von weniger als 75 US$ – enthalten: dies bei einer Bevölkerung von 10,1 Millionen. Der Gesamtwert der Online-Importe habe 2024 bei 1,1 Milliarden US$ gelegen. Das entsprach 4,4 Prozent der gesamten israelischen Konsumgütereinfuhr.

Damit stieg die Zahl der Pakete 2024 gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent, während der Importwert um 22 Prozent zulegte. Im Vergleich zu 2020 hat sich die Zahl der Pakete, so die Angaben der Handelskammervereinigung, mehr als verdreifacht, während der Importwert in dieser Zeitspanne fast auf das Vierfache stieg.

Stationärer Handel befürchtet Einbußen

Der Handelssektor hat die Anhebung des Freibetrags als Schlechterstellung kritisiert. Demgegenüber begründete Finanzminister Bezalel Smotrich die neue Maßnahme mit dem Wunsch, die Lebenshaltungskosten in Israel zu senken. Er verwies auf die oft hohen Preisunterschiede zwischen Israel und anderen Ländern. "Es gibt keinen Grund, warum ein Kleidungsstück einer internationalen Kette hierzulande um Dutzende Prozent teurer verkauft wird als im Ausland", erklärte er.

Die Obergrenze für abgabenfreie Direkteinfuhren aus dem Ausland ist von der Regelung für Auslandsreisende zu unterscheiden. Für Letztere gilt, dass sie bei der Rückkehr Waren im Wert von bis zu 200 US$ ohne Steuern und Abgaben ins Land bringen können. Israelische Duty-free-Läden am internationalen Ben-Gurion-Flughafen dürfen sogar zoll- und steuerfreie Waren an Kunden vor dem Abflug verkaufen und die Einkäufe bis zur Rückkehr der Käufer aufbewahren. Diese 200-US-Dollar-Bestimmung ist von der neuen Verordnung nicht betroffen.

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