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Gute Stimmung bei Japans Herstellern von Halbleitermaschinen
Der weltweite KI-Boom beflügelt die Nachfrage nach leistungsfähigeren Halbleitern – und damit auch nach entsprechenden Maschinen.
03.03.2026
Japans Markt für Halbleiterausrüstungen wächst. Die Semiconductor Equipment Association of Japan (SEAJ) prognostiziert für das Fiskaljahr 2026 (von April bis März) eine Zunahme um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Fiskaljahr 2027 soll er dann nochmal um 10 Prozent zulegen. Vor allem dürften die Investitionen von Rapidus, TSMC und Micron für Wachstum sorgen. Diese Entwicklung dürfte nicht nur japanischen Zulieferern, sondern auch ausländischen Lieferanten wie beispielsweise dem niederländischen Anbieter ASML zugutekommen. ASML wiederum hat viele deutsche Zulieferer.
Halbleiterumsatz wächst weltweit und in Japan
Generell schauen Japans Halbleitermaschinenhersteller optimistisch in die Zukunft, denn auch weltweit entwickelt sich die Halbleiterindustrie positiv. Im Jahr 2025 stiegen die Umsätze vor allem wegen der wachsenden Nachfrage nach Logikchips für KI-Anwendungen und nach schnellen Speicherchips für Rechenzentren. Für das Kalenderjahr 2026 prognostiziert die World Semiconductor Trade Statistics Organization (WSTS) weltweit ein Wachstum der Halbleiterumsätze von circa 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr und für Japan ein Plus von knapp 12 Prozent. Das Wachstum wird dabei erneut vor allem von der Nachfrage nach schnellen Speicherchips und nach Logikchips getrieben. Der eigentlich für 2030 erwartete Wert von weltweit 1 Billion US-Dollar (US$) wird damit wahrscheinlich deutlich vor diesem Datum erreicht.
Maschinen für Halbleiter sind stärker gefragt
Für den Absatz ihrer Ausrüstungen sind Japans Hersteller ebenfalls optimistisch. Im Fiskaljahr 2025 dürfte der weltweite Umsatz der japanischen Anbieter nach Schätzungen der SEAJ in Yen um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen. In US-Dollar dürfte das Wachstum noch etwas höher sein. Die Hauptgründe dafür sind laut dem Verband sehr hohe Investitionen taiwanischer Auftragsfertiger und weitere Investitionen zur Fertigung von DRAM-Speicherchips mit Schwerpunkt auf extrem schnellen, 3D-gestapelten DRAM-Speichern mit hoher Bandbreite (sogenannte HBM-Speicher). Dagegen stagnierten etwa die Investitionen in die Fertigung von Automobil- und Leistungshalbleitern.
Für das Fiskaljahr 2026 rechnet der Verband mit einem Plus von 11,2 Prozent und für das Fiskaljahr 2027 mit 3,3 Prozent. Die SEAJ erwartet einen stärkeren Einsatz neuer Technologien wie die Gate-All-Around-Technik, Stromversorgungsleitungen auf der Rückseite von Halbleiterchips und hoch gestapelte Speicher. Für das Fiskaljahr 2026 prognostiziert der Verband noch mehr Investitionen bei DRAM und bei modernen Logikchips für KI-Anwendungen.
Hersteller investieren
Der japanische Branchenprimus bei Halbleitermaschinen, Tokyo Electron, will bis 2030 massiv investieren. Das Unternehmen plant in dem Zeitraum von April 2025 bis März 2030 mit Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Höhe von 10 Milliarden US$ und mit Ausrüstungsinvestitionen von 4,7 Milliarden US$. Knapp 700 Millionen US$ fließen in den im Februar 2025 angekündigten Bau eines neuen Werks im Landkreis Kurokawa in der Präfektur Miyagi. Das Gebäude soll im Sommer 2027 fertig sein und ist als Nullenergiegebäude angelegt.
Der Halbleitermaschinenhersteller Disco will ein neues Werk in Hiroshima bauen. Das erste Gebäude soll von Februar 2026 bis April 2028 für circa 220 Millionen US$ entstehen. Später sollen noch ein zweites und ein drittes folgen. Es ist geplant, in das neue Werk zwei bisherige Produktionsstätten von Disco in Hiroshima zu integrieren.
Der Wettbewerber Screen kündigte im Februar 2025 den Kauf einer Fläche von circa 130.000 Quadratmetern in Yasu in der Präfektur Shiga an. Das Unternehmen will diese für künftige Expansionen nutzen. Im Dezember 2025 gründete Screen ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Albany im US-Bundesstaat New York.
China bleibt größter Abnehmer
In den vergangenen Jahren ist die Bedeutung Chinas als Abnehmer japanischer Halbleitermaschinen enorm gestiegen. Im Jahr 2025 ging der japanische Absatz in China etwas zurück. Es stiegen vor allem die Ausfuhren nach Taiwan sowie nach Südkorea.
Große japanische Hersteller von Halbleitermaschinen sind unter anderem Tokyo Electron, Screen, Disco, Hitachi High-Tech, Kokusai Electric, Nikon, Canon und Tokyo Seimitsu. Bei Testgeräten sind vor allem Advantest und daneben Resonac gut positioniert. Den Weltmarktanteil japanischer Halbleitermaschinenhersteller schätzte das japanische Wirtschaftsministerium Ende 2025 auf 28 Prozent. Das war Rang 2 weltweit nach den USA mit 37 Prozent und der EU mit 27 Prozent.
Dabei sind die japanischen Hersteller vor allem in den umsatzschwächeren Marktsegmenten stärker vertreten. Geringere Marktanteile haben sie dagegen bei Lithographiemaschinen (hier ist ASML stark), CVD-Maschinen (Chemical Vapor Deposition zum Aufbringen dünner Feststoffschichten auf Wafern, indem gasförmige Präkursoren thermisch reagieren) und Ätzmaschinen. Bei den letzteren beiden Maschinenarten haben die amerikanischen Hersteller Applied Materials und Lam Research hohe Weltmarktanteile.