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Québec reformiert kommunales Vergaberecht

Neue Vergaberegeln in der kanadischen Provinz Québec stärken Transparenz, Effizienz sowie Integrität bei kommunalen Aufträgen und bieten neue Chancen für Unternehmen.

Von Jan Sebisch | Bonn

Zum 1. April 2026 ist in der kanadischen Provinz Québec ein neues Gesetz zur Vergabe öffentlicher Aufträge auf kommunaler Ebene (Act respecting contracting by municipal bodies) in Kraft getreten. Der Anwendungsbereich des Gesetzes erstreckt sich auf kommunale Körperschaften, Gemeindeverbände, interkommunale Gremien sowie Körperschaften, die dem Québec Cities and Towns Act unterliegen. 

Ziel des neuen Gesetzes ist es, die bestehenden Vorschriften zu vereinheitlichen, zu modernisieren und administrativ zu vereinfachen. Besonderes Gewicht liegt auf einer strengeren Strukturierung der Vergabeverfahren. So müssen Bedarfsanalysen und Kostenschätzungen künftig sorgfältig dokumentiert werden, während das Aufteilen von Aufträgen zur Umgehung von Schwellenwerten ausdrücklich untersagt ist. Auch nachträgliche Vertragsänderungen sind nur noch eingeschränkt zulässig.

Darüber hinaus stärkt das neue Regelwerk Aspekte wie Integrität, Transparenz und Wirtschaftlichkeit. Neu sind unter anderem Mechanismen zum Umgang mit ungewöhnlich niedrigen Angeboten sowie Regelungen zur schnelleren Bezahlung im Bauwesen inklusive Streitbeilegungsverfahren.

Insgesamt bringt die Reform tiefgreifende Änderungen für öffentliche Auftraggeber und Unternehmen mit sich. Kommunen müssen ihre internen Prozesse anpassen und Mitarbeitende schulen, während Unternehmen sich auf neue Anforderungen und Chancen im Vergabeverfahren einstellen müssen.

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