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Branchen | Peru | Bergbau und Rohstoffe
Perus Bergbau im Wandel: Deutsche Technologie gefragt
Nachhaltigkeit, Wassereffizienz und Sekundärbergbau gewinnen in Perus Bergbau an Bedeutung. Deutsche Firmen sehen große Chancen für Technologie und individuelle Lösungen.
03.12.2025
Von Janosch Siepen
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Bogotá
Perus Bergbau boomt: Zwischen 2025 und 2026 sollen zwölf neue Projekte mit einem Gesamtvolumen von über 11 Milliarden US-Dollar starten. Zu den größten Vorhaben zählen die Kupferminen Tía María und Zafranal. Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit eröffnet deutschen Unternehmen neue Chancen – etwa bei Technologien zur Reduzierung des Wasserverbrauchs, Lösungen für Sekundärbergbau und Minenschließungen sowie bei erneuerbaren Energien. Deutsche Anbieter setzen dabei auf Kundennähe und innovative Konzepte, um ihre Marktpräsenz auszubauen.
Doch die Branche bleibt herausfordernd: lange Genehmigungsverfahren, politische Unsicherheit und illegaler Bergbau bremsen Investitionen. Germany Trade & Invest (GTAI) analysiert die aktuellen Entwicklungen, zeigt Marktpotenziale auf und identifiziert konkrete Absatzchancen für deutsche Technologielieferanten.
Hohe Metallpreise und neue Projekte sorgen in Perus Bergbau für Investitionsdynamik. Aber es gibt Hürden, die das Potenzial bremsen. (Stand: 02.12.2025)
Steigende Weltmarktpreise und eine robuste Nachfrage – das Umfeld für Perus Kupferbergbau ist gut. Das spiegelt sich an den Investitionen wider: Im Oktober 2025 kündigte das peruanische Bergbau- und Energieministerium an, dass 2025 und 2026 die Bau- und Erweiterungsarbeiten an zwölf Minen beginnen werden. Kostenpunkt: knapp 11,4 Milliarden US-Dollar (US$). Eines der größten Projekte ist dabei die Kupfermine Zafranal. Die Arbeiten an dem 2 Milliarden US$ teuren Projekt sollen 2026 beginnen.
Weitere Projekte in Planung
Neben diesen Projekten gibt es eine ganze Reihe weiterer Investitionsankündigungen. So will das peruanische Bergbauunternehmen Cerro Verde 2 Milliarden US$ in den Ausbau seiner Bergwerke investieren, darunter in die Modernisierung von Abfalldeponien, Konzentratoren, Abwasseraufbereitung und Laugungsplattformen. Auch Buenaventura plant eine weitere Expansion. Sobald das Goldprojekt San Gabriel in Betrieb gegangen ist, erwägt der peruanische Bergbaukonzern die Umsetzung von vier weiteren Bergbauprojekten.
Auch im Bereich Phosphat gibt es Bewegung. So treibt die staatliche Investitionsagentur ProInversión das Projekt Sechura voran, das fünf Konzessionen in Piura zur Gewinnung von Phosphatgestein für die Düngemittelproduktion umfasst. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 2 Milliarden US$. Die Vergabe ist für das 2. Quartal 2026 vorgesehen, so Unterlagen, die Germany Trade & Invest vorliegen.
Tía María als Leuchtturmprojekt
Für Optimismus in der Branche sorgt auch die im Oktober 2025 erteilte Betriebserlaubnis für das jahrelang blockierte Projekt Tía María. Investor ist Southern Copper, eine Tochter des mexikanischen Konzerns Grupo México. Beobachter hoffen, dass die Fortschritte bei Tía María Impulse auch für andere Projekte geben, die derzeit durch Proteste oder Genehmigungsprobleme ausgebremst sind. "Der Fortschritt bei Tía María verbessert das Image des Sektors", sagt der Vertreter eines deutschen Getriebeherstellers. Das 1,8 Milliarden US$ teure Projekt wird dazu beitragen, die Kupferproduktion Perus deutlich zu steigern.
Die geplanten Investitionen von Southern Copper in Peru könnten im nächsten Jahrzehnt 10,3 Milliarden US$ erreichen. Zu wichtigen Projekten des Unternehmens gehören neben Tía María auch die Kupfervorhaben Michiquillay und Los Chancas. Darüber hinaus plant das Unternehmen Investitionen in Höhe von rund 1,3 Milliarden US$ in die geplante Erweiterung der Kupferhütte Ilo, wo ein neues Werk errichtet werden soll.
Die Bergbauinvestitionen in Peru wuchsen von Januar bis September 2025 um 15,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gerade die Ausgaben für Exploration (Anstieg um 34,5 Prozent) signalisieren Vertrauen in den Sektor. Investitionen in Anlagen und Maschinen erreichten ein Plus von 8,9 Prozent – ein Zeichen für zunehmende Modernisierung.
Der Trend dürfte sich fortsetzen, da die hohen Kupfer- und Goldpreise anhalten angesichts der hohen und erwarteten weiteren Preissteigerungen bei Kupfer und Gold. Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Wood Mackenzie wird das langfristig so bleiben, da die Produktionskosten beim wichtigen Produzenten Chile steigen und die Nachfrage schneller wächst als das Angebot.
Trotz der hohen Metallpreise liegen Perus Bergbauinvestitionen mit rund 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) deutlich unter Chiles 4 Prozent, so das Instituto Peruano de Economía (IPE). Vor allem langwierige Genehmigungsverfahren bremsen die Entwicklung: Bergbauprojekte dauern in Peru durchschnittlich 40 Jahre von der Exploration bis zur Produktion – mehr als doppelt so lange wie der internationale Schnitt von 15,5 Jahren, so IPE.
Eine weitere Sorge ist die wachsende Präsenz organisierter Kriminalität im informellen Bergbau – angefeuert durch die höhen Erlöse. Inzwischen stammen bereits 44 Prozent der illegalen Goldexporte Südamerikas aus Peru. Deren Volumen hat sich in 20 Jahren verachtfacht und dürfte bis Ende 2025 das Niveau legaler Exporte erreichen, so IPE. Auch hier steht Peru in Kontrast zu Chile.
Im Vorfeld der Wahlen herrscht Unsicherheit
Obwohl Perus Wirtschaft meist wenig von Tagespolitik beeinflusst wird, ist die Geschäftsdynamik im Vorfeld der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im April 2026 gebremst. Ein deutscher Kabelhersteller berichtet von spürbarer Unsicherheit im Markt. Auch Diego Macera, Direktor des IPE, sieht die mangelnde Vorhersehbarkeit der politischen Lage als eine der zentralen Herausforderungen für den Sektor in Peru. Zusätzlich erschweren Konflikte mit Gemeinden und Gebietsrechte Investitionen – stärker als in Chile.
Von Janosch Siepen
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Bogotá
Deutsche Firmen sind bei Bergbauprojekten in Peru wichtige Lieferanten – und ihre Bedeutung dürfte wachsen. Branchentrends spielen ihnen dabei in die Karten. (Stand: 02.12.2025)
Deutschland war im September 2025 Partnerland der Bergbaumesse Perumin, eine der wichtigsten Messen für Bergbautechnik in Lateinamerika. Rund 60 deutsche Firmen waren zu der Veranstaltung in die peruanische Stadt Arequipa gekommen. Das Interesse ist auch deshalb so groß, weil Nachhaltigkeitstrends ihrem Technologieangebot entgegenkommen.
"Ich glaube, dass Nachhaltigkeit bereits im Mittelpunkt unseres Geschäfts steht und daher übergreifend für unsere gesamte Agenda ist", betonte Jimena Sologuren, die Präsidentin der Perumin 2025. Das umfasst etwa ein besseres Wassermanagement, mehr Kosteneffizienz, den nachhaltigen Umgang mit Bergbaurückständen und eine angestrebte Energiewende im Sektor.
Nachhaltige Wassernutzung gewinnt an Bedeutung
Laut der Unternehmensberatung McKinsey finden weltweit 30 bis 50 Prozent der Produktion von Kupfer, Gold, Eisenerz und Zink in Gebieten mit starker Wasserknappheit statt – Tendenz steigend. Unternehmen versuchen daher, nachhaltiger mit Wasserressourcen umzugehen. So kündigte Southern Copper, der Investor des Kupferprojekts Tía María, an, dass die Mine nach ihrer Inbetriebnahme kein Flusswasser nutzen wird, sondern eine Meerwasserentsalzungsanlage erhalten soll. Auch die lokale Bevölkerung, auf deren Akzeptanz die Bergbaukonzerne angewiesen sind, haben die Unternehmen im Blick. So investiert der Goldförderer Newmont knapp 30 Millionen US-Dollar (US$) in Trinkwasserbrunnen und -speicher für Gemeinden in Cajamarca.
Deutsche Technologie, die den Wasserverbrauch senkt und effizienter gestaltet, kann sich vor diesem Hintergrund in Peru Chancen ausrechnen. Ein Beispiel hierfür sind Zentrifugen von Flottweg aus dem bayerischen Vilsbiburg, die bei verschiedenen Bergbauprojekten in Peru zum Einsatz kommen.
Großes Potenzial im Sekundärbergbau
Der wachsende Fokus auf Nachhaltigkeit spiegelt sich auch im Umgang mit Bergbaurückständen wider. Nach Schätzungen des Ministeriums für Energie und Bergbau (Minem) und aktuellen Studien des Bergbauinstituts (Ingemmet) gelten im Land über 1.200 Abraumhalden als Umweltbelastung. Rund 350 davon bieten Potenzial für eine Wiederverwertung.
Mehrere Projekte zur Wiederaufbereitung laufen bereits. So arbeitet das Bergbauunternehmen Cerro de Pasco Resources daran, aus den Abraumhalden in Quiulacocha Silber, Zink, Blei und Gallium sowie potenziell Kupfer, Gold und Pyrit zurückzugewinnen. Erste Forschungsbohrungen sind abgeschlossen, weitere Studien sollen folgen. Wer Technologie für den Sekundärbergbau und die Schließung von Minen anbietet,kann Absatzmöglichkeiten erwarten:Laut Minem haben Betreiber im Land über 2,8 Milliarden US$ an finanziellen Garantien zugesagt, um eine verantwortungsvolle Schließung ihrer Minen zu gewährleisten.
Erneuerbare Energien zur Kostensenkung
Auch der Druck zur Dekarbonisierung ist im Bergbausektor groß, wie ein deutsches Energietechnikunternehmen bestätigt. Investitionen in erneuerbare Energien gelten als Schlüssel zu langfristig niedrigeren Kosten und größerer Energieunabhängigkeit – entsprechend wächst das Interesse vieler Betreiber an grünen Lösungen. Ein Beispiel ist Poderosa: Das Unternehmen setzt auf Batteriespeicher, Elektrifizierung der Transporte und Solarfelder. Bislang flossen rund 25 Millionen US$ in grüne Energieprojekte, was bis 2030 Einsparungen von etwa 89 Millionen US$ bei Dieselkosten ermöglichen soll.
Effizienz und Sicherheit im Fokus
Die neu entdeckten Lagerstätten weltweit liegen heute tiefer als früher, was die Erschließung technisch und finanziell anspruchsvoller macht, so das peruanische Wirtschaftsinstitut IPE. In vielen Minen sinkt zudem der Kupferanteil in den Erzen und damit die Produktivität. Um die Betriebskosten zu senken, setzen die Betreiber auf effizienzsteigernde Technologien, etwa intelligente Druckluftkompressoren von Kaeser aus Coburg, das vier Firmensitze im Land zählt.
Industrie 4.0, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind derzeit die entscheidenden Wettbewerbsfaktoren, betont ein Vertreter des baden-württembergischen Unternehmens Festo. Monitoring-Systeme von Netzsch, SEW Eurodrive und Bosch Rexroth sowie Bohrtechnik von Herrenknecht minimieren zudem Betriebsrisiken. Damit haben deutsche Firmen im peruanischen Bergbau wichtige Alleinstellungsmerkmale.
Die aktuellen Trends im peruanischen Bergbau stoßen auf großes Interesse bei deutschen Unternehmen, die wachsende Absatzchancen sehen und ihre Aktivitäten ausweiten. Ein Beispiel ist Bosch Rexroth: Das Unternehmen eröffnete im Februar 2025 ein neues Servicezentrum für 1 Million US$ in Arequipa. Die Präsenz im Süden des Landes gilt als besonders attraktiv durch die Anbindung für Importe über den Hafen Matarani, so das Unternehmen. Die Stellung der Firma im Markt ist gut: Nach eigenen Angaben setzen rund 90 Prozent der Projekte in Peru auf Bosch-Technologie.
Auch das Essener Ingenieurbüro DMT sieht enormes Potenzial. Der Nachholbedarf bei der Exploration ist groß, da die Reserven schrumpfen und die globale Nachfrage nach Rohstoffen steigt. Ein Vorteil Perus: zahlreiche kleine und mittlere Projekte, die für deutsche Anbieter besonders interessant sind. Der Eschborner Spezialist CMC Instruments wiederum erkennt Chancen für seine Ölsensorik, die die Nachhaltigkeit von Prozessen verbessert. Nach eigenen Angaben besteht bereits Interesse seitens wichtiger Akteure. Auch innovative Produkte für Laugungsprozesse der Firma CHT sind gefragt, denn das Verfahren kennt bislang kaum Konkurrenz.
Deutsche Technik prägt den peruanischen Bergbau in vielen Fällen bereits. Motoren von MTU treiben die wichtigsten Minen an, und Samson lieferte für die Quellaveco-Mine hunderte Regelventile. Attraktive Verkaufsmodelle helfen deutscher Technologie: Kunden der Firma Hosch aus Recklinghausen etwa testen Produkte und zahlen nur bei Zufriedenheit. Die Erfolgsquote liegt bisher bei 100 Prozent.
Deutsche Anbieter von Bergbautechnik betonen, dass personalisierte Lösungen und die Begleitung des Kunden entscheidend sind, um im Wettbewerb zu bestehen. (Stand: 12.02.2025)
Kai Rothgiesser ist Geschäftsführer von Bosch Rexroth in Peru. Für Unternehmen wie Bosch Rexroth ist das Aftersales-Geschäft ein wichtiges Verkaufsargument: In Peru macht der Kundendienst 50 Prozent des Unternehmensumsatzes aus. Im Interview spricht er über aktuelle und künftige Trends in Perus Bergbau.
Herr Rothgiesser, wie steht es derzeit um den Bergbau in Peru und welche Themen spielen eine besondere Rolle?
Die Branche investiert weiterhin trotz der anstehenden Wahlen. Besonders relevant sind derzeit Investitionen in Effizienz und Nachhaltigkeit. Für Bergbaufirmen ist es wichtig, dass sie gegenüber lokalen Gemeinden Wert auf Umweltfreundlichkeit legen. Weil Rohstoffabnehmer etwa in Japan und der Schweiz viel Wert auf Copper Mark-Zertifizierungen legen, bestehen besondere Anreize, Nachhaltigkeit im Bergbau zu fördern. Der Sektor ist sehr verschlossen. Das heißt, man muss vor Ort Präsenz zeigen und Kontakte knüpfen, um seine Produkte im Markt sichtbar zu machen.
Welche Herausforderungen bestehen in der Branche?
Viele potenzielle Greenfield-Projekte wurden identifiziert, aber werden durch lokale Gemeinden blockiert. Andere Probleme sind der illegale Bergbau und die überbordende Bürokratie. Zwar gibt es gut gemeinte Vorhaben wie die digitale Plattform VUD, um Prozesse zu beschleunigen. Aber die Implementierung ist schwierig, da der Staatsapparat an sich sehr bürokratisch funktioniert und politisiert ist.
Welche Trends identifizieren Sie für die kommenden Jahre?
Mittelfristige Projekte wie Tía María oder Zafranal haben nicht das hohe technologische Niveau wie das hoch digitalisierte Bergwerk Quellaveco, das 2022 in Betrieb ging. Das liegt daran, das die Technologieoffenheit der verschiedenen Bergbaufirmen unterschiedlich ist. Wichtige Greenfield-Projekte der Zukunft sind im Norden des Landes. Zwar konzentrieren wir uns derzeit auf den Süden Perus. Aber langfristig möchten wir unseren dritten Standort im Norden eröffnen.
Von Janosch Siepen
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Bogotá
Peru verfügt über zahlreiche Ressourcen und gute Produktionsbedingungen. Experten zufolge sollte Deutschland stärkeres Interesse an den peruanischen Rohstoffen zeigen. (Stand: 27.04.2026)
Vorkommen: Großes Potenzial für weltweite Rohstoffversorgung
Peru ist eines der wichtigsten Rohstoffländer Lateinamerikas. Bei den Vorkommen zahlreicher Metalle liegt das Land international auf Spitzenplätzen. Neben dem weltweit größten Silberbestand beherbergt Peru die drittgrößten Kupfervorkommen. Laut dem peruanischem Energie- und Bergbauministerium (MINEM) befinden sich die meisten Vorkommen des roten Metalls in den Regionen Arequipa (40,7 Prozent), Cajamarca (30,6 Prozent), Áncash (6,7 Prozent) und Junín (6,5 Prozent). Von den rund 85 Millionen Tonnen Kupferreserven gelten allerdings nur knapp ein Viertel als gesichert. Der Rest sind wahrscheinliche Vorkommen auf Basis von ersten geologischen Studien.
Laut der Unternehmensberatung Ernst & Young werden bislang nur etwa 1,5 Prozent des peruanischen Territoriums für den Bergbau genutzt. Die Ausgaben für Bergbauexploration in Peru sind in den letzten Jahren jedoch angestiegen, im Jahr 2025 um 38,5 Prozent. Die Ausgaben lassen sich vor allem auf Kupferprojekte von Unternehmen wie Zafranal (Kanada) und Southern Peru Copper (Mexiko) zurückführen.
Rohstoffvorkommen in Peru
Rohstoff
Vorräte (in 1.000 t)
Weltanteil (in %)
Kupfer
85.000
8,7
Zink
18.000
7,5
Silber
110
18,0
Blei
5.000
5,3
Molybdän
1.000
5,9
Zinn
150
2,5
Quelle: U.S. Geological Survey 2026
Erschließung: Kupferproduktion auf Rekordniveau
In den letzten Jahren hat Peru mit der Demokratischen Republik Kongo um Platz 2 auf der Liste der weltweit größten Kupferproduzenten gerungen und lag 2025 auf Rang 3. MINEM zufolge produzierte der Andenstaat 2025 2,8 Millionen Tonnen Kupfer. Damit wuchs die Produktion im Vergleich zum Vorjahr nur um magere 1,2 Prozent, erreichte jedoch einen historischen Rekordwert. Grund dafür sind hohe Kupferpreise und der kontinuierliche Betrieb der Minen. Dem Bergbauministerium zufolge möchte das Land seine Produktion 2026 auf einem Niveau von 2,8 Millionen Tonnen konsolidieren.
Ab 2027 könnte das Niveau weiter steigen, weil neue Projekte den Betrieb aufnehmen, zum Beispiel Tía María. Weitere Entwicklungen könnten dem Sektor zusätzlich Schub geben. So arbeitet das MINEM an einer Roadmap für den Kupfersektor der nächsten Jahre und möchte bürokratische Prozesse digital verschlanken. Zudem strebt der geologische Dienst des Landes, INGEMMET, die Öffnung neuer Explorationsgebiete ab Mai 2026 an.
Rohstoffförderung in Peru
Rohstoff
Förderung (in 1.000 t)
Weltanteil (in %)
Kupfer
2.700
11,7
Zink
1.500
11,5
Silber
3,6
13,8
Blei
290
6,4
Molybdän
39
15,0
Zinn
33
11,4
Angaben für das Jahr 2025Quelle: U.S. Geological Survey 2026
Über 60 Prozent der peruanischen Kupferproduktion entfallen auf die Regionen Moquegua, Arequipa, Apurímac und Áncash. Stärkste Kupferproduzenten waren 2025 die Unternehmen Southern Perú Copper (Mexiko), Las Bambas (China), Cerro Verde (USA, Japan, Peru), Antamina (Australien, Schweiz), Quellaveco (England, Japan) und Chinalco (China). In den letzten Jahren haben sich die Marktanteile im Sektor verschoben. Während Southern Perú Copper und Las Bambas Spitzenplätze ergattern konnten, hat Antamina deutlich an Marktanteil verloren.
China ist wichtigster Investor
Peru hat MINEM zufolge ein Bergbauportfolio im Wert von knapp 64 Milliarden US-Dollar (US$). Davon entfallen 71 Prozent auf Kupferprojekte. Hauptinvestor des gesamten Portfolios sind chinesische Unternehmen mit über einem Fünftel des Investitionsvolumens. Zu den wichtigsten zählen China Minmetals, Zijin Mining und Zhongrong Xinda mit großen Kupferprojekten wie El Galeno (3,5 Milliarden US$) und Río Blanco (2,8 Milliarden US$). Dabei modernisieren sich chinesische Projekte zunehmend. So wird die Kupfermine Toromocho von Chinalco digital betrieben und aus einem Steuerungszentrum 150 Kilometer entfernt in Lima überwacht. Zudem führte Chinalco zusammen mit Huawei autonome Bohrsysteme ein.
Peru gewinnt als Kupferstandort strategisch an Bedeutung – gleichzeitig baut China seinen Einfluss systematisch aus. Welche Folgen das für deutsche Unternehmen hat, erklärt Christoph Danner, Rohstoffexperte beim Maschinenbauverband VDMA, im Interview. Seine Prognose: Die Spielregeln im peruanischen Bergbau könnten sich grundlegend verändern.
Herr Danner, welche strategische Bedeutung gewinnt Peru im globalen Kupfermarkt?
Peru ist bereits heute einer der wichtigsten Kupferproduzenten weltweit und wird künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Während Chile stagniert, verfügt Peru über erhebliches Wachstumspotenzial. Die Produktionsvolumina beider Länder dürften sich in den kommenden Jahren deutlich annähern.
Wie ist Deutschland in Peru bei der Rohstoffsicherung positioniert?
Bislang fehlt ein strategischer Ansatz. Die Rohstoffbeziehungen sind weitgehend marktgetrieben. Zwar hat ein Umdenken eingesetzt, konkrete Maßnahmen zur Sicherung von Lieferketten stehen jedoch noch aus.
Wie baut China seine Position im peruanischen Bergbau aus?
China investiert gezielt entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Minenbeteiligungen über Technologie bis hin zu Logistik. Dadurch sichert sich das Land nicht nur den Zugang zu Rohstoffen, sondern gewinnt auch Einfluss auf deren Vermarktung und Transport.
Welche Auswirkungen hat das auf deutsche Unternehmen?
Der Wettbewerb verschärft sich deutlich. Chinesische Anbieter kombinieren Technologie mit Finanzierung und werden zunehmend leistungsfähiger. Gleichzeitig entstehen strukturelle Vorteile für chinesische Unternehmen, etwa wenn Rohstoffabnahme, Infrastruktur und Technologie aus einer Hand kommen. Das kann den Marktzugang für deutsche Firmen erschweren.
Verarbeitung: Mehr Verhüttung in Peru selbst
Peru verarbeitet sein Kupfer kaum selbst weiter. Zu den Ausnahmen zählt Southern Copper mit der Schmelze Ilo. Bis 2029 möchte das Unternehmen 1,4 Milliarden US$ in die Schmelze investieren. Der Großteil von Perus Kupfer wird im Ausland verarbeitet. Und Perus Kupferausfuhren wachsen. Inzwischen kommt fast ein Drittel aller peruanischen Exporte aus dem Kupferbergbau. Drei Viertel des peruanischen Kupfers gehen nach China.
Zwischen Deutschland und Peru besteht seit 2014 ein Rohstoffabkommen. Laut Zahlen von UN Comtrade liegt Peru bei den deutschen Kupferimporten auf Rang drei, nach Brasilien und Chile. Demnach gingen im Jahr 2024 Lieferungen im Wert von 282 Millionen US$ nach Deutschland. Das sind rund 10 Prozent der deutschen Kupferimporte. Zu den Abnehmern zählt unter anderem der Hamburger Kupferproduzent Aurubis.
Rohstoffverarbeitung in Peru
Rohstoff
Verarbeitung pro Jahr (in 1.000 t)
Weltanteil (in %)
Arsen
25,4
44,6
Zinn
26,6
7,3
Kadmium
0,3
1,1
Kupfer
394,9
1,9
Zink
349,5
2,6
Angaben für das Jahr 2022Quelle: DERA Rohstoffinformationssystem 2026
ESG: Deutsches Unternehmen in der Kritik
Im Januar 2026 registrierte die peruanische Ombudsstelle 99 sozialökologische Konflikte, zwei Drittel davon im Bergbau. Immer wieder kommt es zu Konflikten hinsichtlich Eigentumsverhältnissen, Wassernutzung und zum Teil schwerer Umweltverschmutzung. Menschenrechtsorganisationen berichten von mangelnder Beteiligung lokaler Gemeinden bei Bergbauprojekten und von Vertreibung. Ende 2025 reichte das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Beschwerde gegen Aurubis ein und berief sich dabei auf das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Angeprangert werden die Minen Antamina und Quellaveco, aus denen Aurubis sein Kupferkonzentrat bezieht.In den Minen soll es zu schweren Umweltbelastungen und Menschenrechtsverletzungen gekommen sein.
ESG *): Stärken und Schwächen
Stärken
Schwächen
Ökologie
Verbesserte Umweltgesetzgebung
Berichte über Umweltverschmutzung
Soziales
Soziale Akzeptanz als wichtige Voraussetzung für Projektzulassung
Soziale Konflikte können Projekte blockieren
Governance
Regierung gibt Ziele vor
Unternehmensabgaben kommen nicht immer bei lokalen Gemeinden an
* Environmental, Social and Corporate Governance (deutsch: Umwelt-, Sozial- und Regierungs-, Amts- oder Unternehmensführung).Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest
Eine der größten Herausforderungen in dem Sektor ist es, eine Soziallizenz zu erhalten und beizubehalten. Sie ist die Voraussetzung für ein Kupferprojekt. In der Vergangenheit haben Konflikte mit Gemeinden immer wieder zum Stillstand von Projekten geführt. Zwar konnten Projekte wie Tía María durch den Dialog mit den Gemeinden und ihre Einbeziehung zuletzt Durchbrüche beim Projektfortschritt erzielen.Trotzdem kommt es weiterhin zu Protesten gegen das Projekt. In Peru gibt es ein Finanzierungssystem (Regalías Mineras, Canon Minero), das sicherstellen soll, dass ein Teil der Investitionen und Gewinne von Bergbaubetreibern den Gemeinden und Regionen im Land zugutekommt. Allerdings kommen solche Gelder bei den jeweiligen Gemeinden mitunter nicht an, berichten Kritiker.
Rohstoffe für die Technologien der Zukunft werden immer knapper. Wir bieten Unternehmen aktuelle Berichte, Veranstaltungen und Unternehmerreisen zu Rohstofflieferländern.
Insbesondere die Nachfrage nach Rohstoffen für Batterien und elektronische Bauteile heizt derzeit den Bergbau weltweit an, gleichzeitig steigen die Ansprüche an Nachhaltigkeit und Umweltschutz. GTAI zeigt weltweit Chancen und Risiken für den Absatz von Förder- und Messanlagen, Umwelttechnik und Ingenieurleistungen.
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