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Branchen | Polen | Schienenfahrzeuge

Polnisches Bahnunternehmen bestellt Hochgeschwindigkeitszüge

PKP Intercity setzt seine Einkaufsoffensive fort. Nach Großaufträgen im Jahr 2025 folgt nun die nächste Ausschreibung. Deutsche Bewerber müssen sich auf viel Konkurrenz einstellen.

Von Christopher Fuß | Warschau

Das staatliche polnische Bahnunternehmen PKP Intercity hat eine Ausschreibung über den Kauf von 20 elektrischen Hochgeschwindigkeitstriebzügen veröffentlicht. Die Fahrzeuge sollen Geschwindigkeiten von mindestens 320 Kilometer pro Stunde erreichen und wären damit die schnellsten Züge im polnischen Fernverkehr. Zum Vergleich: Aktuell liegt die Höchstgeschwindigkeit im polnischen Schienennetz bei 200 Kilometern pro Stunde, sodass der geplante Fuhrpark einen deutlichen Technologiesprung darstellen würde.

Bewerbungsfrist bis Ende April 2026

Die Beschaffung erfolgt im Rahmen eines wettbewerblichen Dialogs. Hersteller müssen sich zunächst für dieses Verfahren qualifizieren. Polens größter Personenbeförderer im Schienenfernverkehr nimmt Bewerbungen bis Ende April 2026 entgegen. Zu den Teilnahmebedingungen gehört nach Angaben des Infrastrukturministeriums, dass ein interessierter Anbieter bereits Züge mit Spitzengeschwindigkeiten von mindestens 250 Kilometern pro Stunde produziert hat.

Unternehmen, die sich zum Konkurrenzdialog qualifizieren, dürfen anschließend ein Angebot einreichen. Nach dem vorläufigen Zeitplan von PKP Intercity soll die Entscheidung über den Lieferanten bis August 2027 fallen.

Die Ausschreibung beinhaltet zudem eine Option auf weitere 35 Hochgeschwindigkeitstriebfahrzeuge. Darüber hinaus muss ein Bewerber im Falle eines Zuschlags 30 Jahre lang Wartungsarbeiten übernehmen und hierfür eine entsprechende Anlage in Polen errichten.

Laut Medienberichten könnte allein die Bestellung von 20 Zügen ohne Instandhaltung bis zu 600 Millionen Euro kosten.

Weitere Informationen zur Ausschreibung veröffentlicht PKP Intercity auf einer Internetseite.

Lange Liste an möglichen Lieferanten

Der deutsche Zughersteller Siemens Mobility hatte bereits im Herbst 2025 Interesse an möglichen Ausschreibungen in Polen signalisiert. Eine Bewerbung des Münchner Unternehmens gilt daher als wahrscheinlich. Zum Kreis der potenziellen Konkurrenten gehören Alstom aus Frankreich und Hitachi Rail aus Japan.

Die polnischen Zugbauer Newag und PESA stellen bislang keine Züge her, die mindestens 250 Kilometer in der Stunde erreichen. Beide Firmen könnten jedoch im Konsortium mit internationalen Herstellern antreten. Als mögliche Partner gelten die spanischen Unternehmen Talgo und CAF sowie Hyundai aus Südkorea.

Die neuen Triebfahrzeuge werden auf den geplanten Hochgeschwindigkeitskorridoren fahren, so die Angaben von Polens Infrastrukturminister Dariusz Klimczak. Die Strecken entstehen zwischen der Hauptstadt Warschau und Łódź in Zentralpolen und führen weiter nach Poznań und Wrocław. Ein Ziel dabei lautet, die Ballungsräume mit dem geplanten Großflughafen bei Warschau zu verbinden.

Toy trains Toy trains | © Carsten Leth Fotografi - gettyimages.com

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