Wirtschaftsstandort | Slowakei

Dynamischer Markt ohne echte Innovationskraft

Gute Wachstumsraten und eine starke Industriebasis machen die Slowakei zu einem beliebten Ziel für Auslandsinvestoren. Für Deutschland ist sie ein wichtiger Handelspartner.

Gerit Schulze

Von Gerit Schulze | Bratislava

Die Slowakei hat die Krisen der letzten Jahre gut überstanden. Zusammen mit Polen verzeichnet das Land seit dem EU-Beitritt 2004 die besten Wachstumsraten in Mittelosteuropa. Das Bruttoinlandsprodukt ist seitdem durchschnittlich um 3,3 Prozent pro Jahr gewachsen.

Dazu beigetragen haben der Beitritt zur Eurozone im Jahr 2009, niedrige Unternehmenssteuern, ein stabiles politisches Umfeld sowie motivierte und günstige Fachkräfte. Motor der Entwicklung war und ist die Automobilbranche. Mit demnächst fünf großen Fahrzeugherstellern ist das kleine Land eine automobile Großmacht geworden.

Daher ist auch die Verflechtung mit Deutschland sehr eng. Mit ihren nur 5,4 Millionen Einwohnern ist die Slowakei als Handelspartner wichtiger als Indien und Brasilien.

  • Innerhalb von zwei Jahrzehnten ist die Slowakei zum bedeutenden Zentrum des Fahrzeugbaus geworden. Andere Branchen entwickeln sich weniger dynamisch. Das West-Ost-Gefälle bleibt.

    Gemessen an ihrer Wirtschaftskraft bewegt sich die Slowakei im unteren Drittel der 27 EU-Staaten. Mit rund 110 Milliarden Euro Bruttoinlandsprodukt (BIP) rangierte sie 2022 auf Platz 63 weltweit und lag auf einem Niveau mit Oman und Ecuador. Die Wirtschaftsleistung im Nachbarland Tschechien ist etwa doppelt so groß. Dafür ist das BIP der Slowakei seit dem EU-Beitritt im Durchschnitt um fast einen Prozentpunkt pro Jahr schneller gewachsen.

    Zuletzt konnte das Land wichtige neue Investoren aus den Bereichen Automotive, Wärmepumpenproduktion und Energie gewinnen. Dabei profitiert es von seiner Nähe zu den europäischen Wirtschaftszentren, von verfügbaren Baugrundstücken und den vergleichsweise günstigen Energiepreisen.

    Dominanz der Fahrzeugindustrie nimmt weiter zu

    Das ändert aber nichts daran, dass die Diversifizierung der slowakischen Wirtschaft nur langsam vorankommt. Im Gegenteil: Die Neuansiedlung von Volvo Cars als fünfter Fahrzeughersteller im Land zementiert die hohe Abhängigkeit von der Automobilindustrie.

    Schon heute ist die Slowakei das Land mit der höchsten Pro-Kopf-Produktion an Pkw (über 180 Autos pro 1.000 Einwohner). Die Branche trägt mehr als ein Zehntel zum Bruttoinlandsprodukt und über 40 Prozent zu den Exporterlösen bei. Eine erfolgreiche Transformation der Automobilindustrie hin zu emissionsfreien Antriebssystemen wäre für die Slowakei enorm wichtig.

    5,4 Mio.

    Einwohner lebten im September 2023 in der Slowakei.

    Quelle: Slowakisches Statistikamt 2024

    110 Mrd.

    Euro betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2022.

    Quelle: Slowakisches Statistikamt 2024

    19.980 Euro

    BIP pro Kopf 2022

    Quelle: Slowakisches Statistikamt 2024

    Rang 21

    der wichtigsten deutschen Exportmärkte (2023).

    Quelle: Destatis 2024 (vorläufig)

    Rang 47

    im Corruption Perceptions Index 2023 (unter 180 Ländern).

    Quelle: Transparency International 2024

    0,2 %

    Analphabetenquote im 2. Quartal 2023

    Quelle: Slowakisches Statistikamt 2024

    Ausführliche Informationen zur Wirtschaft finden Sie in den Wirtschaftsdaten kompakt Slowakei.

    Neue Investitionen trotz aktueller Schwächephase

    Die Mitgliedschaft in der Eurozone erwies sich als starkes Argument für Auslandsinvestoren. Für deutsche Unternehmen war zudem die dynamische Fahrzeugindustrie der Slowakei ein wichtiger Grund, sich im Umfeld der Autofabriken als Zulieferer anzusiedeln.

    Der Bestand der deutschen Direktinvestitionen belief sich Ende 2021 laut Bundesbank auf über 8,6 Milliarden Euro. Niederlassungen deutscher Unternehmen sorgen für 7 Prozent der Steuereinnahmen des slowakischen Staates. Das zeigen Zahlen des Beratungsunternehmens BMP Partners. Unter den zehn größten Steuerzahlern waren 2022 vier deutsche Konzerne: Volkswagen, Schaeffler, Lidl und Continental.

    Die Slowakei bietet für uns einen attraktiven Mix aus Nähe, stabilem Umfeld und gut ausgebildeten Softwarespezialisten. Auch die IT-Infrastruktur ist sehr modern und zuverlässig. Leider gibt es im Land nur wenig neue innovative Firmen mit Bedarf an Digitalisierungslösungen. Daher sitzen unsere Kunden vor allem in der Schweiz, in Deutschland und Österreich.

    Marco Dietrich Mitbegründer und Managing Partner des Softwareentwicklers Riwers in Bratislava

    SWOT-Analyse Slowakei

    S

    Stärken Strengths

    • EU-Mitglied und einziges Euroland unter den Visegrád-Staaten
    • Industrielle Tradition und Basis
    • Netz zuverlässiger lokaler Zulieferer
    • Produktivität und Qualifikation der Arbeitskräfte
    • Stabile Energieversorgung
    W

    Schwächen Weaknesses

    • Fachkräftemangel und Abwanderung von Spezialisten
    • Weiterhin hohe Abhängigkeit von russischen Energieträgern
    • Niedrigere Wertschöpfung durch viel Auftragsmontage
    • Wenig Praxisbezug in der Ausbildung
    • Geringe Ausgaben für Forschung und Entwicklung
    O

    Chancen Opportunities

    • Profitiert als Standort vom Diversifizierungstrend und neuen Ansiedlungen
    • Rund 25 Milliarden Euro EU-Fördermittel bis 2030
    • Steuerliche Anreize für Forschung, Entwicklung und Investitionen
    • Bedarf an Investitionen in Energieeffizienz, Infrastruktur und Gesundheit
    • Dynamik in der Ostslowakei durch IT-Ökosystem und Ansiedlung von Volvo Cars
    T

    Risiken Threats

    • Kleiner Binnenmarkt und große Exportabhängigkeit
    • Zu langsame Abschöpfung der europäischen Fördergelder
    • Verschuldungsgrad der öffentlichen Haushalte steigt schnell an
    • Starker Fokus auf der Automobilindustrie
    • Einfluss der Politik auf die Wirtschaft steigt, Bekämpfung der Korruption lässt nach

    Verarbeitendes Gewerbe bleibt ein starker Wirtschaftsfaktor

    Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung der Slowakei ist in den letzten zwei Jahrzehnten konstant geblieben - bei rund 23 Prozent. Während der Fahrzeugbau und damit verbundene Industriezweige wie die Produktion von Kunststoffen und Metallerzeugnissen seit dem EU-Beitritt zulegen konnten, verloren andere Branchen an Bedeutung. Dazu gehört die Herstellung von Lebensmitteln, Möbeln und Bekleidung.

    Um das Wohlstandsniveau Westeuropas zu erreichen, wären neue, innovativere Wirtschaftszweige mit höherer Wertschöpfung nötig. Hier hinkt die Slowakei den anderen Staaten der Region hinterher. Der Anteil der Forschungsausgaben am BIP lag 2022 noch unter 1 Prozent. Damit war das Land Schlusslicht unter den Visegrád-Staaten. Die schwache Innovationskraft zeigt sich auch bei Start-ups und Risikokapital, wo die kleine Republik viel Nachholbedarf hat.

    Immerhin haben IT-Dienstleistungen und die Softwareentwicklung ihren Anteil an der Wirtschaftsleistung seit dem EU-Beitritt 2004 verdreifachen können. Inzwischen entstehen rund 3 Prozent der Wertschöpfung in diesem Bereich und damit mehr als in der Stahlindustrie. Zugelegt haben auch das Gesundheitswesen, Verwaltungsdienstleistungen und der Immobiliensektor. Der Transport- und Logistiksektor profitierte vom Boom der Automobilindustrie. Die Bauwirtschaft ist dank der regen Investitionstätigkeit stabil und steht für über 6 Prozent der Bruttowertschöpfung. 

    Bedeutung als Gas-Transitland verloren

    Einen starken Rückgang verzeichnete der Energiesektor, denn die Slowakei büßte 2022 ihre Rolle als wichtiges Transitland für russisches Erdöl und -gas ein. Perspektivisch könnte die Energiesparte wieder zulegen und das Land ein Nettoexporteur von Strom werden. Die stabile und vergleichsweise günstige Energieversorgung ist schon heute ein Standortvorteil. 

    Die Stromerzeugung ruht vor allem auf fünf Atommeilern, ein sechster Block könnte 2024 hochgefahren werden. Auf die Kernkraft entfielen 2022 rund 60 Prozent der Stromerzeugung. Weitere 15 Prozent kamen aus der Wasserkraft und 23 Prozent aus Kohle und Gas. Ende 2023 ging das große Kohlekraftwerk Nováky vom Netz, 2024 soll die Anlage in Vojany folgen. Für Ausgleich könnten Gaskraftwerke und erneuerbare Energiequellen sorgen. Dank Förderung aus EU-Fonds sind größere Vorhaben beim Ausbau der Windkraft geplant.

    Derzeit hängt die Slowakei noch komplett von russischem Kernbrennstoff für die des Landes Kernreaktoren ab. Verträge mit dem US-Unternehmen Westinghouse und mit der französischen Framatome über die Lieferung von Brennstäben laufen.

    Bedeutung der Wirtschaftszweige in der Slowakei (Anteile in Prozent)

    Sektoren

    Anteil an der Bruttowertschöpfung 2022

    Anteil an den Beschäftigten 2022

    Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

    2,52,5

    Bergbau (inklusive Öl- und Gasförderung)

    0,20,3

    Verarbeitendes Gewerbe

    22,823,9

    Energieversorgung

    1,41,0

    Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung

    0,90,9

    Baugewerbe

    6,79,8

    Dienstleistungen

    65,682,2
    Quelle: Slowakisches Statistikamt 2024

    West-Ost-Gefälle löst sich nur langsam auf

    In der Slowakei besteht immer noch ein starkes West-Ost-Gefälle. Die Hauptstadt Bratislava und ihr Umland gehören zu den wohlhabendsten Regionen in Europa. Dort entsteht über ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes, und die Wirtschaftsleistung pro Kopf entspricht der von Rheinland-Pfalz und Niedersachsen.

    Auch andere Regionen wie Žilina oder Nitra, wo sich die Automobilindustrie konzentriert, haben sich überdurchschnittlich gut entwickelt. Doch je weiter es in den Osten des Landes geht, desto niedriger ist der Lebensstandard, verbunden mit schlechterer Infrastruktur und höherer Arbeitslosigkeit. Das führte zu starker Abwanderung vor allem junger, gut ausgebildeter Menschen.

    Der Personalmangel in der Westslowakei animiert neue Investoren, sich häufiger im Osten ansiedeln. Dazu gehört Volvo Cars im Industriepark Valaliky bei Košice. Die staatliche Wirtschaftsförderung und die Infrastrukturpläne zielen darauf ab, Investoren verstärkt in den Osten zu lenken, um das Gefälle zu verringern. 

    Gerit Schulze

    Von Gerit Schulze | Slowakei

    Zur Sammelmappe hinzufügen
  • Die Slowakei profitiert von ihrer Lage in Mitteleuropa, vom Euro sowie von motivierten und gut ausgebildeten Fachkräften. Deutschland liegt auf Rang 5 der wichtigsten Investoren.

    Der Mix der positiven Standortfaktoren Lage, Euro und Fachkräfte hat der Slowakei seit dem EU-Beitritt 2004 einen Investitionsboom beschert. Viele dieser Pluspunkte sind weiter gültig, wie die jährliche Stimmungsumfrage unter europäischen Investoren zeigt. Bei der letzten Befragung lobten die Unternehmen außerdem die Qualität lokaler Zulieferer sowie die vergleichsweise günstigen Arbeitskosten.

    Wenig Transparenz bei öffentlichen Vergaben

    Deutlich verschlechtert hatte sich 2023 die Einschätzung der ausländischen Investoren zur Bekämpfung von Korruption und Kriminalität, zur Transparenz bei öffentlichen Vergaben und die Berechenbarkeit der Wirtschaftspolitik. 

    Seit Oktober 2023 ist eine neue Regierung unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Robert Fico an der Macht. Als eine der ersten Amtsmaßnahmen plant die Koalition eine Justizreform, die Kritiker als Bedrohung der Rechtsstaatlichkeit empfinden. Die Reform zielt auf die Abschaffung der Sonderstaatsanwaltschaft, die gegen Korruption und Wirtschaftsdelikte ermittelt. Außerdem soll der Schutz von Whistleblowern beschränkt werden. 

    Die Europäische Kommission ist zudem unzufrieden mit der wachsenden Staatsverschuldung. Sie erwartet für 2024 ein Haushaltsdefizit von 6,3 Prozent, was die finanziellen Möglichkeiten des Staates in Zukunft einschränkt.

    Schon vor dem Amtsantritt der neuen Regierung war die Stimmung der Investoren eher durchwachsen. Im World Business Outlook der Auslandshandelskammern (AHK) beurteilten die befragten Firmenchefs im Herbst 2023 die Konjunkturerwartungen in der Slowakei so negativ wie in keinem anderen Euroland. Als größte Risiken nannten die Unternehmer die schwache Nachfrage, die gestiegenen Arbeitskosten, den Fachkräftemangel sowie die Wirtschaftspolitik.

    Nachbarländer sind die wichtigsten Investoren

    Gemessen an ihrer Größe ist die Slowakei äußerst erfolgreich beim Anwerben ausländischer Direktinvestitionen. Der Bestand summierte sich bis Ende 2022 auf 53,8 Milliarden Euro. Das Land profitierte vom Aufschwung der Fahrzeugindustrie und der starken Industriebasis. Während der Coronapandemie gab es einen leichten Rückgang, weil ausländische Konzerne Investitionen abzogen.

    Ein Drittel der ausländischen Direktinvestitionen ging in das verarbeitende Gewerbe (Zahlen liegen nur bis 2020 vor). Über 9 Prozent entfielen auf die Autoproduktion und ihre Zulieferer. Auch die Chemieindustrie (über 6 Prozent Anteil) war eine interessante Zielbranche für Investoren. Hier haben sich vor allem ungarische (MOL) und tschechische (Agrofert) Unternehmen engagiert. In der Metallindustrie stach lange Zeit die Investition von U.S. Steel in Košice hervor. Der US-Konzern will das Stahlwerk jedoch 2024 an Nippon Steel verkaufen.

    Neben dem produzierenden Gewerbe sind ausländische Unternehmen besonders im Finanzsektor aktiv. In Banken und Versicherungen ist etwa ein Viertel aller ausländischen Direktinvestitionen geflossen. Besonders aktiv waren österreichische und tschechische Finanzinstitute.

    Eine attraktive Zielbranche ist zudem der Energiesektor. Unter anderem ist Eon beim westslowakischen Energieversorger ZSE eingestiegen. RWE hatte 2002 eine Beteiligung am ostslowakischen Versorger VSE erworben. Nach einer Übernahme von VSE durch ZSE gehören die RWE-Anteile seit 2023 auch zu Eon. Mehrheitseigner der fusionierten Holding ist der slowakische Staat.

    Einzelhandel fest in ausländischer Hand

    Hohe Auslandsinvestitionen verzeichnete der Groß- und Einzelhandel (8 Prozent des Bestands 2020). Deutsche Händler wie Rewe (Billa), Kaufland und Lidl gehören zu den Top-5 der größten Einzelhandelsketten in der Slowakei. Ebenso sind Informationstechnologien und Telekommunikation eine wichtige Zielbranche (5 Prozent aller ADI bis 2020). Der größte Telefondienstleister Slovak Telekom gehört zur Deutschen Telekom.

    Die EU-Länder sind die wichtigsten Investoren in der Slowakei. Bis Ende 2022 kamen über 86 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen aus den 27 Mitgliedstaaten. Fast ein Viertel (23 Prozent) entfiel auf die Niederlande. Sie wird aus steuerlichen Gründen gern als Holdingsitz genutzt, sodass es sich hierbei zum Teil um slowakisches Geld handelt. Der zweitgrößte Investor ist Österreich mit einem Anteil von 16 Prozent vor Tschechien (13 Prozent). 

    Deutschland liegt noch hinter Südkorea (7 Prozent) auf Platz 5 mit 6,5 Prozent. Seit Ausbruch der Coronapandemie zogen deutsche Investoren drei Jahre in Folge netto Investitionen aus der Slowakei ab.

    Überraschend ist, dass China die Slowakei bislang kaum auf dem Schirm hatte (nur 0,1 Prozent aller ausländischen Direktinvestitionen). Das könnte sich durch die geplante Gigafactory des chinesischen Unternehmens Gotion High-Tech ändern. Auch hinter der neuen Autofabrik von Volvo Cars steht chinesisches Kapital.

    Größte deutsche Investoren in der Slowakei (Stand: November 2023)

    Unternehmen

    Branche

    Umsatz in Mio. Euro (2022)

    Volkswagen SlovakiaAutomobilindustrie 

    9.735

    ZSE Energia (Eon)Energieversorgung 

    2.330

    Lidl Slovenská republikaEinzelhandel

    1.892

    Kaufland Slovenská republikaEinzelhandel 

    1.545

    Continental Tires SlovakiaAutomobilindustrie 

    1.350

    Východoslovenská energetika (Eon)Energieversorgung 

    911

    Quelle: Deutsch-Slowakische Industrie- und Handelskammer 2023

    Investitionsförderung: Steuervorteile und direkte Zuschüsse

    Mit Investitionsanreizen versucht die slowakische Regierung, regionale Unterschiede auszugleichen und innovative Unternehmen anzusiedeln. Die Förderung können kleine und mittelständische Betriebe ebenso in Anspruch nehmen wie Großunternehmen. Auch zwischen neuen und bestehenden Firmen wird kein Unterschied gemacht. Die höchsten Förderquoten gibt es in Landkreisen mit hoher Arbeitslosigkeit.

    Dabei unterstützt die Slowakei Investitionen in drei Bereiche:

    • Industrieproduktion
    • Technologiezentren
    • Shared Service Center

    In jeder Kategorie gibt es spezifische Bedingungen, die erfüllt sein müssen. Die Anreize reichen von Erleichterungen bei der Körperschaftsteuer, über Zuschüsse für den Erwerb von Anlagegütern und immateriellen Vermögenswerten bis zu Zuschüssen für neu geschaffene Jobs sowie Vorzugspreise für Immobilien. Außerdem können Steuererleichterungen für Ausgaben zu Forschungs- und Entwicklungszwecken gewährt werden.

    Regionale Investitionsförderung (Investitionsanreize) in der Slowakei

    Branche

    Mindestinvestition und sonstige Bedingungen für einzelne Förderungsformen *

    IndustrieproduktionFür Förderung von Vermögenswerten: Mindestinvestition von 250.000 bis 20 Mio. Euro bei Großunternehmen und 125.000 Euro bis 10 Mio. Euro bei KMU; mindestens 30 bis 60% der Investition müssen in neue Technologien fließen / Für Ermäßigung der Körperschaftsteuer: Mindestinvestition von 100.000 bis 3 Mio. Euro bzw. 50.000 bis 1,5 Mio. Euro, mindestens 30 bis 60% in neue Technologien / Für Zuschüsse für neu geschaffene Arbeitsplätze: Mindestinvestition von 100.000 bis 1,5 Mio. Euro sowie 10 bis 100 neue Arbeitsplätze (Großunternehmen) bzw. Mindestinvestition von 50.000 bis 750.000 Euro sowie 5 bis 15 neue Arbeitsplätze (KMU), mindestens 30 bis 50% der Investition in neue Technologien / Für Grundstückübertragung zu Vorzugspreisen: Mindestinvestition von 100.000 bis 3 Mio. Euro (Großunternehmen) bzw. 50.000 bis 1,5 Mio. Euro (KMU) und mindestens 30 bis 60% der Investition für neue Technologien
    Kombination Industrieproduktion und TechnologiezentrumBedingungen für beide Branchen müssen erfüllt werden, die Mindestinvestition für die Industrieproduktion wird um den Wert der Investition in das Technologiezentrum gesenkt
    TechnologiezentrenMindestens 5 neue Arbeitsplätze, Löhne mindestens 70% über dem Durchschnittslohn in der Region; Mindestinvestition von 50.000 Euro für Ermäßigung der Körperschaftsteuer, für Zuschuss zu neuen Arbeitsplätzen und für Grundstückübertragung zu Vorzugspreisen / Für Förderung von Vermögenswerten: Mindestinvestition von 100.000 Euro
    Business-Support-Zentren (Shared Service Center)Mindestens 10 geschaffene Arbeitsplätze / Für Ermäßigung der Körperschaftsteuer, für Zuschuss zu neu geschaffenen Arbeitsplätzen und für Grundstückübertragung zu Vorzugspreisen: Löhne mindestens 50% über dem Durchschnittslohn in der Region / Für Förderung von Vermögenswerten: Mindestinvestition von 100.000 Euro in das Anlagevermögen und Löhne mindestens 80% über dem Durchschnittslohn in der Region
    Quelle: Sario 2023, Wirtschaftsministerium 2023

    * förderhöhe abhängig davon, um welche Zielregion es sich handelt: Kategorie A (Arbeitslosenquote bis 100% des Landesdurchschnitts), B (Arbeitslosenquote 100 bis 135%), C (Arbeitslosenquote mindestens 135%); unterentwickelte Regionen D (aus der Liste der unterentwickelten Regionen vom Büro für Arbeit, Soziales und Familie UPSVaR); geförderte Regionen im Rahmen des Fonds für gerechten Übergang (maximale Förderintensität um 10% höher). Aufgrund der Energiekrise wurden die Mindestinvestition und die Mindestanzahl der Beschäftigten gesenkt (Regional Investment Aid und gesetzliche Regelungen vom Wirtschaftsministerium).

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Gerit Schulze

    Von Gerit Schulze | Bratislava

    Zur Sammelmappe hinzufügen
  • BezeichnungAnmerkung
    AHK SlowakeiAnlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Štatistický úrad Slovenskej republiky

    Slowakisches Statistikamt

    Ministerstvo zahraničných vecí a európskych záležitostí SR

    Außenministerium
    Ministerstvo hospodárstva Slovenskej republikyWirtschaftsministerium
    SARIONationale Investitionsförderagentur

    Integrovaná sieť Regionálnych rozvojových agentúr 

    Netz der regionalen Entwicklungsagenturen

    Von Bratislava