Arbeitsmarkt | Slowakei

Kaum Entspannung am slowakischen Arbeitsmarkt

In den Wirtschaftszentren der Slowakei bleibt es herausfordernd, neues Personal zu finden. Ausländische Fachkräfte sorgen für etwas Entspannung, doch der Lohndruck bleibt hoch.

Gerit Schulze

Von Gerit Schulze | Bratislava

Wir haben die Reihe "Lohn- und Lohnnebenkosten" in "Arbeitsmarkt" umbenannt.

Stärken des Arbeitsmarkts

  • Qualifizierte und gut ausgebildete Fachkräfte
  • Arbeitskosten trotz jüngster Lohnsteigerungen noch günstig
  • Ungenutztes Fachkräftepotenzial im Osten des Landes
  • Beschäftigte sind offen für technologische Neuerungen
  • Duales Berufsbildungssystem gewinnt an Bedeutung

Schwächen des Arbeitsmarkts

  • Immer weniger Fachkräfte verfügbar
  • Löhne für Spezialisten und in den Wirtschaftszentren steigen stark an
  • Häufige Jobwechsel für etwas mehr Gehalt
  • Berufsbildung zum Teil noch zu praxisfern
  • Mobilität der Arbeitnehmer wenig ausgeprägt

  • Am slowakischen Arbeitsmarkt ist noch kein Abschwung zu erkennen. Fachkräfte bleiben vor allem in den Wirtschaftszentren gefragt. Die Zahl der offenen Stellen steigt sogar.

    Die schwache Wirtschaftsentwicklung in Europa schlägt bislang nicht auf den slowakischen Arbeitsmarkt durch. Im Juni 2025 betrug die Erwerbslosenquote laut Eurostat 5,3 Prozent. Das war der niedrigste Wert für diesen Monat seit den 1990er Jahren. Die Quote liegt leicht unter dem EU-Durchschnitt, ist aber immer noch höher als in den anderen drei Ländern der Visegrád-Region (Polen, Tschechien und Ungarn).

    Während Eurostat die Berechnungsmethode der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) benutzt und die aktiv arbeitsuchenden 15- bis 74-Jährigen einbezieht, verwendet das slowakische Arbeitsministerium eine andere Definition. Die Behörde ermittelte für Juni 2025 eine Arbeitslosenquote unter den 15- bis 64-Jährigen von 3,8 Prozent. Das entsprach ungefähr dem Wert des Vorjahres.

    Insgesamt waren bei den Arbeitsämtern Ende Juni 2025 rund 163.000 Menschen als arbeitssuchend registriert und damit etwa 3.000 weniger als im Vorjahresmonat.

    Beschäftigungsquote erreicht Höchststand

    Die slowakische Regierung geht davon aus, dass die Zahl im Jahresdurchschnitt 2025 bei 150.000 Personen liegt und in den beiden Folgejahren um maximal 2.000 Arbeitssuchende steigt. Wegen zunehmender Alterung der Bevölkerung hat die Zahl der Beschäftigten aber ihren Höchststand von gut 2,6 Millionen erreicht und könnte in den kommenden vier Jahren um fast 50.000 schrumpfen.

    Dagegen arbeiten immer mehr ausländische Beschäftigte in der Slowakei. Bis 2029 könnten es 150.000 werden, schätzt das Finanzministerium in seiner aktuellen Konjunkturprognose.

    Langwierige Verfahren für ausländische Fachkräfte

    Das zentrale Arbeitsamt ÚPSVR führt eine Liste der Berufspositionen mit Arbeitskräftemangel für jede Region. Sie dient dazu, das Verwaltungsverfahren für die Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen zu beschleunigen. Slowakische Unternehmen berichten jedoch, dass die Antragstellung in den Auslandsvertretungen sehr langwierig ist. Außerdem beschränkt Bratislava den Zuzug von Arbeitsmigranten auf einige wenige Länder der ehemaligen Sowjetunion und in Asien.

    Im Juni 2025 hatten knapp 37.000 Arbeitnehmende aus Drittstaaten eine Arbeitserlaubnis und damit fast 10.000 mehr als im Vorjahresmonat. Mehr als ein Viertel davon kam aus der Ukraine. Weitere wichtige Herkunftsländer sind Indien, Serbien und Usbekistan. Außerdem arbeiteten 33.000 EU-Bürger in der Slowakei - die meisten aus Rumänien, Tschechien und Ungarn.

    Eine Sonderregel gilt für Ansässige aus Drittstaaten, deren Familien und für Geflüchtete mit Schutzstatus. Sie können ohne Arbeitsgenehmigung auf Basis einer "Informationskarte" (wird vom Arbeitgeber an die Arbeitsämter geschickt) arbeiten. Ende Juni 2025 nutzten 57.000 Drittstaatler diese Möglichkeit, ein Anstieg um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

    Arbeitsmigration bleibt wichtig, weil die Firmen weiter einstellen. Laut Befragungen des Personaldienstleisters Manpower für das 4. Quartal 2025 planen 29 Prozent der Unternehmen einen Anstieg ihres Personalbestandes, während 16 Prozent Entlassungen ankündigten. Neue Stellen entstehen vor allem im Gesundheitswesen, in der Energiewirtschaft und im Telekommunikationssektor.

    Eine Entlassungswelle erfasst dagegen die Logistik, die Automobilindustrie und den einst boomenden IT-Sektor. Durch den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Softwareentwicklung sinkt der Bedarf an klassischen Softwareexperten. Der größte IT-Arbeitgeber, Deutsche Telekom IT Solutions Slovakia, will 150 Stellen am Standort Košice streichen. Die Entlassungen seien Teil einer strategischen Neuausrichtung, teilte das Unternehmen mit.

    Die Chefin des Košice IT Valley, Miriama Hučková, sagte gegenüber slowakischen Medien, dass die Arbeitskosten im Land deutlich höher als in Polen oder Rumänien seien. "Gleichzeitig haben wir Schwierigkeiten, junge Tech-Talente zu halten."

    Immer mehr Slowaken arbeiten im Ausland

    Junge Talente aus der Ostslowakei suchen eher im Ausland nach Verdienstmöglichkeiten als im Inland. Im Jahresdurchschnitt 2024 arbeiteten 117.300 Slowakinnen und Slowaken im Ausland, im 2. Quartal 2025 bereits 122.000. Sie begründen dies mit höheren Gehältern, attraktiveren Jobangeboten und zum Teil mit der politischen Situation im Heimatland. Dem Statistikamt zufolge arbeiten sie vor allem im Baugewerbe, in der Industrie und im Gesundheitswesen. Die beliebtesten Länder sind Deutschland, Österreich und Tschechien.

    Die Slowakei im weltweiten Vergleich

    Folgende Karte ermöglicht den Vergleich zwischen zahlreichen Ländern weltweit. Bitte beachten Sie, dass die Werte in der Karte aus international standardisierten Quellen stammen und somit ggf. von Angaben aus nationalen Quellen im Text abweichen können.

     

    Zahl der offenen Stellen nimmt zu

    Ende Juni 2025 meldete die Arbeitsbehörde Ústredie práce 107.000 offene Stellen. Das waren 8.600 mehr als im Vorjahresmonat. Fast die Hälfte der Vakanzen entfällt auf den Bezirk Bratislava. Vergleichsweise wenig Jobangebote gibt es in den Regionen Prešov und Košice.

    Die meisten Jobangebote entfallen auf Anlagen- und Maschinenbediener sowie Montageberufe (fast 55.000). Außerdem sind Facharbeiter und Handwerker stark gefragt. Gesucht werden aber auch ungelernte Hilfskräfte sowie Personal für den Dienstleistungssektor (Handel und Gastronomie).

    Trotz aller Anstrengungen, die strukturschwachen Regionen mit Investitionsanreizen zu fördern, besteht weiterhin ein enormes West-Ost-Gefälle. In den wirtschaftlich potenten Regionen der Westslowakei herrscht quasi Vollbeschäftigung. So liegt die offizielle Erwerbslosenquote in den Bezirken Bratislava, Trnava, Trenčín und Nitra derzeit bei unter 3 Prozent.

    Die höchste Erwerbslosenquote verzeichnete zur Jahresmitte 2025 der Bezirk Prešov mit 5,9 Prozent. Zwar hat sich die Situation in der Zentral- und Ostslowakei etwas entspannt. Doch viele Arbeitsuchende dort passen nicht auf die ausgeschriebenen offenen Stellen, sind nicht hinreichend qualifiziert oder mobil genug. Rund die Hälfte der Erwerbslosen im Osten der Slowakei ist schon mehr als ein Jahr auf Arbeitssuche. Im Westen des Landes gibt es weniger Langzeitarbeitslose, weshalb die Reintegration in den Arbeitsmarkt leichter fällt.

    Vorruhestandsregel schwächt Personalangebot

    Zusätzlich verringert sich das Fachkräfteangebot seit 2023 durch eine neue Vorruhestandsregelung. Sie ermöglichte schon zwei Jahre vor dem eigentlichen Rentenbeginn den Eintritt in den Ruhestand nach mindestens 40 Arbeitsjahren. Allein 2023 und 2024 nutzten 61.000 Menschen diese Möglichkeit. Die Regierung hat deshalb die Abschläge von der Rentenhöhe erhöht, um die Attraktivität zu senken.

    Die Frühverrentung verschärft das Problem, dass ein großer Teil der erwerbsfähigen Bevölkerung keiner Beschäftigung nachgeht. Das betrifft neben älteren Menschen auch Frauen, die sich um die Erziehung der Kinder oder Pflege kümmern sowie Roma-Gruppen, die kaum in den Arbeitsmarkt integrierbar sind. Erschwert wird die Lage durch wenige Nahverkehrsangebote auf dem Land und fehlende Umschulungsangebote.

    Automatisierung schreitet voran

    Mit hohem Tempo setzen die Fabriken daher ihre Investitionen in die Automatisierung fort. Die Slowakei verzeichnete 2023 laut der Publikation "World Robotics 2024 - Industrial Robots" mit 2.174 einen Rekord an neu installierten Industrierobotern. Drei Viertel davon kamen in der Automobilindustrie zum Einsatz, vor allem beim Schweißen, Palettieren oder Montieren. Mit 20 Robotern je 1.000 Industriebeschäftigten liegt das Land über dem globalen Durchschnitt.

    Gerit Schulze

    Von Gerit Schulze | Bratislava

  • Um neues Personal zu finden, müssen Unternehmen in der Slowakei kreativ sein. Förderung gibt es, wenn Langzeitarbeitslose und gering Qualifizierte eingestellt werden.

    Die Suche nach neuen Mitarbeitenden in der Slowakei ist unkompliziert. Es gibt leistungsfähige Onlineportale zur Jobvermittlung; namhafte internationale Personalvermittler und Headhunter haben Niederlassungen im Land. Große deutsche Unternehmen setzen deshalb oft auf ihre angestammten Partner, um Spezialisten für ihre slowakischen Werke suchen zu lassen.

    Kleinere Firmen können sich an die Deutsch-Slowakische Industrie- und Handelskammer (AHK Slowakei) wenden. Sie berät zur Lage und zum Personalangebot am Markt, empfiehlt Personalagenturen und schaltet Stellenanzeigen auf ihrer Internetseite oder auf der führenden Plattform Profesia.sk. Die Kammer sichtet auf Wunsch Bewerbungsunterlagen, stellt Rückfragen bei Lücken im Lebenslauf und trifft eine Vorauswahl. Auch bei den Vorstellungsgesprächen kann sie hinzugezogen werden.

    Für die professionelle Vermittlung von Führungskräften und Spezialisten müssen Unternehmen ein Viertel bis ein Drittel eines Jahresgehalts an Honorar einplanen. Recruitingagenturen, die meist nur ihre Datenbanken nutzen und keine Direktansprache potenzieller Kandidaten durchführen, verlangen zwischen 20 und 25 Prozent eines Jahresgehalts.

    Stellenangebote für mobile Endgeräte optimieren

    Die Bewerbungsprozesse sind weniger formalisiert als in Deutschland. Motivationsschreiben und Referenzen spielen kaum noch eine Rolle. Häufig verschicken Kandidaten lediglich ihr LinkedIn-Profil, um auf sich aufmerksam zu machen. Soziale Medien sind wichtige Kanäle für Stellenangebote. Da junge Kandidaten in der Slowakei meist nur noch mobile Endgeräte zur Jobsuche nutzen, sollten die Anwendungen entsprechend darauf ausgerichtet sein.

    Beim Rekrutierungsprozess spielt künstliche Intelligenz (KI) eine wachsende Rolle. Sie hilft beim Verfassen von Stellenanzeigen, beim Vorsortieren der Bewerbungen und beim Auswerten von Videointerviews. Einige slowakische Personalberater entwickelten KI-gestützte Hilfsprogramme für die Einarbeitungsphase (Onboarding).

    Gute Erfolge bei der Personalsuche lassen sich weiterhin auf Jobmessen erzielen. Diese finden fast im Monatsrhythmus statt, meistens in Bratislava. Dazu gehören sogenannte Absolvententage ebenso wie eine "Night of Chances" für IT-Spezialisten.

    Größere Industrieunternehmen, die laufend Bedarf an neuen Beschäftigten haben, kooperieren eng mit Bildungseinrichtungen, um Nachwuchs zu gewinnen. Dazu gehören auch Stipendien an besonders begabte Studierende oder Spenden für die technische Ausstattung der Ausbildungsstätten.

    Für Branchen außerhalb des produzierenden Gewerbes sind solche engen Verbindungen zu Gymnasien, Berufsschulen und Universitäten zur Fachkräftegewinnung ebenso wichtig. Firmen bieten außerdem Tage der offenen Tür, Praktika und die Betreuung von Diplomarbeiten an.

    Mehr Zuspruch für duale Ausbildung

    Seit 2018 ist in der Slowakei auch die duale Berufsausbildung möglich. Seitdem steigt die Zahl der Auszubildenden, die sich für diesen Weg entscheiden. Laut Arbeitgeberrat für berufliche Aus- und Weiterbildung (RZOVP) bieten über 2.200 Unternehmen und Organisationen im Land diese Form der Berufsvorbereitung an. Im Schuljahr 2024/25 durchliefen rund 10.500 Schülerinnen und Schüler die Ausbildung. Zur Verfügung standen aber rund dreimal so viele Ausbildungsplätze.

    Deutsche Firmen in der Slowakei wie Brose, Schaeffler oder Scheidt & Bachmann gehören zu den Vorreitern. Volkswagen betreibt in Bratislava mit einigen Zulieferern eine Duale Akademie. Dort werden Mechatroniker, Automatisierungstechniker, Industrie- und Werkzeugmechaniker ausgebildet.

    Die AHK Slowakei hilft Unternehmen beim Aufbau einer dualen Berufsausbildung nach deutschem oder nach slowakischem Standard. Damit können sich Firmen als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Die Auszubildenden absolvieren deutsche Facharbeiterprüfungen und erwerben ein deutsch-slowakisches Zertifikat.

    Mit EU-Mitteln wird Beschäftigung gefördert

    Mit dem nationalen Projekt "Finanzielle Anreize für Beschäftigung" fördert das Ministerium für Arbeit, Soziales und Familien Langzeitarbeitslose, niedrig Qualifizierte, junge Arbeitslose und Menschen mit Behinderungen. Das Programm hat ein Budget von fast 340 Millionen Euro und wird durch die EU kofinanziert. Arbeitgeber können unter anderem einen Zuschuss in Höhe des Existenzminimums (seit Juli 2025: 284 Euro) bekommen, wenn sie Arbeitskräfte aus diesen Personengruppen einstellen.

    Mütter und ältere Menschen ließen sich über Teilzeitangebote stärker einbinden. Im Jahr 2024 arbeiteten nur 4 Prozent der slowakischen Beschäftigten in Teilzeit. Das war laut Eurostat hinter Bulgarien, Rumänien und Kroatien der viertniedrigste Wert in der EU. Bei Frauen liegt der Anteil bei knapp 6 Prozent.

    Nur wenige Arbeitgeber erlauben Homeoffice

    Eine weitere Form der flexiblen Arbeitsgestaltung wäre die Telearbeit, die in der Slowakei aber vergleichsweise wenig verbreitet ist. Nach Angaben von Eurostat konnten 2024 rund 14 Prozent der Beschäftigten teilweise vom Homeoffice aus arbeiten. Der EU-Durchschnitt liegt bei 22 Prozent. 

    Dabei legt die jüngere Generation auch in der Slowakei zunehmend Wert auf eine Work-Life-Balance. Unternehmen mit flexibleren Arbeitszeitangeboten können im Wettbewerb um qualifizierten Nachwuchs punkten.

    Der slowakische Computerspiel-Entwickler Pixel Federation kündigte im Sommer 2025 an, testweise eine Vier-Tage-Arbeitswoche einzuführen. Bei vollem Lohnausgleich soll in der verkürzten Arbeitszeit das gleiche Pensum geschafft werden. Das Unternehmen hofft, damit attraktiver für seine Beschäftigten zu werden. Ähnliche Versuche starteten in der Vergangenheit auch einige Banken wie Slovenská sporiteľňa und VÚB. Die Angebote wurden bei den Beschäftigten aber kaum angenommen.

    Eine wachsende Herausforderung ist die Integration ausländischer Arbeitskräfte in die Teams. Dazu gehören Sprachkurse, interkulturelles Training, Mentoren und Freizeitangebote außerhalb des Arbeitsplatzes. Firmen sollten diese Punkte in ihre Onboarding-Programme aufnehmen.

    Gerit Schulze

    Von Gerit Schulze | Bratislava

  • Inflation und Fachkräftemangel sorgen für große Lohnsprünge in der Slowakei. Neben Gehaltszuwächsen verlangen Arbeitnehmer auch zusätzliche Benefits.

    Nach zwei Jahren mit Reallohnverlusten hatten die slowakischen Beschäftigten 2024 reale Zuwächse von 3,7 Prozent in der Lohntüte. Im 2. Quartal 2025 schlug ein Plus von 4,5 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode zu Buche. Die ausländischen Firmen in der Slowakei wollen 2025 durchschnittlich 6,5 Prozent mehr zahlen, wie die Konjunkturumfrage unter sechs Auslandshandelskammern im Frühjahr ergab.

    Ende Juni 2025 betrug der Durchschnittslohn 1.654 Euro. Der Wert ist nur ein erster Anhaltspunkt für Gehaltsplanungen. Genauer ist der Medianlohn, der extreme Ausschläge nach oben und unten minimiert. Nach Berechnungen des Dienstleisters Trexima, der im Auftrag des Arbeitsministeriums Marktdaten und Prognosen erstellt, lag der Median im 1. Quartal 2025 bei 1.468 Euro. Etwa ein Viertel der Beschäftigten verdiente 2.000 Euro und mehr.

    Mindestlohn steigt bald auf 1.000 Euro

    Der Mindestlohn soll künftig ein Niveau von 60 Prozent des Durchschnittslohns erreichen. Er steigt zum 1. Januar 2026 auf 915 Euro (5,26 Euro pro Stunde bei einer 40-Stunden-Woche). Für 2027 rechnen Experten mit einem Niveau von 1.000 Euro.

    Der Mindestlohn ist in sechs Kategorien gestaffelt. Das Basisniveau gilt für einfache Arbeiten etwa als Reinigungskraft. Die höchste Stufe betrifft anspruchsvolle Managementtätigkeiten oder Spezialisten. Ihnen ist ab 1. Januar 2026 ein Mindestlohn von 1.495 Euro zu zahlen.

    Das Institut für Wirtschafts- und Sozialstudien INESS schätzt, dass etwa 100.000 Beschäftigte in der Slowakei für den Mindestlohn arbeiten.

    Der Osten holt dank großer Investitionen auf

    Das wirtschaftliche West-Ost-Gefälle der Slowakei spiegelt sich im Lohnniveau. Im Bezirk Prešov lag der Durchschnittslohn im 1. Quartal 2025 um 22 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. Durch gezielte Wirtschaftsförderung und das bessere Personalangebot gehen Investoren immer häufiger in die Ost- und Zentralslowakei. Dadurch wächst auch dort der Wettbewerb um Personal. In der Region Košice erhöht die Großinvestition von Volvo Cars den Bedarf. Laut slowakischen Zeitungsberichten stellt der Autobauer allein 2025 rund 1.000 Arbeitskräfte ein. Das Einstiegsgehalt für einen Fertigungsingenieur soll bei 2.300 Euro brutto liegen, für Wartungstechniker bei 1.450 Euro.

    Erhebliche Lohnunterschiede gibt es zwischen den Branchen. Am wenigsten zahlt das Hotel- und Gaststättengewerbe (2. Quartal 2025: 950 Euro). Auch in der Landwirtschaft und im Baugewerbe sind die Verdienstmöglichkeiten relativ gering. Überdurchschnittlich hohe Löhne werden im Finanz-, IT- und Telekommunikationssektor sowie in der Energiewirtschaft gezahlt.

     

    Durchschnittliche Monatslöhne für ausgewählte Branchen in Euro, Veränderung in Prozent
    Branche

    2. Quartal 2025 (in Euro)

    Veränderung 2. Quartal 2025 / 
    2. Quartal 2024 (nominal in %)

    Durchschnittslohn1.6548,8
    Land- und Forstwirtschaft1.34810,6
    Verarbeitendes Gewerbe1.7577,6
    Energieversorgung2.82513,2
    Wasser- und Abfallwirtschaft1.69816,4
    Baugewerbe1.1648,1
    Groß- und Einzelhandel, Reparatur von Kfz1.5358,0
    Transport und Lagerhaltung1.5285,5
    Hotel- und Gastgewerbe95010,2
    Informations- und Kommunikationsleistungen2.6646,0
    Finanzen und Versicherungen2.8277,2
    Quelle: Statistikamt der Slowakischen Republik 2025

    Beschäftigte, die bei ausländischen Unternehmen in der Slowakei arbeiten, bekommen höhere Löhne als bei einheimischen Betrieben. Laut den Erhebungen von Trexima zahlten Arbeitgeber mit ausländischen Eigentümern 2024 durchschnittlich 2.124 Euro Lohn, ein Fünftel mehr als der Landesdurchschnitt.

    Das gilt vor allem für Führungskräfte. Trexima zufolge verdienten Geschäftsführer Ende 2024 bei ausländischen Firmen im Monat durchschnittlich 4.900 Euro und damit doppelt so viel wie bei slowakischen Firmen.

    "Führungskräfte erwarten einen Bonus für Fremdsprachenkenntnisse."

    "Bei ausländischen Firmen werden höhere Löhne erwartet, weil die Bewerber davon ausgehen, dass die Produktivität dort höher ist", erklärt Milan Ďuračka, Leiter der slowakischen Niederlassung des Personalvermittlers I. K. Hofmann. Nach seinen Erfahrungen rechnen besonders Führungskräfte mit einem Bonus für Fremdsprachenkenntnisse.

    Ein guter Anhaltspunkt für die am Markt erwarteten Entlohnungen ist die Gehaltsbenchmark, die die AHK Slowakei regelmäßig durch Befragungen bei deutschen Unternehmen erstellt. Sie enthält Angaben zu Fach- und Führungspositionen, zu Zusatzleistungen und regionalen Unterschieden.

    Durchschnittliche Monatslöhne für ausgewählte Positionen *in Euro, Veränderung in Prozent
    Stellenbezeichnung (Klassifizierung nach SK ISCO-08, Klasse)

    2024 (in Euro)

     2. Quartal 2025 (in Euro)

    Veränderung 2. Quartal 2025 / 
    2. Quartal 2024 (nominal in %)

    Durchschnittslohn (insgesamt)

    1.748

    1.892

    9,4
    Führungskraft (1)

    3.303

    3.482

    5,0
    Personal mit akademischer Ausbildung (2)

    2.220

    2.386

    7,8
    Techniker, Technikerin (3)

    1.886

    2.013

    6,4
    Unterstützende Bürokraft (4)

    1.389

    1.480

    6,8
    Dienstleistungs- und Verkaufskraft (5)

    1.247

    1.314

    9,4
    Fachkraft in der Land-, Forst- und Fischwirtschaft (6)

    1.332

    1.476

    8,1
    Handwerker, Handwerkerin (7)

    1.599

    1.746

    7,8
    Anlagen- und Maschinenbedienung, Montagekraft (8)

    1.500

    1.644

    8,1
    Hilfskraft (9)

    1.009

    1.150

    13,2
    * Trexima hat rund 8.000 Unternehmen befragt, darunter auch kleine Betriebe mit nur wenigen Beschäftigten. Die Zahlen weichen von den Angaben des Statistikamtes ab, das für Kleinstbetriebe nur Schätzungen vornimmt.Quelle: Statistikamt der Slowakischen Republik 2025; Forschungs- und Beratungsgesellschaft Trexima 2025

    Weitere Lohnbestandteile

    Gutes und erfahrenes Personal ist ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg in der Slowakei. Deshalb ist es wichtig, neben einem attraktiven Gehalt Zusatzleistungen anzubieten.

    Übliche Benefits reichen von Firmenfesten und Beiträgen für Sport, Kultur und Gesundheit bis hin zu zusätzlichen Urlaubstagen und Prämien. Je nach Position und Tätigkeit werden Mobiltelefone, Notebooks oder ein Dienstfahrzeug zur privaten Nutzung gewährt. Wegen der geringen Mobilität von Beschäftigten organisieren viele Firmen den Transport oder übernehmen Fahrtkosten.

    "Besonders für junge Menschen sind Karrierechancen und Aufstiegsmöglichkeiten in der Firma ein wichtiges Kriterium für die Wahl des Arbeitgebers", sagt Personalvermittler Milan Ďuračka von I. K. Hofmann. "Im IT-Sektor erwarten die Kandidaten mindestens zwei bis drei Tage Homeoffice. Doch oft wollen die Arbeitgeber das nicht", ergänzt der Marktkenner. Nach seinen Beobachtungen steigern Weiterbildungsangebote und eine gute Firmenkultur die Attraktivität eines Arbeitgebers.

    Wie die Gehaltsbenchmark der AHK Slowakei für 2025 zeigt, zahlt rund die Hälfte der deutschen Firmen in der Slowakei einen Zuschuss zur Rentenversicherung. Ein 13. Gehalt bekommen 60 Prozent der Beschäftigten, ein 14. Gehalt weniger als ein Drittel. Vier von fünf Angestellten bei deutschen Unternehmen erhalten Zuschüsse zum Mittagessen.

    Welche Zusatzleistungen bieten deutsche Firmen in der Slowakei an?in Prozent der befragten Unternehmen
    Zusatzleistung

    Leitende Angestellte

    Gewerbliche Beschäftigte

    Nicht-gewerbliche Beschäftigte

    Zuschuss zur Rentenversicherung

    48

    52

    48

    Dienstwagen (auch zur privaten Nutzung)

    68

    4

    24

    Urlaubsgeld

    20

    20

    20

    Weihnachtsgeld

    28

    32

    32

    Fahrtkostenzuschuss

    24

    48

    36

    Essenszuschuss / Essensgutscheine

    84

    80

    84

    Zeitkonten

    16

    32

    24

    Flexible Arbeitszeit, Gleitzeit

    88

    8

    88

    13. Gehalt

    56

    60

    60

    14. Gehalt

    28

    28

    32

    Bonus-, Prämienzahlungen

    80

    60

    68

    Quelle: Gehaltsbenchmark der AHK Slowakei 2025

    Sozialversicherungsbeiträge 

    Die Sozialabgaben und Krankenversicherungsbeiträge betragen 2025 für Arbeitgeber 36,2 Prozent des Bruttoverdienstes, für Arbeitnehmer 13,4 Prozent. Sozialabgaben müssen auch für geringfügige Beschäftigungen, den "Vereinbarungen über die Erbringung von Arbeitsleistungen" (dohoda o pracovnej činnosti), bezahlt werden.

    Sozialbeiträge 2025Arbeitgeberanteile, in Prozent der Bemessungsgrundlage
    Rentenversicherung, davon

    17,0

      Altersrentenversicherung

    14,0

      Invaliditätsversicherung

    3,0

    Krankenversicherung

    11,0

    Abgabe für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Mutterschaftsschutz

    1,4

    Arbeitslosenversicherung

    1,0

    Sonstige Versicherungen, davon

    5,0

      Reservefonds

    4,75

      Garantieversicherung

    0,25

    Quelle: Gesetz über die Sozialversicherung 461/2003 Slg., Gesetz über die Krankenversicherung 580/2004 Slg. 2025

    Erläuterungen zur Beitragsbemessung

    Für die Unfall- und Krankenversicherung gibt es keine Beitragsbemessungsgrenzen. Der Beitragssatz für die Unfallversicherung beträgt 0,8 Prozent, er wird vom Arbeitgeber getragen und bezogen auf die Lohnkosten berechnet. Für alle übrigen Sozialabgaben entspricht die Bemessungsgrenze dem elffachen Durchschnittslohn von vor zwei Jahren und liegt 2025 bei 15.730 Euro pro Monat.

    Gerit Schulze

    Von Gerit Schulze | Bratislava

  • Im slowakischen Arbeitsrecht gibt es neue Regelungen zur Kurzarbeit und zur Anstellung ausländischer Fachkräfte. Es bietet Flexibilität bei Arbeitszeit und Homeoffice-Regelungen.

    Gesetzliche Regelungen 2025 auf einen Blick
    Vergütung: Unter Beachtung des Mindestlohns und abgeschlossener Kollektivverträge frei verhandelbar
    Mindestlohn: Je nach Schwierigkeitsstufe und Verantwortung der auszuübenden Arbeit seit 1. Januar 2025: 816 Euro pro Monat (4,69 Euro pro Stunde) bis 1.396 Euro pro Monat; Regelungen gelten auch für vereinfachte Arbeitsverträge (dohody)
    Arbeitsstunden pro Woche: Maximal 40 Stunden - mit Überstunden höchstens 48 Stunden; für Schichtarbeiter 38,75 Stunden im Zweischicht-Betrieb, 37,5 Stunden im Dreischicht- oder Dauerbetrieb
    Regelarbeitstage pro Woche: 5
    Zulässige Überstunden: Maximal 150 Stunden/Kalenderjahr nach Anordnung des Arbeitgebers, maximal 400 Stunden/Jahr nach individueller Vereinbarung
    Bezahlte Feiertage: 14 Kalendertage 2025 (geplante Reduzierung auf 11 im Jahr 2026 und auf 13 ab 2027)
    Bezahlte Urlaubstage: Vier Wochen; für Beschäftigte, die bis Ende des Kalenderjahres das 33. Lebensjahr vollendet haben sowie für Beschäftigte, die ein Kind betreuen, fünf Wochen
    Sonderzahlungen pro Jahr in Monatslöhnen (13. und/oder 14. Gehalt): Laut Vereinbarung
    Tage mit bezahltem Arbeitsausfall: Grundsätzlich 7 Tage (zum Beispiel Arztbesuch, Begleitung eines Familienmitgliedes zum Arzt und dergleichen)
    Tage mit Lohnfortzahlung bei Krankheit: Zahlung durch den Arbeitgeber in den ersten zehn Kalendertagen der Arbeitsunfähigkeit (14 Kalendertage ab 2026 geplant); für die ersten drei Kalendertage 25 Prozent der ermittelten täglichen Bemessungsgrundlage (maximale Bemessungsgrundlage 94,0274 Euro pro Kalendertag); ab dem vierten bis zum zehnten Tag 55 Prozent, ab dem elften Tag zahlt die Sozialversicherung mit einer Höchstgrenze von 51,71507 Euro pro Tag
    Probezeit: Maximal drei Monate, bei leitenden Angestellten maximal sechs Monate
    Quelle: bpv Braun Partners 2025

    Rechtsgrundlagen

    Allgemeine Rechtsgrundlage für Arbeitsverhältnisse ist das am 1. April 2002 in Kraft getretene und inzwischen vielfach überarbeitete Arbeitsgesetzbuch (ArbGB, Zákonník práce/ZP, Gesetz Nr. 311/2001 Z.z.).

    Die Beschäftigung von Staatsangehörigen aus Drittstaaten ist – auch durch Zeitarbeitsfirmen – grundsätzlich durch eine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung oder eine sogenannte Blue Card möglich. Seit 1. Januar 2023 wurde die Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen vereinfacht. Nun ermitteln die Regionen die Berufe mit Arbeitskräftemangel. Die Bedingung einer registrierten Arbeitslosenquote von weniger als 5 Prozent in der Region entfällt.

    Arbeitnehmer, die von einem Arbeitgeber mit Sitz in einem EU- oder EWR-Mitgliedstaat in die Slowakei entsendet werden, benötigen keine Arbeitserlaubnis (§ 2 Abs. 2, Ges. Nr. 5/2004 Z.z.). Die Entsendung muss innerhalb von sieben Arbeitstagen ab Arbeitseintritt schriftlich beim zuständigen Amt für Arbeit, Soziales und Familie gemeldet werden. Das slowakische Arbeitsinspektorat ist spätestens am ersten Tag der Entsendung zu informieren. Es muss ein Nachweis der Arbeitszeit geführt werden.

    Spezialisten aus EU-Drittländern (in der Regel mit Hochschulabschluss oder entsprechender Berufserfahrung) können über eine Blue Card beschäftigt werden. Das setzt einen Arbeitsvertrag für mindestens sechs Monate mit angemessenem Mindestgehalt (mindestens 1,2 mal so hoch wie der Durchschnittslohn) voraus. Die Blue Card wird in der Slowakei bis zu fünf Jahre erteilt. Inhaber genießen erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt, können sich in der EU frei bewegen und haben eine Perspektive auf Daueraufenthalt. Zusätzlich dürfen sie neben ihrem Hauptarbeitsverhältnis weitere Beschäftigung aufnehmen oder unternehmerisch tätig sein. Ehepartner und Kinder können mitziehen und ohne weitere Einschränkungen arbeiten.

    Eine teilweise staatlich subventionierte Kurzarbeit wurde 2022 für Fälle eingeführt, in denen der Arbeitgeber aufgrund eines unvorhersehbaren oder unabwendbaren externen Faktors nicht in der Lage ist, Arbeitnehmern Arbeit zuzuweisen. Dazu zählen der Ausruf eines Notstandes oder ein Brand. Seit Juni 2025 können Unternehmen auch dann Unterstützung aus dem Kurzarbeitssystem beantragen, wenn ihre Probleme durch externe wirtschaftliche Einflüsse verursacht werden, auf die sie keinen Einfluss haben. Dazu gehören erhöhte Zölle, Ausfälle im Auslandsgeschäft oder andere globale Verwerfungen.

    Vertragsabschluss 

    Das Arbeitsverhältnis wird durch einen schriftlichen Arbeitsvertrag begründet (§ 42 Arbeitsgesetzbuch). Dieser muss folgende Punkte beinhalten: Art der auszuübenden Arbeit, Arbeitsort, Tag des Arbeitsantritts und Angaben zur Vergütung. Sofern diese in einem Kollektivvertrag festgelegt sind, reicht ein entsprechender Verweis. Eine eventuelle Vereinbarung der Probezeit muss Bestandteil des Arbeitsvertrages sein. Ebenso muss regelmäßiges Homeoffice (ganz oder teilweise) darin vereinbart werden.

    Über sonstige Arbeitsbedingungen ist der Arbeitnehmer schriftlich zu informieren – zum Beispiel die festgelegte wöchentliche Arbeitszeit, Regeln für die Verteilung der Arbeitszeit, Urlaubsumfang, Auszahlung der Löhne einschließlich Zahlungstermine, Kündigungsfrist, gesetzliche Frist für die Erhebung einer Klage auf Feststellung der Nichtigkeit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses, Recht auf eventuelle Schulungen.

    Befristete Arbeitsverhältnisse dürfen für höchstens zwei Jahre geschlossen werden. Sie können maximal zweimal innerhalb von zwei Jahren verlängert oder wiederholt vereinbart werden (§ 48). Ausnahmen gelten für Saisonarbeiter oder für Arbeiten, bei denen eine wesentliche Erhöhung der Arbeitnehmerzahl vorübergehend notwendig ist.

    Rechte und Pflichten der Vertragsparteien

    Inklusive Überstunden darf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit eines Arbeitnehmers 48 Stunden nicht überschreiten. Ausnahmen gelten für das Gesundheitswesen.

    Der Arbeitgeber kann mit dem Arbeitnehmer eine ungleichmäßige Arbeitszeitverteilung für maximal vier Monate vereinbaren (§ 87). Eine Ausdehnung auf maximal bis zu zwölf Monate ist nur durch Vereinbarung mit Arbeitnehmervertretern möglich. Die Einrichtung von Arbeitszeitkonten für eine ungleichmäßige Verteilung der Arbeitszeit ist mit der maximalen Laufzeit von 30 Monaten erlaubt, allerdings nur über einen Tarifvertrag oder nach Vereinbarung mit Arbeitnehmervertretern (§ 87a). Damit sind flexible Regelungen vom Wohlwollen der Gewerkschaften oder des Betriebsrates abhängig. Das gilt auch für die Einführung von Gleitzeit (§ 88).

    Überstunden sind dem Arbeitnehmer mit seinem durchschnittlichen Stundensatz plus 25 Prozent Zuschlag zu zahlen (§ 121). Bei Risikoarbeiten beträgt der Zuschlag 35 Prozent. Mit leitenden Angestellten und solchen, die konzeptionelle, systematische, gestaltende und methodische Arbeit leisten oder komplizierte Prozesse koordinieren, kann vereinbart werden, dass im Grundgehalt bereits eine Überstundenarbeit von maximal 150 Stunden enthalten ist – ohne Anspruch auf Zuschläge oder Freizeitausgleich.

    Der Zuschlag für Feiertagsarbeit beträgt 100 Prozent des Durchschnittsverdienstes. Alternativ ist Freizeitausgleich in Höhe der abgeleisteten Stunden möglich, falls zuvor so vereinbart.

    Unternehmen, bei denen die Arbeit überwiegend nachts oder am Wochenende ausgeübt wird, können in Kollektivverträgen oder direkt in den Arbeitsverträgen (sofern es keine Gewerkschaften gibt und sie weniger als 20 Mitarbeitende beschäftigen) auch niedrigere Zuschläge vereinbaren.

    Zuschläge für Risiko-, Nacht- und Wochenendarbeit *)Mindestwert in Euro pro Stunde
    Arbeitsleistung2025in Prozent des minimalen Stundenlohns
    Nachtarbeit1,876
    (bei überwiegender Nachtarbeit 1,6415)
    40 Prozent (35 Prozent)
    Risikoarbeiten nachts2,34550 Prozent
    Samstagsarbeit2,345 
    (bei regelmäßiger Samstagsarbeit 1,9395)
    50 Prozent (45 Prozent)
    Sonntagsarbeit4,690 
    (bei regelmäßiger Sonntagsarbeit 3,879) 
    100 Prozent (90 Prozent)
    * Wer unter erschwerten Bedingungen arbeitet (chemische Faktoren, krebserregende Stoffe, Staub, Lärm, Vibrationen), bekommt eine zusätzliche Entschädigung von mindestens 0,938 Euro pro Stunde (20 Prozent des Mindeststundenlohns).Quelle: bpv Braun Partners 2025

    Vertragsbeendigung 

    Ein Arbeitsverhältnis kann beendet werden durch Vereinbarung, Kündigung, sofortige Beendigung und Beendigung in der Probezeit. Eine Kündigung bedarf der Schriftform und Zustellung, sonst ist sie unwirksam (§ 61).

    Die minimale Kündigungsfrist beträgt einen Monat. Sie erhöht sich auf zwei Monate, wenn das Arbeitsverhältnis mindestens ein Jahr bestand. Mindestens drei Monate müssen bei betriebsbedingter Kündigung oder wegen langfristiger Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers ab fünf Jahren Betriebszugehörigkeit eingehalten werden (§ 62).

    Der Arbeitgeber kann aus folgenden Gründen kündigen (§ 63): Wenn er oder ein Teil von ihm aufgelöst wird oder den Sitz wechselt und der Arbeitnehmer mit der Änderung des Arbeitsortes nicht einverstanden ist; wenn der Arbeitsplatz aus Effizienz- oder organisatorischen Gründen entfällt; wenn der Arbeitnehmer gesundheitlich langfristig die Eignung für seine bisherige Arbeit verloren hat, die vertraglich vereinbarten Bedingungen nicht erfüllt oder die Arbeitsdisziplin verletzt. Das Arbeitsverhältnis kann sofort beendet werden, etwa wenn der Arbeitnehmer rechtskräftig für eine vorsätzliche Straftat verurteilt wurde.

    Kündigungspläne müssen Arbeitgeber mit Arbeitnehmervertretern besprechen (§ 74). Die Nichterfüllung dieser Pflicht führt zur Unwirksamkeit der Kündigung.

    Regelungen für Homeoffice

    Bei regelmäßiger Heimarbeit ist eine Vereinbarung im Arbeitsvertrag erforderlich oder ein Nachtrag zum Arbeitsvertrag. Bei gelegentlicher Heimarbeit genügt eine informelle Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

    Wenn der Arbeitnehmer seine Arbeitszeit im Rahmen regelmäßiger Heimarbeit selbst einteilt, richtet sich sein Arbeitsverhältnis nach dem Arbeitsgesetzbuch. Dabei gelten folgende Abweichungen:

    • die Bestimmungen über die Verteilung der festen wöchentlichen Arbeitszeit, der ununterbrochenen täglichen Ruhezeit und der ununterbrochenen wöchentlichen Ruhezeit sind nicht anwendbar,
    • die Bestimmungen über Pausen sind nicht anwendbar, mit Ausnahme der Pausen, für die der Arbeitgeber verantwortlich ist,
    • der Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf Lohnersatz bei erheblicher persönlicher Arbeitsverhinderung (mit Ausnahmen),
    • der Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf Überstundenvergütung, auf einen Lohnzuschlag für Feiertagsarbeit, auf einen Lohnzuschlag für Samstagsarbeit, auf einen Lohnzuschlag für Sonntagsarbeit, auf einen Lohnzuschlag für Nachtarbeit und auf einen Lohnausgleich für Erschwernisse bei der Arbeitsleistung. Es sei denn, er hat mit dem Arbeitgeber eine andere Vereinbarung getroffen.

    Das Arbeitsgesetzbuch gibt dem Arbeitnehmer nicht automatisch das Recht auf Erstattung der Kosten, die im Zusammenhang mit Heimarbeit entstehen (Strom, Telefon und Internet, Drucker). Der Arbeitgeber kann die Kosten jedoch auf Grundlage einer Vereinbarung mit dem Arbeitnehmer erstatten.

    Von Igor Augustinič (bpv Braun Partners) | Bratislava

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Slowakei

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Ministerstvo práce, sociálnych vecí a rodiny Slovenskej republiky

    Ministerium für Arbeit, Soziales und Familie

    Sociálna poisťovňa

    Sozialversicherung

    Všeobecná zdravotná poisťovňa

    Krankenkasse

    Dôvera zdravotná poisťovňa

    Krankenkasse

    Union zdravotná poisťovňa

    Krankenkasse

    Ústredie práce, sociálnych vecí a rodiny, Kontaktdaten aller lokalen Arbeitsämter, Zeitarbeit- und Personalagenturen

    Zentrum für Arbeit, Soziales und Familie, Rubriken: Úrady PSVR und Služby zamestnanosti - Neštátne služby zamestnanosti

    Onlinestellenbörsen: Profesia, Job, Kariéra Zoznam, Pracovné ponuky, Jooble, Pracuj

    Ausgewählte Onlinestellenbörsen

    Gerit Schulze

    Von Gerit Schulze | Bratislava