Wirtschaftsumfeld | Spanien | Arbeitsmarkt, Lohnkosten
Spanien
04.12.2024
In Spanien erreicht der mittlere Bruttostundenlohn laut Eurostat lediglich 60 Prozent des deutschen Niveaus. Derzeit steigen die Löhne weiter, jedoch in geringerem Tempo als nach dem Inflationsschock 2022. Während das Lohnniveau anzieht und insbesondere der Mindestlohn stark zulegt, hält die Produktivität nicht Schritt. Nach einem Rückgang 2023 und einer Stagnation 2024 soll sie erst 2025 wieder um 0,6 Prozentpunkte zulegen.
Spanien büßt durch diese Schwäche Wettbewerbsfähigkeit im EU-Vergleich ein. Gründe für das Produktivitätsproblem sind der hohe Anteil der Dienstleistungen an der Wirtschaftsleistung sowie die Dominanz von Klein- und Kleinstunternehmen.
Beim Beschäftigungsaufbau steht Spanien überdurchschnittlich gut da. Der Tourismusboom schafft reichlich Arbeitsplätze für unterschiedliche Qualifikationen, und auch der Staat stellt viele Kräfte ein. Unternehmen berichten allerdings, dass trotz etlicher Bewerbungen ein Mangel an passenden Arbeitskräften herrscht.
Dieser Trend hilft Spanien beim Abbau der Arbeitslosigkeit, bei der das Land die Spitzenposition in der EU innehat. Im Vergleich zum EU-Durchschnitt sind etwa doppelt so viele Menschen in Spanien arbeitslos.
Bei der Höhe der Erwerbstätigkeit stechen die Regionen Madrid, Katalonien, Baskenland und Aragón hervor. Die Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika mit ihren räumlich limitierten Möglichkeiten sind Schlusslichter.