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Branche kompakt | Südafrika | Abfallwirtschaft

Südafrikas Abfallwirtschaft vor dem Wandel

Neue Großprojekte, steigende Recyclingquoten und strengere Vorgaben bringen Bewegung in den Sektor. Doch der Weg zu einer echten Kreislaufwirtschaft bleibt lang.

Von Jenny Tala | Johannesburg

Ausblick der Abfallwirtschaft in Südafrika

Bewertung:

 

  • Deponien stoßen an Kapazitätsgrenzen.
  • Fokus auf Kreislaufwirtschaft und Recycling eröffnet Marktchancen.
  • Strengere Regulierung treibt Nachfrage nach moderner Technologie und Dienstleistungen.
  • Große Investitionsprojekte setzen Zeichen.
  • Kommunale Unterfinanzierung und unzureichende Durchsetzung bleiben zentrale Herausforderungen.

Anmerkung: Einschätzung der Autorin für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Januar 2026

  • Angesichts steigender Abfallmengen, knapper Deponiekapazitäten und strikterer Gesetze steht Südafrikas Abfallwirtschaft an einem Wendepunkt. Neue Großprojekte setzen Zeichen.

    Jährlich fallen in Südafrika über 125 Millionen Tonnen Abfall an; nur rund 10 Prozent werden recycelt. Viele Deponien insbesondere in Johannesburg und Kapstadt haben weniger als fünf Jahre Restkapazität. Kommunen fehlt es an Flächen, Genehmigungen und Investitionsmitteln für neue Anlagen. Mit der gesetzlichen Grundlage des National Environmental Management: Waste Act (NEM:WA) von 2008 und der National Waste Management Strategy 2020, die eine 70-prozentige Umlenkung der Abfälle von Deponien bis 2035 vorsieht, verfügt Südafrika zwar bereits über vergleichsweise strikte Vorgaben. Jedoch werden diese in der Praxis oft nur unzureichend umgesetzt. 

    Hoher Nachholbedarf eröffnet Marktchancen

    Vor diesem Hintergrund kommt der Verschärfung der Regularien und Kontrollmechanismen durch die National Waste Management Strategy 2026 (NWMS 2026) zentrale Bedeutung zu. Die Strategie ist noch nicht verabschiedet, setzt aber bereits klare Signale: mehr Kreislaufwirtschaft, höhere Recyclingquoten, verbesserte kommunale Dienstleistungen und eine strengere Durchsetzung bestehender Vorschriften. In der Praxis bedeutet dies: Kommunen müssen ihre oft unterfinanzierten und überlasteten Entsorgungsdienste modernisieren und verlässlicher finanzieren, während private Unternehmen mit erweiterten Pflichten rechnen müssen - vorausgesetzt, die NWMS 2026 wird nach Abschluss des Konsultationsprozesses tatsächlich umgesetzt.

    Für Anbieter aus Bereichen wie Sortier-, Zerkleinerungs- und Aufbereitungstechnologie, Recyclinganlagen, Automatisierung, und Messtechnik eröffnen die aktuellen Entwicklungen in Südafrikas Abfall- und Kreislaufwirtschaft interessante Marktchancen. Bereits 2021 wurden verbindliche Extended‑Producer‑Responsibility‑(EPR)-Regelungen eingeführt, die Hersteller für Sammlung, Rücknahme und Recycling bestimmter Produktgruppen in die Pflicht nehmen. Die Kreislaufwirtschaft befindet sich mit einer Circularity‑Rate von nur 6 Prozent zwar noch im Aufbau, wird jedoch durch Programme wie die Circular Economy STI Strategy (2024 bis 2034) zunehmend politisch gestärkt.

    National Waste Management Strategy 2026

    Mit der Veröffentlichung des Entwurfs der National Waste Management Strategy (NWMS) 2026 legt die südafrikanische Regierung eine überarbeitete und deutlich ambitioniertere Abfallstrategie vor. Die NWMS 2026 befindet sich noch im Konsultationsprozess, setzt aber bereits klare Signale für strengere Anforderungen an Kreislaufwirtschaft, Recycling und kommunale Entsorgungsleistungen. Ziel ist ein kohärenter, durchsetzungsstarker Rahmen, der strukturelle Schwächen adressiert und den Übergang zu "Zero Waste in Landfills“ beschleunigen soll.

    Wichtigste Neuerungen der NWMS 2026:

    • Klares Leitbild "Zero Waste in Landfills“: Stärkere Abkehr von der Deponie, Ausbau alternativer Verwertungswege.
    • Neuausrichtung der strategischen Pfeiler: Vier Schwerpunkte – Kreislaufwirtschaft, Abfallminimierung, nachhaltige Abfallwirtschaft und Compliance & Durchsetzung.
    • Ausweitung der priorisierten Abfallströme: Neu priorisiert werden unter anderem organische Abfälle, Textilien, Hygieneprodukte (AHPs), Fahrzeuge, Bau- und Abbruchabfälle, Lebensmittelabfälle und Kohleasche.
    • Integration neuer Wirtschafts- und Abfallströme in die Kreislaufwirtschaft: Erweiterter Fokus auf Wertschöpfungspotenziale bei organischen Abfällen, Textilien, Fahrzeugen und Lebensmittelabfällen.
    • Stärkung der kommunalen Entsorgungsdienste: Fokus auf finanzielle Stabilität, Leistungsfähigkeit und Datenmeldung.
    • Höhere Anforderungen an Industrie, Hersteller und EPR-Systeme: Die Herstellerpflichten (EPR) werden nicht geändert, aber in der Strategie erstmals als zentrale Umsetzungsmechanik verankert.
    • "Zero Tolerance for Pollution“ und stärkeres Enforcement: Mehr Monitoring, härtere Kontrolle, strengere Durchsetzung bestehender Vorschriften.

    E-Waste-Verbot erhöht Druck auf Entsorgungsstrukturen

    Seit 2022 ist die Deponierung von Elektroschrott (E‑Waste) in Südafrika verboten. Das Land erzeugt jährlich rund 360.000 Tonnen E‑Waste – ein Abfallstrom, der drei Mal so schnell wächst wie andere. Dazu tragen vor allem der wachsende Batteriebedarf durch den Ausbau erneuerbarer Energien und die häufigen Stromausfälle bei.

    Anreizprogramme wie das 2025 gestartete E-Waste Recycling Pilotprojekt in der Provinz Limpopo fördern die Teilnahme der Bevölkerung an ordnungsgemäßen Entsorgungswegen. Einwohner können dort Elektroschrott abgeben und erhalten gewichtsabhängige Bargeldauszahlungen und Gutscheine.

    360.000 Tonnen

    Elektroschrott werden jährlich in Südafrika erzeugt.

    Großprojekte setzen Maßstäbe

    Die Energiegewinnung aus Abfall steckt in Südafrika noch in den Anfängen, gewinnt jedoch angesichts des politischen Drucks zur Dekarbonisierung an Tempo. Aktuell liegt der Anteil von Waste‑to‑Energy an der Stromerzeugung bei unter 1 Prozent. Gründe dafür sind die hohen Kosten und die Komplexität der Umsetzung, etwa uneinheitliche Sammel‑ und Trennsysteme, unzuverlässige Ausgangsmaterialien (Feedstock) und lange Transportwege.

    Das Unternehmen Bio2Watt hat 2015 das erste große kommerziell nutzbare Biogasprojekt in Südafrika geschaffen. Mithilfe von vier Biogasmotoren erzeugt die Anlage in Bronkhorstspruit grünen Strom aus organischen Abfällen. Ein bedeutender Teil dieses Stroms wird an das BMW‑Werk in Rosslyn geliefert, das damit rund ein Viertel seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen deckt. Die Biogasmotoren stammen von Caterpillar Energy Solutions in Mannheim.

    Viel Potenzial bei Waste-to-Energy

    Eine Reihe von Flaggschiffprojekten untermauert die aktuelle Dynamik des Sektors. Das 300 Millionen Euro schwere Waste-to-Energy-Vorhaben der Stadt Johannesburg ist eines der größten seiner Art. Künftig sollen dort 500.000 Tonnen Restabfall pro Jahr verarbeitet und dabei rund 28 Megawatt Strom erzeugt werden.

    Die Stadt Kapstadt hat 2025 am Coastal Park Landfill eine neue Anlage zur Umwandlung von Deponiegas in Strom in Betrieb genommen. Das Projekt erzeugt monatlich rund 1,3 Millionen Kilowattstunden, die fast komplett in das städtische Netz eingespeist werden. Damit können etwa 4.300 Haushalte versorgt werden. Die Investitionskosten belaufen sich auf umgerechnet über 4,6 Millionen Euro, weitere 4,1 Millionen Euro sollen in den kommenden drei Jahren in ähnliche Anlagen fließen. Die Stadt rechnet damit, dass sich die Projekte langfristig selbst finanzieren und gleichzeitig die Abhängigkeit vom staatlichen Stromversorger Eskom verringern.

    Neue Impulse für Kreislaufwirtschaft

    Laut Professorin Linda Godfrey, Leiterin der Regierungsinitiative Circular Innovation South Africa (CISA), gibt es in Südafrika bereits zahlreiche gute Beispiele zirkulärer Praktiken. Zwar "noch nicht in einem Ausmaß, das spürbare Auswirkungen hätte“, so Godfrey, doch: "Wir betreiben ‘circular’ seit Jahrzehnten – wir haben es nur nie so genannt.“ Ein Beispiel ist der Circular Economy Accelerator von Fetola, mit dem innovative Geschäftsmodelle für kleine und mittelständische Unternehmen gefördert werden – darunter Sharing-, Repair- und Remanufacturing-Ansätze. Mit dem Programm "Taking Care of Business“ (TCB) werden Textil‑ und Elektroabfälle in neue Produkte verwandelt und so Einkommensmöglichkeiten für Kleinstunternehmen geschaffen. 

    Kommunale Zero-Waste-Initiativen als Vorreiter

    Die Gemeinde Zwelitsha in der Cape-Agulhas-Municipality strebt an, bis 2027 als erste Kommune Südafrikas vollständig auf die Deponierung organischer Abfälle zu verzichten. Zur Zielerreichung erhalten Haushalte kostenlose Küchenbehälter und biologisch abbaubare Sammelbeutel, die sich in Kompost umwandeln. Das Projekt wird von der Zero Waste Association of South Africa (ZWASA) geleitet und dient als Vorzeigemodell, während Initiativen wie die Zero Waste Academy landesweit ähnliche Ansätze fördern.

    Ausgewählte Investitionsprojekte in der Abfallwirtschaft in SüdafrikaInvestitionssumme in Millionen Euro
    Projekt

    Investition

    Stand

    Projektträger
    Johannesburg Alternative Waste Treatment Technology (AWTT) Project

    302,7

    BeschaffungÖffentlich-private Partnerschaft zwischen dem Infrastructure Fund, der Stadt Johannesburg und dem privaten Sektor
    ALPLA PET‑Recycling Ballito

    60,0

    UmsetzungALPLA Recycling Division
    PET‑Verarbeitungsanlage

    15,6

    UmsetzungPetco, Extrupet
    Kya Sands Deponiesanierung

    8,0

    PlanungStadt Johannesburg
    Cape Town Gas‑to‑Energy Coastal Park

    4,6

    In BetriebStadt Kapstadt
    Bioethanol‑Demonstrationsanlage: Anlage zur Umwandlung von Papierschlamm, Lebensmittel- und Textilabfällen in Bioethanol

    k.A.

    In BetriebStellenbosch University / Sappi Tugela
    Tonkmeter Ressourcenanlage Gauteng

    k.A.

    In BetriebTonkmeter
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest, 2026

    Von Jenny Tala | Johannesburg

  • Südafrikas Abfallwirtschaft wächst dynamisch – doch Kommunen bleiben chronisch unterfinanziert. Private Anbieter und der informelle Sektor füllen die Versorgungslücken.

    Die Entsorgungslandschaft ist fragmentiert: Kommunale Dienstleister, private Unternehmen und ein großer informeller Sektor (60.000 bis 90.000 Abfallsammler) prägen das Bild. Kommunale Akteure verantworten die Haushaltsabfallsammlung, die Straßenreinigung sowie den Betrieb der meisten Deponien, kämpfen jedoch häufig mit begrenzten finanziellen und technischen Kapazitäten.

    Milliardenmarkt zwischen Potenzial und Engpässen

    Südafrikas Abfallwirtschaft entwickelt sich dynamisch. Das Marktforschungsinstitut IMARC beziffert den südafrikanischen Abfallwirtschaftsmarkt auf rund 9,5Milliarden USDollar (US$) im Jahr 2024 und berücksichtigt dabei sämtliche Aktivitäten der Sammlung, Behandlung, des Recyclings und der Entsorgung. IMARC Group erwartet, dass der Markt bis 2033 auf 14,97 Milliarden US$ wächst, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 4,6Prozent im Zeitraum 2025 bis 2033.

    Struktur der Abfallbehandlung im Überblick

    • Sammlung: überwiegend kommunal organisiert; Abdeckung in Städten 70–90 Prozent, in ländlichen Gebieten deutlich geringer.
    • Deponierung: weiterhin dominierende Entsorgungsform; über 1.200 Deponien landesweit, davon mehr als 60 Prozent nicht regelkonform.
    • Recycling/Wiederverwertung: Schwerpunkt auf Papier, Metallen, Glas und PET; rund 300 formelle Anlagen, vor allem in Gauteng und KwaZulu‑Natal.
    • Thermische Behandlung: kaum verbreitet; bisher nur Pilotanlagen.
    • Müllverbrennung: keine großtechnischen Anlagen im Betrieb.
    • Kompostierung: unterentwickelt, obwohl großes Potenzial bei organischen Abfällen (größte Einzelfraktion).

    .

    Private Anbieter gewinnen an Gewicht

    Parallel dazu gewinnt der private Sektor an Bedeutung. Unternehmen wie Averda, Interwaste, WastePlan und WasteMart zählen zu den führenden Marktakteuren und dominieren das gewerbliche Recycling, das Management gefährlicher Abfälle sowie Investitionen in neue Technologien und moderne Sortier und Behandlungsanlagen. In großen Metropolen wie Johannesburg betreibt der städtische Dienstleister Pikitup ein breites Netz an Sammelstellen, Depots und Deponien, bleibt aber ebenfalls durch Überlastung und knappe Kapazitäten unter Druck.

    Auf dem Markt tummeln sich sowohl internationale als auch lokale Akteure. Zu den führenden internationalen Anbietern zählen Veolia, SUEZ und Hitachi Zosen Inova, die im Bereich Waste-to-Energy tätig sind. Deutsche Unternehmen wie ThyssenKrupp Uhde und Bilfinger Steinmüller Africa sind mit Tochtergesellschaften in Südafrika vertreten und im Bereich Anlagenbau und Recycling gut aufgestellt. Lokale Produzenten konzentrieren sich auf einfachere Maschinen und Containerlösungen, während komplexe Technologien fast ausschließlich importiert werden.

    Große regionale Unterschiede

    Der Ausstattungsgrad mit modernen Anlagen ist regional unterschiedlich: Während in Metropolen wie Johannesburg und Kapstadt neue innovative Anlagen entstehen, fehlt es in vielen Kommunen an Infrastruktur, Fahrzeugen und IT-Systemen. Die mangelhafte Versorgung begünstigt illegale Ablagerungen und offene Verbrennung. Zwischen 60 und 80Prozent der kommunalen Deponien sind nicht konform mit gesetzlichen Vorgaben, viele sind überfüllt oder schlecht gewartet. Spezialisierte Anlagen, etwa für die Wiederaufbereitung der hohen Aufkommen von Bau- und Abbruchabfällen, gibt es nur wenige im Land.

    Recyclingquote steigt

    Die Recyclingquote bei Metallen (über 75 Prozent) und PET-Flaschen (über 60 Prozent) ist im internationalen Vergleich beachtlich, bei Glas (32 bis 42 Prozent) und Kunststoffen (18 bis 28 Prozent) noch ausbaufähig. Im Jahr 2023 wurden laut dem Branchenverband Plastics SA immerhin 431.800 Tonnen Kunststoffe recycelt ein deutlicher Anstieg gegenüber 368.800 Tonnen im Vorjahr. Zu den Vorreitern im Recycling von Getränkekartons zählt Tetra Pak. Durch Investitionen und Kooperationen mit Mpact und Gayatri Paper Mills baut Tetra Pak die Infrastruktur weiter aus und strebt bis 2030 eine Recyclingquote von 40 Prozent an.

    Informelle Abfallsammler leisten großen Beitrag

    Eine besondere Rolle in der Entsorgungslandschaft spielt der informelle Sektor. Sogenannte Waste-Picker sichern einen großen Teil der nationalen Recyclingmengen, besonders bei Kunststoffen, Metallen, Papier und Glas. Sie agieren überwiegend außerhalb formaler Strukturen, leisten jedoch einen wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und werden durch die Regelungen zur Herstellerverantwortung zunehmend in offizielle Wertschöpfungsketten eingebunden.

    Wichtigste Branchenunternehmen in Südafrikain Millionen US-Dollar
    UnternehmenSparte

     

    Umsatz 

    Mpact Recycling (Recycling Consolidated Holdings)Recycling & Zero Waste Solutions. Größter Recycler für Papier, Karton und Kunststoffe in Südafrika.

    684

    EnviroServ Waste ManagementMarktführer für gefährliche Abfälle, Deponien, industrielle Entsorgung und Behandlung.

    592

    Waste Carriers (Pty) LtdHazardous & Industrial Waste. Sammlung und Transport von kommunalem und kommerziellem Abfall, regional stark in Kapstadt.

    149

    Inter-Waste (Pty) LtdGeneral Waste Collection & Transport. Breites Spektrum: kommunal, industriell, Recycling, Hazardous Waste; stark im B2B-Sektor.

    k.A. (Teil von Séché Environnement)

    Pikitup JohannesburgIntegrated Waste Management. Städtische Abfallentsorgung für Johannesburg, inkl. Sammlung, Straßenreinigung, Deponien.

    k.A.

    Veolia Southern AfricaMunicipal Solid Waste. Teil des globalen Veolia-Konzerns; spezialisiert auf Wasseraufbereitung, Energie und Recycling.

    Teil von Veolia Group (13,7 Mrd. global)

    Averda South AfricaIndustrial Services & Recycling. Internationaler Anbieter; Fokus auf gefährliche Abfälle, medizinische Abfälle und Recycling.

    Teil von Averda Group (1,3 Mrd. global)

    Wasteplan (Pty)Hazardous & Medical Waste. Spezialist für Recycling, Kreislaufwirtschaft und "Zero Waste to Landfill“-Programme.

    k.A.

    Don’t Waste GroupPaper & Plastic Recycling, Bietet Abfallmanagement für Unternehmen, Schwerpunkt auf Audits, Optimierung und Recycling.

    111

    Chrysler Waste Management Services (CWM)

     

    Corporate Waste Auditing & Recycling. Mittelgroßer Anbieter für industrielle Abfallentsorgung und Recycling, v. a. in KwaZulu‑Natal.

    40 - 50

    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

    Finanzierungslücke führt zu Modernisierungsstau

    Nur ein kleiner Teil der erforderlichen Mittel wird über kommunale Abfallgebühren gedeckt. Die chronische Unterfinanzierung der Kommunen ist ein strukturelles Problem – nicht nur in der Abfallwirtschaft. Gebühren werden vielerorts gar nicht erhoben oder liegen deutlich unter den tatsächlichen Kosten. Zudem zahlt ein erheblicher Anteil der Haushalte die fälligen Beträge nicht oder nur unregelmäßig, wodurch hohe Außenstände entstehen und den Kommunen dringend benötigte Einnahmen für Betrieb, Wartung und Modernisierung fehlen.

    Um diese Finanzierungslücken zu schließen, stützt sich der Sektor zunehmend auf staatliche Zuschüsse, internationale Entwicklungsfinanzierungen (darunter von Weltbank, EU und regionalen Entwicklungsbanken) sowie auf projektbezogene private Investitionen. Diese Mittel sind entscheidend, um Wartungsrückstände abzubauen, Anlagen zu modernisieren und größere Infrastrukturprojekte überhaupt realisieren zu können. Beispielhaft ist das Johannesburg Alternative Waste Treatment Technology Projekt (AWTT), das mit rund 27 Millionen Euro aus den Niederlanden kofinanziert wird.

    Informationen über Projekte und Ausschreibungen

    Bei der Umsetzung von geberfinanzierten Vorhaben schreiben die Staaten die benötigten Bau-, Liefer- und Beratungsleistungen oft international aus.

    GTAI informiert tagesaktuell mit Projektfrühinformationen und Hinweisen auf Ausschreibungen über die vielfältigen Geschäftschancen in der internationalen Zusammenarbeit. Die kostenfreie Datenbank ist nach Land, Branche und Geber filterbar.

    Unser E-Mail-Service Tenders & Projects Daily liefert Ihnen täglich die neuesten öffentlichen Ausschreibungen und Projekte aus der ganzen Welt - direkt in Ihr Postfach.

    Deutschland ist wichtiger Partner

    Deutschland unterstützt Südafrika im Rahmen der Just Energy Transition Partnership des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der bilateralen Energiepartnerschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) bei der sozial gerechten Dekarbonisierung. Damit rücken auch abfallbasierte Lösungen wie Waste‑to‑Energy stärker in den Fokus. 

    Ergänzend dazu fördert das Verbundprojekt Kreislaufwirtschaft Südafrika des Markterschließungsprogramms des BMWE den gezielten Markteintritt deutscher Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Sammlung und Sortierung über Recyclingtechnologien bis hin zu zirkulären Geschäftsmodellen. Das Programm richtet sich insbesondere an deutsche kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die ihre Technologien in Recycling, Abfallbehandlung und Kreislaufwirtschaft im südafrikanischen Markt positionieren möchten und dabei von strukturierten Modulen, Netzwerkaufbau und praxisnahen Marktformaten profitieren.

    Von Jenny Tala | Johannesburg

  • Strenge Regeln, lange Verfahren, lokale Auflagen: Wer in Südafrikas Abfallwirtschaft erfolgreich sein will, braucht Partner, Compliance – und Geduld.

    Komplexes Geschäftsumfeld

    Die Rahmenbedingungen in Südafrikas Abfallwirtschaft sind durch eine komplexe Mischung aus formalen Vergabestrukturen, lokalen Vorgaben und praktischen Hürden geprägt. Das Department of Forestry, Fisheries and the Environment (DFFE) ist die zentrale nationale Fachbehörde. Die Provinzregierungen fungieren als primäre Genehmigungsbehörden im Bereich der allgemeinen Abfallwirtschaft sowie für den Transport gefährlicher Abfälle. Die kommunalen Behörden (Municipalities) sind für die Registrierung und Erteilung bestimmter Genehmigungen verantwortlich, darunter für Sammelstellen, lokale Deponien und kommunale Abfallwirtschaftsdienste. Das South African Waste Information System (SAWIS) dient als nationales Melde- und Registrierungssystem für Abfallströme und Abfallwirtschaftsaktivitäten. Es wird vom DFFE betrieben und ist für die Berichtspflichten von Unternehmen und Kommunen zentral.

    Lokale Partner ins Boot holen

    Öffentliche Ausschreibungen erfolgen überwiegend über das nationale eTender-Portal, ergänzt durch kommunale Plattformen, wobei Verfahren häufig langwierig und formalisiert sind. Der private Sektor vergibt flexibler, dennoch gilt: Internationale Anbieter kommen oft nur mit etablierten lokalen Partnern zum Zug. Gleichzeitig ist Compliance ein zentrales Thema – Südafrika verfolgt offiziell eine Null-Toleranz-Linie, doch auf kommunaler Ebene wird gelegentlich auf "administrative Unschärfen“ verwiesen, weshalb transparente Prozesse und sorgfältige Due‑Diligence‑Prüfungen unerlässlich sind.

    Für deutsche Unternehmen besonders relevant sind Local-Content-Vorgaben (oft 30–40 Prozent), B‑BBEE‑Anforderungen Vorgaben zur wirtschaftlichen Inklusion ehemals benachteiligter Bevölkerungsgruppen sowie teils enge regulatorische Spezifikationen. Diese Vorgaben erschweren den Markteintritt, eröffnen jedoch Chancen für Joint Ventures und lokale Wertschöpfung.

    Importe klar geregelt

    Bei Importen sind der South African Revenue Service (SARS) für Zollabwicklung und der National Regulator for Compulsory Specifications (NRCS) für technische Standards zuständig. Die Einfuhrprozesse sind weitgehend digitalisiert, allerdings führen strikte Dokumentationspflichten und gelegentliche Verzögerungen an großen Häfen zu verlängerten Abfertigungszeiten. In der Praxis empfiehlt sich deshalb eine frühzeitige Importplanung sowie enge Abstimmung mit lokalen Logistik‑ und Zertifizierungspartnern.

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Von Jenny Tala | Johannesburg

  • BezeichnungAnmerkungen

    Germany Trade & Invest

    Außenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft

    AHK Südliches AfrikaAnlaufstelle für deutsche Unternehmen
    German RETech Partnership e.V.Netzwerk deutscher Unternehmen und Institutionen der Entsorgungs- und Recyclingbranche zur Exportförderung
    Ministerien/ Behörden/ Institutionen 

    Department of Forestry, Fisheries and Environment (DFFE)

    Department of Trade, Industry and Competition (dtic)

    Department of Minerals Resources and Energy (DMRE)

    Department of Health (DOH)

    Department of Water and Sanitation (DWS)

    Nationale Branchenverbände

    Institute of Waste Management of Southern Africa (IWMSA)

    Circular South Africa 

    Plastics SA

    Recycling and Economic Development Initiative of South Africa (REDISA)

    Fachmessen 

    WasteCon 2026 – 20.bis 22.10.2026, Emperors Palace, Johannesburg

    IFAT Africa 2027 – 6. bis 8.7.2027, Gallagher Convention Centre, Johannesburg 

    Internetportale zur Branche Engineering News
    Zentrale Veröffentlichungsstellen für Sektor AusschreibungeneTender Publication Portal (National Treasury)

    Von Jenny Tala | Johannesburg

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