Einfuhrbestimmungen

Zoll und Einfuhr kompakt - Südkorea

Zoll und Einfuhr kompakt - Südkorea gibt Exporteuren einen Kurzüberblick über Einfuhrverfahren, Warenbegleitdokumente, zu zahlende Abgaben sowie Verbote und Beschränkungen. 

Klaus Möbius

Von Klaus Möbius | Bonn

  • Südkorea ist seit 1995 Mitglied in der WTO. Außerdem hat Land eine Vielzahl von Freihandelsabkommen geschlossen. 

    Mitgliedschaft in der WTO

    Südkorea ist seit dem 1. Januar 1995 Mitglied in der Welthandelsorganisation (WTO).

    Freihandelsabkommen

    Das exportorientierte Land verfolgt die Strategie, mit wichtigen Exportmärkten Freihandelsabkommen abzuschließen. Diese Abkommen begünstigen Waren aus den Vertragsstaaten, weil für sie niedrigere Zollsätze als die der WTO gelten. Außerdem werden nicht tarifäre Handelshemmnisse oft entschärft. 

    Mit folgenden Ländern beziehungsweise Ländergruppen hat Südkorea Freihandelsabkommen abgeschlossen: Chile, Kolumbien, Peru, Zentralamerika (Panama, Costa Rica, Guatemala, Honduras, Dominikanische Republik und Nicaragua), den USA, Kanada, dem Vereinigten Königreich, der Europäischen Union, den EFTA-Staaten (Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island), der Türkei, Indien, Israel, China, Singapur, Vietnam, Kambodscha, Indonesien, den ASEAN-Staaten (Brunei Darussalam, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam), Australien und Neuseeland. 

    Zwischen Südkorea und Philippinen besteht ebenso ein Abkommen, das noch nicht in Kraft getreten ist. Im Verhandlungsstadium befinden sich das trilaterale Abkommen mit Japan und China sowie ein Abkommen mit dem MERCOSUR (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Bolivien).

    Darüber hinaus ist Südkorea gemeinsam mit den ASEAN-Staaten, Australien, China, Japan und Neuseeland am Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) beteiligt. 

    Klaus Möbius

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  • Durch das Abkommen können sämtliche gewerbliche Waren zollfrei in beiden Richtungen gehandelt werden.

    Zollfreiheit

    Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südkorea ist im Amtsblatt der EU L 127 vom 14. Mai 2011 veröffentlicht. Wichtigster Inhalt des Abkommens ist der gegenseitige Abbau von Zöllen. Sämtliche gewerbliche Waren wie zum Beispiel Kfz-Teile, Textilien und Bekleidung sind bereits zollfrei. Bei Agrarwaren erfolgt der Zollabbau über längere Zeiträume. Die meisten Waren werden nach zehn bis 15 Jahren ab Inkrafttreten zollfrei. Vom Zollabbau im Rahmen dieses Abkommens ist Reis ausgeschlossen. 

    Die Datenbank WuP online der deutschen Zollverwaltung liefert eine übersichtliche Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Südkorea.

    Ursprungsregeln

    Wie üblich profitieren vom Zollabbau ausschließlich Ursprungserzeugnisse - also Waren, die in den Vertragsstaaten entweder vollständig erzeugt oder ausreichend be- oder verarbeitet wurden. Vollständige Erzeugung kommt nur bei Agrarwaren und im jeweiligen Zollgebiet gewonnenen Rohstoffen in Betracht. Ansonsten sind fast immer Zulieferungen aus dritten Ländern zu berücksichtigen. Für diese Fälle regelt das Ursprungsprotokoll in Verbindung mit Anhang 2 (ab Seite 1.344 des Abkommens) welche Be- oder Verarbeitungen erforderlich sind, damit das fertige Produkt als Ursprungsware der EU oder Südkoreas angesehen werden kann. Häufig ist das ein Wechsel der Zolltarifposition der verwendeten Vormaterialien. Es können auch bestimmte Verarbeitungsschritte gefordert sein, etwa "Zuschneiden von Stoffen". 

    Die "45-Prozent-Regel"

    Diese Regel bestimmt dass der wertmäßige Anteil von Zulieferungen aus Drittländern 45 Prozent nicht überschreiten darf. Das gilt  beispielsweise für Pkw. Anders ausgedrückt, muss der Anteil der inländischen Wertschöpfung mindestens 55 Prozent des Ab-Werk-Preises ausmachen. Dies wird anhand der folgenden Tabelle deutlich. 

    BerechnungsbeispielZur Einfuhr in Südkorea kommt ein Pkw aus der EU mit einem Ab-Werk-Preis von 20.000 Euro. Bei der Herstellung des Pkw wurden folgende Hauptkomponenten verwendet:
    KomponentenPreis in EuroUrsprungsland
    Motor5.000EU
    Karosserie5.000EU
    Elektronische Bauteile4.000China
    Reifen1.000China
    Restliche Teile5.000China
    Quelle: Eigene Berechnung

    Bei der Anwendung der "45-Prozent-Regel" dürfte der Wertanteil der Zulieferungen aus Drittländern (hier China) maximal 9.000 Euro betragen (45 Prozent von 20.000 Euro) . Im vorliegenden Fall ist dieser Wert um 1.000 Euro überschritten. Der Pkw erfüllt die Ursprungsregel nicht und kann daher nicht als Ursprungserzeugnis der EU zollfrei in Südkorea eingeführt werden. Bei der Einfuhr in Südkorea wären demzufolge acht Prozent Zoll zu zahlen.

    Eine Lösungsmöglichkeit, damit der Pkw aus der EU in Südkorea zollfrei eingeführt werden kann, wäre folgende. Entweder die Reifen oder andere Teile im Wert von 1.000 Euro müssten anstatt aus China in der EU beschafft werden. Alternativ könnten die Teile im Wert von 1.000 Euro auch aus Südkorea zugeliefert werden (Kumulierung). Die Wertgrenze der Zulieferungen aus Drittländern wäre dann in beiden Fällen mit 9.000 Euro gerade eingehalten und der fertige Pkw gälte aus Ursprungserzeugnis der EU. Er könnte dann zollfrei in Südkorea eingeführt werden.

    Präferenznachweis

    Zum Nachweis der Ursprungseigenschaft dient eine Erklärung auf einem Handelspapier (Rechnung oder Lieferschein). Diese kann in allen Sprachen der EU sowie auf Koreanisch nach folgendem Muster gegeben werden (Annex III des Protokolls Nr. 1):

    "Der Ausführer (Ermächtigter Ausführer; Bewilligungs-Nr. ...) der Waren, auf die sich dieses Handelspapier bezieht, erklärt, dass diese Waren, soweit nicht anders angegeben, präferenzbegünstigte Ursprungswaren (zutreffendes Land) sind.“ 

    Die Erklärung kann bis zu einem Warenwert von 6.000 Euro von jedem abgegeben werden, bei höheren Warenwerten nur von einem "Ermächtigten Ausführer“. Dies bedeutet, dass Exporteure, die diesen Status nicht haben, keine wirksame Erklärung für Warenwerte über 6.000 Euro abgeben und somit keine Zollvorteile in Anspruch nehmen können. Den Status "Ermächtigter Ausführer“ können Sie bei Ihrer zuständigen Zollstelle beantragen

    Beseitigung nichttarifärer Handelshemmnisse

    Im Bereich der nichttarifären Handelshemmnisse haben die EU und Südkorea vereinbart, viele Normen und Bescheinigungen als gleichwertig anzuerkennen. Überdies werden im Abkommen etwa 160 europäische geografische Angaben wie Weine und Spirituosen geschützt. 

    Darüber hinaus behandelt das Abkommen folgende Bereiche: Dienstleistungen, elektronischen Handel, Kapitalverkehr, Ausschreibungen, geistiges Eigentum, Wettbewerb, Transparenz, nachhaltige Entwicklung und Maßnahmen zur Streitbeilegung.

    Klaus Möbius

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  • Jede ordnungsgemäße Wareneinfuhr erfordert die Überführung in ein Zollverfahren. Voraussetzung dafür ist eine regelgerechte Anmeldung.

    Zollanmeldung

    Spätestens bei der Ankunft in Südkorea müssen eingeführte Waren zu einer Zollbehandlung angemeldet werden. Dies geschieht in der Regel durch das Transportunternehmen. Prinzipiell ist der Importeur mit Sitz in Korea für die Einhaltung der Zoll- und Einfuhrvorschriften verantwortlich. Dies kann die örtliche Niederlassung des Transportunternehmens, der Empfänger oder ein beauftragter Zollagent sein, bei letzterem ist eine Vollmacht erforderlich

    Waren, die auf dem Seeweg transportiert werden, können bis zu fünf Tage vor der Ankunft in Korea angemeldet werden, Luftfracht bis zu einem Tag vor der Ankunft. Bei der Anmeldung sind in jedem Fall Angaben zur Warenart zur Feststellung des Zollwertes und des zolltechnischen Ursprungs der Ware zu machen. Grundsätzlich ist der Zollanmeldung eine Handelsrechnung mit allen üblichen Angaben beizufügen. Diese sind: 

    • Name und Anschrift des Ausführers
    • Name und Anschrift des Empfängers
    • Ort und Datum der Ausstellung
    • Rechnungsnummer
    • Angabe über die Beförderung
    • Ursprungsland
    • Marke, Nummern und Anzahl der Packstücke
    • genaue Warenbezeichnung
    • Brutto- und Nettogewichte
    • Einzelpreise und Gesamtbetrag
    • Lieferungs- und Zahlungsbedingungen
    • gegebenenfalls, Ursprungszeugnis (nicht präferentiell)

    Falls die Handelsrechnung keine genaue Übersicht über die in den einzelnen Packstücken enthaltenen Waren gibt, ist der Sendung eine genaue Packliste beizufügen. Der Inhalt der Packstücke ist auf der Packliste in englischer Sprache übersichtlich mit Warenbeschreibung, Marken und Nummern aufzuführen.

    Zollverfahren

    Grundsätzlich stehen in Südkorea folgende Abfertigungsmöglichkeiten zur Wahl: Abfertigung zum freien Verkehr, Versand, vorübergehende Verwendung, Veredelung, Zolllager, Verbringen in ein Zollfreigebiet, Vernichtung und Wiederausfuhr. Sämtliche Verfahren einschließlich der Kontrolle von eventuell erforderlichen Genehmigungen werden elektronisch über das Portal Uni-Pass abgewickelt. Eine grafische Darstellung des Abwicklungsprozesses stellt die koreanische Zollverwaltung bereit. Die Abwicklung erfolgt üblicherweise durch das Transportunternehmen.

    Freier Verkehr

    Bei der Abfertigung zum freien Verkehr erlässt die Zollbehörde einen Abgabenbescheid. Die festgesetzten Einfuhrabgaben (Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, eventuelle Verbrauchsteuern und Zollabfertigungsgebühren) sind innerhalb von 15 Tagen zu bezahlen. Anschließend kann mit der Ware beliebig verfahren werden. Sie unterliegt dann keinen zollrechtlichen Bindungen mehr. Werden die festgesetzten Einfuhrabgaben nicht vollständig bezahlt, so werden Verzugszinsen fällig.

    Versandverfahren

    Eingeführte Waren müssen nicht unmittelbar am Ort der Einfuhr in Korea abgefertigt werden. Sie können unter Zollverschluss an eine andere Zollstelle, an einen Freihafen oder an ein Zolllager überwiesen werden. Hierfür sind Sicherheiten zu leisten.

    Vorübergehende Verwendung

    Waren, die nur für einen begrenzten Zeitraum in Südkorea benötigt werden, können zur vorübergehenden Verwendung eingeführt werden. Die Dauer der vorübergehenden Verwendung beträgt maximal zwölf Monate. Dieses Zollverfahren ist für Muster, Werbematerialien und Berufsausrüstungen gestattet. Als Versandpapier dient das Carnet ATA, welches in Deutschland von den Industrie- und Handelskammern (IHKs) ausgestellt wird. Es dient als durchgehendes Versandpapier von Deutschland nach Korea und zurück. Für den Warenverkehr mit Korea muss das Carnet in Englisch ausgefüllt werden. Als Sicherheit für die beteiligten Zollbehörden dient eine Bürgschaft des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). 

    Veredelung

    Sollen Lohnveredelungen in Korea durchgeführt werden, so bieten sich zunächst Betriebe mit Sitz in einem Zollfreigebiet an. Vormaterialien von außerhalb des koreanischen Zollgebietes können dorthin ohne Erhebung von Einfuhrabgaben eingeführt werden. Zollfreigebiete sind die industriellen Freizonen Masan, Gunsan, Daebul, Iksan, Donghae, Yulchon, Ulsan und Gimje. Ebenso die Seehäfen von Busan, Dangjin, Gwangyang, Incheon und Pohang sowie der Flughafen Incheon. Eine nähere Erläuterung zu den Zollfreigebieten stellt die koreanische Zollverwaltung bereit.

    Liegt der koreanische Veredelungsbetrieb nicht in einem Zollfreigebiet, so muss beim zuständigen Zollamt ein so genannter Veredelungsverkehr beantragt werden. Im Veredelungsverkehr wird in Korea das Zollrückvergütungsverfahren angewendet. Die gesetzlichen Einfuhrabgaben werden also bei der Einfuhr der Rohmaterialien zunächst erhoben. Sie werden bei der Wiederausfuhr der Veredelungserzeugnisse erstattet.

    Zolllager

    Waren, die in das koreanische Zollgebiet eingeführt werden, können in ein Zolllager verbracht werden. Die gesetzlichen Einfuhrabgaben sind erst dann zu zahlen, wenn die eingelagerten Waren in das Zollgebiet gelangen. Es gibt öffentliche und  private Zolllager. Öffentliche Zolllager werden von privaten Unternehmen betrieben. Sie stellen Lagerfläche gegen Entgelt an Dritte zur Verfügung. Private Zolllager können sich Unternehmen für eigene Zwecke von der zuständigen Zollbehörde genehmigen lassen.

    Klaus Möbius

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  • In der Regel ist an die Wareneinfuhr die Erhebung von Zöllen und Einfuhrabgaben geknüpft.

    Zolltarif

    Der Zolltarif Südkoreas ist nach dem Internationalen Übereinkommen über das Harmonisierte System zur Bezeichnung und Codierung der Waren (HS) aufgebaut. Der koreanische Zolltarif weist grundsätzlich acht Ziffern aus. Für einige Waren ist eine weitere Unterteilung (bis zu zehn Stellen) vorgesehen. Zollsätze können mit Hilfe der Access2Markets-Datenbank der EU-Kommission ermittelt werden. Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele für die im Jahr 2025 in Südkorea geltenden Zölle. Dort sind die präferenziellen Zollsätze für Einfuhren von Waren mit Ursprung in der EU ersichtlich. 

    Beispiele für im Jahr 2025 gültige Zollsätze in Prozent:
    HS-PositionWarenartWarenursprung
      EUWTO
    1601Wurstwarenfrei18
    1905Keksefrei8
    2204Weinfrei15
    3004Antibiotikafrei8
    6103Bekleidungfrei13
    8443Druckmaschinenfrei8
    8703Pkwfrei8
    9403Möbelfreimeist frei
    Quelle: Datenbank der EU-Kommission "Access2Markets"

    Bemessungsgrundlage

    Bemessungsgrundlage ist der Zollwert der eingeführten Ware. Dies ist in der Regel der Transaktionspreis, das heißt der tatsächlich gezahlte oder zu zahlende Preis. Hinzuzurechnen sind Transport- und Versicherungskosten bis zum ersten Entladeort in Korea, sofern diese Kosten nicht bereits im Transaktionspreis enthalten sind. Ferner sind dem Transaktionspreis folgende Kosten hinzuzurechnen, soweit sie für den Käufer entstanden, aber nicht in dem gezahlten oder zu zahlenden Preis enthalten sind:

    • Provisionen und Maklerlöhne mit Ausnahme von Einkaufsprovisionen,
    • Kosten von Umschließungen, die zu Zollzwecken als Einheit mit den eingeführten Waren angesehen werden,
    • Verpackungskosten und zwar für Materialien und die entsprechenden Arbeitskosten,
    • Anteilsweise Kosten für Teile, Werkzeuge, Formen und ähnliche Verbrauchsmaterialien, die für die Produktion der eingeführten Ware erforderlich waren und vom Verkäufer kostenlos oder unterhalb der Selbstkosten zur Verfügung gestellt wurden. Gleiches gilt für Entwicklungs- und Designkosten,
    • Lizenzgebühren für die eingeführten Waren, die vom Käufer zu zahlen sind und
    • Erlöse aus späteren Weiterverkäufen, die dem Verkäufer zufließen.

    Vom Transaktionspreis dürfen folgende Kosten abgezogen werden, sofern sie in der Rechnung enthalten und getrennt aufgeführt sind: 

    • Gebühren für Aufbau, Installation, Zusammenbau, Einweisungsmaßnahmen und Ähnliches nach der Einfuhr in Korea,
    • Transport- und Versicherungskosten nach dem ersten Entladeort in Korea,
    • Einfuhrzölle und Steuern.
    Berechnungsbeispiel
     Pkw aus DrittlandPkw aus der EU *
    Zollwert in Euro20.00020.000
    + Zollbetrag (8 Prozent)1.600zollfrei
    = Nettopreis bei Einfuhr21.60020.000
    + Umsatzsteuer (10 Prozent)2.1602.000
    Verkaufspreis in Korea23.76022.000
    Preisvorteil  1.760
    * Sofern der Pkw ein Ursprungserzeugnis der EU ist und von einer gültigen Ursprungserklärung auf einem Handelspapier begleitet wirdQuelle: Eigene Berechnung

    Außertarifliche Zollbegünstigungen

    Zollermäßigungen

    Das koreanische Zollrecht kennt Begünstigungen für bestimmte Waren, die unter besonderen Bedingungen eingeführt werden. Die Begünstigung kann in einer Ermäßigung oder einer Aussetzung der Zölle bestehen. Die konkrete Ausgestaltung wird durch jährliche Ministerialerlasse geregelt. Folgende Einfuhren können begünstigt werden:

    • Rohmaterialien zur Herstellung von Hochseeschiffen und zur Herstellung von Maschinen zur Produktion von Halbleitern,
    • Waren, die der wissenschaftlichen Forschung dienen,
    • Umweltschutztechnologien,
    • Automatisierungstechnik.

    Die Zollverwaltung kann bis zum Nachweis der begünstigten Verwendung Sicherheiten verlangen.

    Muster und Werbematerialien

    Werbematerialien wie Prospekte oder Kataloge sowie Warenmuster bis zu einem Wert von 250 US-Dollar können in Südkorea abgabenfrei eingeführt werden. Nicht abgabenfreie Muster können als vorübergehende Einfuhr abgefertigt werden, wenn sie innerhalb von zwölf Monaten wieder ausgeführt werden. Für die Einfuhrabgaben ist in dem Fall Sicherheiten zu leisten, die bei Wiederausfuhr erstattet werden.

    Kleinbetragsregelung

    Einfuhren mit einem Zollwert von bis zu 150 US-Dollar werden ohne Erhebung von Eingangsabgaben zum freien Verkehr abgefertigt. Dies gilt jedoch nicht für die Tabak-, Mineralöl- und die Luxussteuer.

    Klaus Möbius

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  • Neben Alkoholika, Tabakwaren und Kraftstoffen unterliegen auch bestimmte Luxuswaren einer Verbrauchsteuer.

    Umsatzsteuer

    Neben den Zöllen unterliegen die Waren bei der Einfuhr in Südkorea der Mehrwertsteuer. Die Bemessungsgrundlage ist der CIF-Wert (Kosten, Versicherung, Fracht) zuzüglich sämtlicher Einfuhrabgaben (Zoll und spezifische Verbrauchssteuern). Der Steuersatz beträgt zehn Prozent. Steuerfrei sind Grundnahrungsmittel, Kulturgüter und Wohltätigkeitsspenden.

    Verbrauchsteuern

    Bei der Einfuhr von verbrauchsteuerpflichtigen Waren, die einem prozentualen Steuersatz unterliegen, ist die Bemessungsgrundlage der Zollwert plus der eventuell zu zahlende Zollbetrag. Unterschiedliche Verbrauchsteuern werden für bestimmte Produkte wie folgt erhoben:

    Alkoholsteuer

    Warenart

    Steuersatz

    Spirituosen

    72 Prozent des Wertes

    Wein

    30 Prozent des Wertes

    Bier885.700 Won  je 1000 Liter 
    1.000 Won entsprechen circa 0,62 Euro (Stand 4. Juli 2025)Quelle: Koreanisches Finanzministerium

    Luxussteuer (Individual Consumption Tax)

    Kategorie 1

    Steuersatz

    Spiel- und Unterhaltungsautomaten

    20 Prozent

    Jagdausrüstungen, Jagdwaffen

    20 Prozent
    Kategorie 2 

    Uhren, Teppiche und Taschen, deren Verkaufspreis 2 Mio. Won übersteigt.  

    jeweils 20 Prozent auf den über 2 Mio. Won liegenden Teil des Verkaufspreises

    Kategorie 3 

    Waren, deren Verkaufspreis 5 Mio. Won übersteigt, wie zum Beispiel: Juwelen, Perlen, Edelsteine, Korallen, Bernstein, Elfenbein und Waren daraus; Pelzfelle und Waren daraus; Schmuck; Edelmetalle und Waren daraus sowie Möbel

    jeweils 20 Prozent auf den über 5 Mio. Won liegenden Teil des Verkaufspreises

    Kategorie 4

     

    Automobile mit einem Hubraum von mehr als 2.000ccm

    5 Prozent

    Wohnmobile

    5 Prozent

    Motorräder mit einem Hubraum von mehr als 125ccm

    5 Prozent

    Kategorie 5

     

    Kerosin

    63 Won/Liter

    Schweröl

    17 Won/Liter

    Propangas

    14 Won/kg

    Butangas

    275 Won/kg

    Kategorie 6

     

    Zigaretten

    527 Won je 20 Zigaretten

    1.000 Won entsprechen circa 0,62 Euro (Stand 4. Juli 2025)Quelle: Koreanisches Finanzministerium

    Tabaksteuer
    WarenartSteuersatz

    Zigaretten (zusätzlich zur Individual Consumption Tax)

    1.007 Won je 20 Stück

    Zigarren

    103 Won je Gramm

    Pfeifentabak

    36 Won je Gramm

    Kautabak

    364 Won je Gramm

    1.000 Won entsprechen circa 0,62 Euro (Stand 4. Juli 2025) Quelle: Koreanisches Finanzministerium

    Transportsteuer

    Warenart

    Steuersatz

    Benzin

    475 Won/Liter

    Dieselöl und ähnliche Produkte

    340 Won/Liter

    1.000 Won entsprechen circa 0,62 Euro (Stand 4. Juli 2025) Quelle: Koreanisches Finanzministerium

    Erziehungssteuer

    zugrunde liegende Verbrauchsteuer

    Erziehungssteuersatz in Prozent

    Transportsteuer

    15

    Alkoholsteuer

    10

    - dto. sofern der Steuersatz über 70 Prozent liegt

    30

    Andere

    30

    Auf die zu zahlenden Verbrauchsteuern wird noch eine so genannte Erziehungssteuer von bis zu 30 Prozent des maßgeblichen Betrages an zu zahlender Verbrauchsteuer aufgeschlagen.Quelle: Koreanisches Finanzministerium

    Klaus Möbius

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  • Zu beachten sind das Verbot der Einfuhr bestimmter Waren beziehungsweise entsprechende Beschränkungen.

    Einfuhrverbote

    Bestimmte Produkte können in Südkorea nicht eingeführt werden. Dem Einfuhrverbot unterliegen beispielsweise folgende Waren: 

    • gefälschte oder verfälschte Wertpapiere jeder Art,
    • Waren, die geistige Eigentumsrechte verletzen,
    • Schriften, Bilder, Skulpturen, Bild- und Tonaufzeichnungen jeder Art, die geeignet sind, die verfassungsmäßige Ordnung oder öffentliche Sicherheit zu stören.

    Beschränkungen

    Im Freihandelsabkommen zwischen der EU und Südkorea wurde ein gegenseitiger Abbau von nichttarifären Handelshemmnissen vereinbart. Es gibt jedoch weiterhin Waren, bei denen eine vollständige Angleichung der technischen Vorschriften beziehungsweise eine gegenseitige Anerkennung noch aussteht oder anderweitige Schwierigkeiten bestehen. 

    Einfuhrbeschränkungen bestehen für unter anderem folgende Produkte:

    Kraftfahrzeuge

    Kraftfahrzeuge, die nach Korea eingeführt und dort zugelassen werden sollen, müssen den koreanischen Sicherheits- und Umweltstandards entsprechen. Dies ist durch eine Homologation nachzuweisen. Der Verband der Importeure und Distributeure in Korea (KAIDA) hat das Verfahren auf seiner Internetseite übersichtlich dargestellt.

    Lebensmittel, Medikamente, Kosmetika und Medizintechnik

    Zuständig für die Lebensmittelsicherheit ist das Ministerium für Nahrungs- und Arzneimittelsicherheit (MFDS). Einführer von Arzneimitteln, Kosmetika und Medizinprodukten benötigen eine Lizenz des MFDS. Die eingeführten Waren selbst müssen den koreanischen Vorschriften entsprechen. Dies ist durch ein Zulassungsverfahren des Ministeriums nachzuweisen. Die rechtlichen Bestimmungen finden sich auf der obengenannten Internetseite unter "Our Works“. Die maßgeblichen Vorschriften zu Nahrungsmitteln, Medikamenten, Kosmetika und Medizintechnik sind auf der Webseite des MFDS auch in englischer Sprache abrufbar.

    Eintreffende Waren werden vor der zollamtlichen Freigabe auf Einhaltung der koreanischen Bestimmungen überprüft. Exporteure können sich vom MFDS vorab zertifizieren lassen um eine schnellere Abfertigung zu erzielen. Hierfür ist allerdings eine Besichtigung des Herstellungsbetriebes erforderlich.

    Nahrungsmittel müssen neben der Bezeichnung mit einer Herstellerangabe versehen sein. Ferner werden das Herstellungs- und Mindesthaltbarkeitsdatum sowie eine Mengenangabe, eine Liste der Inhaltstoffe und Angaben zum Nährwert gefordert. Das MFDS stellt nähere Informationen zur Verfügung. 

    Pflanzen und Tiere

    Für die Einfuhr von Pflanzen und Tieren ist die Genehmigung der Quarantänestelle Animal and Plant Quarantine Agency (APQA) erforderlich. Ankommende Waren sind zunächst der Quarantänestelle zu melden. Die Vorlage eines Pflanzen- beziehungsweise veterinärärztlichen Gesundheitszeugnisses des Exportlandes wird verlangt. Sind sämtliche Einfuhrbestimmungen erfüllt, stellt die Quarantänestelle eine Einfuhrgenehmigung aus. Waren, die den Bestimmungen nicht entsprechen, werden zurückgeschickt oder vernichtet.

    Markierung

    Eingeführte Waren müssen grundsätzlich mit dem Namen des Ursprungslandes markiert sein. Ursprung "EU“ wird nicht anerkannt. Ausnahmen gelten für Mustersendungen oder wenn die Markierung zu einer Verschlechterung der Ware führen würde.

    Recycling

    Ähnlich wie in Deutschland besteht in Südkorea eine Verpflichtung zur Wiederverwertung bestimmter Verpackungsmaterialien. Betroffen sind unter anderem: Papier und Pappkartons, Metalldosen sowie Verpackungen aus Glas und Kunststoffen. Außerdem gibt es Sonderbestimmungen für Produkte wie zum Beispiel: Schmierstoffe, Batterien, Reifen, Leuchtstoffröhren, Schwimmkörper für Aquakulturen, landwirtschaftlich genutzte Folien und Gestelle aus Kunststoffen.

    Überdies sind Ausgleichszahlungen zu leisten, wenn bestimmte Recyclingquoten nicht erreicht werden. Die zuständige Stelle hierfür ist die Korea Environment Corporation (KECO) .

    Holzverpackung

    Korea verlangt die Einhaltung des Internationalen Standards für Pflanzengesundheit ISPM Nr. 15. Das Julius Kühn-Institut hat eine Arbeitsübersetzung veröffentlicht. Der Standard enthält im Wesentlichen die folgenden Regelungen: Holz, welches zur Herstellung von Verpackungsmaterial verwendet werden soll, muss entweder mit Methylbromid begast, oder einer Wärmebehandlung (Kerntemperatur von mindestens 56 Grad Celsius für mindestens 30 Minuten) unterzogen worden sein. Zum Nachweis, dass die geforderten Behandlungen stattgefunden haben, muss das Holz mit einer genau definierten Markierung versehen sein.

    Klaus Möbius

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  • Zuständig für die Normen und Standards ist die Koreanische Agentur für Technologie und Standards (KATS). Auf ihrer Internetseite kann ermittelt werden, für welche Waren technische Standards existieren. Diese können über eine Suchfunktion aufgelistet, jedoch nicht unmittelbar eingesehen werden. Die KATS ist zudem für Produktsicherheit und Konformitätsbescheinigungen für Elektrogeräte zuständig.

    Internationale technische Normen können in Deutschland gegen Entgelt bei DIN Media bezogen werden.

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  • Kurzdarstellungen geben Ihnen einen ersten Eindruck zur Warenausfuhr aus der EU sowie zum Exportkontrollrecht.

    Grundlegende Informationen zu Ausfuhrverfahren und Exportkontrolle finden Sie auf der Seite Export: Zoll- und Rechtsfragen.

    Ausführliche Informationen zum Ausfuhrverfahren aus der EU erteilt die deutsche Zollverwaltung, zum Exportkontrollrecht das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.