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Branche kompakt | Thailand | Automobilsektor

Wird Thailand zum Produktionshub von E-Fahrzeugen in Südostasien?

Thailand ist der größte Hersteller von konventionellen Kfz in Südostasien. Auch bei Elektrofahrzeugen erarbeitet sich der Standort einen Vorsprung.

Von Thomas Hundt | Bangkok

Ausblick der Kfz-Branche in Thailand

Bewertung:

  • Absätze im Inland stagnieren, während Exporte von Kfz und Kfz-Teilen steigen.
  • Thailand fördert bereits seit 2020 Investitionen in E-Fahrzeuge.
  • Erste Fertigungen von vollelektrischen Fahrzeugen, weitere geplant. 

Anmerkung: Einschätzung des Autors für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Februar 2024

  • Markttrends

    Die Nachfrage nach Kfz schrumpft. Haushalte sind verschuldet und Firmen investieren vorsichtig. Der Absatz von Elektroautos ist ein Lichtblick.

    30 %

    30 Prozent aller in Thailand produzierten Pkw sollen im Jahr 2030 abgasfrei sein.

    Elektrofahrzeuge sollen auch in Thailand fossil betriebene Kfz verdrängen. Die Regierung möchte, dass 2030 rund 30 Prozent der in Thailand hergestellten Fahrzeuge und 50 Prozent der im Inland verkauften Fahrzeuge emissionsfrei sind. Sie will damit die Kohlendioxidemissionen senken und das Königreich innerhalb von Südostasien zum führenden Produktionszentrum für Elektrofahrzeuge machen.

    Bis zu einer emissionsfreien Fahrzeugflotte hat die Branche noch einen langen Weg vor sich. Ende 2023 waren 21,8 Millionen mehrspurige Fahrzeuge in Thailand registriert, davon entfielen ungefähr 94.000 Stück auf vollelektrische Modelle. Von den 22,6 Millionen Motorrädern waren nur 38.076 vollelektrische Krafträder. 

    Kfz-Markt geht die Luft aus

    Die Käufer von Mittelklasse-Pkw und Pick-ups finanzieren ihre Anschaffungen häufig über Kredite, und viele Haushalte sind inzwischen hoch verschuldet. Händler und Banken klagen, dass Autokäufer ihre Kredit- und Leasingraten nicht mehr zahlen. Die Geldgeber lassen die Autos dann beschlagnahmen. 

    Auch die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen dürfte 2024 nur wenig Fahrt aufnehmen. Die öffentlichen Investitionen gehen 2024 wegen der späten Verabschiedung des Staatshaushaltes zurück und die privaten Investitionen wachsen angesichts der unsicheren Wirtschaftslage kaum.

    Der Industrieverband Federation of Thai Industries (FTI) prognostiziert, dass sich 2024 der Inlandsabsatz an Pkw und Nutzfahrzeugen leicht erholen wird, nachdem die Verkäufe 2023 um knapp ein Zehntel auf 0,78 Millionen zurückgegangen waren. 

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    Günstige Kraftstoffe 

    Rund 12,7 Millionen Fahrzeuge mit Dieselmotoren rollten Ende 2023 auf den Straßen Thailands. Nutzfahrzeuge und die beliebten Pick-ups werden meist mit Dieselmotoren gekauft. 

    Benzin kostete im Februar 2024 umgerechnet rund 1 US$ pro Liter und Diesel nochmal deutlich weniger. Der staatliche Oil Fund of Thailand subventioniert die Kraftstoffe, damit die Bürger günstig ihre Fahrzeuge bewegen können. Preisbewusste Vielfahrer lassen ihre Fahrzeuge auch auf Flüssiggas (LPG) umstellen, das noch günstigere Verbrauchskosten als Benzin und Diesel ermöglicht. Mehr als 0,5 Millionen Pkw können mit Flüssiggas (LPG) betankt werden.

    Auch mit Bioanteil 

    Der Oil Fund bezuschusst auch die Beimischung von Biokraftstoffen. Das Fettsäuremethylester für Biodiesel wird aus lokalem Palmöl gewonnen. B7-Dieselkraftstoff mit bis zu 7 Prozent Palmölmethylester ist derzeit Standard. Außerdem wird E20 Benzin angeboten, das mit bis zu 20 Prozent Ethanol versetzt wird. 

    Verbrennerfahrzeuge müssen bislang die Abgasnorm Euro 4 erfüllen. Ab Sommer 2024 sollen Dieselfahrzeuge nach dem Standard Euro 5 verkauft werden. Für Benziner gilt weiterhin Euro 4. 

    Wasserstoff spielt als Antrieb noch keine Rolle. Toyota testet mit verschiedenen Partnern seine wasserstoffangetriebenen Fahrzeuge. Es bleibt vorerst bei Pilotvorhaben.  

    Wenige Alternativen zum Individualverkehr

    Die 71 Millionen Einwohner kauften 2023 circa 1,9 Millionen Motorräder. Der Marktführer Honda, mit einem Verkaufsanteil von knapp 80 Prozent, rechnet im laufenden Jahr 2024 mit einem Rückgang des Marktes, weil überschuldete Haushalte sich weniger Krafträder leisten können. 

    Die Motorräder und Scooter sind in den Städten und auf dem Lande das preiswerteste Fortbewegungsmittel. Vollelektrische Motorräder spielen noch keine Rolle und machen weniger als 1 Prozent des Marktes aus.  

    Die Autofahrer in Bangkok stehen mit ihren 7,8 Millionen Pkw und Pick-ups immer häufiger im Stau. Der öffentliche Nahverkehr, Taxis und Fahrdienste wie Grab sind Alternativen. Mietfahrzeuge und Carsharing spielen kaum eine Rolle.

    Japanische Hersteller und Marken dominieren noch

    Toyota hält seine führende Marktposition und verkaufte 2023 jedes dritte Fahrzeug in Thailand. Chinesische Anbieter wie SAIC Motor mit seiner Marke MG sowie Great Wall und BYD aus China drängen mit neuen Modellen und günstigen Verkaufspreisen auf den Markt und erobern Marktanteile.

    Absatz von Kfz nach ausgewählten Herstellern in ThailandStückzahl; Marktanteil und Veränderung in Prozent

    Hersteller

    Absatz 2023

    Veränderung 2023/2022

    Marktanteil 2023

    Toyota

    264.937

    -8,1

    37,7

    Isuzu

    151.935

    -28,5

    21,6

    Honda

    94.336

    13,9

    13,4

    Ford

    36.483

    3,2

    5,2

    Mitsubishi

    32.668

    -35,2

    4,6

    MG

    27.311

    0,1

    3,9

    Mazda

    16.544

    -47,7

    2,4

    Nissan

    16.423

    -27,1

    2,3

    Quelle: Toyota Thailand 2024

     

    BMW und Mercedes-Benz sind mit jeweils 10.000 bis 15.000 verkauften Fahrzeugen pro Jahr die größten Anbieter im Premiumsegment. Fahrzeuge mit Hybridantrieb verkaufen sich aufgrund steuerlicher Vorteile weiterhin gut. Mercedes bietet unter der Submarke EQ auch vollelektrische Limousinen an und BMW die vollelektrische i-Reihe.

    Elektroautos haben künftig Vorfahrt

    Der thailändische Staat fördert seit Jahrzehnten zukunftsträchtige Bereiche der Automobilindustrie, die sich so zur größten in Südostasien entwickelt hat. Der Staat steuert den Markt über Einfuhrabgaben. Einfuhren von Kfz-Bausätzen werden geringer belastet als Importe von kompletten Fahrzeugen. Auch die Steuern beim Kauf von Fahrzeugen variieren erheblich.

    In der ersten Phase förderte Thailand Verkauf und Produktion von Pick-up-Trucks, die auch erfolgreich für ausländische Märkte produziert werden. Die meistverkauften Pick-ups sind die D-Max-Reihe von Isuzu und Toyota-Hilux-Modelle. Die Käufer bezahlen weniger Steuern als Käufer von Pkw. 

    Die Regierung lancierte im Jahr 2007 ein weiteres Programm, um Fertigungen von effizienten Kleinwagen ins Land zu holen. Das Eco-Car-Programm unterstützte Absatz und Produktion von kleinmotorigen, schadstoffarmen Autos. Das Programm läuft 2024 aus. Ausbau und Förderung der Elektromobilität haben nun Priorität.

    Von Thomas Hundt | Bangkok

  • E-Mobility

    Die Regierung fördert die E-Mobilität gezielt und Thailand liegt bei E-Fahrzeugen innerhalb Südostasiens vorne. E-Autos sind mehr als eine Nische. 

    Thailand war 2023 der größte Markt für vollelektrische Kfz in Südostasien. Das Department of Land Transport registrierte 2023 insgesamt 77.741 neue batteriebetriebene Fahrzeuge (Battery Electric Vehicle, BEV), davon waren 58.078 Pkw, der Rest Motorräder. Der Branchenverband Electric Vehicle Association of Thailand (EVAT) erwartet 2024 sogar rund 100.000 Verkäufe von BEV.   

    Der Absatz von Hybridfahrzeugen bleibt derweil relativ konstant und lag 2023 bei 72.036 Stück und die Verkäufe von Plug-in-Hybridfahrzeugen lagen bei 10.383 Einheiten.

    Händler melden bei vollelektrischen Autos eine zunehmende Nachfrage auf breiter Front. Vielfahrer des Fahrdienstes Grab kaufen beispielsweise chinesische Elektrofahrzeuge, weil die laufenden Betriebskosten noch günstiger als bei konventionellen Antrieben sind. Auch wohlhabende Haushalte erweitern ihren Fuhrpark um vollelektrische Autos, weil sie das neue Antriebskonzept ausprobieren wollen.

    Das Angebot ist vielfältig. Der Verband EVAT führt auf seiner Webseite 46 rein elektrische Autos verschiedener Marken, die in Thailand angeboten werden. Bestseller sind günstige Modelle von Great Wall Motor, MG und BYD aus China. 

    Importautos aus China mit Zollvorteil

    Zwischen China und den zehn Ländern der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN trat im Juli 2005 das Freihandelsabkommen Agreement on Trade in Goods of the China-ASEAN in Kraft. Thailand hat sich darin verpflichtet, die Zölle auf Elektroautos aus China ab 2018 auf Null zu senken.

    Für elektrische Pkw aus der EU gilt hingegen ein Importzollsatz von 80 Prozent. Entsprechende Modelle mit Ursprung Südkorea unterliegen einem Präferenzzollsatz von 40 Prozent, für solche mit Ursprung Japan gilt ein Vorzugszollsatz von 20 Prozent. Beide Länder haben ebenfalls Freihandelsabkommen mit den Ländern der ASEAN abgeschlossen.

    Thailand und die EU führen seit September 2023 Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen. Das Abkommen könnte im Automobilsektor einheitlichere Wettbewerbsbedingungen herstellen. Verhandlung und Ratifzierung dürften aber noch einige Jahre dauern.

    Branchenvertreter hatten befürchtet, dass importierte E-Autos aus China den Markt komplett überrollen. Chinesische Autobauer wie SAIC Motor und BYD investieren dennoch in Thailand in Fahrzeugwerke, um Rechtslenker für Märkte mit Linksverkehr zu produzieren.

    Aufbau der Ladeinfrastruktur beginnt

    Das Thai Industrial Standards Institute hat für E-Fahrzeuge und die Ladeinfrastruktur Anfang 2023 die einschlägigen Standards veröffentlicht. Der Verband EVAT unterstützt die Elektro-Fahrzeugbranche und den Aufbau von Ladestationen. Der 2015 gegründeten Organisation gehören 256 Unternehmen an, darunter Autohersteller, -zulieferer sowie Energieunternehmen.

    Besitzer von BEV und Plug-In-Fahrzeugen können über verschiedene Apps an den Stationen Strom tanken. Auch Wohnhäuser, Büros und andere Geschäftsgebäude werden zunehmend mit Ladepunkten ausgestattet. 

    EVAT zählte im September 2023 landesweit 2.222 öffentliche Ladestandorte mit 3.896 Gleichstromanschlüssen (DC) und mit 4.806 Wechselstromanschlüssen (AC). Die Zahl der schnell ladenden DC-Anschlüsse nimmt zu. Der staatliche Energiekonzern PTT stattet seine Tankstellen beispielsweise mit Ladesäulen unter dem Markennamen EV Station PluZ aus. Das Energieunternehmen Energy Absolute (EA) betreibt seine Ladestationen unter der Marke EA Anywhere

    Auch ein Start-up mit dem Namen Evolt,  der öffentliche Stromversorger PEA und weitere Unternehmen sind in dem Sektor aktiv. Der Händler von BYD-Fahrzeugen, REVER Automotive, installiert ebenfalls ein Netz an Ladesäulen. 

    Regierung setzt ehrgeiziges Ziel für emissionsfreie Pkw

    Die Regierung möchte, dass 2030 die Hälfte aller verkauften Pkw emissionsfrei sind. Das Regierungskomitee National Electric Vehicle Policy Committee hat daher 2022 das Förderprogramm EV 3.0 verabschiedet, mit dem Hersteller und Händler Zollabgaben und Verbrauchssteuern von Elektrofahrzeugen reduzieren können. Dafür müssen sie einen Vertrag mit dem "Excise Department" des Finanzministeriums abschließen. Nach Pressemeldungen traten zwölf Autohersteller dem Förderprogramm bei.

    Auf BEV, die unter das aktuelle Programm EV 3.5 fallen, bezahlen Käufer von Pkw und Pick-ups eine reduzierte Verbrauchsteuer und erhalten 2024 eine Prämie von umgerechnet rund 2.800 US-Dollar (US$). Die Höhe der Prämie hängt vom Fahrzeugtyp, von der Batterieleistung (mehr oder weniger als 30 Kilowattstunden) sowie vom Listenpreis ab. Bei letzterem ist ausschlaggebend, ob das Fahrzeuge mehr oder weniger als 2 Millionen Thai Baht (umgerechnet circa 56.000 US$) kostet.

    Die Regierung beschloss Ende Februar 2024 auch eine Förderung bei Anschaffungen von vollelektrischen Nutzfahrzeugen. Käufer von im Inland hergestellten E-Bussen und E-Lkw können dann die Anschaffungskosten von ihrer Unternehmenssteuer doppelt absetzen. Das Finanzministerium wird die Details der Maßnahme erarbeiten.   

    Förderprogramm enthält Bedingungen

    Die teilnehmenden Hersteller der Programme EV 3.0 und 3.5 müssen die geförderten Fahrzeugmodelle spätestens im Jahr 2026 in Thailand produzieren. Die Produktionsmenge muss der doppelten Anzahl an Fahrzeugen entsprechen, die in den Vorjahren importiert wurden. Darüber hinaus muss wenigstens eine Schlüsselkomponente wie die Batterie, die Leistungselektronik, der Inverter oder der Elektromotor aus lokaler Produktion stammen.

    Die EV-Pakete lösten bei der Förderstelle Thailand Board of Investment (BOI) eine Welle an Investitionsanträgen aus. Von 2021 bis 2023 genehmigte der BOI Investitionen in Höhe von 2,1 Milliarden US$ in Fertigungen von vollelektrischen Fahrzeugen, weitere 0,4 Milliarden US$ an Investments in Batterien und 0,2 Milliarden US$ an Investitionen in andere Komponenten für Elektrofahrzeuge.

    Von Thomas Hundt | Bangkok

  • Branchenstruktur

    Die Kfz-Industrie in Thailand ist breit aufgestellt. Investitionen in E-Fahrzeuge und Batterietechnik geben neue Impulse.

    Thailand war 2022 der weltweit zehntgrößte Hersteller von Fahrzeugen. Unter den zehn Staaten der Association of Southeast Asian Nation (ASEAN) ist der Kfz-Standort sogar der größte Produzent. 

    Im ASEAN-Raum rollten 2023 rund 4,3 Millionen mehrspurige Kfz aus den Werken. Thailand fertigte davon 1,8 Millionen Stück (-2,2 Prozent gegenüber 2022). Indonesien lag mit 1,4 Millionen Einheiten (-5,1 Prozent zum Vorjahr) auf Rang zwei.

    Wichtigste Kfz-Kategorie in Thailand sind Pick-ups. Pick-up-Trucks verfügen über eine Ladefläche und Pick-up-Passenger-Vehicles sind große SUV, die auf Karosserieplattformen von Pick-up-Trucks basieren. Die Pick-ups fallen in die Gruppe der Nutzfahrzeuge und kamen 2023 auf ein Produktionsvolumen von 1,1 Millionen Stück.

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    Thailand produzierte 2023 außerdem 2,1 Millionen Motorräder, eine Zunahme um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hier liegt das Königreich deutlich hinter Indonesien, wo 2023 circa 6,8 Millionen Krafträder gefertigt wurden.  

    Exporte sind das wichtigste Standbein

    Die Branche stellte 2023 circa 1,1 Millionen mehrspurige Kfz für den Export her (im Wert von 20,6 Milliarden US$). Kfz für den Inlandsmarkt machten nur noch 0,7 Millionen Stück aus. 

    Die wichtigsten Abnehmer sind Länder in Südostasien sowie Australien. Einige Kfz werden auch in die USA, den Nahen Osten und nach Europa verschifft.

    Die Ausfuhren sollen sich 2024 auf dem hohen Niveau stabilisieren und die Fertigung für den Inlandsmarkt auf 0,75 Millionen Stück hochgefahren werden, meint der Industrieverband Federation of Thai Industries. Der FTI hofft, dass 2024 insgesamt 1,9 Millionen Kfz gefertigt werden. 

    Japan noch am stärksten, chinesische Unternehmen kommen

    Die japanischen Konzerne Toyota, Honda und Isuzu sind in Thailand die größten Kfz-Hersteller. Chinesische Konkurrenten errichten nun ebenfalls Werke, um Fahrzeuge für den Linksverkehr produzieren. In China herrscht Rechtsverkehr und in Thailand Linksverkehr. Die Fabriken in Thailand bedienen daher sowohl den lokalen Rechtslenker-Markt als auch die Märkte in Asien, Australien, Neuseeland und Afrika.

    Investitionsprojekte in der Kfz-Industrie in Thailand, Auswahl

    Vorhaben

    Investitionssumme (in Millionen US$)

    Projektstand

    Anmerkungen

    Horizon Plus (Joint Venture aus Foxconn Taiwan und PTT Thailand) Fabrik in der Provinz Chonburi

    1.100

    Fertigstellung 2025

    Kapazität 50.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr

    Isuzu Fertigung von vollelektrischen Pick-ups 

    900

    Fertigstellung 2025Batterieelektrische Pick-ups der Modellreihe Isuzu D-Max
    BYD Fabrik in der Provinz Rayong

    520

    Fertigstellung 2024Kapazität 150.000 batterieelektrische und Plug-in-Hybrid Pkw pro Jahr
    Changan Automobile,  Fertigung von Pkw

    280

    Bauzeit 2023 bis 2025Kapazität 58.000 batterieelektrische Pkw und 36.500 Plug-in Hybrid Pkw pro Jahr
    Banpu (Thailand), Unterstützung des Fahrservice MuvMi mit vollelektrischen Tuktuks und Aufbau Ladeinfrastruktur in Bangkok

    67

    Zusage eine Förderkredites der Asiatischen Entwicklungsbank ADB im Januar 2024Kauf von weiteren vollelektrischen Tuktuks und Ladesäulen, außerdem Ausbau der Banpu Lithium-Ionen Batteriefabrik in China
    GAC Aion (China) Fertigung von vollelektrischen Pkw

    65

    Baustart Februar 2024Kapazität 50.000 Pkw pro Jahr
    CP Foton (China) Lkw-Fabrik

    30

    PlanungJahreskapazität 3.000 Nutzfahrzeuge
    Umgerechnet mit 1 US$ = 36 Baht.Quelle: Unternehmensangaben, Pressemeldungen 2024

    Wenige eigene Autohersteller, aber viele thailändische Zulieferer   

    Die Forschungseinrichtung Thailand Automotive Institute zählt 27 Hersteller von Pkw und Nutzfahrzeugen sowie 18 Produzenten von Motorrädern. Über 90 Prozent sind in ausländischer Hand.

    Ausländische Konzernzentralen entscheiden also über ein Mehr oder Weniger an Investitionen. Der US-amerikanische Autobauer GM hat sich beispielsweise komplett zurückgezogen und verkaufte 2020 seine beiden Fabriken an Great Wall Motors (GWM) aus China. Bei GWM laufen inzwischen Elektrofahrzeuge von den Bändern. Auch BYD will 2024 seine Fabrik mit einer Kapazität für 150.000 Fahrzeuge eröffnen.

    Bei Nutzfahrzeugen geben die japanischen Konzerne Isuzu und Hino den Ton an. Hino gehört zur Toyota-Gruppe. Scania eröffnete 2019 ein Werk, das schwere Lkw und Busfahrgestelle produziert. Volvo fertigt ebenfalls Lkw und Busse. Der thailändische Mischkonzern CP und Foton Motor aus China gründeten ein Gemeinschaftsunternehmen, das eine Produktion von Foton-Nutzfahrzeugen vorsieht. Mercedes und MAN sind über Vertrieb- und Servicestellen für ihre Lkw vertreten.

    Thailand will Autos der nächsten Generation bauen

    Die nationale Entwicklungsstrategie "Thailand 4.0" aus dem Jahr 2017 sieht vor, dass der Standort sich in den nächsten beiden Jahrzehnten zu einem Produktionshub sowie Forschungs- und Entwicklungszentrum von Autos und Motorrädern der nächsten Generation entwickelt. 

    Fahrzeugtechnik stammt jedoch überwiegend aus dem Ausland. Fachleute meinen, dass ein Nachholbedarf bei Innovationen und selbst entwickelten Technologien besteht. 

    Unter den 525 Tier-1-Zulieferern, die ganze Fahrzeugmodule herstellen, handelt es sich zu zwei Dritteln um ausländische Firmen. Sie beliefern oft mehrere Autoproduzenten und stellen ihr Portfolio bei neuen Markteinführungen entsprechend um.

    Die mehr als 1.760 Tier-2-Betriebe, die Komponenten für die Modul- oder die Autoproduzenten fertigen, gehören wiederum zu zwei Dritteln thailändischen Eigentümern.

    Ungefähr 60 bis 70 Prozent ihrer Kfz-Teile gehen nach Angaben des Verbandes an inländische Kfz-Hersteller. Lokale Komponenten machen bei Nutzfahrzeugen und Pkw 80 bis über 90 Prozent der verbauten Teile aus.

    Auch die Exporte von Kfz-Teilen laufen gut. Sie beliefen sich 2023 in den unten genannten Zollpositionen auf 12,3 Milliarden US$ und die Importe auf 9,5 Milliarden US$. Die Kfz-Hersteller importieren hauptsächlich Schaltgetriebe und Motoren, aber auch kritische hochwertige Teile, zum Beispiel Elektronik. 

    Die Importe von Kfz-Teilen gingen 2023 leicht zurück. Der deutsche Lieferanteil bei den unten genannten Einfuhren lag bei knapp 5 Prozent. Die japanische Dominanz zeigt sich auch hier mit einem Lieferanteil von rund 37 Prozent im Jahr 2023, gefolgt von China mit einem Lieferanteil von 17 Prozent.

    Einfuhr ausgewählter Kfz-Teile nach Thailand (in Millionen US-Dollar, Veränderung in Prozent)
    Zolltarifnummer

    2023

    Veränderung 2023/2022

    2023 aus Deutschland

    HS 8511, 8512 Kfz-Elektrik

    961

    -6,2

    16

    HS 8706, 8707, 8708 Karosserien, Stoßstangen, Schaltgetriebe
    etc.

    6.954

    1,5

    400

    HS 8544.30 Zündkabelsätze

    374

    -5,1

    13

    HS 8407.31-34, 8408.20 Motoren

    1.236

    -4,8

    6

    Summe

    9.525

    -0,5

    435

    Quelle: Ministry of Commerce Thailand 2024

     

    Von Thomas Hundt | Bangkok

  • Rahmenbedingungen

    Zölle und Normen schützen gegen Importkonkurrenz. Die Rahmenbedingungen werden häufig angepasst. 

    Fachleute erwarten, dass sich die Rahmenbedingungen für Produktion und Import von Kfz und -teilen in den kommenden Jahren noch einige Male ändern werden. Die Regierung verändert häufig die Förderungen von Investitionen in Fahrzeugtechnik. Sie passt auch die Abgaben auf Importe und die Vorschriften für Zulassungen regelmäßig an.

    Die Europäische Union kritisiert in einem Positionspapier beispielsweise technische Hürden bei Importen und bei der Homologation. Auch die selektive Besteuerung greift in den Markt ein.

    Das Customs Department of Thailand unterrichtet über die genauen Einfuhrabgaben und -verfahren. Importe von kompletten Pkw unterliegen einem Zollsatz von 80 Prozent, für Lkw gilt ein Zollsatz von 40 Prozent.

    Die Hersteller importieren hauptsächlich vollständig zerlegte Fahrzeugbausätze (Completely Knocked Down - CKD). Diese unterliegen Zollsätzen von 10 bis 30 Prozent. Für Einfuhren aus dem ASEAN-Raum oder im Rahmen von Freihandelsabkommen gelten niedrigere Präferenzzollsätze.

    Für Personenkraftwagen fallen neben dem Importzoll bei der Einfuhr die Verbrauchsteuer (Excise Tax, je nach Fahrzeugtyp zwischen 10 und 40 Prozent) an. Darüber hinaus unterliegen Importe grundsätzlich der thailändischen Mehrwertsteuer mit einem einheitlichen Steuersatz von zurzeit 7 Prozent.

    Käufer von Kfz, die in Thailand produziert wurden, bezahlen ebenfalls die von der jeweiligen Fahrzeugklasse abhängige Verbrauchssteuer. Dazu kommen die einheitliche Mehrwertsteuer und/oder lokale Steuern.

    Mit der Vorschrift des Excise Department mit der Nummer 23 vom 8. Juni 2022 gilt eine neue Tabelle an Verbrauchssteuersätzen für Kfz, die in den Folgejahren bis 2030 schrittweise angepasst werden. Sie hängen vom CO₂-Ausstoß, bei Hybridfahrzeugen von der Größe der Batterie und des Kraftstofftanks sowie vom Hubraum ab. Für emissionsfreie Fahrzeuge gelten Sätze von 2 oder 0 Prozent.

    Normen und Zertifizierungen sind komplex

    Das Thai Industrial Standard Institute (TISI) veröffentlicht und prüft die technischen Normen für Kfz. Fahrzeugtypen und -teile sollen in Südostasien eigentlich nicht mehr doppelt zugelassen werden. Thailand und andere ASEAN-Staaten haben ein Abkommen zum Abbau von technischen Hürden im Kfz-Markt (Mutual Recognition Arrangement on Type Approval for Automotive Products) unterzeichnet.

    Die Arbeitsgruppe Automotive der European Association for Business and Commerce sowie die Thai-European Business Association haben dazu aufschlussreiche Positionspapiere erstellt. Sie geben auch regulatorische Empfehlungen ab und möchten, dass das TISI die Übertragung von Prüfberichten, Werksauditberichten und Lizenzen zwischen verbundenen Unternehmen und Lieferanten erlaubt und die UN R-Zertifikate ohne Bedingungen akzeptiert.

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nicht tarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

     

    Von Thomas Hundt | Bangkok

  • Kontaktadressen

    Bezeichnung

    Anmerkungen

    Germany Trade & Invest

    Außenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft

    AHK Thailand

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Board of Investment of ThailandInvestitionsförderstelle

    Automotive Industry Club der Federation of Thai Industries

    Autoindustriefachverband
    Thai Automotive Industry AssociationVerband der Hersteller von Kfz, Motorrädern und Bauteilen
    Thai-European Business Association (TEBA)Europäische Vereinigung mit einer Automotive Arbeitsgruppe
    Electric Vehicle Association of ThailandInteressenverband Elektrofahrzeuge

    Thai Auto-Parts Manufacturers Association

    Verband der Zulieferer
    Thailand Automotive InstituteInstitut für Forschung und Entwicklung, Prüfen, Zertifizieren, Ausbildung
    Thai Industrial Standards InstituteInstitut für Normung
    AUTO INFOOnline-Magazin
    Bangkok International Motor Show 2024Automesse
    Motor Expo 2024Messe für Autos, Motorräder und Zubehör

    Automotive Manufacturing 2024

    Messe für Kfz-Teile
    Electric Vehicle Asia 2024Messe und Konferenz für Elektromobilität
    Future Mobility Asia 2024Messe und Konferenz für Elektromobilität

     

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