Arbeitsmarkt Tschechische Republik Arbeitsmarkt, Lohn- und Lohnnebenkosten
Tschechische Republik
04.12.2024
Die Abkühlung der Konjunktur schlägt auf den tschechischen Arbeitsmarkt durch. Seit vielen Jahren gibt es erstmals wieder mehr Erwerbslose als offene Stellen. Doch auch wenn im August 2024 rund 286.000 Menschen auf Arbeitssuche waren, bleibt die Lage am Arbeitsmarkt angespannt. Die Zahl der Beschäftigten in Tschechien liegt auf einem Höchststand und wächst weiter. Fachkräfte fehlen vor allem im IT- und Finanzsektor, bei Transport- und Logistikfirmen sowie in der Automobilindustrie. Besonders gesucht sind Maschinenführer, Handwerker, Fachärzte, Schweißer, Fahrer und Maurer.
Laut Untersuchungen des Personaldienstleisters Manpower plant im 4. Quartal 2024 jeder dritte Arbeitgeber Neueinstellungen, nur 21 Prozent der Betriebe wollen Beschäftigte entlassen. Die Regierung rechnet bis 2027 mit sinkenden Erwerbslosenquoten.
Regional gibt es erhebliche Unterschiede. In Prag und in der Umlandregion ist der Arbeitsmarkt leergefegt. Ähnlich sieht es in Industriezentren wie Plzeň oder Brno aus. In diesen Boomregionen erwarten die Beschäftigte hohe Lohnaufschläge, Homeoffice-Angebote und flexible Arbeitszeiten.
Dagegen bleibt die Arbeitslosigkeit in Nordböhmen und in Mährisch-Schlesien vergleichsweise hoch. Im einstigen Steinkohlerevier um Karviná kamen im August 2024 zehn Bewerber auf eine offene Stelle.
Die Regierung prognostiziert bis 2027 reale Lohnzuwächse zwischen 3 und 5 Prozent pro Jahr. Damit dürfte der Durchschnittslohn in Tschechien spätestens 2026 bei über 50.000 Kronen (rund 2.000 Euro) liegen.