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Tunesien: Rechtssystem

Das tunesische Rechtssystem orientiert sich an der kontinental-europäischen Rechtstradition.(Stand: 30.07.2026)

Sherif Rohayem

Von Sherif Rohayem | Bonn

Das tunesische Rechtssystem folgt im Bereich des Wirtschaftsrechts der kontinentaleuropäischen Rechtstradition. Im Gegensatz zum anglo-amerikanischen Recht sind Gesetze nicht Gerichtsurteile die wichtigsten Rechtsquellen. 

Tunesisches Recht weitgehend säkular, teilweise auch unvorhersehbar

Elemente des islamischen Rechtes sind hauptsächlich im Personenstandsrecht vorzufinden. Insgesamt kann das tunesische Recht im regionalen Vergleich als säkular gelten. Dies ist jedoch nicht mit einem verlässlichem Rechtssystem zu verwechseln. Ein Quell der Rechtsunsicherheit ist die starke Rolle des Präsidenten Said Kais seit seiner Machtübernahme im Juli 2021. Schließlich zeigen die Reformen im Arbeitsrecht im Jahr 2025 mit ihren Rückwirkungen, dass sicher geglaubte Rechtspositionen auch im Nachhinein beseitigt werden können.          

Juristisch ist Tunesien regional integriert

Tunesien ist Mitglied der Vereinten Nationen (UN) und der Welthandelsorganisation (WTO). Ebenso nimmt das nordafrikanische Land an sämtlichen regionalen Handelszonen und Partnerschaften teil. Tunesien ist Mitglied der Afrikanischen Union (AU), der Arabischen Liga, der, der Großarabischen Freihandelszone (GAFTA), der Arabischen Maghreb Union (AMU) und der Euro-Mediterranen Partnerschaft (EMP). Tunesien ist ebenfalls der Afrikanischen Freihandelszone beigetreten, dem sogenannten African Continental Free Trade Agreement (AfCFTA).

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