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Containerhäfen in den USA expandieren
Viele Häfen bauen Terminals und modernisieren bestehende Anlagen für größere Schiffe. Oft wird in eine Bahnanbindung investiert. Dabei ist deutsche Technik gefragt.
28.09.2026
Laut der American Association of Port Authorities befinden sich in den nächsten 30 Jahren Vorhaben zum Neubau oder zur Erweiterung von Containerhäfen im Umfang von mehr als 160 Milliarden US-Dollar (US$) in der Pipeline. Die American Society of Civil Engineers (ASCE) kommt für den Zeitraum 2024 bis 2033 auf 38 Milliarden US$. Das entspricht einem Wert von 4 bis 5 Milliarden US$ per annum.
vergab die American Society of Civil Engineers (ASCE) 2025 der Hafeninfrastruktur. Damit ist sie Klassenprimus im Vergleich zu den 15 anderen Sparten der Infrastruktur.
Zwei Hafengroßprojekte im Südosten
Insgesamt gibt es ein halbes Dutzend an größeren Hafenerweiterungsprojekten in den Vereinigten Staaten, die sich in der frühen Bauphase oder kurz davor befinden. Das größte Vorhaben verfolgt der Port of Savannah im südöstlichen Bundesstaat Georgia. Zunächst wird dort der Container Terminal Hutchinson Island gebaut. Er soll bis 2030 eröffnen.
Anschließend werden ältere Terminals erweitert und modernisiert. Zusätzlich wird an einem Bahnanschluss gearbeitet. Dadurch soll bis 2035 die Gesamtkapazität um 6 Millionen auf 12,5 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) steigen. In Zukunft können dann auch Containerschiffe mit über 20.000 TEU abgefertigt werden. Das ist bislang an der gesamten Ostküste nicht möglich. Dank der bis zu 5 Milliarden US$ teuren Investitionen soll Savannah zum drittgrößten Hafen des Landes aufsteigen.
Ähnlich langfristig denkt man am Port of South Carolina. Dort soll der Jasper Ocean Terminal mit Abfertigungskapazitäten von 7 Millionen TEU entstehen. Er soll für Schiffe von bis zu 20.000 TEU ausgelegt sein. Die Eröffnung wird für den Zeitraum 2035 bis 2037 angepeilt. Gemessen am Investitionsvolumen von 4,5 Milliarden US$ handelt es sich um das zweitgrößte Hafenprojekt der Vereinigten Staaten.
Im Nordosten bauen Baltimore und New York Kapazitäten aus
In Maryland starteten im Frühjahr 2026 die Bauarbeiten am Sparrow Point Container Terminal. In der Folge soll sich die gesamte Abfertigungskapazität des Hafens um 70 Prozent erhöhen. Damit will die Nachbarstadt von Washington, D.C. zur Nummer 3 der Ostküste aufsteigen.
In den Häfen von New York und New Jersey ist wegen beengter Platzverhältnisse eine Erweiterung nur bedingt möglich. Daher setzen die Behörden auf eine Verdichtung der bestehenden Anlagen sowie eine Modernisierung des Betriebs. Im Investitionsplan sind dafür zwischen 2026 und 2035 rund 1,2 Milliarden US$ vorgesehen.
In einem bis 2050 reichenden Masterplan werden zudem langfristige Ziele festgelegt. So müssen die Hafenbehörden mit einem Anstieg des Containerumschlags von knapp 10 Millionen (2025) auf bis zu 17 Millionen TEU rechnen. Ein solches Aufkommen lasse sich nur mit Investitionen in modernste Technologie bewältigen. Roboter und autonome Systeme sollen zum Einsatz kommen. Auch müsse die Anbindung an die Schiene verbessert werden.
Die Westküste zieht nach
An der West Coast sollen 2027 die Bauarbeiten am Oregon Port of Coos Bay starten. Geplant ist ein neuer Containerterminal mit einer Abfertigungskapazität von 2 Millionen TEU, der über einen Bahnanschluss verfügen soll. Das Projekt befindet sich in der Genehmigungsphase und soll über 2 Milliarden US$ verschlingen.
Der Port of Long Beach (Kalifornien) verfolgt für den Zeitraum 2026 bis 2035 einen umfangreichen Ausbauplan. Kernstück des Vorhabens ist der Neubau eines "On-Dock-Rail"-Terminals. Daneben sollen zwei bestehende Terminals ausgebaut beziehungsweise modernisiert werden. Die Investitionskosten liegen bei über 3 Milliarden US$.
| Hafen | Projektstand | Investitionssumme | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Port of Savannah | im Bau, sukzessive Inbetriebnahme bis 2030 | 4,5 bis 5,0 | Bau eines neuen Terminals, Modernisierung bestehender Terminals, Eisenbahnanschluss |
| Port South Carolina | in Planung, Gesamteröffnung 2035 bis 2037 | 4,5 | u.a. Bau eines neuen Terminals |
| Port of Long Beach | Investitionsplan 2026 bis 2035 | 3,2 | Neubau und Modernisierung/Erweiterung von Terminals |
| Louisiana International Terminal | Baubeginn 2027, sukzessive Eröffnung ab 2029 | 2,8 | Bau eines Containerterminals, Straßen und Bahnanschluss |
| Oregon International Port of Coos Bay | Baubeginn 2027, Eröffnung 2030 | 2,3 | Bau eines neuen Containerterminals, Eisenbahnanschluss |
| Port of Oakland | Baubeginn 2027, sukzessive Eröffnung bis 2030 | 1,4 | Schwerpunkt: Vergrößerung des Containerhafens |
| Port of Baltimore | Baubeginn Frühjahr 2026, sukzessive Inbetriebnahme bis 2030 | 1,2 | Bau des Sparrow Point Container Terminals |
| Port of New York und New Jersey | Investitionsplan 2026 bis 2035 | 1,2 | Modernisierung und Automatisierung von Terminals, Hafenvertiefung |
Gute Zulieferchancen für deutsche Firmen
Die Projekte bieten umfangreiche Zulieferchancen für europäische und deutsche Anbieter. Das gilt auch für solche Vorhaben, die sich bereits im Bau befinden, da viele Arbeitsschritte erst um oder sogar nach 2030 beendet werden.
Liebherr bekam im Sommer 2026 den Zuschlag für die Lieferung von sieben Großkränen für den Sparrow Point Containerterminal in Baltimore. Der Hafen von Savannah bestellte bereits 2025 Großkräne bei Konecranes. Im 2. Quartal 2026 folgte eine Order von Topical Shipping im Umfang von vier mobilen Kräne für Häfen in Florida und auf den U.S. Virgin Islands. In den Produkten der finnischen Firma Konecranes steckt viel Technologie "made in Germany".
Deutsche Zulieferer und Maschinenbauer sind bei elektrischen und hybriden Hafenmobilkränen und grünem Cargo-Handling führend. Ebenso können sie intelligente Softwaresysteme, Sensorik sowie Automatisierungs- und Sicherheitstechnik zuliefern. Dabei kommt ihnen zugute, dass chinesische Anbieter in der kritischen US-Hafeninfrastruktur außen vor bleiben. Bereits unter der Biden-Regierung wurde chinesische Technologie abmontiert.
Bemerkenswert für das Autoland USA ist, dass nahezu alle Häfen über einen modernen Bahnanschluss verfügen werden. Damit können Container dann schnell und kostengünstig von der Schiene direkt aufs Schiff umgeladen werden (und umgekehrt). Auch hier dürften deutsche Anbieter von Bahn- und entsprechender Verladetechnologie mit ihrer Expertise punkten.
Vollautomatische Umschlagsysteme erst ab 2031
Grundsätzlich gibt es an allen Häfen einen starken Drang zu Automatisierung und Rationalisierung. Der Grund: Fachkräfte sind Mangelware und die Jahreslöhne in den Containerhäfen erreichen für Berufserfahrene einen sechsstelligen Dollarbetrag. Weitere Kostensteigerungen sind so gut wie sicher. Doch der Modernisierung sind Grenzen gesetzt, zumindest mittelfristig.
Im Jahr 2025 hatten Gewerkschaften und Arbeitgeber eine Einigung erzielt, der zufolge die Löhne für Dockarbeiter an drei Dutzend Häfen an der Ost- und Westküste bis 2030 um mehr als 60 Prozent steigen. Bis zu diesem Datum gilt zudem eine Sperre für die Einführung vollautomatischer Entladesysteme und autonomer Fahrzeuge.
| Hafen | 2025 |
|---|---|
| Los Angeles, Kalifornien | 9,9 |
| New York und New Jersey | 9,5 |
| Long Beach, Kalifornien | 9,1 |
| Savannah, Georgia | 5,9 |
| Houston, Texas | 4,0 |
| Virginia | 3,7 |
| Seattle and Tacoma, Washington | 3,4 |
| Charleston, South Carolina | 2,9 |
| Oakland, Kalifornien | 2,3 |