Zollbericht USA Freizonen, Investitionsförderung
Freizonen
Foreign-Trade Zones (FTZ) sind vom Zollgebiet ausgeschlossene, gesetzlich abgesicherte Gebiete zur Förderung des Außenhandels.
05.05.2026
Von Susanne Scholl, Dr. Melanie Jordan | Bonn
Freizonen, oder auch Außenhandelszonen (FTZ) genannt, befinden sich im Regelfall in der Nähe von Zolleinfuhrorten ("Ports"). Die Zonen können aufgrund besonders günstiger Zollbestimmungen wirtschaftliche Vorteile und attraktive Möglichkeiten der Markterschließung bieten.
Foreign-Trade Zones bieten attraktive Möglichkeiten
Ausländische Waren können ohne formelle Zollabfertigung und ohne die Zahlung von Einfuhrzöllen oder Verbrauchsteuern in eine FTZ verbracht, dort gelagert, ausgestellt, neu verpackt oder be- und verarbeitet und gegebenenfalls wieder ausgeführt werden.
Ausländischen Unternehmen bietet sich die Möglichkeit, im Falle eines Auftrags, Waren aus der Freizone just-in-time an US-Kunden zu liefern. Die großzügigere zolltechnische Behandlung von Waren und Produktionsvorgängen in FTZ's führt zu niedrigeren Produktionskosten und macht ausländische Unternehmen gegenüber US-Herstellern wettbewerbsfähiger.
Unternehmen beziehungsweise Zollagenten können zum Beispiel das "Weekly Entry Filing" nutzen - Warensendungen und Einfuhrpapiere werden dann einmal pro Woche "gebündelt" bearbeitet. Hieraus ergeben sich Zeit- und Kostenersparnisse, beispielsweise bei den Zollabfertigungsgebühren.
Vor dem Hintergrund neuer handelspolitischer Maßnahmen und Zusatzzölle hat sich die praktische Nutzung von FTZ weiter differenziert. Zwar bieten FTZ weiterhin erhebliche Vorteile beim Zollaufschub und beim Re‑Export, ihre Nutzung erfordert jedoch eine sorgfältige Einzelfallprüfung, insbesondere im Hinblick auf zusätzliche Abgaben, Ursprungsregeln und aktuelle CBP‑Vorgaben.
Zollabgaben hängen vom Status ab
Der Leiter des Zollamtsbezirks (Port Director) legt auf Antrag bei Eingang einer Ware in eine Freizone für diese zunächst einen bestimmten Status fest (privileged foreign status, non-privileged foreign status, domestic status, zone-restricted status).
Gemäß diesem Status wird der im Falle einer späteren Einfuhr der Ware in das US-Zollgebiet zu zahlende Einfuhrzoll bestimmt. Soll ein unverarbeitetes Produkt in einer Freizone verarbeitet werden, so besteht beispielsweise die Möglichkeit, den "privileged foreign status" zu wählen. Einfuhrzoll und Steuern werden dann zum Zeitpunkt der Anmeldung der Waren zur Verbringung in die Freizone festgelegt.
Wer nutzt Foreign-Trade Zones?
Zu den Nutzern der US-FTZ zählen Ölraffinerien, Automobilhersteller, Elektronikkonzerne, Unternehmen der Pharmabranche und Unternehmen der Textilbranche.
Wo befinden sich die Foreign-Trade Zones?
In den USA gibt es mehrere hundert zugelassene FTZ's in zahlreichen Bundesstaaten. Dazu gehören unter anderem Industrieparks, Logistikzentren und Flug- sowie Seehäfen. Das Foreign-Trade Zone Board stellt jährlich eine aktuelle Liste aller Zonen zur Verfügung.
Die Höhe der Gebühren für die Lagerung und das Handling von Waren in einer FTZ wird mit dem Betreiber vereinbart.
Foreign Trades Zones ermöglichen Kostenersparnis
Wird für ein unbearbeitetes Vorprodukt bei Eingang in die Freizone der "privileged foreign status" beantragt und das Vorprodukt bearbeitet, so gilt bei einer späteren Einfuhr in das Zollgebiet der Einfuhrzoll für das unbearbeitete Produkt - eine Möglichkeit für Importeure, Kosten zu sparen, falls das Endprodukt einem höheren Zoll unterliegt.
Weitere Informationen:
- Code of Federal Regulations: Par 146 - Foreign Trade Zones
- CBP: About Foreign-Trade Zones and Contact Info