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Zulieferprodukte: Gebäudetechnik
Der Markt für Klima- und Lüftungstechnik erzielt in den VAE hohe Umsätze. Niedrige Stromkosten bremsen jedoch die Nachfrage nach energieeffizienten Lösungen.
08.12.2025
Von Heena Nazir | Dubai
Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik
Klimabedingt bieten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) einen großen Absatzmarkt für Klima- und Lüftungstechnik. Im Sommer betragen die Außentemperaturen teilweise über 45 Grad Celsius. Vor allem an der Küste herrscht häufig eine hohe Luftfeuchtigkeit. Insbesondere im Emirat Dubai gibt es Bemühungen, den Energieverbrauch für die Klimatisierung zu senken. In Dubai entfällt im Jahresdurchschnitt etwa die Hälfte des Stromverbrauchs auf den Betrieb von Klimaanlagen. In den Sommermonaten erreicht der Anteil sogar bis zu 70 Prozent.
Um den Energieverbrauch zu senken, soll die Nutzung von "District Cooling" (Fernkälte, zentrale Erzeugung von Kühlwasser) verstärkt werden. Mit Stand vom Juli 2025 sind weniger als 1 Prozent der Gebäude an das Fernkältenetz angeschlossen. Das angeschlagene Image der "District Cooling"-Anbieter dürfte jedoch dazu führen, dass viele Bauherren Fernkälte meiden. Die Leistungen gelten als teuer, häufig kommt es zu Streitigkeiten mit den Kunden. Anbieter von Fernkälte sind unter anderem die National Central Cooling Company (Tabreed), die Emirates Central Cooling Systems Corporation (Empower), Palm District Cooling, CityCool, Emaar District Cooling und die Emirates District Cooling Company.
In Gebäuden einfacher Qualität kommen oft kompakte Einzelraumklimageräte zum Einsatz. Ab dem mittleren Gebäudesegment erfolgt eine zentrale Klimatisierung über Kältemaschinen (Chiller).
Die sehr geringen Energiekosten vermitteln bislang keine Anreize, energieeffizient zu klimatisieren. Kontraproduktiv wirkt sich auch der geringe Anteil der von Eigentümern bewohnten Gebäude aus. Für Investoren bietet der Einsatz qualitativ hochwertiger Gebäudetechnik meist nur wenige Vorteile.
Die Gesamteinfuhren von Klimageräten (HS 84.15) werden für 2023 mit 1,6 Milliarden US-dollar (US$) angegeben und kamen vor allem aus China (657,5 Millionen US$), Thailand (320 Millionen US$) und Südkorea (117 Millionen US$). Wegen der hohen Bautätigkeit erwarten Branchenexperten auch für 2024 und 2025 einen Anstieg der Importe.
Gemäß dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) betrugen 2024 die deutschen Exporte "allgemeiner Lufttechnik" in die VAE (vor allem Kältetechnik und lufttechnische Einzelapparate und Anlagen) 128 Millionen US$. Im Vorjahr lag der Exportwert dieser Position noch bei 94 Millionen US$.
Gebäudesicherheit in den VAE – digital und vernetzt
In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wächst die Baubranche schnell – mit einem höheren Bedarf an modernen Sicherheitslösungen. Der Bau von Hochhäusern und großen Infrastrukturprojekten lässt die Nachfrage nach fortschrittlichen Gebäudesicherheitssystemen steigen.
Das Angebot im Bereich Gebäudesicherheit reicht von klassischen Brand- und Einbruchmeldesystemen über Videoüberwachung bis hin zu Zutrittskontrollen mit biometrischen Verfahren. Im Trend liegen integrierte Plattformen, die verschiedene Systeme vernetzen und mit Smart-Building-Technologien kombinieren. Auch Cybersicherheit gewinnt an Bedeutung, da Gebäude zunehmend digitalisiert und vernetzt betrieben werden. Internationale Anbieter wie Honeywell, Bosch Security Systems oder Johnson Controls sind in den Emiraten bereits präsent.
Staatliche Programme gelten als Wachstumsmotor: So setzt Dubai im Rahmen der Smart-Dubai-Initiative verstärkt auf digitale Infrastrukturen und vernetzte Sicherheitslösungen. Abu Dhabi investiert parallel in die Entwicklung nachhaltiger Stadtviertel wie Masdar City, bei denen moderne Sicherheits- und Zugangskontrollsysteme von Beginn an eingeplant sind. Diese Projekte wirken als Katalysator für die breite Einführung neuer Technologien.