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Britische Kreislaufwirtschaft wächst auch ohne politischen Druck

Unternehmen warten auf die Vorlage einer Kreislaufwirtschaftsstrategie. Müllverbrennungsanlagen stehen noch im Mittelpunkt aber die Bedeutung des Recyclings steigt.

Von Marc Lehnfeld | London

Ausblick der Abfallwirtschaft im Vereinigten Königreich

Bewertung:

 

  • Energetische Müllverbrennung wächst weiter; insbesondere Lösungen für Emissionsmonitoring und CO₂-Abscheidung sind stark gefragt, bleibt jedoch mittelfristig begrenzt.
  • Recyclingquote steigt langsam, während im Umfeld von Müllverbrennungsanlagen vermehrt Recyclingzentren entstehen und Deponierung auf niedrigem Niveau Teil der Strategie bleibt.
  • Marktentwicklung bleibt gebremst, da Regierungsstrategien verspätet greifen und zentrale Instrumente wie das Flaschenpfand erst für Herbst 2027 vorgesehen sind.

Anmerkung: Einschätzung des Autors für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Juni 2026

  • Die britische Kreislaufwirtschaft wird durch zahlreiche regulatorische Veränderungen modernisiert. Dabei wartet die Branche auf eine wichtige Wachstumsstrategie.

    Die britische Regierung kommt beim Aufbau der Kreislaufwirtschaft nur langsam voran. In England lag die Recyclingquote 2024 bei 43,8 Prozent. Damit blieb sie deutlich unter dem politischen Ziel, die Recyclingrate bis 2035 auf 65 Prozent zu steigern.

    Wachstumsstrategie für Recyclingsektor dringend erwartet

    Die Branche wartet seit Monaten auf die Veröffentlichung des angekündigten Circular Economy Growth Plans. Er gilt als strategische Klammer für den Sektor.

    65 %

    soll die Recyclingquote 2035 betragen. Im Jahr 2024 verharrt sie noch bei 43,8 Prozent.

    Nach Informationen des Department for Environment, Food and Rural Affairs (Defra) steht die Veröffentlichung kurz bevor. Der Plan soll neue Schwerpunkte setzen und gezielt Fördermittel für die Kreislaufwirtschaft mobilisieren.

    Die weitere Verzögerung sorgt in der Branche für Kritik. Viele Unternehmen hätten sich frühzeitigere Klarheit über Prioritäten, Förderinstrumente und den langfristigen Infrastrukturbedarf gewünscht.

    Die aktuellsten verfügbaren Daten des Department for Environment, Food and Rural Affairs (Defra) liegen erst für das Jahr 2020 vor.

    Parallel erhöhen regulatorische Verschärfungen den Druck auf die Recyclingwirtschaft. Bis 2027 wird im gesamten Königreich ein Pfandsystem für Einweggetränkeverpackungen eingeführt. Gleichzeitig wird die Herstellerverantwortung für Verpackungen weiter verschärft.

    Zudem gelten in England seit Ende März 2026 einheitliche Vorgaben für die Mülltrennung („Simpler Recycling“). Sie sollen das Recycling spürbar ausweiten. Kommunen, Entsorger und Industrie müssen deshalb in neue Systeme investieren. Das reicht von Pfandautomaten bis zu Sortier- und Aufbereitungsanlagen.

    Recycling als politisches Ziel

    Die Maßnahmen von Defra zielen klar auf höhere Recyclingquoten. Wertstoffe sollen länger im Wirtschaftskreislauf bleiben. Zudem soll die Abhängigkeit von Rohstoffimporten sinken und Emissionen sollen zurückgehen.

    Vor diesem Hintergrund setzt die Regierung weniger auf freiwillige Maßnahmen als auf verbindliche Vorgaben. Regulierung wird damit zum zentralen Hebel. Sie treibt den Umbau der Kreislaufwirtschaft faktisch an, auch wenn der Circular Economy Growth Plan noch aussteht.

    Verschärfung der Produzentenverantwortung für Verpackungen

    Mit der reformierten Herstellerverantwortung für Verpackungen ("Packaging Extended Producer Responsibility (pEPR)") verlagert die Regierung die Kosten der Sammlung, Sortierung und Entsorgung seit April 2025 stärker auf die Verpackungshersteller. 

    Die daraus resultierenden Einnahmen fließen an Kommunen und verbessern deren finanzielle Spielräume. Für Entsorger und Anlagenbetreiber erhöht sich damit die Planungssicherheit ein zentraler Faktor für Investitionen in moderne Sortier und Recyclingtechnik. 

    Die daraus resultierenden Einnahmen fließen an Kommunen und verbessern deren finanzielle Spielräume. Für Entsorger und Anlagenbetreiber erhöht sich damit die Planungssicherheit. Das ist ein zentraler Faktor für Investitionen in moderne Sortier- und Recyclingtechnik.

    Ab dem Haushaltsjahr 2026/27 soll ein materialspezifisches Gebührensystem zusätzliche Anreize für recyclingfreundliches Verpackungsdesign setzen. Dann wird die tonnenbasierte Abgabe für schwer recycelbares Material teurer.

    Die Kommunen müssen das Geld, das sie über pEPR erhalten, zweckgebunden für eine verbesserte Verpackungsabfallsammlung und -verwertung verwenden. Die Regierung schätzt die jährlichen Einnahmen auf umgerechnet etwa 1,4 Milliarden Euro.

    Angesichts der teilweise immensen kommunalen Defizite kommt der Mittelaufwuchs zur richtigen Zeit. Während einzelne Kommunen wie Stratford-on-Avon, Milton Keynes und South Oxfordshire Recyclingquoten von über 60 Prozent erreichen, stagniert der landesweite Durchschnitt seit Jahren.

    Der Londoner Stadtteil Tower Hamlets sowie die großen Städte Birmingham und Liverpool bilden mit Quoten von 17,0 beziehungsweise 17,9 und 20,3 Prozent die Schlusslichter. Das liegt auch an der desolaten Finanzlage, vor allem in Birmingham. Konkrete, großflächige Investitionspläne der Kommunen sind noch nicht bekannt.

    "Simpler Recycling"-Standardisierung erzwingt Umbau

    Der Druck auf die kommunale Abfallwirtschaft steigt mit der Einführung einheitlicher Sammelvorgaben in England über die "Simpler Recycling"-Strategie zum 31. März 2026. 

    Sie treibt die Erhöhung der Recyclingquote und erfordert Investitionen in die Recyclinginfrastruktur. Dazu zählen klassische Recycling- und Sortierprojekte. Hinzu kommen Anlagen zur energetischen Abfallverwertung, zunehmend in Form von Waste-to-Hydrogen-Projekten. Beispiele sind geplante Anlagen in Manston (Kent) oder im Thames Freeport, die Abfälle zur Wasserstofferzeugung nutzen sollen.

    Ausgewählte Investitionsprojekte in der Abfallwirtschaft im Vereinigten Königreichin Millionen Euro
    Projekt/Akteur

    Investitionssumme

    Projektstand

    Anmerkungen
    Energie-Rückgewinnungsanlage; Tilbury Docks, East London; Akteur: Viridor

    457

    im Bau; Geplante Inbetriebnahme: 2028Die Anlage wird jährlich bis zu 350.000 Tonnen Restmüll verarbeiten, die erzeugte erneuerbare Energie soll den Bedarf von umgerechnet 93.000 Haushalten decken
    Wasserstoff aus Abfallanlage; Tilbury Tax Site, Thames Freeport; Akteur: Chinook Hydrogen

    232

    in PlanungProduktion von bis zu 12 Tonnen CO2-negativem Wasserstoff pro Tag aus nicht recycelbaren Restabfällen
    Wasserstoff aus Abfallanlage; Manston, Kent; Akteur: Hydrogen Transition Energy

    139

    in PlanungUmwandlung von Haushalts- und Gewerbeabfällen in sauberen Wasserstoff
    Wasserstoff aus Abfallanlage; Ballymena, Nordirland

    35

    in PlanungDie Anlage soll bis zu 40 Tonnen nicht recycelbaren Abfall pro Tag umwandeln
    Anaerobe Vergärungsanlage; Skipton, North Yorkshire; Akteur: Advanced Fuel Partners

    23

    in  PlanungDie Anlage wird jährlich bis zu 144.000 Tonnen landwirtschaftliche Abfälle und Gülle verarbeiten, um daraus erneuerbares Biomethan für die Einspeisung in das nationale Gasnetz zu gewinnen. Die Anlage wird außerdem bis zu 90.000 Tonnen festen Gärrest und 50.000 Tonnen flüssigen Dünger sowie 17.000 Tonnen lebensmitteltaugliches Kohlendioxyd und 17.000 Tonnen Ammoniumsulfat produzieren
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

    Gleichzeitig ringt das Land noch mit seiner Ausrichtung. Mehr Recycling ist zwar das politische Ziel. Doch parallel entstehen weiterhin Projekte zur energetischen Abfallverwertung. Für deutsche Unternehmen eröffnet dieser Umbruch breite Marktchancen.

    Einführung von Pfandsystem für Getränkeverpackungen im Herbst 2027

    Ein weiterer Schritt für die Recyclingwirtschaft ist die Einführung des geplanten Pfandsystems für EinwegGetränkeverpackungen (Deposit Return Scheme, DRS). 

    Anders als in vielen EU-Staaten existiert im Königreich bislang keine flächendeckende Pfandinfrastruktur. Die Einführung des Pfandsystems in Schottland wurde mehrfach verschoben. Nun wird ein einheitlicher Start im gesamten Königreich zum 1. Oktober 2027 angestrebt.

    Der Start des Systems erfordert erhebliche Investitionen: Rücknahmeautomaten im Einzelhandel sowie Zähl- und Sortieranlagen und eine angeschlossene Recyclinglogistik. Ziel sind Rücklaufquoten von über 90 Prozent und besonders saubere Materialströme, etwa für PET und Aluminium.

    Von Marc Lehnfeld | London

  • Die energetische Abfallverwertung wächst, aber mit zunehmender Marktsättigung. Parallel entstehen neue Recyclinganlagen im ganzen Land.

    Die britische Abfallwirtschaft verfügt über ein breites Netzwerk an Abfallbehandlungsanlagen. Nach den aktuellsten Daten des Department for Environment, Food & Rural Affairs (Defra) für 2020 gibt es im Vereinigten Königreich 621 Deponien mit einer schrumpfenden Restkapazität von 427,2 Millionen Kubikmetern Abfall. Die Endlagerung wird durch die 1996 eingeführte und regelmäßig erhöhte Landfill Tax (Deponiesteuer) verteuert. Zum 1. April 2026 wurde sie um 3,6 Prozent auf 130,75 Pfund pro Tonne (circa 150 Euro) erhöht.

    Die Bedeutung von Müllverbrennungsanlagen ist entsprechend gestiegen. Defra zählt für 2020 insgesamt 143 Anlagen mit einer Gesamtverbrennungskapazität von 26,6 Millionen Tonnen pro Jahr. Von der Kapazität entfallen etwa 45 Prozent auf die energetische Nutzung zur Erzeugung von Strom und Wärme.

    Noch wächst die Kapazität der energetischen Verbrennungsanlagen. Laut Refynix betrug die Kapazität der Energy-from-Waste-Anlagen (EfW) Ende 2024 etwa 19,3 Millionen Tonnen und wird bis 2030 auf 22,7 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Das Wachstumspotenzial für Verbrennungsanlagen ist jedoch begrenzt. Defra schätzt den Bedarf an Verbrennungskapazitäten zur energetischen Rückgewinnung für 2035 auf lediglich 18,8 Millionen Tonnen nach Recycling und Deponierung. Regionale Unterschiede bleiben bestehen, mit hohem Bedarf in Ostengland und den East Midlands.

    Neue Anlagen zur Energierückgewinnung im ganzen Land

    Das Vereinigte Königreich verfügt bereits über zahlreiche Großanlagen. Zu den größten Betreibern zählen Viridor mit 9 Anlagen und einer Verarbeitungsmenge von über 3 Millionen Tonnen im Jahr 2024 sowie Veolia mit 10 Anlagen und 2,4 Millionen Tonnen. Die fünf größten Anbieter, einschließlich Suez, FCC und Enfinium, vereinen etwa zwei Drittel der Gesamtdurchlaufmenge.

     

    Wichtige Branchenunternehmen im Vereinigten KönigreichUmsatz in Millionen Euro

    Unternehmen

    Sparte

    Umsatz  2024

    Veolia Environmental Services Sammlung von Siedlungsabfällen, Baumüll und klinischen Abfällen, Recycling, Altlastensanierung, Wasser- und Abwasserbehandlung, Biogasanlagen

    2.482

    BiffaSammlung von Siedlungs-, Industrie- und Geschäftsabfällen, Sondermüll, Recycling, energetische Verwertung von Abfällen

    1.289 *)

    Suez Recycling and RecoverySammlung von Siedlungsmüll, Sondermüll, Recycling, Kompostierung, Abwasserbehandlung, energetische Verwertung von Abfällen

    911

    ViridorRecycling und Abfallbehandlung und energetische Verwertung von Abfällen

    725 *)

    FCC RecyclingSammlung von Siedlungsmüll, Sondermüll, Recycling, Kompostierung, energetische Verwertung von Abfällen

    200

    * Geschäftsjahr endend März 2025.Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

    Die größte energetische Müllverbrennungsanlage betreibt Viridor in Runcorn im Großraum Liverpool mit einem Verbrennungsvolumen von 1,1 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr. Es folgen die Riverside Resource Recovery Facility (RRRF) an der Themse von der Cory Group mit 850.000 Tonnen sowie die Anlagen Ferrybridge 1 und 2 in West Yorkshire von Enfinium mit einem kombinierten Verbrennungspotenzial von 2x725.000 Tonnen.

    Die Branche investiert weiterhin in den Ausbau ihrer Aktivitäten. Viridor gab im April 2026 an, im nordostenglischen Industriecluster Teesside eine weitere ERF-Anlage mit einer Leistung von knapp 50 Megawatt und einem Verbrennungsvolumen von 150.000 Tonnen Haushaltsmüll pro Jahr zu errichten. Dafür wurde gemeinsam mit lokalen Kommunen die Tees Valley Energy Recovery Facility (TVERF) mit einem Auftragswert von etwa 2,3 Milliarden Euro über die nächsten 29 Jahre gegründet.

    Zudem werden Müllverbrennungsanlagen verstärkt um Recyclingzentren ergänzt. Die North London Waste Authority (NLWA) wandelt ihre Anlage im Stadtteil Edmonton bis 2027 in einen „Edmonton EcoPark“ um. Dabei steigt die Energieerzeugungskapazität von 60 auf 78 Megawatt und das Gelände wird um eine neue Recyclinganlage erweitert. Das Projekt für das neue Kraftwerk verzögert sich, bietet dadurch aber weiterhin Chancen für Zulieferer.

    Mit CCS-Technologien zur Einhaltung von Emissionsgrenzen

    Die Emissionsentwicklung rückt stärker in den Fokus der Politik. Seit Anfang 2026 läuft eine Testphase zum freiwilligen Monitoring, Reporting und zur Verifizierung von Emissionen. Das dafür erforderliche Messsystem (continuous emissions monitoring system, CEMS) kostet laut der Wirtschaftskanzlei Norton Rose Fulbright bis zu 1,2 Millionen Euro.

    Die Testphase dient der geplanten Einbindung der energetischen Müllverbrennung in das Emissionshandelssystem (UK ETS). Das ursprünglich angestrebte Einführungsjahr 2028 ist bislang nicht bestätigt. Eine Verschiebung gilt als möglich. Offen bleiben auch die Bedingungen einer diskutierten Angleichung der Emissionshandelssysteme der Europäischen Union und des Vereinigten Königreichs.

    Unabhängig vom Einführungsdatum begünstigt der Ausbau von Infrastrukturen zur CO₂-Abscheidung, zum Transport und zur Speicherung (CCS) die langfristige Umrüstung der EfW-Anlagen. Dies gilt vor allem für die Industriecluster im Nordosten und Nordwesten Englands. Beispielhaft ist das Projekt von Viridor in Runcorn, das an das CCS-Cluster HyNet North West angeschlossen wird. 

    Hohe Investitionsdynamik bei Recyclinganlagen

    Mit der steigenden Bedeutung von Recyclinganlagen nehmen auch die Investitionen zu. Im gesamten Vereinigten Königreich sind derzeit über 3.200 Recyclinganlagen in Betrieb. Veolia investiert bis 2030 rund 1,2 Milliarden Euro in Großbritannien, darunter eine etwa 80 Millionen Euro teure Kunststoffrecyclinganlage in Battlefield.

    Zu den Großinvestitionen zählen auch die Pläne von Endolys in Teesside. Dort entsteht eine Pyrolyseanlage zum chemischen Recycling von Kunststofffolien. Die zwei Bauphasen kosten zusammen rund 138 Millionen Euro und sollen jeweils 60.000 Tonnen Kunststofffolien in Pyrolyseöl umwandeln. Eine weitere Pyrolyseanlage zur Umwandlung von Reifen in Flugkraftstoffe (SAF) entsteht in Sunderland für rund 115 Millionen Euro durch Wastefront.

    Von Marc Lehnfeld | London

  • Seit dem EU-Austritt haben sich die Rahmenbedingungen für das Geschäft auf der Insel verändert.

    Ausschreibungen öffentlicher Einrichtungen im Vereinigten Königreich können bei einem Beschaffungsvolumen von über 12.000 Pfund Sterling (umgerechnet etwa 13.800 Euro) im Contracts Finder gefunden werden. 

    Beschaffungsprojekte ab 139.688 Pfund Sterling (umgerechnet etwa 160.641 Euro) werden in der Datenbank Find a Tender inseriert. Sie ersetzt nach dem Brexit das europäische TED.

    Projekte der öffentlichen Hand sind unter anderem bei den über 600 kommunalen Wertstoffhöfen (Household Waste Recycling Centre, HWRC) zu erwarten. Weitere Investitionsprojekte und Beschaffungspläne listet auch letsrecycle.com auf. 

    Marktzugang für europäische Unternehmen

    Seit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union richtet sich der Marktzugang für europäische Unternehmen nicht mehr nach EU-Recht, sondern nach internationalen Verträgen. 

    Zum einen gilt das Government Procurement Agreement (GPA) der Welthandelsorganisation. Das Abkommen bietet ein gewisses Maß an Zugang zu den Beschaffungsmärkten der Vertragsparteien. Sowohl die EU als auch das Vereinigte Königreich haben das Abkommen unterzeichnet.

    Zum anderen gelten zusätzlich die Vorschriften des Handels- und Kooperationsabkommens zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich vom 24. Dezember 2020. Dort ergänzen die Artikel 276 ff die Regelungen des GPA und sehen bestimmte Erleichterungen vor.  

    Die Einfuhr von Abfall unterliegt Beschränkungen

    Durch den Brexit ist eine Zollgrenze zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union entstanden. Dadurch sind im Warenverkehr nicht nur Zollformalitäten zu beachten, sondern auch Beschränkungen und Verbote bei der Ein- und Ausfuhr.

    Die Ausfuhr von Abfällen zur Beseitigung aus der EU ist grundsätzlich verboten; eine Ausfuhr zur Verwertung ist hingegen erlaubt. 

    Auch im Vereinigten Königreich gelten strenge Regelungen: Die Ein- und Ausfuhr von Abfall darf grundsätzlich nur zur Verwertung erfolgen. Importe oder Exporte zur Entsorgung sind im Vereinigten Königreich mit wenigen Ausnahmen verboten.

    Der Leitfaden für Im- und Exporte von Abfall der britischen Regierung informiert ausführlich über die Vorschriften. Informationen zur Einfuhr und Ausfuhr aus der EU bietet die deutsche Zollverwaltung

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nicht tarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Von Marc Lehnfeld | London

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    German RETech Partnership e.V.

    Netzwerk deutscher Unternehmen und Institutionen der Entsorgungs- und Recyclingbranche zur Exportförderung

    Department for Environment, Food & Rural Affairs

    Zuständiges Ministerium für Umwelt, Ernährung und den ländlichen Raum
    Environment AgencyUmweltschutzbehörde für England und Wales
    Scottish Environment AgencySchottische Umweltschutzbehörde
    The Northern Ireland Environment Agency Nordirische Umweltschutzbehörde
    Environmental Services AssociationFachverband
    Anaerobic Digestion and Bioresources AssociationFachverband
    letsrecycle.comNachrichtenplattform der Roar B2B
    mrw.co.ukMaterials Recycling World, Nachrichtenplattform von EMAP Publishing
    Chartered Institution of Wastes Management (CIWM)Berufsverband für die Abfallwirtschaft
    Waste & Resources Action Programme (WRAP)Gemeinnützige Einrichtung

    Resource & Waste Management Expo

    Fachmesse in Birmingham, vom 16. bis 17. September 2026

    World Biogas Expo

    Fachmesse in Birmingham, vom 08. bis 09. Juli 2026
    Contracts FinderÖffentliches Ausschreibungsportal