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Wirtschaftsumfeld | Spanien | Investitionsklima

Gutes Investitionsumfeld für ausländische Unternehmen

Der Wert ausländischer Direktinvestitionen in Spanien betrug Ende 2024 insgesamt 594 Milliarden Euro. Auch deutsche Unternehmen sind seit vielen Jahren am Standort vertreten.

Spanien punktet bei Investoren mit einer hervorragend ausgebauten Infrastruktur, sowohl im Verkehrsnetz als auch in der digitalen Anbindung. Die breite industrielle Basis des Landes sorgt zudem für eine starke Zulieferlandschaft. Aufgrund der Landesgröße und der teilweise dünnen Besiedlung stehen zudem verhältnismäßig viele Freiflächen zur Verfügung. Somit sind die Bedingungen zum Beispiel für größere Wind- oder Solarparks besser als in vielen anderen Ländern. Die gewerblichen Strompreise liegen unter dem EU-Durchschnitt.

Autonome Gemeinschaften und Gemeinden mit eigenen Regeln

Da der Zentralstaat, die 17 Autonomen Gemeinschaften und selbst die Gemeinden eigene Regelwerke anwenden, können Entscheidungsprozesse mitunter komplex werden und sich deutlich verzögern. Auch das Zusammenspiel der Verwaltungsebenen zum Beispiel beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität ist nicht immer gut. 

Gesetzes- und Reformvorhaben der nationalen Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez haben es zunehmend schwer, Mehrheiten im Parlament zu finden. Die aktuelle Regierung stützt sich auf mehrere Parteien und einzelne Abgeordnete. Neben den Sozialisten und dem Linksbündnis sind die bürgerlichen und linken Separatisten sowohl aus Katalonien als auch aus dem Baskenland unverzichtbar. Im Oktober 2025 hatte die katalanische Regionalpartei "Junts per Catalunya" offiziell ihre Zusammenarbeit als Koalitionspartner aufgekündigt. In Katalonien wird über den Anteil der spanischen und katalanischen Sprache im Bildungssystem und im Wirtschaftsleben gerungen.

Spanisch dominiert als Landessprache das Wirtschaftsleben sehr stark. Fremdsprachenkenntnisse sind hingegen sehr unterschiedlich verbreitet. Tendenziell sprechen jüngere Menschen besser Englisch als ältere.

Deutschland unter den Top-Direktinvestoren

Laut den neuesten verfügbaren Zahlen flossen 2024 die meisten ausländischen Direktinvestitionen in Spanien in den Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (24 Prozent). Auf den Energiesektor und das verarbeitende Gewerbe entfielen jeweils 14 Prozent. Ausländische Investitionen in den Immobiliensektor (5 Prozent) dürften im Jahr 2025 eine größere Rolle gespielt haben, da die Nachfrage im Wohnungsbereich und im Tourismus zugenommen hat. Bei den Herkunftsländern der Investitionen belegte Deutschland den 4. Platz, nach dem Vereinigten Königreich, den USA und Frankreich. 

Durch Investitionen sind weit mehr als 1.000 deutsche Unternehmen in Spanien vertreten, viele von ihnen bereits seit Jahrzehnten. So verfügen deutsche Automobilhersteller und Kfz-Zulieferer über eine starke Präsenz im Land. Die Umrüstung von Werken für den Bau von Elektrofahrzeugen und die Aufnahme der Batterieproduktion in den nächsten Jahren wird weitere Investitionen in diesem Bereich nach sich ziehen. Seit einigen Jahren expandieren auch die Handelsketten Aldi, Lidl und Rossmann in Spanien.

Über Investitionen in eigene Standorte und Fabriken hinaus spielen weitere Transaktionen eine Rolle für die deutsche Präsenz. Zwei Unternehmen traten in den letzten Jahren durch umfangreiche Übernahmen in Spanien in Erscheinung. Fresenius Helios erwarb über mehrere Jahre Klinikketten im Wert von mehr als 6 Milliarden Euro und katapultierte sich so an die Spitze der deutschen Unternehmen in Spanien gemessen an der Beschäftigtenzahl. Der Optikkette Fielmann gelang es, durch Käufe von zwei spanischen Wettbewerbern innerhalb kurzer Zeit eine größere Präsenz auf dem spanischen Markt zu erreichen.

 

Größte deutsche Investoren in Spanien (Stand: November 2025)

Unternehmen

Branche

Beschäftigte
Grupo Hospitalario Quirónsalud (zu Fresenius Helios)Gesundheitswirtschaft37.000
Lidl SupermercadosEinzelhandel17.500
PreZero Iberia Umweltdienstleistungen, Abfall und Wert-Stoffmanagement16.000
Seat (zu Volkswagen)Automobilindustrie14.010
Robert Bosch España Technologie8.900
Mercedes-Benz EspañaAutomobilindustrie7.100
Media Markt IberiaEinzelhandel6.500
DHL Express SpainLogistik5.300
Volkswagen NavarraAutomobilindustrie4.547
Quelle: AHK Spanien 2025

Besondere Förderung für Investitionen in weniger entwickelten Gebieten

Die zentralstaatliche Investitionsförderung ist für die spanische Regierung auch ein Instrument der Regionalförderung. Für Investitionen in wirtschaftlich benachteiligten oder dünn besiedelten Regionen oder in Randgebieten können kleine Unternehmen bis zu 70 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Projektkosten erhalten. Die bis Ende 2027 gültige Fördermittelregelung gilt jedoch nicht flächendeckend und hängt auch von der Größe des investierenden Unternehmens ab. Zahlreiche Einzelheiten zu Fördermöglichkeiten enthält der Guide to Business in Spain (Kapitel 4) der spanischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft ICEX. 

Auf den kanarischen Inseln können Unternehmen von einem besonderen Förderregime profitieren. Die sogenannte Zona Especial Canaria (ZEC) wirbt mit einem ganzen Paket aus niedrigen Unternehmenssteuern, Ausnahmen bei indirekten Steuern und Vereinfachungen bei Importen und Exporten. So beträgt die Körperschaftsteuer beispielsweise nur 4 Prozent für neu registrierte Unternehmen, dabei gelten bestimmten Auflagen. Sowohl ICEX als auch die regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften werben um Investitionen aus dem Ausland. Dabei haben das Baskenland und Navarra die meiste Eigenständigkeit, da sie über die größte steuerliche Autonomie in Spanien verfügen.

Spanien erhält zudem milliardenschwere Hilfen von der EU aus verschiedenen Töpfen. Allein aus der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität konnte das Land insgesamt 164 Milliarden Euro an Zuschüssen und Krediten für den Zeitraum 2021 bis 2027 einplanen. Aus dem neuen EU-Klima-Sozialfonds kann Spanien im Zeitraum 2026 bis 2032 bis zu 6,8 Milliarden Euro abrufen. 

Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

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