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Argentiniens Landwirtschaft mit sehr guten Zukunftsaussichten

Argentinische Steaks sind berühmt. Der Pampasstaat gehört zu den großen Agrarproduzenten der Welt. Gute Ernten und Preise beflügeln derzeit das Geschäft.

Von Stefanie Schmitt | Santiago de Chile

Ausblick der Landwirtschaft in Argentinien

Bewertung:

 

  • Die Landwirtschaft profitiert von der anhaltend hohen Weltmarktnachfrage, der Rekordernte 2025/26 und einer für den Sektor günstigeren Politik.
  • Der Sektor arbeitet hocheffizient, ist sehr anpassungsfähig und erschließt neue Nischen und Absatzmärkte.
  • Zugleich bleiben einzelne Bereiche wie die Milchwirtschaft unter Druck.
  • Belastend wirken zudem stark gestiegene Kosten für Kraftstoffe und Düngemittel infolge des Iran-Krieges. 

Anmerkung: Einschätzung der Autorin für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Mai 2026

  • Wachsende Weltbevölkerung, neue Nischenprodukte und Märkte – die Landwirtschaft profitiert von vielen Trends. Herausforderungen bergen Klimawandel, Irankrieg und die Infrastruktur.

    Die argentinische Agroindustrie ist mit Rekordzahlen ins Jahr 2026 gestartet. Allein im Januar verkaufte der Sektor Waren im Wert von 4,2 Milliarden US-Dollar (US$) ins Ausland. Das waren 18 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, so das Wirtschaftsministerium. Hintergrund ist auch die hervorragende Ernte, die die Erzeuger in der Saison 2025/26 einbringen konnten.

    2 bis 3 %

    der weltweiten Agrarexporte stammen aus Argentinien.

    Abgesehen von Rekordexporten von Produkten wie Rindfleisch oder Gerste betont das Ministerium in seiner Meldung die Entwicklung kleinerer Nischen mit Monatsumsätzen von unter 5 Millionen US$. Seit sieben Jahren verzeichnen beispielsweise Oregano (kumulatives Plus: 910 Prozent) und gefrorene Schweineinnereien (+488 Prozent) einen Aufwärtstrend. Nicht nur das Angebotsportfolio, auch die Abnehmerstruktur wird breiter. Zu den wichtigsten Kunden zählen derzeit Vietnam, Indonesien, Bangladesch, Brasilien, Indien und China.

    Das Produktionsniveau hat selbst die optimistischsten Prognosen übertroffen. 'Free-on-board' (fob), das heißt ohne Transport- und Versicherungskosten, ist argentinischer Weizen der wettbewerbsfähigste auf dem Weltmarkt.

    Matías Contardi Marktanalyst an der Bolsa de Comercio de Rosario

    Positive Impulse aus Weltnachfrage und Abkommen mit den USA

    Die weltweit zunehmende Nachfrage nach Agrarprodukten kommt Argentinien zusätzlich zugute. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und des steigenden Fleischkonsums gehen die Marktforscher von Business Research Company von einem jährlichen Zuwachs des globalen Agrarmarktes von durchschnittlich 6,7 Prozent von 2026 bis 2035 aus. Argentinien kann daran teilhaben. Das Land verfügt über hervorragende Böden, große Flächen und ein günstiges Klima. Und seine Landwirte arbeiten effizient und flexibel und setzen auf moderne Technologien.

    Weitere Impulse erhofft sich Argentinien von dem am 6. Februar 2026 unterzeichneten U.S.-Argentina Agreement on Reciprocal Trade and Investment (ARTI). Es beinhaltet für den Pampasstaat eine massive Erhöhung des zollbegünstigten Rindfleischkontingents in die USA von 20.000 auf 100.000 Tonnen. Dies soll 2026 Mehreinnahmen von rund 800 Millionen US$ in die Kassen des devisenklammen Landes spülen. Darüber hinaus enthält das ARTI:

    • Zollfreiheit für 1.675 argentinische Exportgüter, viele davon aus dem Agrarbereich,
    • Finanzierungs- und Investitionsprogramme der USA zugunsten kritischer Sektoren einschließlich der Agrarindustrie,
    • günstigere US-Landtechnik und Agrarchemie durch Zollsenkungen.

    In dieser Hinsicht gestaltet sich das EU-Mercosur-Abkommen weniger spektakulär.

    Was das EU-Mercosur-Abkommen für argentinische Steaks bedeutet:

    Rindfleischimporte aus den Mercosur‑Ländern Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay in die EU unterliegen je nach Produkt einem Zollsatz von 45 bis 50 Prozent. In dem Abkommen räumt die EU den Mercosur‑Staaten ein Importkontingent von 99.000 Tonnen Rindfleisch zu einem reduzierten Zollsatz von 7,5 Prozent ein. Davon entfallen auf Argentinien 30 Prozent (29.700 Tonnen).

    Insgesamt lag die Rindfleischproduktion in den Mercosur-Staaten 2023 bei 15,5 Millionen Tonnen. Die Quote von 99.000 Tonnen entspricht damit 0,6 Prozent der Mercosur‑Produktion, so ein Factsheet der EU-Kommission. Umgelegt auf die rund 450 Millionen Bürger der EU entspricht dies 220 Gramm Rindfleisch pro Kopf.

    Mehr Informationen rund um das EU-Mercosur-Abkommen finden Sie auf der GTAI-Sonderseite.

    Klimaveränderungen beeinflussen Kaufverhalten

    Doch bei aller Euphorie ist die Lage der Landwirtschaft nicht ungetrübt. Ein Grund hierfür sind Extremwetterlagen, denen der Sektor regelmäßig ausgesetzt ist. Zuletzt verwüsteten im Februar 2026 heftige Stürme 400.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Dafür brachten die Stürme wieder Regen, nach wochenlangem Wassermangel der bereits zu massiven Ertragsverlusten geführt hatte. Mit Blick auf den Klimawandel dürften sich solche Ereignisse künftig häufen – und die Bauern stellen sich darauf ein:

    • Schon heute werden etwa 80 bis 90 Prozent der Felder in Direktsaat bestellt; das heißt, der Boden wird vor der Aussaat nicht aufgebrochen. Dies senkt die Bodenerosion erheblich. Künftig dürften solche bodenschonenderen Verfahren eine noch größere Rolle spielen.
    • So beobachtet der Landmaschinenhersteller Claas eine steigende Nachfrage nach Raupen- beziehungsweise Kettenfahrzeugen, weil diese auch auf nassen Flächen eingesetzt werden können und den Boden weniger verdichten. Auch Schnelligkeit dürfte künftig eine größere Rolle spielen, wenn sich die Zeitfenster, in denen geerntet werden kann, verkleinern.
    • Angesichts steigender Temperaturen und zunehmender Dürren wird die Nachfrage nach Pumpsystemen und Bewässerungsanlagen steigen. Einem Bericht der U.S. International Trade Administration von 2023 zufolge werden in Argentinien rund 5 Prozent der bewirtschafteten Fläche, also knapp 2 Millionen Hektar, künstlich bewässert. 

    Intelligente Lösungen für künstliche Bewässerung gesucht

    Künstliche Bewässerung in Argentinien hat ihre Tücken. Laut der UN-Organisation FAO zählt das Land zu den zehn Staaten, in denen rund 70 Prozent der weltweit salzbelasteten Böden liegen. In bewässerten Agrarregionen wie Mendoza oder San Juan zeigt sich bereits eine deutliche Bodenverschlechterung, verursacht durch übermäßige Bewässerung und fehlende Drainage.

    Zwar steigt die Nachfrage nach Präzisionsbewässerung, künftig dürfte sie jedoch noch stärker zulegen – ebenso wie der Bedarf an Drainagemanagement, digitalen Überwachungssystemen und angepassten Pflanzenarten.

    Hinzu kommt die Bewässerung mit arsenhaltigem Grundwasser, etwa in den Provinzen La Pampa, Buenos Aires oder Córdoba. Reichert sich das Arsen in Nahrungspflanzen an, entstehen Gesundheitsrisiken. Technisch ließe sich das Problem durch Umkehrosmose mindern, doch das Verfahren ist teuer und energieintensiv – und die Entsorgung des entfernten Arsens bislang ungelöst.

    Mehr Informationen rund um die Themen Wasserwirtschaft und Bewässerung finden Sie in unserem GTAI-Special.

    Iran-Krieg wirkt bis Südamerika

    Generell gehen wir davon aus, dass der Anstieg der Preise für Treibstoff und für Düngemittel infolge des Irankrieges höher sein wird, als der Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Dies wird die Rentabilität deutlich verschlechtern.

    Matías Contardi Analyst an der Bolsa de Comercio de Rosario

    Weiterer Gegenwind kommt vom Krieg im Nahen Osten: Höhere Preise für Diesel und Düngemittel treffen die Bauern direkt. Hinzu kommen die steigenden Kosten für den ohnehin schon teuren Transport.

    Argentinien ist stark von Düngemittelimporten abhängig. Im Jahr 2025 importierte das Land rund 4,1 Millionen Tonnen, 28 Prozent mehr als 2024. Der Gesamtverbrauch lag 2025 bei 5,1 Millionen Tonnen, so die Handelsbörse von Rosario. Wertmäßig bezieht Argentinien fast 30 Prozent der Düngemittel aus dem Nahen Osten und 13 Prozent aus Russland.

    Zwar dürfte der globale Preissprung für Düngemittel bisher noch nicht bei den Landwirten angekommen sein. Denn für die nächste große Aussaat von Weizen im Mai sollten die Bauern die Düngemittel bereits und noch zu alten Preisen – gekauft haben, so eine Branchenexpertin. "Interessant wird es ab September (Sojaaussaat) und Oktober (Sonnenblumen). Ob diese dann von der Düngemittelpreiserhöhung betroffen sind, hängt davon ab, wie lange die Straße von Hormus geschlossen bleibt, und welches Ausmaß die Zerstörung an der Infrastruktur in den betroffenen Ländern hat."

    Besonders deutlich zeigt sich die Problematik im Transportsektor – nicht nur auf den oft tausende Kilometer langen Seewegen zu den Abnehmermärkten, sondern auch im Binnentransport. Bereits vor dem Krieg schmälerten hohe Logistikkosten die Rentabilität, steigende Erdölpreise haben die Lage weiter verschärft. Argentinien ist ein riesiges Land mit schwach ausgebauter Infrastruktur. So koste der Lkw‑Transport einer Tonne Weizen vom Feld bis zum Hafen etwa so viel wie der anschließende Seetransport bis nach Vietnam, sagt Gustavo Idígoras, Präsident der Kammer der Ölsaaten‑Industrie CIARA.

    Mit Fortdauern des Konfliktes im Nahen Osten könnte sich die hohe Distanz von den Krisenherden jedoch auch positiv auswirken, hoffen Branchenvertreter. "Immerhin sind wir hier sicher."

    Investitionen rund um die Landwirtschaft
    ThemaSituationProjekte
    DüngemittelMit rund 2,1 Millionen Tonnen entfallen mehr als die Hälfte der argentinischen Düngemittelimporte auf stickstoffbasierte Produkte wie Harnstoff (Urea). Ein Ausbau der Harnstoff‑ und Düngemittelproduktion würde die Versorgungssicherheit erhöhen.

    Im 1. Quartal 2026 beantragte der argentinische Erdöl- und Stromkonzern Pampa Energía einen multilateralen Kredit über 1,5 Milliarden US$ zum Bau einer Harnstoffanlage auf Gasbasis. 

    Zudem prüft Profertil, bislang der einzige Harnstoffproduzent des Landes, ein Erweiterungsprojekt. Die Anlage in der Provinz Buenos Aires produziert derzeit jährlich rund 1,3 Millionen Tonnen granulierten Harnstoff sowie 790.000 Tonnen Ammoniak.

    Logistik/Infrastruktur: EisenbahnUnterentwickelte EisenbahninfrastrukturKurzfristig ist mit der Ausschreibung von fünf Eisenbahnlinien zu rechnen. Zwei davon sollen die Agrarzentren Santa Fe und Córdoba mit den Exporthäfen in Rosario verbinden, eine weitere von Rosario nach Norden Richtung Paraguay und Brasilien führen. Nach Angaben der Ölsaaten‑Kammer CIARA hat sich bereits ein Konsortium aus landwirtschaftlichen Produzenten und Branchenunternehmen wie Louis Dreyfus formiert, das sich beteiligen will.
    Logistik/Infrastruktur: Schiffstransport

    Derzeit können Schiffe den Hafen Rosario am Paraná nicht voll beladen verlassen, da die Fahrrinne versandet ist. Der Paraná ist die wichtigste Exportroute für Argentiniens Agrarprodukte.

    Eine Vertiefung der Fahrrinne soll den Einsatz von Schiffen der Panamax‑Klasse ermöglichen und die Logistikkosten senken.

    Seit November 2023 läuft die Ausschreibung für eine auf 30 Jahre angelegte Konzession zur Vertiefung des Paraná. Die Entscheidung wird für Mai 2026 erwartet, könnte sich jedoch verzögern: Der bisherige Betreiber Jan de Nul aus Belgien steht im Verdacht, durch die Ausschreibungsbedingungen begünstigt zu sein, weshalb Konkurrenten wie DEME geklagt haben. Ziel ist eine Vertiefung auf mindestens 39 bis 40 Fuß (11,9 bis 12,2 Meter; derzeit rund 34 Fuß).
    Quelle: BNAmericas 2026; Cámara de la Industria Aceitera de la República Argentina (CIARA; Kammer der Ölsaaten-Branche) 2026; Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

  • Kaum ein Sektor Argentiniens ist so allgegenwärtig und breit aufgestellt wie das Agrobusiness. Hinzu kommt eine vielfältige Start-up-Szene mit interessanten neuen Lösungsansätzen. 

    Der Agrarsektor ist eine zentrale Säule der argentinischen Wirtschaft. Einschließlich vor- und nachgelagerter Bereiche wie Agrarchemie, Maschinenbau, Transport und Handel hängt schätzungsweise ein Drittel aller Arbeitsplätze direkt oder indirekt von ihm ab. Zudem ist er die wichtigste Devisenquelle für das Land, das nur über geringe Währungsreserven verfügt.

    Die Landwirtschaft selbst befindet sich in privater Hand. Viele Betriebe sind in Genossenschaften organisiert. Wichtigster Dachverband ist CONINAGRO mit mehr als 350 Genossenschaften und knapp 150.000 Erzeugern. Daneben spielt CREA mit rund 2.500 Mitgliedern eine wichtige Rolle als Plattform für Erfahrungsaustausch und Produktionsoptimierung.

    Strukturell dominieren größere Betriebe. Laut der jüngsten Untersuchung Agrocenso 2018 des Statistikamts INDEC gab es 2017 knapp 250.000 landwirtschaftliche Betriebe mit einer durchschnittlichen Betriebsfläche von 620 Hektar. Rund 11 Prozent bewirtschafteten zwischen 1.000 und 10.000 Hektar; 1 Prozent sogar mehr als 10.000 Hektar. 

    Die Farmen sind so groß, dass der Farmer mitunter mit dem Flugzeug zu seinen Feldern fliegen muss. Da müssen die Maschinen verlässlich und lange funktionieren, denn der Service ist weit weg.

    Stefan Müller Business Development Manager, Klüber Lubrication, München

    Eckdaten zur Landwirtschaft in Argentinien
    Kennziffer

    2025

    Einwohner (Mio.)

    46,4

    landwirtschaftliche Nutzfläche 1)

    41 Mio. ha Ackerfläche,

    1 Mio. ha Dauerkulturen,

    75 Mio. ha Wiesen und Weiden 

    Anteil der Landwirtschaft an der Entstehung des BIP (in %) 2)

    5,8 

    Exporte Agrargüter in Mrd. US-Dollar (SITC 0) 3)

    29,5

    1 Angaben für 2023; 2 Angabe für 2024; 3 weitere wichtige Positionen: SITC 22 (Ölsaaten und ölhaltige Früchte) 5,7 Mrd. US$; SITC 42 (pflanzl. Fette) 7,1 Mrd. US$.Quelle: UN Comtrade 2026; Statistikamt INDEC 2026; Weltbank 2026; Bolsa de Comercio de Rosario 2025; FAO 2025

    Agrarriese Argentinien

    Mit lediglich 0,56 Prozent der Weltbevölkerung steht Argentinien für rund 3 Prozent der weltweiten Agrarexporte. Die wichtigsten Güter im Pflanzenbau sind Sojabohnen und -produkte (Öl und Schrot) sowie Weizen, Mais, Sonnenblumen und Gerste. Darüber hinaus spielen je nach Provinz weitere Erzeugnisse wie Wein oder andere Sonderkulturen eine Rolle.

    In den vergangenen Jahren war Argentiniens Landwirtschaft mit hohen Exportabgaben und Preisdeckelungen konfrontiert. Der Staat nutzte den Sektor für wirtschafts- und sozialpolitische Motive. Seit dem Amtsantritt von Javier Milei Ende 2023 hat eine Phase der Liberalisierung eingesetzt. Viele Landwirte nutzten dies, um Investitionen – insbesondere in die Modernisierung ihres Maschinenparks – nachzuholen. Davon profitierten auch deutsche Anbieter.

    Rinderzucht erholt sich – Konsum verschiebt sich

    Argentinien zählt traditionell zu den weltweit bedeutendsten Produzenten von Rindfleisch. Hohe Exportsteuern und staatliche Preisobergrenzen veranlassten jedoch viele Viehzüchter in der vergangenen Dekade, ihre Bestände zu reduzieren oder aus der Produktion auszusteigen. Mehrere Dürrejahre verschärften diese Entwicklung zusätzlich. Seit dem Abbau der Preisregulierungen und der Senkung der Exportabgaben nehmen die Bestände langsam wieder zu. "Doch das dauert, denn jede Kuh bringt im Jahr nur ein Kalb zur Welt und bis eine Färse zu einer fortpflanzungsfähigen Kuh herangewachsen ist, vergehen zwei Jahre“, erklärt Fernando Herrera, Direktor der Asociación de Productores Exportadores Argentinos (APEO).

    Gleichzeitig sehen sich die Produzenten mit einem veränderten Konsumverhalten konfrontiert: Die angespannte Wirtschaftslage hat den Rindfleischverbrauch gedrückt. Viele Konsumenten wichen auf günstigere Alternativen wie Huhn oder Schwein aus. Laut dem Verband der Fleischwirtschaft (CICCRA) zog der Fleischkonsum 2025 erstmals wieder leicht um 4 Prozent auf 116,4 Kilogramm pro Kopf an. Der Trend hin zu Geflügel und Schweinefleisch setzte sich jedoch fort. Im Jahr 2024 aßen die Argentinier 49,9 Kilogramm Rind-, 47,7 Kilogramm Hühner- und 18,9 Kilogramm Schweinefleisch.

    Milchwirtschaft mit Automatisierungsbedarf

    Dagegen hat die Milchwirtschaft noch nicht aus der Krise herausgefunden. "Rot-gelb" sieht Carlos De Lorenzi die Lage. Er ist Leiter der Abteilung für Milchwirtschaft der Provinz Santa Fe. Die Milchbauern produzierten derzeit deutlich mehr Milch, als sie absetzen könnten. Der Inlandskonsum sei wegen der hohen Preise rückläufig und bewege sich, derzeit bei 180 Litern pro Kopf (einschließlich Milchprodukten), in den 1980/90ern waren es noch rund 230 Liter. Und im Ausland leide die Wettbewerbsfähigkeit vieler argentinischer Milcherzeugnisse unter dem starken Peso und hoher interner Kosten. Dennoch bewegen sich die Exporte weiter auf einem hohen Niveau, darunter vor allem nach Brasilien und Algerien.

    Gleichzeitig steigt der Investitionsdruck: Viele Betriebe setzen verstärkt auf Automatisierung, nicht zuletzt, weil es zunehmend schwierig wird, ausreichend Arbeitskräfte für die harte Arbeit zu gewinnen.

    Viele Start-ups in und um die Landwirtschaft

    Rund um die Landwirtschaft hat sich eine dynamische Start-up-Szene entwickelt. Entscheidend für den Markterfolg ist laut Lara Svendsen von der Handelsbörse in Rosario vor allem der unmittelbare praktische Nutzen. Als Beispiel nennt sie DeepAgro, das künstliche Intelligenz (KI) für den gezielten Einsatz von Herbiziden nutzt. Insgesamt dürfte der Einsatz von KI weiter zunehmen, etwa für Verbesserungen in der Zuchtauswahl. Die Börse unterstützt Start-ups mit der Initiative BCR Innova und dem Programm "Startup Network".

    Typische Tätigkeitsfelder und Beispiele sind:

    • Lösungen gegen zunehmende Resistenzen bei Pestiziden und Antibiotika;
    • neue Fermentationsverfahren, teils auf Basis genetisch veränderter Mikroorganismen, etwa für Kompostierung und Bioplastikproduktion;
    • Futtermittelzusätze zur Reduktion von Methanemissionen bei Rindern;
    • KI-Anwendungen zur Risikoanalyse von Agrarkrediten;
    • digitale Tierbeobachtung: In Santa Fe erprobt ein Start-up eine KI-gestützte Lösung, die per Kamera die Brunst von Kühen erkennt und so den Einsatz von Chips oder Halsbändern ersetzt.

    Validagro: Vom Pitch zum Feld

    Eine interessante Initiative ist die 2025 gegründete Plattform Validagro. Ihr zentrales Merkmal: Auf der rund 20.000 Hektar großen Estancia Las Cabezas des Unternehmens Fersam Agroindustrial werden Innovationen unter realen Produktionsbedingungen und wissenschaftlicher Begleitung erprobt. Start-ups erhalten so die Möglichkeit, ihre Lösungen unter Praxisbedingungen zu testen und potenziellen Industriepartnern belastbare Ergebnisse zu präsentieren.

    Inhaltlich konzentriert sich Validagro auf vier Schwerpunkte:

    • Nachhaltigkeit und Bodenschutz (u. a. regenerative Landwirtschaft und Emissionsminderung),
    • Produktivitätssteigerung (Präzisionslandwirtschaft, Ressourceneffizienz, Kostensenkung),
    • Digitalisierung und Automatisierung (Einsatz von KI, Sensorik, Robotik sowie Datenanalyse mittels Satellitenbildern und Drohnen) sowie
    • Tierproduktion (etwa digitale Herdenverwaltung und bildgestützte Gewichtsschätzung).

    Landesweit gibt es eine Vielzahl weiterer Start-up-Zentren. Für deutsche Start-ups interessant ist der Kontakt zum German Accelerator in Buenos Aires. Er unterstützt beim Markteintritt in Lateinamerika. 

    Aktuelle und künftige Leuchttürme der argentinischen Landwirtschaft
    Immer neue Nischen finden

    Angetrieben vom Boom der "Dubai-Schokolade" gewinnen Pistazien in Argentinien an Bedeutung. In der Provinz San Juan will das Unternehmen AgroFides mit dem Projekt "La Mermita" den Einstieg in den globalen Pistazienmarkt schaffen. Geplant ist zunächst die Bewirtschaftung von 100 Hektar mit perspektivischer Ausweitung auf 300 Hektar. Die erwarteten Erträge liegen laut Unternehmensangaben bei mindestens 3,5 Tonnen pro Hektar.

     

    Parallel dazu setzen Provinzen wie Catamarca und Santa Fe verstärkt auf den Anbau von Pekannüssen. Der Branchenverband La Cámara Argentina de Productores de Pecán treibt vor dem Hintergrund steigender globaler Nachfrage eine Exportoffensive voran.

     

    InnovationskraftArgentiniens Landwirtschaft stand lange unter hohem Druck, unter schwierigen und wechselhaften Rahmenbedingungen rentabel zu bleiben. Heute gilt sie als eine der innovativsten weltweit. Dazu trägt auch die vergleichsweise große Betriebsstruktur bei, die den Zugang zu externer Beratung und damit die Optimierung von Prozessen erleichtert. Der Fahrzeugverband ACARA veröffentlicht regelmäßig Berichte zu Innovationen im Bereich Landmaschinen.
    Ausgeprägter Einsatz von Lohnunternehmen ("Contratistas")Die meisten Betriebe verfügen selbst nur über ein Minimum an Maschinen. Besonders die Ernte übernehmen häufig hochspezialisierte Lohnunternehmen mit entsprechend leistungsfähiger und moderner Technik. Laut Federación Argentina de Contratistas de Máquinas Agrícolas (FACMA) gibt es derzeit zwischen 17.000 und 18.000 Contratistas.
    DirektsaatFast 90 Prozent der Aussaat erfolgt in Direktsaat, was den Boden schont und den Einsatz von Pflug und Diesel reduziert. Moderne Technik optimiert zudem den Saatguteinsatz. Nachteilig ist ein höherer Bedarf an Pflanzenschutzmitteln. Die führenden Betriebe sind in dem Verband Aapresid zusammengeschlossen.
    Präzisionslandwirtschaft und Smart Farming: Digitalisierung in Pflanzenbau und TierzuchtZiel ist der effizientere Einsatz von Ressourcen wie Saatgut, Dünger, Wasser und Pflanzenschutz durch IT, Sensorik und Datenanalyse. Präzisionslandwirtschaft kann den bei Direktsaat hohen Chemikalieneinsatz deutlich reduzieren. Dies ist relevant, da vielfach umstrittene Produkte wie Glyphosat oder Glufosinat-Ammonium eingesetzt werden. Die Digitalisierung wird unter anderem vom staatlichen Agrartechnologieinstitut INTA gefördert.
    Grüne Landwirtschaft

    Laut Länderbericht des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat ist Argentinien weltweit zweitgrößter Produzent von Ökoprodukten und eines der wenigen Länder mit von der EU anerkanntem Zertifizierungssystem. Trotz Kritik an Flächenausweitung und hohem Pestizideinsatz wird die Landwirtschaft zunehmend nachhaltiger. "Die meisten Landwirte sind jung und probieren gerne Neues aus“, sagt Edgard Ramirez, Mitarbeiter im Deutsch-Argentinischen Dialog zu Nachhaltigen Landwirtschaftlichen Innovationen (Agrinnova).

     

    Auch das staatliche Agrartechnologieinstitut INTA fördert nachhaltige Alternativen, etwa den Einsatz von Mikroorganismen oder Biostimulanzien zur Saatgutbehandlung.

     

    Zukunftsaufgabe WassermanagementDie argentinische Landwirtschaft kommt meist ohne künstliche Bewässerung aus. In der Pampa verdrängen jedoch Kulturen wie Mais, Soja und Weizen tiefwurzelnde Vegetation. Die flachen Wurzeln lassen den Grundwasserspiegel steigen, was Versalzung, Überschwemmungen und Erosion begünstigt – mit entsprechenden Boden- und Ernteverlusten.
    Zukunftsaufgabe entwaldungsfreie Lieferketten

    Die EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten (EUDR) greift ab Ende 2026 bzw. Mitte 2027. Für Argentinien relevant sind vor allem Rindfleisch, Leder, Soja und Holz. Exporte in die EU müssen künftig nachweisen, dass sie nicht auf nach dem 31. Dezember 2020 entwaldeten Flächen erzeugt wurden – einschließlich exakter Geodaten auf Parzellenebene.

     

    Für Argentinien bedeutet dies einen stärkeren Ausbau digitaler Rückverfolgbarkeitssysteme. Makroökonomisch gilt die Umstellung als verkraftbar, da der Großteil der Exporte bereits konform ist, so eine Modellstudie der EU. Herausforderungen bestehen jedoch vor allem im Handel und in der Logistik. Im Fokus steht dabei insbesondere der Schutz des Gran Chaco.

     

     

    Biofuels

    Während die Biodieselproduktion schwächelt und die Kapazitätsauslastung niedrig bleibt, wird ein deutlicher Nachfrageanstieg bei nachhaltigen Biokraftstoffen erwartet. Entsprechend investieren Unternehmen in neue Kapazitäten: So nahm Louis Dreyfus Anfang 2026 in Santa Fe eine Anlage für nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) und hydriertes Pflanzenöl (Hydrotreated Vegetable Oil/HVO) in Betrieb.

    Parallel baut ein Joint Venture um YPF die stillgelegte Raffinerie in San Lorenzo zu einer SAF-Anlage um. Geplant sind bis 2030 rund 100.000 Tonnen Jahreskapazität. Das Projekt wird durch das Investitionsförderprogramm RIGI unterstützt.

    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest

  • Argentinien bereitet ein neues Saatgutgesetz vor. Es käme auch deutschen Züchtern zugute. Strengere Vorgaben für mehr Lebensmittelsicherheit bieten weitere Geschäftschancen.

    "Das Einzige, was in Argentinien stabil ist, ist die Instabilität." Dieses Bonmot gilt auch für die Landwirtschaft. Aktuell rücken vor allem zwei Themen in den Fokus: die geplante Reform des Saatgutgesetzes sowie steigende Anforderungen an Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit, insbesondere in der Fleischwirtschaft.

    Reform des Saatgutrechts

    Wir arbeiten in Argentinien immer noch mehr oder weniger mit den gleichen Sorten wie vor 15 Jahren. Inzwischen sind die USA, Brasilien und auch Europa saat- respektive biotechnisch an uns vorbeigezogen.

    Gustavo Idigoras Präsident der Cámara de la Industria Aceitera de la República Argentina (CIARA; Interessenvertretung der Ölsaaten-Branche)

    Der Anstoß für die Reform des Saatgutrechts liegt im unzureichenden Schutz geistigen Eigentums für Saatgutproduzenten in Argentinien. Entsprechend gering sind die Investitionen in die Entwicklung neuer Sorten: Erträge lassen sich für Anbieter meist nur einmal realisieren, da die Landwirte vielfach eigenes Saatgut aus der Ernte wiederverwenden. Aktuell sind lediglich rund 18 Prozent der Ölsaatenflächen mit lizenziertem Saatgut bestellt. Die geplante Gesetzesreform, die in der Branche kontrovers diskutiert wird, könnte dies ändern.

    Erklärt: Stärkerer Schutz für Saatguthersteller – was steckt dahinter?

    Das Saatgutrecht in Argentinien basiert auf dem Gesetz Nr. 20.247 von 1973. Zudem trat das Land 1994 dem Internationalen Übereinkommen zum Schutz von Pflanzenzüchtungen (UPOV = Union internationale pour la protection des obtentions végétales) in der älteren Fassung UPOV 78 bei. Dies erlaubt den Bauern ein kostenloses Nachbaurecht ("uso propio") einmal gekauften Saatgutes. Aus Sicht der Regierung und der Branche hemmt der schwache Schutz geistigen Eigentums jedoch Investitionen: So stagnieren etwa die Sojaerträge, und die Zahl neuer Sorten bleibt deutlich hinter Ländern wie Brasilien zurück.

    Die Regierung Milei strebt daher eine Annäherung an den strengeren UPOV-91-Standard an, der längere Schutzfristen und stärkere Rechte für Züchter vorsieht. Dies könnte Forschung und Innovation fördern, stößt jedoch auf Widerstand insbesondere bei kleineren Produzenten, die höhere Kosten und Abhängigkeiten befürchten. Größere Betriebe zeigen sich offener, während die politische Umsetzung bislang an fehlenden Mehrheiten scheitert – auch wenn internationaler Druck, etwa durch das Abkommen ARTI zwischen den USA und Argentinen, zunimmt.

    Weltweiter Trend zu mehr Lebensmittelsicherheit

    Weltweit steigt der Druck auf Produzenten, höhere Standards bei der Lebensmittelsicherheit einzuhalten – getrieben von Regulierung ebenso wie von Anforderungen seitens Handel und Verbrauchern. Für Argentinien steht dabei insbesondere die Rückverfolgbarkeit landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Fokus. 

    Die Nachverfolgung ist derzeit besonders für die Rinderhalter ein Thema und durchaus umstritten: "Es genügt nicht mehr, davon überzeugt zu sein, das beste Fleisch der Welt zu liefern. Es auf einmal nachweisen zu müssen, kränkt manche Tierhalter, die schon seit Generationen auf der grünen Wiese Rinder in exzellenter Qualität züchten", weiß Fernando Herrera, Direktor beim Verband der Rindfleischexporteure (APEA). Dabei spiele Entwaldung – anders als etwa in Brasilien – für die Rinderzucht in Argentinien kaum eine Rolle, sagt er.

    Dessen ungeachtet müssten seit 2026 alle neugeborenen Kälber einen Chip im Ohr tragen, der die Nachverfolgung des Tieres gewährleiste. Langfristig könnten entsprechende Systeme Wettbewerbsvorteile schaffen, etwa durch transparente Informationen für Verbraucher, sagt Herrera.

    Zugleich verschärfen sich Anforderungen an die Schadstofffreiheit von Produkten und Verpackungen, etwa im Hinblick auf Mineralölrückstände (MOSH-/MOAH-frei). Geplante EU-Grenzwerte für aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) erhöhen den Anpassungsdruck und fördern den Einsatz umweltfreundlicher Betriebsmittel – mit positiven Absatzperspektiven für entsprechende Produkte wie Spezialöle und -schmierstoffe.

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nicht tarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

  • Argentinien bietet Chancen, aber starken Wettbewerb. Erfolgreich ist, wer Preisstrategie, Kundennähe, Service und Finanzierung gezielt kombiniert und lokal tragfähig aufstellt.

    Argentiniens Landwirtschaft lockt. Doch wie erschließen deutsche Unternehmen den Markt? Ein erster Schritt kann die Einschaltung eines Absatzvermittlers sein. Weitere Möglichkeiten bieten Händler- und Franchiseverträge. Mehr Informationen zum Vertriebsrecht bietet die GTAI-Publikation Recht kompakt.

    Konkrete Tipps für Argentinien

    Der Agrarmarkt in Argentinien unterscheidet sich in Struktur, Entscheidungslogik und operativer Praxis deutlich von Märkten in Europa. Für deutsche Zulieferer sind insbesondere folgende Punkte für einen erfolgreichen Markteinstieg entscheidend:

    1. Gewappnet sein: Die Öffnung des argentinischen Marktes kommt nicht nur deutschen Exporteuren zugute, sondern Anbietern aus aller Welt. Insbesondere chinesische Anbieter drängen mit Macht in den Markt. Darauf müssen sich die Firmen einstellen – mit einem überzeugenden Produktangebot, Kundennähe und gutem Service.
    2. Balance halten: Unternehmen müssen eine Balance wahren zwischen dem allgegenwärtigen Preisdruck und dem Erhalt ihrer Stärken wie Langlebigkeit und hoher Qualität. Gegebenenfalls empfiehlt sich eine Zwei-Marken-Strategie, die ein robustes, preisgünstiges Einsteigermodell sowie eine hochpreisige Variante umfasst, die anspruchsvollen Anforderungen gerecht wird.
    3. Online reicht nicht: Unternehmen müssen mit ihren Kunden und wichtigen Leitfiguren der Branche im persönlichen Gespräch bleiben. Angesichts preislich äußerst günstiger neuer Konkurrenzprodukte ist es umso wichtiger, die Kunden von den Vorteilen der eigenen Produkte in Bezug auf Qualität, Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit zu überzeugen.
    4. Ein leistungsfähiger Service ist ein zentrales Verkaufsargument, stellt angesichts der großen Entfernungen jedoch eine Herausforderung dar. Erforderlich sind mindestens 20 Servicestationen mit Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit. Diese müssen mit wichtigen Ersatzteilen, Schmierstoffen sowie qualifiziertem Fachpersonal ausgestattet sein.
    5. Die klassische Erfolgsformel – Spitzenqualität und exzellenter Service – muss zunehmend um einen dritten Faktor ergänzt werden: ein attraktives Finanzierungspaket.
    6. Finanzielle Risikobegrenzung: Wer auf den argentinischen Markt kommt, sollte ein solides Geschäftsmodell im Gepäck haben, das ihm höhere Margen ermöglicht, als sie beispielsweise in Europa üblich sind. Ist das Unternehmen vor Ort wirtschaftlich tragfähig aufgestellt, muss es in der Lage sein, sich lokal zu finanzieren. Das Wachstum soll aus dem argentinischen Markt heraus erfolgen.

    Geschäftsanbahnungen und Veranstaltungstipps

    Eine gute Möglichkeit, den argentinischen Markt kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen, bietet das Markterschließungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat organisiert über das Förderprogramm Agrarexport eigene Maßnahmen und informiert hier auch über Informations- und Absatzförderungsmaßnahmen der EU. Geschäftsanbahnungen im Energiesektor laufen über die Exportinitiative Energie. Auch die Fördergesellschaften der Bundesländer verfügen über Programme zur Geschäftsanbahnung und Markterkundung. 

    Für die Markteinführung und den Vertrieb neuer Produkte empfiehlt sich zudem die Teilnahme an Branchenmessen. Die wichtigsten Events sind die Exposición Rural in Buenos Aires und die Expoagro in San Nicolás. Beide finden jährlich statt. Bei der nächsten Ausgabe der Expoagro im März 2027 präsentiert sich Deutschland voraussichtlich erneut mit einem Gemeinschaftsstand.

    Eine Übersicht über weitere Messen in Argentinien und das Auslandsmesseprogramm des Bundes (AMP) bietet die Messedatenbank des Ausstellungs- und Messeausschuss der deutschen Wirtschaft e. V. (AUMA) und der Exportguide von GTAI. Die Anmeldung zur Teilnahme an einem German Pavilion erfolgt direkt bei der jeweiligen Durchführungsgesellschaft. Achtung: Der Anmeldeschuss liegt mitunter weit vor dem Messebeginn.

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    Germany Trade & Invest

    Außenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft

    AHK Argentinien

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    German AcceleratorNiederlassung in Buenos Aires; vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Anlaufstelle für Start-ups
    Exposición RuralGrößte Landwirtschaftsmesse in Argentinien; nächster Termin: 12.-22.06.26 in Palermo, Stadtteil von Buenos Aires
    ExpoagroGrößte Agrarmesse außerhalb von Buenos Aires; nächster Termin: 9.-12.03.27 in San Nicolás, Provinz Buenos Aires