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Branchen | Israel | Landwirtschaft

Struktur der Landwirtschaft

Der Agrarsektor trägt 1,1 Prozent zum BIP bei. Kollektive und genossenschaftliche Siedlungen sind wichtige Betriebsformen. Es gibt nicht genug einheimische Arbeitskräfte.

Von Wladimir Struminski | Jerusalem

Hohe Importquote

Im Jahr 2021 betrug der Anteil der israelischen Landwirtschaft am israelischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) 1,1 Prozent. Langfristig weist er einen leicht rückläufigen Trend auf. Mit 72.000 Arbeitnehmern und Selbstständigen entfielen auf den Agrarsektors 1,7 Prozent aller 2021 in Israel beschäftigten Personen.

Die israelische Landwirtschaft leidet an einem akuten Mangel an einheimischen Mitarbeitern. Deshalb machten Israelis lediglich 44 Prozent aller in der Landwirtschaft tätigen Arbeitskräfte. Auf Beschäftigte aus den palästinensischen Autonomiegebieten entfielen 24 Prozent und auf Arbeitskräfte aus anderen Ländern 32 Prozent des Beschäftigungsstandes.

Der Umsatz der Landwirtschaft belief sich 2021 auf umgerechnet 9,9 Milliarden US$. Die Agrarausfuhr betrug 1,5 Milliarden US$ während 8,3 Milliarden US$ auf dem Binnenmarkt abgesetzt wurden.

Inklusive der Einfuhr von 5,2 Milliarden US$, erreichte die Marktversorgung 13,5 Milliarden US$. Die Importquote lag bei 38,5 Prozent.

Kollektiv- und Genossenschaftssiedlungen wichtig

In der israelischen Landwirtschaft herrschen drei Betriebsformen vor: Kollektivsiedlungen, Genossenschaftssiedlungen und private Betriebe. In Kollektivsiedlungen (Kibbuzim) erfolgen die Beschaffung, die landwirtschaftliche Produktion und der Absatz durch die Mitgliedergemeinschaft.

Im Siedlungstyp der Genossenschaftssiedlung (Moshav) hat jedes Mitglied seinen eigenen Agrarboden. Allerdings kooperieren die Mitglieder bei der Beschaffung und dem Absatz der Agrarerzeugnisse.

Obst und Gemüse beherrschen die Ausfuhr

Im Jahr 2021 entfielen 57,3 Prozent des Agrarumsatzes auf den Ackerbau. Die wichtigsten Sparten waren Plantagen außer Zitrusfrüchten sowie Gemüse, Kartoffeln und Melonen. Auf diese beiden Positionen entfielen insgesamt 74 Prozent des mit Ackerbauprodukten erzielten Umsatzes.

Im Bereich der Tierzucht, die mit 42,7 Prozent des gesamten Agrarumsatzes zu Buche schlug, dominierte die Geflügel- und Rinderzucht. Auf sie entfielen 85,6 Prozent des von der Tierzuchtbranche verbuchten Umsatzes.

Israel verfügt über eine moderne und gut ausgebaute Nahrungsmittelindustrie. Im Jahr 2021 lag der Umsatz der Branche bei umgerechnet 25,5 Milliarden US$. Das entsprach 20,9 Prozent des Gesamtumsatzes der israelischen Industrie.  Im Jahr 2021 entfielen 38 Prozent des von der Landwirtschaft erzielten Umsatzes auf Verkäufe an die Nahrungsmittelindustrie.

Getreide, Fleisch, Fische und lebende Tiere führend beim Import

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Exportgüter sind Obst, Gemüse, Ölsaaten und ölhaltige Früchte, Körner, Samen und Früchte, Pflanzen für industrielle, gewerbliche oder medizinische Zwecke sowie Stroh und Futter. Im Jahr 2021 stellten diese drei Kategorien 81 Prozent der Agrarausfuhr.

Im Bereich der Importe dominierten Getreide, Fleisch, Fische und lebende Tiere. Diese Positionen machten 2021 insgesamt 59,7 Prozent der Einfuhr von Agrarprodukten.

Ausländische Investitionen spielen in der israelischen Landwirtschaft keine Rolle. Nach den jüngsten verfügbaren Angaben des Zentralamts für Statistik war 2020 ebenso wie den beiden Vorjahren kein Bestand an ausländischen Direktinvestitionen in den Agrarsektor verzeichnet.

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