Wirtschaftsumfeld | Peru | Investitionsklima
Peru bietet stabile Investitionsbedingungen
Investitionsoffenheit und wirtschaftliche Stabilität locken Unternehmen nach Peru - darunter auch deutsche Firmen, die ihre Aktivitäten in dem Andenstaat ausweiten.
06.02.2026
Von Janosch Siepen | Bogotá
Peru weist solide fiskalische Rahmendaten auf. Der Staat ist vergleichsweise gering verschuldet mit 32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Er fördert Investitionen und sorgt für stabile Bedingungen, um Investoren zu gewinnen. Außerdem punktet das Land mit seiner Lage am Pazifik und großem Potenzial im Bergbau, der Landwirtschaft und bei grüner Energie. Laut der staatlichen Außenhandelsagentur Promperú gaben 2025 elf ausländische Unternehmen Investitionsversprechen für 2,5 Milliarden US-Dollar (US$) ab, vor allem für die Sektoren erneuerbare Energien und Agrarindustrie.
Wegen der guten klimatischen Bedingungen für die Landwirtschaft hat sich das Land bei Trendfrüchten wie Heidelbeeren, Trauben und Avocados zu einem der weltweit größten Exporteure entwickelt. Peru will den globalen Trend zu gesunder Ernährung nutzen und sich als führender Anbieter in diesem Bereich etablieren. Im September 2025 verabschiedete die Regierung ein Paket mit Steueranreizen für die Agrarindustrie (Gesetz Nr. 32.434) für den Zeitraum von 2026 bis 2035.
Durch die erstklassigen Rohstoffvorkommen sind außerdem zahlreiche ausländische Bergbaukonzerne in Peru engagiert. Allerdings hadert der Sektor mit Risiken wie sozialen Protesten und langwierigen Genehmigungsverfahren. Von der Exploration bis zur Produktion dauern Bergbauprojekte in dem Andenstaat durchschnittlich 40 Jahre. Das ist mehr als doppelt so lange wie der internationale Schnitt von 15,5 Jahren, so das Instituto Peruano de Economía (IPE). Eine weitere Sorge ist die wachsende Präsenz organisierter Kriminalität im informellen Bergbau – angefeuert durch die hohen Erlöse.
Bergbau dominiert ausländische Direktinvestitionen
Der Bestand an ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in Peru ist in den letzten zehn Jahren um über ein Viertel gewachsen. Rund 23 Prozent des Bestands entfallen auf den Bergbau, gefolgt von den Finanzdienstleistungen mit 22 Prozent und dem Telekommunikationssektor mit 18 Prozent. In der Energiewirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe sind jeweils gut 11 Prozent des FDI-Bestands investiert. Laut dem Statistikamt INEI haben Großbritannien und Spanien am meisten investiert. Auf Rang 3 und 4 folgen Chile und die USA.
Deutsche Unternehmen setzen auf Produktion in Peru
Direktinvestitionen aus der Bundesrepublik Deutschland sind gering. Einige bekannte deutsche Unternehmen unterhalten jedoch seit Jahrzehnten Produktionsstätten oder haben in Peru investiert. So betreibt Fraport den internationalen Flughafen in Lima. Der mittelfränkische Bleistift- und Schreibwarenhersteller Faber-Castell ist seit fast 60 Jahren in Peru präsent. Fast ein Viertel der weltweiten Produktion kommt aus dem Werk im Bezirk Ate der Metropolregion Lima. Ende 2025 kündigte Faber-Castell an, die Produktion einiger europäischer Werke nach Peru zu verlagern.
Das Nürnberger Schreibwarenunternehmen Staedtler investierte 2018 in zwei Produktionsstätten in Peru, heute weltweit die einzigen Produktionsstandorte des Unternehmens außerhalb Deutschlands. B. Braun beliefert seit über 40 Jahren den peruanischen Krankenhausmarkt und unterhält eine Produktionsstätte zur Herstellung parenteraler Lösungen bei Lima, um für Peru und dessen Nachbarländer zu produzieren. Heinz-Glas ist seit 2006 in Peru aktiv und produziert Flakons für den regionalen Markt.
Unternehmen | Branche |
|---|---|
| Fraport | Flugverkehr |
| Faber-Castell | Schreibwaren |
| B.Braun | Medizintechnik |
| Heinz-Glas | Glaswaren |
Investitionsförderung: Offener Markt und Steuervorteile
Peru gilt als ein Land mit einem der offensten Investitionssysteme der Welt. Eine der Hauptstrategien der peruanischen Regierung zur Förderung ausländischer Investitionen sind Freihandelsabkommen und bilaterale Investitionsschutzabkommen mit rund 30 Ländern sowie die Mitgliedschaft im Investitionsausschuss der OECD. Seit 2022 ist Peru Beitrittskandidat der OECD. Zwischen Peru und Deutschland besteht seit 1997 ein Investitionsschutzabkommen.
Artikel 63 der Verfassung von 1993 garantiert ausländischen Investoren die gleichen Rechte wie inländischen. Ausländische Investitionen sind nicht genehmigungspflichtig und in den meisten Wirtschaftsbereichen uneingeschränkt zulässig. Sie müssen bei der peruanischen Investitionsförderungsagentur ProInversión registriert werden. Beschränkungen bestehen unter anderem im Luft- und Seetransport und Bereichen wie private Sicherheit und Überwachung.
Die Rechte von Investoren können durch Rechtsstabilitätsvereinbarungen abgesichert werden. Ausländische Investoren dürfen eine Vereinbarung beantragen, wenn sie mindestens zwei Jahre lang 10 Millionen US$ in den Bergbau oder den Kohlenwasserstoffsektor oder 5 Millionen US$ in einen anderen Sektor investieren möchten.
Eine Reihe weiterer Instrumente begünstigt Investitionen: Peru verfügt seit 2008 über eine gesetzliche Regelung für öffentlich-private Partnerschaften (Gesetzesdekret Nr. 1.362). Das Steuergesetz für öffentliche Arbeiten (Nr. 29.230) ermöglicht es Unternehmen, öffentliche Arbeiten durchzuführen und dafür einen Teil der zu zahlenden Körperschaftssteuer erlassen zu bekommen. Darüber hinaus gibt es Steuervorteile für wissenschaftliche Forschung, technologische Entwicklung und Innovationsprojekte sowie in den Sonderentwicklungszonen (Zonas Especiales de Desarrollo - ZED). Die ZED in Piura, Moquegua und Arequipa und die Freihandelszone in Tacna leiden allerdings an mangelnder Infrastruktur wie Stromknappheit und einer schwachen Integration in bestehende Wertschöpfungsketten, so eine Studie des Kreditinstituts BBVA.
Das Gesetz Nr. 32.449 sieht die Schaffung privater Sonderwirtschaftszonen (ZEEP) unter anderem in Chancay, Ancón und Callao sowie Steueranreize vor. Bereits Ende 2025 vergab die staatliche Investitionsförderungsagentur ProInversión den 1,3 Milliarden US$ schweren Auftrag für ein Industriepark-Projekt in Ancón an ein chinesisches Konsortium.
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