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Branchen | Polen | Windenergie

Politische Ziele

Bis 2030 will Polen Offshore-Windparks mit einer Leistung von 5,9 Gigawatt in Betrieb nehmen. Auf dem Festland stockt der Ausbau. Hier nimmt die Fotovoltaik an Bedeutung zu. 

Von Christopher Fuß | Warschau

Im Jahr 2020 gewann Polen knapp 70 Prozent seiner Stromproduktion aus der Kohleverbrennung. Laut den Plänen des Umweltministeriums soll sich dies ändern.

Im Frühjahr 2021 verabschiedete das Kabinett eine neue Energiestrategie (Polityka Energetyczna Polski do 2040; PEP 2040). Das Papier verspricht bis 2030, den Kohleanteil an der Stromproduktion auf 56 Prozent zu reduzieren. Im gleichen Zeitraum sieht die Energiestrategie einen Ausbau der erneuerbaren Energieträger (EE) vor. Ihr Anteil an der Stromproduktion soll von 17,7 Prozent im Jahr 2020 auf 23 Prozent steigen.

Die PEP 2040 setzt auf Offshore-Wind und Fotovoltaik. Der Ausbau der Windenergie an Land spielt in den Plänen kaum eine Rolle. Dabei wartet die Branche dringend auf neue Wachstumsimpulse. Eine 2016 eingeführte Abstandsregelung hat die Planung neuer Anlagen deutlich erschwert. Stattdessen bezuschusst Polen den Ausbau der Fotovoltaik. Umfangreiche Subventionen für die Installation neuer Module haben seit 2018 einen Boom ausgelöst.

Offshore-Windanlagen fördert das Umweltministerium im Rahmen von Differenzverträgen (Contracts for Difference CfD). Energieerzeuger können den Strom für einen Fixbetrag von 71 Euro pro Megawattstunde verkaufen. Die Preisgarantie gilt 25 Jahre lang ab der Inbetriebnahme des Offshore-Windrades. Bis März 2021 hatten Unternehmen Gelegenheit, dem Förderprogramm beizutreten.

Fünf Konsortien haben Unterlagen eingereicht. Sie dürfen Anlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 5,9 Gigawatt ans Netz bringen. Der weitere Ausbau erfolgt über zwei Auktionen. Sie finden 2025 und 2027 statt. Ausgeschrieben werden jeweils 2,5 Gigawatt. Das niedrigste Angebot je Megawattstunde gewinnt.

Der Umbau des polnischen Energiesektors kostet nach Auskunft der Regierung bis zu 85,5 Milliarden Euro. Das Land will Fördergelder in Höhe von 57,8 Milliarden Euro aus nationalen und europäischen Töpfen bereitstellen.

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