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Investitionen treiben das Wachstum der Ernährungsindustrie voran

Saudi-Arabiens Ernährungswirtschaft wächst stabil. Investitionen in Verarbeitung und Automatisierung steigen. Importabhängigkeit und Regulierung bleiben strukturprägend.

Von Heena Nazir | Dubai

Ausblick der Nahrungsmittelindustrie in Saudi-Arabien

Bewertung:

  • Robuste Nachfrage und moderates Marktwachstum.
  • Steigende Investitionen in Verarbeitung, Automatisierung, Kühlketten sowie Qualitäts- und Sicherheitsstandards.
  • Hohe Importabhängigkeit.
  • Strengere Regulierung und höhere Compliance-Anforderungen.

Anmerkung: Einschätzung der Autorin für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Februar 2026

  • Saudi-Arabiens Lebensmittelmarkt wächst moderat. Investitionen verlagern sich hin zu Verarbeitung, Automatisierung und höherer lokaler Wertschöpfung.

    Nach Angaben von Statista Market Insights lag der Umsatz mit Lebensmitteln in Saudi-Arabien 2024 bei rund 56 Milliarden US-Dollar (US$). Bis 2027 dürfte der Markt auf etwa 64 Milliarden US$ steigen. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 4 Prozent.

    61,5 Mrd.US$

    soll der Umsatz der Ernährungswirtschaft in Saudi-Arabien im Jahr 2026 erreichen.

    Treiber dieser Entwicklung ist in erster Linie die Marktgröße. Mit rund 36,7 Millionen Einwohnern im Jahr 2025 vereint Saudi-Arabien mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Staaten des Golfkooperationsrats (GCC). Zum GCC gehören Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Kuwait, Oman und Bahrain. Saudi-Arabien ist damit der volumenstärkste Absatzmarkt der Region.

    Über die reine Marktgröße hinaus prägen vor allem nachfrageseitige Veränderungen das Umsatzwachstum der saudischen Ernährungswirtschaft. Der Konsum verschiebt sich zunehmend hin zu verarbeiteten und komfortorientierten Lebensmitteln. Urbanisierung, ein wachsender Außer-Haus-Verzehr sowie der Ausbau von Liefer- und Onlinekanälen verstärken diese Entwicklung. 

    Trotz steigender Investitionen in die lokale Verarbeitung bleibt Saudi-Arabien stark auf Lebensmittelimporte angewiesen. Der Importanteil liegt schätzungsweise bei 70 bis 80 Prozent. Dies betrifft insbesondere frische Erzeugnisse, Vorprodukte und spezialisierte Waren. Ursachen sind strukturelle Standortfaktoren wie Wasserknappheit und begrenzte landwirtschaftliche Flächen, sodass sich die Importabhängigkeit mittelfristig kaum verringern dürfte.

    Verarbeitungsintensive Segmente gewinnen an Gewicht

    Brot- und Getreideprodukte bleiben auch im Jahr 2025 das volumen- und umsatzstärkste Segment der Ernährungswirtschaft in Saudi-Arabien. Der Umsatz liegt bei rund 10,7 Milliarden US$ und spielt damit weiterhin eine zentrale Rolle für die Grundversorgung. Das erwartete durchschnittliche Jahreswachstum von 3,5 Prozent bis 2030 deutet jedoch auf einen weitgehend reifen Markt hin, in dem zusätzliche Umsätze vor allem über Effizienzsteigerungen, Produktdifferenzierung und Preisentwicklung erzielt werden, weniger über eine Ausweitung der Absatzmengen.

    Deutlich dynamischer entwickeln sich dagegen die proteinbasierten Segmente. Fleisch erreichte im Jahr 2025 ein Umsatzvolumen von rund 5,3 Milliarden US$ und weist mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 6 Prozent bis 2030 die höchste Dynamik unter den Hauptsegmenten auf. Auch Milchprodukte und Eier mit etwa 6,4 Milliarden US$ sowie Fisch und Meeresfrüchte mit rund 6 Milliarden US$ wachsen überdurchschnittlich. 

    Auch stärker verarbeitete Produktgruppen gewinnen an Bedeutung. Süßwaren und Snacks erreichen 2025 einen Umsatz von rund 6,6 Milliarden US$, Convenience Food etwa 4,2 Milliarden US$. Beide Segmente profitieren von Urbanisierung, wachsendem Außer-Haus-Konsum sowie der zunehmenden Nutzung von Liefer- und Onlinekanälen. Aktuell entwickelt sich der Markt noch moderat, mittelfristig rechnet die saudische Regierung jedoch mit einer deutlichen Dynamik.

    Nach Einschätzung des Ministeriums für Umwelt, Wasser und Landwirtschaft, veröffentlicht in den Food Security Statistics 2024 der General Authority for Statistics, dürfte der Konsum stärker verarbeiteter Lebensmittel in den kommenden Jahren spürbar zunehmen. Treiber sind vor allem das anhaltende Bevölkerungswachstum in urbanen Räumen, veränderte Lebensstile sowie politische Programme zur Stärkung der lokalen Verarbeitung. Damit gewinnen diese Segmente zunehmend an Bedeutung für die Wertschöpfung, auch wenn ihre Wachstumsraten unter denen der Proteinsegmente bleiben.

    Aus dieser Segmentverschiebung ergeben sich Chancen für deutsche Unternehmen vor allem in technologisch anspruchsvollen Bereichen. In den wachsenden Segmenten Fleisch, Molkerei und Convenience Food steigt der Bedarf an Verarbeitungstechnik, Automatisierung, Hygiene- und Kühltechnik sowie an Lösungen für Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeit. Auch Verpackungs- und Kennzeichnungstechnik gewinnen an Bedeutung, wie Branchenkenner betonen.

    Innovation prägt die nächste Investitionswelle

    Der Lebensmittelmarkt in Saudi-Arabien entwickelt sich mittelfristig in Richtung höherer Verarbeitungstiefe und effizienterer Produktionsprozesse. Investitionen in Automatisierung zielen vor allem darauf ab, Qualität zu stabilisieren, Kosten zu kontrollieren und Kapazitäten zu skalieren.

    Diese Entwicklung zeigt sich bereits bei führenden Marktakteuren. Nach Unternehmensangaben modernisiert der saudische Molkereikonzern Almarai seine Verarbeitungs- und Verpackungslinien, um die Produktivität zu steigern und gleichbleibende Qualitätsstandards sicherzustellen. In der Fleischverarbeitung setzt der brasilianische Anbieter BRF auf durchgängige Kühlketten und digitale Rückverfolgbarkeit, um regulatorische Vorgaben sowie Halal-Anforderungen zuverlässig zu erfüllen. 

    Parallel gewinnt die Digitalisierung entlang der Wertschöpfung an Bedeutung: Produktionssteuerung, Rückverfolgbarkeit und Qualitätssicherung rücken stärker in den Fokus, da die Anforderungen an Kennzeichnung und Lebensmittelsicherheit weiter zunehmen.

    Vor diesem Hintergrund konzentrieren sich die größten laufenden Investitionsvorhaben auf den Ausbau und die Modernisierung von Verarbeitungs- und Logistikkapazitäten. Die folgende Projekttabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Großprojekte der Branche nach Investitionsvolumen.

    Ausgewählte Investitionsprojekte der Ernährungswirtschaft in Saudi-ArabienPlanung und im Bau; Investitionssumme in Millionen US-Dollar
    Akteur / ProjektInvestitionssummeProjektstandAnmerkungen
    Almarai – Investitionsstrategie 2024–20284.800im Bau (2024–2028)Mehrjähriges Investitionsprogramm für Kapazitätsausbau, Automatisierung und neue Produkte in Molkerei, Geflügel, Backwaren und Getränken
    BRF / Halal Products Development Company – Halal-Fleischverarbeitung160im Bau (geplante Fertigstellung 2. Hj. 2026)Neues Verarbeitungswerk mit Fokus auf Halal-Produkte; Beitrag zur Erhöhung der lokalen Wertschöpfung
    Arabian Mills for Food Products – Kapazitätserweiterungen123im Bau (geplante Fertigstellung 2. Hj. 2027)Mehrere Projekte zur Erweiterung von Mehl- und Futtermittelkapazitäten an verschiedenen Standorten
    Fourth Milling Company – Ausbau Al-Kharj71im BauAusbau von Futtermittel- und Mehlkapazitäten; schrittweise Inbetriebnahme ab 2026
    First Milling Company – neues Mahlwerk / Erweiterung33PlanungAusbau der Mahlkapazitäten; Fertigstellung des neuen Werks für H2 2026 vorgesehen
    JBS (Seara) – Ausbau Geflügelverarbeitung85im Bau (Output-Steigerung bis Ende 2026)Investitionen zur Ausweitung der Verarbeitungs- und Kühlkapazitäten
    Quelle: Unternehmens- und Börsenmitteilungen sowie Branchen- und Medienberichten, Februar 2026

    Förderinstrumente wie die Projektfinanzierungen des Saudi Industrial Development Fund können dabei die Investitionsplanung erleichtern, da sie langfristige Finanzierungssicherheit bieten und Investitionsentscheidungen häufig frühzeitig an Lokalisierungs- und Ausbaukonzepte gekoppelt werden. Im Wettbewerb mit internationalen Anbietern entscheiden neben der Technologie vor allem lokaler Service, Zuverlässigkeit und die Einbindung in saudische Lokalisierungsanforderungen über den Markterfolg.

    Staatliche Förderprogramme erleichtern Investitionen in Verarbeitung und Lokalisierung in Saudi-Arabien
    Förderinstrument / InstitutionArt der UnterstützungRelevanz für deutsche Investoren
    Saudi Industrial Development Fund (SIDF)Langfristige Projektfinanzierung, teilweise mit tilgungsfreien AnlaufjahrenFinanzierung von Produktionsanlagen, Erweiterungen und Modernisierungen in der Lebensmittelverarbeitung
    National Industrial Development and Logistics Program (NIDLP)Politischer und finanzieller Rahmen für Industrie- und LogistikprojekteUnterstützung bei Lokalisierung, Ausbau von Wertschöpfung und Lieferketten
    Invest SaudiInvestorenbetreuung, Genehmigungsunterstützung, AnreizpaketeZentrale Anlaufstelle für Markteintritt, Standortwahl und Förderzugang
    Special Economic Zones (SEZs)Steuerliche und regulatorische Erleichterungen je nach ZoneAttraktiv für verarbeitende Industrie, Logistik sowie Verpackungs- und Kühlkettenprojekte
    Local Content & Government Procurement AuthorityVorgaben und Anreize zur lokalen WertschöpfungRelevanz für Joint Ventures, lokale Produktion und langfristige Projektbeteiligungen
    Quelle: Recherche GTAI, Februar 2026

    Von Heena Nazir | Dubai

  • Saudi-Arabien erhöht seine Selbstversorgung gezielt, bleibt aber strukturell auf Nahrungsmittelimporte angewiesen.

    Saudi-Arabien stärkt seine Selbstversorgung selektiv, bleibt aber strukturell importabhängig. Klimatische und natürliche Einschränkungen begrenzen den klassischen Ackerbau, weshalb Investitionen vor allem in technologisch steuerbare Segmente wie Milch- und Geflügelproduktion sowie Verarbeitung und Kühlketten fließen.

    In einzelnen Produktgruppen kann Saudi-Arabien den Bedarf laut Angaben der General Authority for Statistics (GASTAT) weitgehend decken oder zeitweise übertreffen, etwa bei Milchprodukten, Datteln und Eiern. Gleichzeitig bleibt die Versorgung mit Getreide sowie mit Zutaten und Vorprodukten für die Lebensmittelindustrie stark vom Ausland abhängig. Hohe Selbstversorgungsquoten in Teilbereichen stehen damit einer weiterhin ausgeprägten Importabhängigkeit in der Gesamtversorgung gegenüber.

    Selbstversorgungsquoten nach Produktgruppen in Saudi-Arabienin Prozent
    Produktgruppe

    Selbstversorgungsquote 2024

    Datteln121
    Milchprodukte131
    Tafeleier103
    Geflügelfleisch72
    Rotes Fleisch62
    Fisch52
    Quelle: General Authority for Statistics, Februar 2026

    Basissegmente sind preissensibel, Qualität treibt Investitionen

    Die Marktlogik unterscheidet sich je nach Segment. In Basissegmenten dominiert der Preis. Etablierte, integrierte Anbieter sichern ihre Marge vor allem über Effizienz, etwa durch Automatisierung, Prozessoptimierung sowie Energie- und Wassermanagement.

    In veredelten und technologieintensiven Bereichen rücken Lebensmittelsicherheit, Rückverfolgbarkeit und Hygiene in den Vordergrund. Rückverfolgbarkeit meint die lückenlose Dokumentation von Herkunft und Verarbeitung. Hinzu kommen höhere Anforderungen an Verpackung, Haltbarkeit und Qualitätskontrolle. Dadurch wächst der Bedarf an moderner Prozesstechnik, Prüfsystemen und digitalen Lösungen für Qualität und Warenwirtschaft.

    Markt wird von lokalen Champions geprägt, bleibt aber offen für Technologieanbieter

    Die Wettbewerbssituation in der saudi-arabischen Nahrungsmittelindustrie ist durch eine klare Rollenverteilung geprägt. In zentralen Marktsegmenten dominieren große, vertikal integrierte saudische Unternehmen wie Almarai, Savola Group oder NADEC, die über starke Marken, hohe Produktionskapazitäten und gut ausgebaute Vertriebsnetze verfügen. Ergänzt wird dieses Umfeld durch internationale Konsumgüterkonzerne wie Nestlé, PepsiCo oder Unilever, die vor allem in markengetriebenen und höherwertigen Produktkategorien präsent sind.

    Gleichzeitig ist der Markt strukturell auf Importe angewiesen, insbesondere bei Zutaten, Vorprodukten sowie bei moderner Verarbeitungs-, Verpackungs- und Kühltechnik. Diese Abhängigkeit begrenzt die lokale Wertschöpfung, eröffnet jedoch gezielte Marktzugänge für ausländische Anbieter. Für deutsche Unternehmen liegen die Wettbewerbsvorteile vor allem in technologisch anspruchsvollen Bereichen wie Automatisierung, Hygiene- und Kühltechnik, Qualitätssicherung sowie Rückverfolgbarkeitssystemen, in denen Effizienz, Prozesssicherheit und Zuverlässigkeit entscheidend sind.

    Der Markteintritt ausländischer Unternehmen erfolgt in Saudi-Arabien überwiegend über strategische Partnerschaften, Projektkooperationen oder Lizenz- und Vertriebsmodelle mit etablierten lokalen Marktführern. Diese Kooperationsformen erleichtern den Zugang zu Markt und Regulierung. Deutsche Unternehmen sind dabei vor allem in vorgelagerten Wertschöpfungsstufen präsent. So liefern Anbieter wie die GEA Group hochautomatisierte Verarbeitungs-, Verpackungs- und Kühltechnik für saudische Produzenten in der Fleisch-, Geflügel- und Molkereiverarbeitung und begleiten Projekte häufig über lokale Service- und Wartungsstrukturen. Auch deutsche Zutaten- und Prozessspezialisten wie die Döhler Group bedienen den saudischen Markt über regionale Präsenz und langfristige Kundenbeziehungen, ohne selbst als Markenanbieter im Endkundengeschäft aufzutreten.

    Mit zunehmender Verarbeitungstiefe steigt der Wettbewerbsdruck in höherwertigen Segmenten. Der Markterfolg ausländischer Anbieter hängt daher weniger vom direkten Endkundenzugang als von technologischer Differenzierung, lokalem Service sowie der Fähigkeit ab, regulatorische und industriepolitische Anforderungen zuverlässig zu erfüllen, erklären Branchenkenner.

    Wichtige lokale Branchenunternehmen in Saudi-Arabien Auswahl; Umsatz 2024 in Millionen US-Dollar
    Unternehmen

    Umsatz Saudi Arabien

    Anmerkung zur Präsenz
    Savola Group6.393Führender F&B-Konzern
    Almarai5.592Größter lokaler Produzent
    NADEC858Große Landwirtschafts-/Molkegruppe
    SADAFCO790Traditionelle Molkereien
    Tanmiah Food683Geflügel, Verarbeitete Produkte
    Herfy Food Services300Systemgastronomie/Quick-Service
    Arabian Mills260Verarbeitungsanlagen
    Halwani Brothers258Regionaler F&B-Player
    Quelle: Recherche GTAI, Februar 2026

    Importdynamik stützt den Markt, Deutschland punktet bei Verarbeitungstiefe

    Trotz zusätzlicher lokaler Kapazitäten bleibt Saudi-Arabien je nach Abgrenzung und Produktgruppe schätzungsweise zu 70 bis 80 Prozent auf Importe angewiesen, besonders bei Getreide, Zutaten sowie verarbeiteten und spezialisierten Produkten. Im Jahr 2024 stiegen die Nahrungsmittelimporte gegenüber 2023 um 9,6 Prozent auf 24,1 Milliarden US$. Als Treiber gelten steigende Nachfrage sowie Preisimpulse bei agrarischen Rohwaren und verarbeiteten Lebensmitteln.

    Fleisch und Fleischwaren verzeichneten ein Plus von 21,1 Prozent auf 3,1 Milliarden US$, Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze legten um 23,7 Prozent auf 2,5 Milliarden US$ zu. Auch Zuckerimporte stiegen zweistellig. Getreide und Getreideerzeugnisse blieben mit 6,6 Milliarden US$ die wichtigste Warengruppe, gefolgt von Obst und Gemüse mit 4,3 Milliarden US$.

    Nahrungsmittelimporte Saudi-Arabiens nach WarengruppenWarenwert in Millionen US-Dollar
    SITCWarengruppe

    2024

    Veränderung 2024/2023 (in Prozent)

    01Fleisch und Fleischwaren

    3.129

    21,1

    02Milch, Molkereiprodukte, Eier

    2.683

    3,9

    03Fisch und Meeresfrüchte

    737

    8,4

    04Getreide und Getreideerzeugnisse

    6.575

    5,2

    05Obst und Gemüse

    4.294

    7,5

    06Zucker und Zuckerwaren

    1.596

    13,3

    07Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze

    2.497

    23,7

    09Verschiedene Nahrungsmittelzubereitungen

    2.579

    4,9

    TotalSumme der aufgeführten Warengruppen

    24.090

    9,6

    Quelle: UN Comtrade, Februar 2026

    Deutschland hat in diesem Markt ein eigenes Profil. Im Jahr 2024 beliefen sich die deutschen Lieferungen in den betrachteten Warengruppen auf rund 477 Millionen US$. Rückgänge bei Getreide drückten den Gesamtwert, während veredelte Segmente zulegten.

    Bei Nahrungsmittelzubereitungen (SITC 09) erreichte Deutschland 182,8 Millionen US$, einen Marktanteil von 7,1 Prozent und ein Plus von 26,1 Prozent gegenüber 2023. Auch bei Milch- und Molkereiprodukten hielt Deutschland mit 5 Prozent Anteil und rund 7 Prozent Wachstum seine Position. Das spricht dafür, dass deutsche Anbieter vor allem dort wettbewerbsfähig sind, wo Verarbeitungstiefe, Standards, Lebensmittelsicherheit und Markenvertrauen stärker zählen als Preis und reines Volumen.

    Deutsche Lieferungen nach Saudi-Arabien nach WarengruppenWarenwert in Millionen US-Dollar
    SITCWarengruppe

    Deutschland 2024

    Veränderung 2024/2023 (in Prozent)

    01Fleisch und Fleischwaren0,574,8
    02Milch, Molkereiprodukte, Eier134,57,0
    03Fisch und Meeresfrüchte0,00–93,0
    04Getreide und Getreideerzeugnisse56,6–59,8
    05Obst und Gemüse35,954,4
    06Zucker und Zuckerwaren19,9–27,3
    07Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze46,516,8
    09Verschiedene Nahrungsmittelzubereitungen182,826,1
    TotalSumme der aufgeführten Warengruppen476,7–5,0
    Quelle: UN Comtrade, Februar 2026

    Von Heena Nazir | Dubai

  • Saudi-Arabien verschärft Regeln für Lebensmittel und Getränke: mehr Transparenz, neue Steuern und strengere Import-Compliance.

    Zentrale zuständige Behörde ist die Saudi Food and Drug Authority (SFDA). Sie legt die Anforderungen an Lebensmittelsicherheit und Import-Compliance fest und definiert je Warengruppe, welche Nachweise für importierte Lebensmittel erforderlich sind. Dazu zählen Angaben zu Ursprung und Halal-Konformität sowie – bei Fleisch- und Geflügelprodukten – detaillierte Unterlagen zur Schlachtung und weiteren produktspezifischen Anforderungen.

    Produktsicherheit, Kennzeichnung, Halal und Nachweise

    Für Standard- und Konformitätsfragen, die sich je nach Produkt auch auf Kennzeichnung, Verpackung und technische Anforderungen auswirken können, ist die Saudi Standards, Metrology and Quality Organization (SASO) zuständig. Halal-bezogene System- und Anerkennungslogiken bündelt das Saudi Halal Center. Für sektorpolitische Leitplanken, Programme und Food-Security-Politik ist das Ministry of Environment, Water and Agriculture (MEWA) der zentrale Ansprechpartner.

    "Für ausländische Anbieter entscheidet sich der Marktzugang in Saudi-Arabien weniger an klassischen Importverboten als an der Fähigkeit, Produkte nachweisbar regelkonform in den Markt zu bringen", erklären Marktexperten.

    Zölle, Einfuhrverfahren und GCC-Rahmen

    Saudi-Arabien ist Teil der Zollunion des Gulf Cooperation Council (GCC; Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait, Oman, Bahrain und Katar). Damit ist der gemeinsame Außenzolltarif der Ausgangspunkt, während die konkrete Zollhöhe im Einzelfall vom HS-Code und der Produktgruppe abhängt. Als grobe Orientierung nennen US-Handelsinformationen für Saudi-Arabien häufig einen Standardsatz von rund 5 Prozent für viele Warengruppen, während ausgewählte (insbesondere verarbeitete) Produkte abweichend behandelt werden können.

    Für die operative Abwicklung der Einfuhr ist die Tax and Customs Authority (ZATCA) maßgeblich. Dort finden Unternehmen die grundlegenden Vorgaben zu Importprozessen und Dokumenten.

    Regulierung setzt neue Spielregeln für Rezepturen und Transparenz

    Saudi-Arabien übersetzt Gesundheitsziele zunehmend in konkrete Marktregeln. Ein zentraler Schritt sind neue Anforderungen an Transparenz in der Gastronomie: Ab 1. Juli 2025 müssen Restaurants und Cafés zusätzliche Pflichtangaben auf Speisekarten und digitalen Menüs ausweisen, darunter Nährwertinformationen sowie Kennzeichnungen für bestimmte Produkteigenschaften. Für Marken, Systemgastronomie und Lieferplattformen steigt damit der Bedarf, Rezepturen sauber zu dokumentieren, Portionsgrößen konsistent zu steuern und Datenflüsse bis in die Menüanzeige belastbar aufzubauen.

    Zuckerbasierte Verbrauchsteuer ab 1. Januar 2026

    Noch direkter greift die Steuerpolitik in das Getränkesegment ein. Zum 1. Januar 2026 stellt ZATCA die Verbrauchsteuer auf gesüßte Getränke auf ein nach Zuckergehalt gestaffeltes Modell um. Damit wird die genaue Produktspezifikation (z. B. Zuckergehalt je 100 Milliliter) unmittelbar preisrelevant und erhöht den Reformulierungsdruck bei Softdrinks, aromatisierten Getränken und gesüßten Säften. Eine kompakte fachliche Einordnung zu den Änderungen und ihrer praktischen Wirkung auf Hersteller/Importeure bietet unter anderem diese Analyse: KPMG Saudi Arabia – Excise tax amendments impacting sweetened beverages.

    Die GTAI stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Von Heena Nazir | Dubai

  • BezeichnungAnmerkungen
    Germany Trade & InvestAußenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft
    AHK Saudi-ArabienAnlaufstelle für deutsche Unternehmen (Netzwerk, Markteintritt, Ansprechpartner vor Ort)
    Ministry of Environment, Water and Agriculture (MEWA)Fachministerium u. a. für Landwirtschaft, Lebensmittel-/Agrarpolitik, Food Security
    Saudi Food and Drug Authority (SFDA)Zentrale Regulierungs- und Aufsichtsbehörde für Lebensmittelsicherheit
    SFDA – Imported Food / Food ImportAnforderungen/Prozesse für Lebensmittelimporte (Compliance, Nachweise je Produktkategorie)
    Saudi Halal CenterHalal-Standards und (je nach Fall) Anerkennung/Zertifizierungsbezug
    Saudi Standards, Metrology and Quality Organization (SASO)Normen/technische Anforderungen; relevant u. a. für Kennzeichnung/Verpackung/Konformität
    Zakat, Tax and Customs Authority (ZATCA)Zoll-/Importprozesse und Import-Basisanforderungen
    Ministry of Investment (MISA)Ansprechpartner für Investitionen/Ansiedlung, Investor Services
    Invest SaudiInvestorenplattform/Anlaufstelle (Informationen, Services, Kontaktkanäle)
    The Saudi Food Show (Riyadh)Leitmesse für Food & Beverage Sourcing in Saudi-Arabien (Riad; 15.–17. Juni 2026)
    Foodex SaudiFachmesse/Plattform für Lebensmittel & Getränke (Riad; 16.–18. November 2026 / Jeddah; 23.–25. November 2026)
    Saudi Food ExpoBranchenevent/Expo (Riad; 21.–24. Juni 2026)

    Von Heena Nazir

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