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Branchen | Südafrika | Nahrungsmittel-, Verpackungsmaschinen

Deutschland ist wichtigster Lieferant von Nahrungsmittelmaschinen

Südafrikas Nahrungsmittelindustrie wächst kräftig. In der Verpackungsindustrie gewinnen Nachhaltigkeit und Effizienz an Bedeutung. Deutschland ist ein zentraler Partner.

Von Jenny Tala | Johannesburg

Die Lebensmittelindustrie wird auch im Jahr 2026 ein stabiler Wachstumsmotor der südafrikanischen Wirtschaft bleiben. Denn der exportstarke Sektor profitiert zugleich von einem robusten Heimatmarkt: 2026 soll der Branchenumsatz auf rund 34,7 Milliarden US-Dollar (US$) steigen und bis 2030 um 7,1 Prozent jährlich wachsen. Größtes Segment ist Fleisch, gefolgt von Milchprodukten, Brot- und Getreideerzeugnissen sowie Süßwaren. Mit einem Anteil von über 20 Prozent ist die Branche der größte Teilbereich des verarbeitenden Gewerbes.

Gleichzeitig sieht sich der Sektor mit anhaltenden Kostensteigerungen und Herausforderungen in den Lieferketten konfrontiert. Ursachen dafür sind externe Preisschocks, geopolitische Spannungen sowie regionale Versorgungsrisiken, darunter logistische Engpässe und klimabedingte Produktionsausfälle.

Exporte steigen – einzelne Subsektoren unter Druck

Sowohl die Importe als auch die Exporte von Nahrungsmitteln haben in den vergangenen zwei Jahren zugelegt. Von Januar bis November 2025 wurden verarbeitete Lebensmittel und Getränke im Wert von 4,27 Milliarden US$ exportiert. Besonders dynamisch entwickelten sich Getreide-, Back- und Zuckerwaren sowie Schokoladenprodukte. Die wichtigsten Abnehmerländer liegen in Afrika, Europa und Asien, wobei die SADC-Region (Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika) nach wie vor von zentraler Bedeutung ist. Deutschland importiert vor allem verarbeitete Früchte, Nüsse und Ölsaaten. Neue beziehungsweise wieder geöffnete Märkte - insbesondere China und der Nahe Osten - beleben die Fleischexporte.

Tierseuchen gefährden Exporte

Wiederkehrende Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche (FMD) bleiben eines der größten Risiken. Neue Fälle in KwaZulu-Natal, Mpumalanga und Gauteng führten 2025 zur vollständigen Aussetzung der Importe durch China, den wichtigsten Abnehmer südafrikanischen Rindfleischs. Staat und Privatsektor reagieren mit verstärkter Biosicherheit, besserer Überwachung, regionalisierten Handelsabkommen und dem Ausbau eines nationalen FMD-Impfprogramms.

Zuckerindustrie leidet unter Importen

Die lokale Zuckerindustrie leidet unter stark steigenden Importen von subventioniertem Zucker. In Reaktion darauf leitete Südafrikas Behörde für Handels- und Zollpolitik ITAC eine Überprüfung der Referenzpreise ein. Während der Branchenverband SASA eine Preiserhöhung fordert, um lokale Produzenten zu schützen, drängt die Getränkeindustrie auf eine Senkung, um Kosten zu reduzieren.

US-Zölle belasten Wein- und Zitrusexporte

Durch die US-Zölle in Höhe von 30 Prozent auf südafrikanische Waren stehen diverse Teilsektoren der Agrar- und Lebensmittelindustrie unter Druck. So brachen die Weinexporte in die USA brachen 2025 um 28 Prozent ein. Auch die Zitrusindustrie ist stark betroffen.

Starke deutsche Präsenz

Bei den wichtigsten Lieferanten von Nahrungsmittelmaschinen liegt Deutschland an der Spitze: 2024 stammten 22,6 Prozent der Maschinenimporte (HS 8438) aus Deutschland, in den ersten drei Quartalen 2025 waren es 20,5 Prozent. Zu den wichtigsten importierten Maschinen zählen solche für die Fleisch-/Geflügelverarbeitung, die Herstellung von Backwaren und Pasta sowie Pressen und Zerkleinerer für die Getränkeherstellung.

Eine ganze Reihe deutscher Unternehmen sind in Südafrika mit eigenen Niederlassungen vertreten. Zu den wichtigsten Akteuren zählt Pentair Südmo. Dessen hygienische Ventil- und Prozesstechnologie wird über den südafrikanischen Partner SAVATI landesweit in Brauereien, Molkereien und Getränkeabfüllern eingesetzt. Ebenfalls präsent ist das Unternehmen Bitzer, das industrielle Kühlanlagen für die Fleischverarbeitung, Molkereien und die Lagerlogistik liefert.

Deutsche Anbieter profitieren vom hohen Wettbewerbs- und Modernisierungsdruck innerhalb der Branche: Viele Anlagen stammen aus den 1990er‑ und frühen 2000er‑Jahren und werden zunehmend durch energieeffiziente, automatisierte Systeme ersetzt. Zusätzliche Impulse kommen vom staatlichen FoodBev-SETA-Fünfjahresplan (2025/26 - 2029/30). Dieser legt den Fokus auf die Entwicklung von Kompetenzen in den Bereichen Technik, Digitalisierung und Qualitätsmanagement und stärkt die TVET- (Technical and Vocational Education and Training) und PSET-Bildungslandschaft (Post-School Education and Training). Für internationale Technologieanbieter - insbesondere für deutsche Maschinenbauer - ergeben sich dadurch Chancen in Form von engeren Industriekooperationen, einer wachsenden Nachfrage nach einem modernen Anlagenpark sowie einem verstärkten Bedarf an Trainings-, Wartungs- und Serviceprogrammen.

Deutschland dominiert Südafrikas Maschinenimporte für LebensmittelverarbeitungImporte in Millionen US$; Anteil an den wichtigsten Lieferländern in Prozent
Warengruppe

Importe 2025 *)

Wichtigste Lieferländer
H8438: Maschinen zur Herstellung/Verarbeitung von Lebensmitteln

93,1

Deutschland (20,5%), China, Italien
H843850: Fleisch‑ und Geflügelverarbeitung

17,2

Deutschland (36,9%), China, Niederlande
H843880: Sonstige Lebensmittelmaschinen

18,2

Deutschland (30,6%), China, Italien
H8437: Maschinen für Reinigung/Sortierung von Getreide

19,3

China, Türkei, Italien, Deutschland (7%)
* 1. bis 3. QuartalQuelle: UN Comtrade 2026

Hohe Branchenkonzentration

Laut der Studie "Food Processing 2025" des renommierten TIPS-Instituts gibt es in Südafrika etwa 1.800 Unternehmen im Bereich der Lebensmittelverarbeitung. Doch die Marktkonzentration ist hoch: Über 80 Prozent der Umsätze entfallen auf die zehn größten Unternehmen. Marktführer sind Tiger Brands, RCL Foods, Premier und Pioneer Foods (PepsiCo SA). Der Backwaren‑Subsektor weist mit 85 Prozent Marktanteil der fünf größten Firmen die höchste Konzentration auf. Im Zucker- und Kakao-Segment sind es 83 Prozent. Regional konzentriert sich die Branche auf die industrialisierten Provinzen Gauteng, KwaZulu‑Natal und dem Western Cape.

Deutschland ist Top-Lieferant der Verpackungsindustrie

Im Verpackungssegment ist Deutschland der größte Maschinenlieferant vor Italien und China. Besonders deutlich wird dies bei Maschinen zum Füllen, Verschließen, Versiegeln und Etikettieren (HS 842230), wo Deutschland mit einem Marktanteil von 44,2 Prozent im Jahr 2025 unangefochtener Hauptlieferant ist. Auch bei Reinigungs- und Trocknungsmaschinen für Behälter sowie bei Ersatzteilen gehört Deutschland zu den Top-Lieferanten.

Die südafrikanische Verpackungsindustrie erreichte 2025 ein Marktvolumen von 11,3 Milliarden US$ und soll bis 2030 jährlich im Durchschnitt um 4,5 Prozent wachsen (Quelle: Mordor Intelligence). Dieses Wachstum wird durch strengere Nachhaltigkeits- und Recyclingvorgaben, einen wachsenden Fokus auf Kreislaufwirtschaft, steigende Anforderungen an Materialeffizienz und den zunehmenden E-Commerce-Bereich angetrieben. Mit knapp 50 Prozent dominieren Kunststoffverpackungen den Markt, gleichzeitig wächst der Bereich der flexiblen Verpackungen überdurchschnittlich stark.

 

Wichtigste Marktakteure der Verpackungsindustrie
UnternehmenHerkunftsland / SitzSchwerpunkteJahresumsatz in Mrd. Euro (Jahr)
Mondi plcVereinigtes KönigreichPapier, Karton, nachhaltige Verpackungen

7,7 (2024)

Nampak LimitedSüdafrikaMetall-, Karton- und Kunststoffverpackungen

0,5 (2025)

Mpact LimitedSüdafrikaPapier-, Recycling- und Kunststoffverpackungen

0,6 (2024)

Smurfit Westrock plcIrlandPapier, Karton, Wellpappe

28,4 (2025)

Huhtamäki OyjFinnlandLebensmittelverpackungen, nachhaltige und faserbasierte Lösungen

3,9 (2024)

Constantia FlexiblesÖsterreichFlexibles Packaging, starker afrikanischer Marktanteil (Afripack)

3,4 (2023)

Sonoco Products CompanyUSAIndustrielle & Konsumverpackungen (Papier/Kunststoff)

6,5 (2025)

Tetra Laval / Tetra PakSchweizKartonverpackungen, Abfülltechnik; Werke

15,0 - 16,0 (2024/25)

Quelle: Mordor Intelligence, Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

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