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Zollbericht Tansania Voranmeldung von Waren

Zollanmeldung und Warenbegleitpapiere

Eine ordnungsgemäße Zollanmeldung kann nur ein lizenzierter Zollagent abgeben.  

Von Andrea Mack | Bonn

Rechtsgrundlagen der Zollverfahren, Registrierung

Die bei der Einfuhr in Tansania zu beachtenden Zollvorschriften sind im Zollgesetz der EAC-Zollunion, dem „East African Community Customs Management Act 2004“ und den dazu erlassenen Änderungen und Ergänzungen geregelt. Das Zollgesetz wird durch Durchführungsvorschriften (East African Community Customs Management Regulations) ergänzt. Das teilautonome Sansibar verfügt über eine eigene Regierung und eigene Behörden, beispielsweise für Finanzen, Normen oder Investitionen, sodass teilweise vom Festland abweichende gesetzliche Regelungen gelten.

Unternehmen in Tansania müssen sich bei der Business Registrations and Licensing Agency (BRELA) registrieren. Eine Geschäfts-/Handelslizenz für die konkrete Tätigkeit des Unternehmens ist beim Ministry of Investment, Industry and Trade zu beantragen. Eine Registrierung bei der tansanischen Finanzbehörde Tanzania Revenue Authority (TRA) ist für die Zuteilung einer Steueridentifikationsnummer (Taxpayer Identification Number - TIN) erforderlich. Die Nutzung der elektronischen Zollanmeldesysteme TANCIS und ASYCUDA ist ebenfalls registrierungspflichtig.

Zollanmeldung

Für Seefrachtsendungen ist eine Zollanmeldung mindestens sieben Tage vor Ankunft des Schiffes einzureichen. Für Zollanmeldungen in Tansania ist generell die Einschaltung eines lizenzierten Zollagenten verpflichtend. Der Importeur selbst kann diesen Status beantragen, sofern er die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Eine Liste lizenzierter Zollagenten ist auf der Internetseite der Steuerbehörde TRA verfügbar.

Besonders vertrauenswürdige und zuverlässige Unternehmen können den Status eines Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (Authorized Economic Operator - AEO) in Tansania beantragen, der Vereinfachungen und Erleichterungen bei der Zollabfertigung gewährt. Im Rahmen des regionalen AEO-Programms der Ostafrikanischen Gemeinschaft wird der AEO-Status für alle Mitgliedstaaten mit Ausnahme von Südsudan bewilligt.

Zollanmeldungen für Wareneinfuhren auf das tansanische Festland erfolgen elektronisch über das Tanzania Customs Integrated System (TANCIS), eine national angepasste Version des Automated System for Customs Data (ASYCUDA). Bei Wareneinfuhren nach Sansibar wird die Version ASYCUDA++ verwendet. Um die Zollabfertigung zu erleichtern, baut die Regierung seit 2014 schrittweise eine einzige Anlaufstelle (Single Window) für Unternehmen und beteiligte Behörden auf. Das Tanzania Electronic Single Window System (TeSWS) befindet sich in einer Pilotphase. 

Die elektronische Vorabanmeldung (Pre-Arrival Declaration) ermöglicht dem tansanischen Zoll, Warensendungen nach einer Risikoanalyse einem der drei verschiedenen Kanäle zuzuordnen: dem grünen Kanal für die direkte Freigabe, dem gelben Kanal für eine Prüfung der Dokumente und dem roten Kanal für eine physische Überprüfung.

Warenbegleitpapiere

Der Zollagent muss mit der Einfuhrzollanmeldung (Import Customs Declaration) grundsätzlich folgende Unterlagen in englischer Sprache einreichen:

  • Vollmacht des Einführers, der den Auftrag erteilt hat
  • Handelsrechnung mit allen handelsüblichen Angaben wie
    • Name und Anschrift des Verkäufers und Käufers bzw. Empfängers
    • Rechnungsnummer
    • Ausstellungsdatum
    • genaue Warenbezeichnung
    • Anzahl der Packstücke und Gesamtmenge
    • Einzelpreise und Gesamtbetrag
    • Liefer- und Zahlungsbedingungen
    • Rabatte, falls zutreffend.
  • Packliste
  • Frachtpapiere (Konnossement, Luftfrachtbrief, Straßenfrachtbrief)
  • Konformitätszertifikat für Waren, die dem PVoC-Programm unterliegen
  • Einfuhrgenehmigungen und/oder sonstige je nach Ware erforderliche Zeugnisse und Bescheinigungen, wie Tier- oder Pflanzengesundheitszeugnis, Analysenzertifikat
  • Dokumente über Zollbefreiung oder Präferenznachweis, falls eine Zollvergünstigung für Ursprungswaren der EAC oder der SADC beansprucht wird.

Zollunion der EAC

Die Zollunion der EAC-Mitgliedstaaten Burundi, Kenia, Ruanda, Tansania und Uganda setzt das System des Single Customs Territory (SCT) um. Dies hat unter anderem zur Folge, dass die Zollabfertigung von Waren aus Drittländern in der Regel an der ersten Eingangszollstelle der EAC (first point of entry) stattfindet. Gleichzeitig entrichtet der Einführer die Einfuhrabgaben im Zielland. Nachdem der Zoll die Waren anhand einer Risikobewertung überprüft hat und die Zollabgaben im Zielland gezahlt sind, erfolgt die Freigabe zur Beförderung an den Bestimmungsort. An den Binnengrenzen der Mitgliedstaaten finden weniger Kontrollen statt. Gemeinsam betriebene Grenzübergänge benachbarter EAC-Länder, sogenannte „One Stop Border Posts“, tragen dazu bei, die Abfertigungszeiten zu verkürzen.


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