Wirtschaftsumfeld | Ungarn | Arbeitsmarkt, Lohnkosten
Ungarn
04.12.2024
Die ungarische Wirtschaft erholt sich 2024 langsamer als erwartet. Gleichwohl erweist sich der Arbeitsmarkt als robust. Die Arbeitslosenquote verharrt seit Monaten bei 4,2 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften trifft auf ein immer knapperes Angebot - bis Ende 2025 soll die Arbeitslosenrate weiter schrumpfen.
Unternehmen suchen Arbeitskräfte auf allen Qualifikationsniveaus - vor allem in der Produktion, in der Logistik, auf dem Bau und im Dienstleistungssektor. Arbeitgeber sind längst auf Strategien zur Personalbindung umgeschwenkt und vermeiden Entlassungen des Stammpersonals.
Die Erwerbsquote in Ungarn liegt deutlich über EU-Durchschnitt, allerdings mit regionalen Unterschieden. Größere Reserven bieten die nördliche Tiefebene und Süd-Transdanubien. Angesichts angekündigter Industrieprojekte wird die Beschäftigung aber auch dort deutlich anziehen. Der Zuzug von Arbeitskräften aus Drittländern wird von der Regierung streng reglementiert.
Beim Einkommen sind der Süden und der Norden Ungarns Schlusslichter. Landesweit stiegen die Nominalgehälter 2023 inflationsbedingt um 14,2 Prozent. Auch für 2024 wird mit Lohnzuwächsen von knapp 12 Prozent gerechnet. Die durchschnittlichen Arbeitskosten sollen um 3,7 Prozent steigen.
Eine signifikante Verlangsamung der Lohndynamik ist nicht absehbar, da die ungarische Regierung den Mindestlohn bis Ende 2027 sukzessive auf 50 Prozent des regulären Durchschnittslohns heben will. Das bedeutet ein jährliches Plus von mindestens 12 Prozent. Ebenfalls steigen soll die Arbeitsproduktivität, 2024 mit einem Plus von 2,4 und 2025 von 2,8 Prozent.