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Rahmenbedingungen
Die Einfuhr von Lebensmitteln in die VAE unterliegt strengen Vorschriften, um die Sicherheit und Qualität der Lebensmittel zu gewährleisten.
02.06.2026
Die Sicherheitslage hat die grundlegenden Einfuhrvorgaben für Lebensmittel bislang nicht aufgehoben, aber zu temporären Erleichterungen in der Zollabwicklung geführt. Dubai Customs verlängerte unter anderem die Transitdauer vorübergehend von 30 auf 90 Tage. Zudem wurden Sonderregelungen eingeführt, damit für Dubai oder Abu Dhabi bestimmte Waren ersatzweise über Khorfakkan oder Fujairah gelöscht und unter Zollverschluss per Lkw zum eigentlichen Bestimmungsort weitertransportiert werden können. Zwischen Oman und Dubai wurde außerdem ein temporärer grüner Korridor aktiviert, um umgeleitete See- und Luftfrachtsendungen schneller abzufertigen. Für Unternehmen gewinnen damit vollständige Dokumentation, flexible Routenplanung, belastbare Kühlketten und vorausschauende Lagerhaltung zusätzlich an Bedeutung.
Hohe Anforderungen an die Qualität der Importnahrungsmittel
Vor der Einfuhr von Lebensmitteln in die Vereinigten Arabische Emirate (VAE) müssen durch den Importeur bestimmte Genehmigungen eingeholt und Registrierungen vorgenommen werden. Für die Lebensmittelsicherheit im Emirat Dubai ist das Food Safety Department der Municipality of Dubai zuständig, im Emirat Abu Dhabi die Abu Dhabi Agriculture and Food Safety Authority. Unternehmen in den VAE müssen eine gültige Einfuhrlizenz für Lebensmittel besitzen.
Die Einhaltung der Normen kontrolliert das 2020 geschaffene Ministerium "Ministry of Industry and Advanced Technology". Einige Produkte müssen zusätzlich mit den Anforderungen des Konformitätsbewertungsverfahrens Emirates Conformity Assessment Scheme (ECAS) übereinstimmen. Hierzu gehören beispielsweise abgepacktes Trinkwasser und Säfte. Unternehmensvertretern zufolge kann der Erhalt der ECAS langwierig und mit hohen Kosten verbunden sein.
Im Jahr 2021 haben die VAE ein neues Standardsystem für Lebensmittelsicherheit eingeführt. Dieses soll sicherstellen, dass ausschließlich Nahrungsmittel höchster Qualität importiert werden. Früher fielen die eingeführten Lebensmittel unter die drei Kategorien A, B und C mit A als höchster Qualitätsstufe. Mit der Einführung des neuen Standardsystems für Lebensmittelsicherheit dürfen nur Nahrungsmittel, die unter die Kategorie A fallen, in den Golfstaat importiert werden.
Halal-Zertifikat als Herausforderung
Der Import von Alkohol, Tabak und Schweinefleisch unterliegt strengen Regeln. Für die Einfuhr von Fleisch ist ein Halal-Zertifikat notwendig. Das bedeutet, dass die Produkte muslimischen Speisevorschriften entsprechen müssen. Allerdings ist der Erhalt der Bescheinigung mit Hindernissen verbunden, schildern Unternehmensvertreter gegenüber Germany Trade & Invest.
In Deutschland gibt es nur wenige Unternehmen, die den strengen Vorschriften entsprechen und eine Akkreditierung haben, ein Halal-Zertifikat für die VAE auszustellen. Nach Angaben des Ministeriums UAE Minister of State for Food Security verfügen die folgenden Unternehmen über eine solche Akkreditierung: Halal Control GmbH, RACS GmbH, IIDC Islamic Information Documentation and Certification GmbH und Halal Quality Control.
Für alle Produkte, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, wird die Ausstellung eines Analysezertifikats (FIT-Analysis) empfohlen. Dieses Zertifikat soll die uneingeschränkte Genusstauglichkeit des Lebensmittels bestätigen. Es kann von einem im Ausland akkreditierten Labor oder vom Dubai Central Food Laboratory (für das Emirat Dubai) ausgestellt werden. Liegt das Zertifikat bei der Einfuhr nicht vor, werden Warenproben entnommen und getestet. Die Warensendung kann nicht abgefertigt werden, bis die Ergebnisse des Labors vorliegen.
Grundsätzlich dürfen Lebensmitteln kein Alkohol zugesetzt werden. Enthalten Lebensmittel Schweinefleisch, muss dies eindeutig auf dem Etikett erkennbar sein, nicht nur in der Liste der Zutaten. Es ist grundsätzlich damit zu rechnen, dass alle Lebensmittelsendungen vor dem Import kontrolliert werden können, um die Einhaltung der Vorschriften hinsichtlich der Haltbarkeit und der Etikettierung zu überprüfen.
Tipps für den Markteinstieg
- Produkte an den lokalen Markt anpassen
- Konkurrenz nicht unterschätzen
- Aktuelle Importbestimmungen genau beachten
- Kurzfristige Änderungen der Importbestimmungen sind nicht ungewöhnlich
- Die Einfuhrbestimmungen können sich auch innerhalb der GCC-Staaten voneinander unterscheiden
Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.