Recht kompakt | Vietnam | Datenschutz- und KI-Recht
Vietnam: Datenschutz und KI
Datenschutz und künstliche Intelligenz (KI) werden in Vietnam rechtlich getrennt behandelt. (Stand: 21.01.2026)
Von Dr. Julio Pereira | Berlin
Datenschutz
Bislang gibt es in Vietnam kein einheitliches Datenschutzgesetz. Der Schutz personenbezogener Daten ergibt sich aus verschiedenen Rechtsinstrumenten, insbesondere aus dem Dekret Nr. 13/2023/NĐ-CP über den Schutz personenbezogener Daten, das seit dem 1. Juli 2023 in Kraft ist.
Das Dekret regelt unter anderem die Grundsätze der Datenverarbeitung, die Einwilligungsvoraussetzungen, die Informationspflichten und die Pflichten der Datenverarbeiter/Datenverantwortlichen.
Unternehmen sind insbesondere von den organisatorischen Anforderungen (zum Beispiel interne Governance, Risikobewertung/Compliance-Maßnahmen) und den Verpflichtungen zur Meldung und Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden betroffen, die in der Praxis von Bedeutung sind, wobei die Verantwortung hauptsächlich beim Ministerium für öffentliche Sicherheit liegt.
Künstliche Intelligenz
Am 14. Juni 2025 verabschiedete Vietnam das Gesetz über die digitale Technologieindustrie (Luật số 71/2025/QH15), dessen Inhalt sich auf künstliche Intelligenz konzentriert und das als eines der ersten sektoralen Regulierungsrahmenwerke für KI in Südostasien gilt. Das Gesetz kombiniert Fördermaßnahmen (einschließlich Innovation und digitaler Transformation) mit Kontrollmechanismen wie Risikomanagement, Transparenz und Sicherheitsanforderungen.
Für KI sieht das Gesetz unter anderem Grundsätze der menschlichen Orientierung, Produktivitätssteigerung und Schutz der Grundrechte vor. Es befasst sich ausdrücklich mit der Kontrolle von Algorithmen und dem Risikomanagement während des gesamten Lebenszyklus von KI-Systemen. Darüber hinaus enthält es Verpflichtungen zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten (Verbraucherschutz).
Einen Überblick zu den rechtlichen Entwicklungen zum Thema KI bietet die GTAI-Publikation Rechtsatlas KI.