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Das Brüsseler Büro von Germany Trade & Invest informiert deutsche Unternehmen aktuell und umfassend über die EU-Drittstaatenprogramme und die damit verbundenen Chancen zur Beteiligung an Projekten und Ausschreibungen. Benötigen Sie mehr Informationen, so zögern Sie nicht, unserem Büro eine E-Mail zu schicken, uns anzurufen oder - nach Voranmeldung - direkt vorbei zu kommen.

Unser Büro in Brüssel bietet Ihnen

auf der Homepage:

  • Umfassende Darstellungen der EU-Drittstaatenprogramme
  • Informationen zur Teilnahme an den Programmen
  • Geplante und beschlossene Projekte
  • Aktuelles zur EU-Drittstaatenförderung
  • Informationen zu Veranstaltungen

auf Anfrage:

  • Informationen zur Projektteilnahme und zu den EU-Drittstaatenprogrammen
  • Einzelrecherchen (Branchen, Zielgebiete und Projekte)
  • Kontaktvermittlung
  • Hilfe in Beschwerdefällen


Kontaktdaten:

Germany Trade & Invest
Büro Brüssel
Tel. 0032-2-204 01 -73 od. -87
Fax 0032-2-206 67 60
E-mail: bruessel[at]gtai.com

Aufgrund einer geänderten Verfahrenspraxis der Europäischen Kommission können die Dokumente der Finanzperiode 2014-2020 erst nach Vorliegen eines Kommissionsbeschlusses veröffentlicht werden. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an unser Brüsseler Büro bzw. Tel. 0032-2-204 01 -73 oder -87.

EU-Drittlandprogramme

Die EU-Drittstaatenprogramme sind die Finanzierungsinstrumente der Europäischen Union in Ländern außerhalb der EU. Die EU-Mittel sollen die außenpolitischen Ziele der Union effektiver unterstützen.

Ende 2011 verkündete die EU als Grundlage für ihre entwicklungspolitische Neuausrichtung die "Agenda für den Wandel" (Agenda for Change). Diese umfasst folgende Schwerpunkte: Höhere Effektivität, Leistungsanreize, die Abkehr von der generellen Förderung zur Auswahl von Schwerpunktsektoren in den begünstigten Ländern sowie die Vereinbarkeit mit den Millenniumsentwicklungszielen der Vereinten Nationen (MDGs).

Um diese Ziele zu erreichen, wurde durch Reformen in einigen Bereichen mehr Flexibilität geschaffen. Ermöglicht wurden bereits in der Laufzeit des Finanzrahmens 2007 bis 2013 eine teilweise erweiterte Teilnahmeberechtigung (auch für Akteure der Zivilgesellschaft), diversifizierte Finanzierungsmöglichkeiten wie Verwaltungs-Twinning, die Gewährung von Sektor- und Budgethilfen und Poolfinanzierung mit anderen Gebern sowie eine Öffnung der Verfahren (z.B. Möglichkeiten der Kofinanzierung).

Die Agenda for Change prägt als Rahmenwerk wesentlich die Ausgestaltung der neuen Entwicklungsprogramme für den Finanzrahmen 2014 bis 2020. Die Laufzeit der Programme entspricht jeweils den siebenjährigen Finanzplanungen.

Die EU-Außenhilfe umfasst folgende Programme:

  1. EU-Beitrittskandidaten
    Das Instrument für Heranführungshilfe (Instrument for Pre-Accession, IPA) besteht seit 2007 und fördert die Kandidatenländer auf ihrem Weg zum möglichen EU-Beitritt. Das Nachfolgeinstrument für die Periode 2014 bis 2020 heißt IPA II.

  2. Südliche und östliche Nachbarn der EU
    Das Europäische Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstrument (ENPI) wurde 2014 von dem Nachfolgeinstrument Europäisches Nachbarschaftsinstrument (ENI) abgelöst. Dies richtet sich wie ENPI an insgesamt 16 Empfängerländer des südlichen Mittelmeerraumes und der osteuropäischen Nachbarschaft der EU.

  3. Entwicklungs- und Schwellenländer
    Das Instrument für Entwicklungszusammenarbeit (EZI) richtet sich auf die Entwicklungsländer in Asien, Zentralasien und Lateinamerika, im Nahen und Mittleren Osten sowie auf Südafrika. Das Instrument wird in der Förderperiode 2014-2020 weitergeführt. Die EZI-Verordnung umfasst auch thematische Programme, die horizontal für alle Weltregionen anwendbar sind.

  4. AKP Staaten
    Der 10. Europäische Entwicklungsfond (EEF) mit einer Laufzeit von 2008 bis 2013 unterstützt 78 Staaten in Afrika, in der Karibik und im Pazifik zuzüglich überseeischer Länder und Gebiete. Der seit 2014 laufende 11. EEF unterstützt 79 Staaten in den oben genannten Regionen.

  5. Schwellenländer und Industrienationen
    Für Kooperationsprojekte mit fortgeschrittenen Entwicklungsländern und mit Industrienationen gibt es im Finanzierungszeitraum 2014-2020 das Partnerschaftsinstrument (PI). Es ist eine Weiterentwicklung des Instrumentes für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (ICI). Das PI kann um alle Staaten erweitert werden, die nicht in die Förderung der o.g. geografischen Außenhilfeinstrumente fallen.

  6. Thematische Programme
    Die geographischen Programme werden durch thematische Instrumente ergänzt. Diese decken Sektoren ab, die bei der Entwicklungszusammenarbeit wie auch der EU-Außenpolitik besonders im Vordergrund stehen. Sie sind entweder Bestandteil der EZI-Verordnung oder basieren auf eigenständigen Verordnungen mit eigenen Budgetlinien.

Übersicht der EU-Drittstaatenprogramme von 2014 bis 2020

EU-Kommission EU-Kommission | © EU-Kommission

Erläuterung Abkürzungen Grafik

EZI thematisch: PAP - Pan-Afrikanisches Programm, CSO-LA - Instrument für Organisationen der Zivilgesellschaft und lokale Behörden, GPGC - Instrument für globale öffentliche Güter und Herausforderungen
Horizontale Programme: INSC - Instrument für die Zusammenarbeit im Bereich der nuklearen Sicherheit, IfSP - Instrument für Stabilität und Frieden, EIDHR - Europäisches Instrument für Demokratie und Menschenrechte


Die EU-Außenhilfeprogramme auf einen Blick finden Sie auf der


Die EU-Außenhilfeprogramme je Förderregion:

IPA (2007-2013)

RegionEmpfängerländer
Offizielle KandidatenstaatenIsland,Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei, Kroatien (bis zur vollen EU-Mitgliedschaft im Juli 2013)
Potentielle KandidatenstaatenAlbanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo


IPA II (2014-2020)

RegionPartnerländer
Westliche Balkanregion, TürkeiAlbanien, Nordmazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei, Bosnien und Herzegowina, Kosovo



ENPI (2007-2013)

RegionEmpfängerländer
Östliche NachbarschaftArmenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldau, Russland, Ukraine
Südlicher MittelmeerraumÄgypten, Algerien, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästinensische Gebiete, Syrien, Tunesien



ENI (2014-2020)

RegionEmpfängerländer
Östliche NachbarschaftArmenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldau, Ukraine
Südlicher MittelmeerraumÄgypten, Algerien, Israel, Jordanien, Libanon, Libyen, Marokko, Palästinensische Gebiete, Syrien, Tunesien



EZI (2007-2013)

RegionEmpfängerländer
AsienAfghanistan, Bangladesch, Burma, Bhutan, China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Demokratische Volksrepublik Korea, Laos, Malaysia, Malediven, Mongolei, Nepal, Pakistan, Philippinen, Singapur, Sri Lanka, Thailand, Vietnam
Naher und Mittlerer OstenIran, Irak, Jemen, Oman, Saudi-Arabien
LateinamerikaArgentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Kuba, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay, Venezuela
Gemeinschaft Unabhängiger StaatenKasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan
AfrikaSüdafrika



EZI (2014-2020)

BILATERALE FÖRDERUNG: 27 Partnerländer
RegionEmpfängerländer
AsienAfghanistan, Bangladesch, Bhutan, Kambodscha, Laos, Mongolei, Myanmar, Nepal, Pakistan, Philippinen, Sri Lanka, Vietnam
Naher und Mittlerer OstenIrak, Jemen
LateinamerikaBolivien, Kuba, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Paraguay
Gemeinschaft Unabhängiger StaatenKirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan
AfrikaSüdafrika
REGIONALE FÖRDERUNG: 46 Partnerländer
RegionEmpfängerländer
AsienAfghanistan, Bangladesch, Bhutan, China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Demokratische Volksrepublik Korea, Laos, Malaysia, Malediven, Mongolei, Myanmar, Nepal, Pakistan, Philippinen, Sri Lanka, Thailand, Vietnam
Naher und Mittlerer OstenIran, Irak, Jemen
LateinamerikaArgentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Kolumbien, Kuba, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexico, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay, Venezuela
Gemeinschaft Unabhängiger StaatenKasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan
AfrikaSüdafrika

Das künftige EZI umfasst auch zwei thematische Programme zur Behandlung länderübergreifender Probleme:

  • Instrument für globale öffentliche Güter und Herausforderungen (Global Public Goods and Challenges)
  • Instrument für nicht-staatliche Akteure und lokale Behörden (Civil Society Organisations and Local Autorities)
  • Ebenfalls wird das EZI das Pan-Afrikanische Programm (Pan African Programme) einschließen
RegionEmpfängerländer (77), zuzüglich Überseeische Länder und Gebiete sowie Südafrika
AKP-Staaten (Afrika, Karibik, Pazifik)Afrika: Äquatorialguinea, Äthiopien, Angola, Benin, Botsuana, Burkina Faso, Burundi, Côte d'Ivoire, Dschibuti, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kap Verde, Kenia, Komoren, Republik Kongo (Brazzaville), Demokratische Republik Kongo (Kinshasa), Lesotho, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Mauritius, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, São Tomé und Príncipe, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Swasiland, Sambia, Simbabwe, Tansania, Tschad, Togo, Uganda, Zentralafrikanische Republik.
Der EEF umfasst zusätzlich die regionale Förderung der Republik Südafrika, deren bilaterale Förderung über den EZI läuft.
Karibik: Antigua und Barbuda, Bahamas, Barbados, Belize, Dominica, Dominikanische Republik, Grenada, Guyana, Haiti, Jamaika, St. Kitts und Navis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Suriname, Trinidad und Tobago
Pazifik: Cookinseln, Fidschi, Kiribati, Marshallinseln, Mikronesien, Nauru, Niue, Palau, Papua-Neuguinea, Salomonen, Samoa, Timor-Leste, Tonga, Tuvalu, Vanuatu


11. EEF (2014 bis 2020)

RegionEmpfängerländer (78), zuzüglich Überseeische Länder und Gebiete sowie Südafrika
AKP-Staaten (Afrika, Karibik, Pazifik)Afrika: Äquatorialguinea, Äthiopien, Angola, Benin, Botsuana, Burkina Faso, Burundi, Côte d'Ivoire, Dschibuti, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kap Verde, Kenia, Komoren, Republik Kongo (Brazzaville), Demokratische Republik Kongo (Kinshasa), Lesotho, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Mauritius, Mosambik, Namibia, Niger, Nigeria, Ruanda, São Tomé und Príncipe, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Südsudan, Swasiland, Sambia, Simbabwe, Tansania, Tschad, Togo, Uganda, Zentralafrikanische Republik.
Der EEF umfasst zusätzlich die regionale Förderung der Republik Südafrika, deren bilaterale Förderung über den EZI läuft.
Karibik: Antigua und Barbuda, Bahamas, Barbados, Belize, Dominica, Dominikanische Republik, Grenada, Guyana, Haiti, Jamaika, St. Kitts und Navis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Suriname, Trinidad und Tobago
Pazifik: Cookinseln, Fidschi, Kiribati, Marshallinseln, Mikronesien, Nauru, Niue, Palau, Papua-Neuguinea, Salomonen, Samoa, Timor-Leste, Tonga, Tuvalu, Vanuatu



ICI und ICI+ (2007-2013)

RegionEmpfängerländer
AsienBrunei, Hongkong, Japan, Korea (Rep.), Macau, Singapur, Taiwan
GolfstaatenBahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate
NordamerikaKanada, USA
OzeanienAustralien, Neuseeland


PI (2014-2020)

RegionEmpfängerländer
AsienBrunei, Hongkong, Japan, Korea (Rep.), Macau, Singapur, Taiwan
GolfstaatenBahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate
NordamerikaKanada, USA
OzeanienAustralien, Neuseeland
WeitereStaaten, die künftig keine bilateralen EZ-Mittel aus dem EZI mehr erhalten; Grundsätzlich Öffnung für alle Länder möglich

Thematische Programme der EU-Außenhilfen

Neben den geografisch ausgerichteten EU-Außenhilfen sowie den thematischen Programmen unter dem EZI gibt es noch weitere thematische Programme mit eigenständigen Budgetlinien.

Zehn thematische Programme 2007 bis 2013
EZIIn die Menschen investieren (EZI)
Umweltschutz und nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, einschließlich Energie (EZI)
Nichtstaatliche Akteure und lokale Behörden im Entwicklungsprozess (EZI)
Ernährungssicherheit (EZI)
Migration- und Asylpolitik (EZI
Eigenständige Verordnungen mit eigenen BudgetlinienEuropäisches Instrument für Demokratie und Menschenrechte
Instrument für Stabilität
Instrument für Zusammenarbeit im Bereich nukleare Sicherheit
Instrument für Makrofinanzhilfen
Instrument für Humanitäre Hilfe



Sechs thematische Programme 2014 bis 2020

EZI

Instrument für globale öffentliche Güter und Herausforderungen (EZI)
Instrument für nicht-staatliche Akteure und lokale Behörden (EZI)
Pan-Afrikanisches Programm (EZI)
Eigenständige Verordnungen mit eigenen BudgetlinienInstrument für Zusammenarbeit im Bereich der Nuklearen Sicherheit
Instrument für Stabilität und Frieden (Instrument for Stability and Peace,IfSP)
Das Europäische Instrument für Menschenreche und Entwicklung (European Instrument for Democracy and Human Rights, EIDHR)

Informationen zu thematischen Programmen ab 2014 außerhalb von EZI

Projektablauf

Die Entwicklung und Umsetzung von Vorhaben im Rahmen der EU-Drittlandprogramme erfolgt gemäß eines klar definierten Prozesses. In einem ersten Schritt erstellt die EU-Kommission Strategieprogramme für Länder und Regionen, in denen Schwerpunktsektoren bestimmt werden. Die Mehrjährigen Richtprogramme (National Indicative Programme, NIP; Regional Indicative Programme, RIP; Multiannual Indicative Programme, MIP) beinhalten eine detaillierte Schwerpunktbeschreibung mit Budgetzuweisungen. Hier können Firmen bereits frühzeitig ausloten, ob ihr Sektor in ihrem Zielland überhaupt von der EU gefördert werden wird.

Basierend auf den Strategiepapieren identifiziert die EU Projekte und prüft die Durchführbarkeit. Darauf aufbauend bewilligt sie gemeinsam mit den Mitgliedstaaten die Jahresaktionsprogramme (Annual Action Programme, AAP), Sondermaßnahmen (Special Measure) oder Einzelmaßnahmen (Individual Measure) mit Projektbögen für jedes Projekt. Diese können sowohl national, regional als auch länderübergreifend sein und liefern neben einer detaillierten Beschreibung auch Informationen über Ziele, erwartete Ergebnisse, Verwaltungsverfahren, Budgetierung sowie einen vorläufigen Zeitplan für die Durchführung. Je nach Inhalt ist dann klar: Dieses Vorhaben wird in Kürze ausgeschrieben. Interessierte Firmen können hier bereits ansetzen und sich nach passenden Konsortialpartnern und Experten umsehen.

Wichtig ist: Eine Ausschreibung umfasst oft nur einzelne Lieferungen, Beratungsleistungen und Einzelbausteine, die als Teile zur Umsetzung des Gesamtvorhabens benötigt werden. Somit kommen auch Firmen und Partner in Betracht, die bestimmte Elemente anbieten.

Beschaffungswesen und Geschäftsmöglichkeiten

Verwaltungsmethode entscheidet über Zuständigkeiten

Es gibt verschiedene Umsetzungsmodalitäten für Entwicklungsprojekte im Rahmen von Drittstaatenprogrammen. Dies hängt davon ab, bei welcher Organisation die Durchführungsverantwortung liegt. Die EU-Kommission kann Fördermittel klassisch durch ihre Generaldirektionen, Delegationen vor Ort oder Agenturen direkt verwalten. Hierbei gibt es einheitliche Vergabeverfahren und Regelungen, die im Handbuch für Vergabeverfahren im Rahmen von EU-Außenmaßnahmen (Practical Guide to Contract Procedures for EU External Actions, PRAG) zu finden sind. Dies wird jedes Jahr aktualisiert, ist aber rechtlich nicht bindend, sodass teilweise Interpretationsspielraum auf Seiten der Delegationen besteht. Bisher wurde der größte Teil des Budgets so verwaltet und viele Ausschreibungen entstanden. In letzter Zeit aber zeichnet sich ein Wandel ab.

Die EU delegiert die Verwaltung der Förderprogramme und des Budgets vermehrt an Partnerländer, internationale oder gemeinnützige Organisationen, Finanzinstitutionen wie die Europäische Investitionsbank oder Durchführungsorganisationen der Mitgliedsstaaten. Dies nennt sich indirekte Mittelverwaltung. Hier gelten die Vergaberichtlinien des jeweiligen Auftraggebers. Die Partnerorganisationen müssen sich vorab qualifizieren. Bei der geteilten Mittelverwaltung delegiert die EU-Kommission die Programmverwaltung an die Mitgliedsstaaten. Dies wird von der GD DEVCO jedoch kaum genutzt. 

Neben der Zuweisung an internationale Partnerorganisationen, die die Projekte umsetzen, vergibt die EU auch vermehrt allgemeine oder sektorspezifische Haushaltshilfen an Regierungen der Partnerländer. Ebenso erhalten Nichtregierungsorganisationen wie jeher Zuschüsse in zivilgesellschaftlich relevanten Sektoren (Bildung, Gesundheit) und an den Verfahren ändert sich wenig. Hierbei ruft die EU zur Einreichung von Projektvorschlägen (call for proposal) auf. Dies sind Zuschüsse (Grants) an nicht gewinnorientierte Organisationen für selbst entwickelte Vorhaben. Die EU gibt nur den Rahmen vor.


EU-Ausschreibungen für vielfältige Güter und Leistungen

Gegenstand der EU-Ausschreibungen sind Bauarbeiten (Infrastruktur, Gebäude etc.), Lieferungen (IT, Laborausrüstung, Fahrzeuge etc.) oder Dienstleistungen (technische Hilfe, Studien, Kommunikation, Organisation etc.). Die EU ist hierbei sozusagen öffentlicher Auftraggeber und finanziert 100 Prozent der von der Firma veranschlagten Kosten, während sie die Projektverantwortung behält. Zu beachten ist, dass der Inhalt der Bewerbung exakt auf die Ausschreibung passen muss. Bestimmte Kriterien, Referenzen (zum Beispiel Herkunftszertifikate) sowie Anforderungen bezüglich technischer und finanzieller Expertise sind je nach Ausschreibung unterschiedlich und müssen bei der Bewerbung nachgewiesen werden. Die Anforderungen sind in den Ausschreibungsunterlagen detailliert beschrieben und sollten genau beachtet werden. Darüber hinaus sind formale Vorgaben zu berücksichtigen und zeitliche Vorgaben einzuhalten. Bereits geschlossene Verträge können eine Orientierungshilfe sein.

Bei Ausschreibungen konkurrieren verschiedene Bieter um den Zuschlag der EU. Zunächst wird eine Prior Information Notice (Vorankündigung) veröffentlicht. Frühestens 30 Tage danach erfolgt eine Auftragsbekanntmachung (Contract Notice), die Auftragsumfang, Art des Auftrags, maximal verfügbares Budget, Art des Verfahrens (offen oder nicht offen) und Einreichungsfrist enthält. Bei offenen Verfahren wird zeitgleich ein tender dossier veröffentlicht, bei nicht offenen Verfahren wird dieses ausschließlich an ausgewählte Kandidaten gesendet. Das tender dossier beinhaltet Informationen über Abgabe, Inhalt und Auswahl der Angebote sowie auszufüllende Formulare. Ein Bewertungsausschuss stellt eine Empfehlung aus. Von der Ausschreibung bis zur Auftragsvergabe vergehen aus Erfahrung mindestens sechs Monate.


Vergabehöhe entscheidet über Ausschreibungsverfahren

Je nach Schwellenwert greift ein anderes Vergabeverfahren, das wiederum je nach Vertragsgegenstand (Dienstleistungen, Lieferungen, Baumaßnahmen) und Summe leicht variiert. Ausführliche Informationen über die Vergabeverfahren liefert der PRAG.

Rahmenverträge (Framework Contracts, FWC) zwischen der EU und Gruppen von Firmen (Konsortien) haben an sich keinen finanziellen Wert, legen aber die allgemeinen Bedingungen fest, unter denen weitere Aufträge während des Projektes vergeben werden können. Höchstwert für Einzelaufträge, auf die sich diese Konsortien bewerben, beträgt 1 Million Euro. Rahmenverträge laufen zwei Jahre, mit Verlängerungsmöglichkeit um weitere zwei Jahre und sind in technische Bereiche (sogenannte Lots) unterteilt. Die Fristen für die Ausschreibungen sind meist sehr kurz, oft nicht länger als zwei Wochen.


Weniger Ausschreibungen, mehr Finanzierungsinstrumente

Bei der Einbindung von Firmen setzt die EU auf neue Finanzierungsinstrumente. Hierzu gehört die Kredithebelung (Kombination öffentlicher EU-Zuschüsse mit Krediten). Diese läuft seit Jahren über die regionalspezifischen Investitionsfazilitäten der EU. Hierbei sieht das Standardverfahren folgendermaßen aus: Entwicklungsbanken reichen Projektvorschläge bei der EU-Kommission ein. Wenn diese von der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten bewilligt werden, erhält die Bank das Geld für die Umsetzung; entstehende Ausschreibungen laufen somit direkt über die jeweilige Bank. Die Investitionsoffensive für Drittländer (External Investment Plan, EIP) beinhaltet zusätzlich erstmals neue De-Risking-Maßnahmen (Garantien) für private Investitionen und bietet neue Chancen für Unternehmen, vor allem Investoren und Berater. Durch den EIP sollen bis 2020 Investitionen in Höhe von mindestens 44 Milliarden Euro mobilisiert werden.


Weiterführende Links

Sitzungspläne und Projektbewilligungen

Die Verwaltungsausschüsse für die einzelnen EU-Drittstaatenprogramme sind das Mitentscheidungsorgan der EU-Mitgliedstaaten bei Kommissionsvorschlägen mit erheblichen budgetären Auswirkungen (Komitologieverfahren). Dies betrifft sämtliche landes-, regionen- und themenspezifische Strategiepapiere und Jahresprogramme, die bestimmte Schwellenwerte überschreiten. Nur wenn im Ausschuss eine qualifizierte Mehrheit erreicht wird, werden die von der Kommission und dem jeweiligen Partnerland ausgearbeiteten Vorhaben offiziell von der Kommission beschlossen und bilateral unterzeichnet. Der Zeitraum von der Annahme der Programme in den Verwaltungsausschüssen bis zum tatsächlichen Beginn von Ausschreibungen variiert stark. Ausschreibungen müssen im Normalfall während eines Zeitraums von zwei Jahren nach Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung mit dem Partnerland erfolgen.

Projektbewilligungen

Für die EU-Programme in Drittstaaten werden den Verwaltungsausschüssen mehrjährige Strategie- und Richtpapiere sowie jährliche Aktionsprogramme mit konkreten Projekten vorgelegt. Für jedes Programm existiert ein Ausschuss: (1) Instrument für Heranführungshilfe II (Instrument for Pre-accession, IPA II; zuvor IPA), (2) Europäisches Nachbarschaftsinstrument (ENI; zuvor Europäisches Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstrument, ENPI), (3) das Instrument für Entwicklungszusammenarbeit (EZI) und (4) der 11. Europäische Entwicklungsfonds (EEF; zuvor 10. EEF).

Aktuelle Sitzungspläne und Projektbewilligungen:


Die Strategiepapiere und Jahresprogramme werden auch von der Europäischen Kommission - mit unterschiedlichem Zeitverzug - auf ihren Webseiten eingestellt.

Veranstaltungen

EU-Sektorseminare in Brüssel

Diese Seminare organisiert zweimal im Jahr ein jeweils wechselndes Team der Mitgliedstaaten zu einer bestimmten Branche.

Struktur der Sektorseminare:

Vorträge zu den für die jeweilige Branche relevanten EU-Programmen von Kommissionsmitarbeitern und Finanzinstitutionen (Vormittag)

Kontaktbörse: Networking Gespräche zwischen den teilnehmenden Unternehmen (Informationsaustausch, Kooperationsmöglichkeiten; Nachmittag)

Teilnahmegebühr: Zur Zeit 175,00 Euro inklusive Mittagessen und Tagungsunterlagen.

Nähere Informationen erhalten Sie bei unserem Büro in Brüssel oder im Internet unter: www.sectorseminars.eu


Informationen zu vergangenen EU-Sektorseminaren:

Sonstige Veranstaltungen:

15.06.-16.06.2021

Veranstaltung der EU-Kommission: European Development Days
Thema: Green Deal/Klima


Andere EU-Förderprogramme

EU-interne Förderprogramme

Der überwiegende Teil der EU-Förderung richtet sich auf Programme, die den EU-Mitgliedstaaten zu Gute kommen. Die Drittstaatenprogramme machen dem gegenüber einen relativ geringen Teil der EU-Förderung aus. Es existieren zahlreiche EU-interne Programme, die jeweils für bestimmte Zielgruppen und Förderschwerpunkte offen stehen. Diese sind vielfach auch für Unternehmen aus den EU-Beitritts- und Kandidatenstaaten zugänglich.

Für Unternehmen aus der EU gibt es drei Möglichkeiten, sich um Unterstützung zu bewerben:

  1. Zuschüsse im Rahmen thematischer Förderprogramme, die von den Generaldirektionen (GDs) der Kommission verwaltet werden (z.B. in Forschung, Bildung, Gesundheit und Jugend);
  2. Zuschüsse über die von den jeweiligen nationalen und regionalen Behörden verwalteten Programme. Diese umfassen etwa drei Viertel des EU-Haushalts, einschließlich Strukturfonds und Agrarbeihilfen.
  3. Zinsgünstige Kredite, die über Risikobeteiligungen und Darlehensgarantien der EU an Geschäftsbanken finanziert werden.

Eine detaillierte Linkliste zu ausgewählten EU-Förderprogrammen im Binnenmarkt finden Sie in der rechten Spalte.

Weitere nützliche Links zu EU-Förderprogrammen

Links

Relevante Generaldirektionen (GD) der Europäischen Kommission:

Weitere Links der Europäischen Union:

Informationen zu öffentlichen Ausschreibungen der EU

Artikel zur EU

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2019:

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