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Branchen | Indonesien | Landwirtschaft

Struktur der Landwirtschaft

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft sinkt. Doch sie beschäftigt fast 30 Prozent der Arbeitskräfte. Ihre Kleinteiligkeit erschwert den technischen Fortschritt.

Von Frank Malerius | Jakarta

Landwirtschaft schafft Arbeitsplätze

Indonesien ist längst eine Dienstleistungsgesellschaft. Die Landwirtschaft, inklusive Fischerei und Holzwirtschaft, trug 2022 nur noch 12,4 Prozent zur Erzeugung des Bruttoinlandsprodukts bei (2010: 15,3 Prozent; 2000: 17,0 Prozent). Allerdings gab sie 2022 laut Statistikkamt BPS 28,6 Prozent aller Beschäftigten Arbeit. Ein Problem ist deren Überalterung. So soll die Mehrheit der Reisbauern bereits älter als 50 Jahre sein. Denn junge Menschen zieht es in die Städte.


Eckdaten zur Landwirtschaft in Indonesien

2022

Einwohner (in Millionen)

275,8

Anbauflächen (in Millionen ha):

  Palmöl

15,0

  Reis

10,6

  Kautschuk 

3,8

  Kokosnüsse

3,3

  Kakao

1,4

  Kaffee

1,3

  Zuckerrohr

0,5

Anteil der Landwirtschaft an der Entstehung des BIP (in Prozent) 

12,4 *)

Exporte Agrargüter in Milliarden US-Dollar (SITC 0)

19,1

* ohne Fischerei und Forstwirtschaft: 9,2 Prozent.Quelle: Statistikamt BPS

Die Landwirtschaft ist kleinbäuerlich geprägt, drei Viertel der 27 Millionen bäuerlichen Haushalte bewirtschaften weniger als einen Hektar Land und nur 3 Prozent mehr als 10 Hektar. Mehr als die Hälfte der Reisbauern bewirtschaftet nicht einmal 0,1 Hektar. Sie gelten als Netto-Nahrungsmittelempfänger. Das bedeutet auch, dass wenig Technologie, kaum Know-how und kein nennenswertes Kapital vorhanden ist. Die Verletzlichkeit dieser Bevölkerungsgruppe macht Reformen und Veränderungen zu einem sensiblen Unterfangen. 

Palmölanbau dominiert

Eine überragende Bedeutung in der indonesischen Landwirtschaft hat der auf den Export ausgerichtete Palmölanbau. Die bewirtschaftete Fläche hat sich seit 2008 auf 15 Millionen Hektar verdoppelt. Das entspricht mehr als der gemeinsamen Größe von Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern - oder knapp 8 Prozent der indonesischen Landfläche. In der Schwerpunktregion Sumatra sind es sogar 17 Prozent.

Dieser Ausbau ging mit einer gigantischen Naturzerstörung einher. Allerdings verschaffte die arbeitsintensive Palmölernte vielen Millionen Menschen Arbeit. Keine Branche hat so sehr zur Armutsbekämpfung beigetragen wie der Palmölanbau, bei dem etwa 40 Prozent der Flächen von Kleinbauern bewirtschaftet werden. Gleichzeitig ist der Sektor zweitwichtigste Exportbranche nach dem Kohlebergbau. Gemeinsam mit Malaysia besitzt Indonesien auf dem Weltmarkt ein Duopol und kann Preise diktieren.

Neben dem Palmöl gibt es weitere großflächig angebaute landwirtschaftliche Exportgüter wie Kautschuk und Kaffee. Auch sie konkurrieren mit Grundnahrungsmitteln wie Reis, Mais, Soja oder Zucker um Anbauflächen und gewinnen dort, wo sie den Bauern größere Erlöse versprechen. Dieser Mechanismus untergräbt das politische Ziel der stärkeren Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln.

Starke Nahrungsmittelverarbeitung

Die Nahrungsmittelverarbeitung ist der mit Abstand wichtigste Sektor der verarbeitenden Industrie, mit einem Anteil von mehr als einem Drittel von dessen Wirtschaftsleistung. Sie gehört zu den fünf Industriebranchen, die im Rahmen der Strategie "Making Indonesia 4.0" in naher Zukunft digitalisiert und vernetzt produzieren soll. In der Praxis dürfte es vorerst aber lediglich um eine erweiterte Automatisierung gehen. Die entsprechende Technologie dafür muss mangels eigener Herstellung praktisch ausschließlich importiert werden. Deutsche Verarbeitungs- und Verpackungstechnologie hat einen exzellenten Ruf.

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