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Mexikos Pharmamarkt trotz Regulierung dynamisch

Mexiko hat eine leistungsstarke Pharmaindustrie, bleibt aber ein großer Nettoimporteur von Arzneimitteln. Deutschland ist das zweitwichtigstes Bezugsland. 

Von Alexander Walter | Berlin

Ausblick der Pharmaindustrie in Mexiko

 

  • Bevölkerungswachstum und steigende Gesundheitsausgaben treiben den Pharmamarkt.
  • Private Gesundheitsausgaben gewinnen als Absatzmarkt weiter an Bedeutung.
  • Investitionsklima ist stabil, mit Fokus auf Ausbau und Modernisierung bestehender Werke.
  • Regulatorischer Rahmen ist herausfordernd; Zulassungen dauern teils lange.
  • Reformen und Lieferengpässe machen die öffentliche Arzneimittelbeschaffung volatil.

Anmerkung: Einschätzung des Autors für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: März 2026

  • Mexikos Pharmamarkt wandelt sich: Die Importabhängigkeit steigt weiter, der Privatsektor wächst, Generika dominieren, während die Impfquoten sinken.

    Mexiko zählt zu den 15 größten Pharmamärkten weltweit. Laut Marktforschungsinstitut IMARC liegt das Marktvolumen bei etwa 20 Milliarden US-Dollar (US$). Prognosen zufolge könnte sich der Markt bis 2033 verdoppeln. Bei der Produktion von Arzneimitteln und bei klinischen Studien belegt Mexiko in Lateinamerika nach Brasilien den 2. Platz. Maßgeblich getragen wird diese Dynamik von strukturellen Faktoren wie dem Bevölkerungswachstum.

    Mexikos Importabhängigkeit bleibt bestehen 

    7 %

    jährliches Wachstum bis 2033.

    Mexiko verfügt über eine leistungsfähige Pharmabranche. Der Sektor ist stark auf den Binnenmarkt ausgerichtet, der 97 Prozent ihrer Produktion abnimmt. Dennoch ist das Land Nettoimporteur pharmazeutischer Produkte, da ein großer Teil des Bedarfs an hochspezialisierten Medikamenten weiterhin aus dem Ausland gedeckt wird. Vor allem bei aktiven pharmazeutischen Wirkstoffen (Active Pharmaceutical Ingredients, APIs) wie Insulin besteht eine hohe Importabhängigkeit, etwa aus China. 

    Im Jahr 2025 überstiegen die mexikanischen Importe von pharmazeutischen Produkten die Exporte um rund 8 Milliarden US$. Mexiko führte pharmazeutische Produkte im Wert von knapp 10,6 Milliarden US$ ein. Gegenüber 2021 war das ein Plus von 64 Prozent. Die Vereinigten Staaten sind das führende Herkunftsland (2024: 2,3 Milliarden US$). Deutschland steht an 2. Stelle mit 1,4 Milliarden US$. Italien folgt auf Platz 3 mit 0,9 Milliarden US$. Im selben Jahr beliefen sich die pharmazeutischen Exporte Mexikos auf 2,6 Milliarden US$. Hauptexportmarkt für mexikanische Arzneimittel sind die USA, die 2025 fast die Hälfte des exportierten Werts abnahmen. Mit großem Abstand folgten Kolumbien mit 261 Millionen US$ und Kanada mit 229 Millionen US$. 

     Langfristige Therapien als Wachstumstreiber

    Mexiko erlebt einen strukturellen Anstieg chronischer Krankheiten. Das Bevölkerungswachstum, eine größer werdende Mittelschicht und die steigende Lebenserwartung treiben die Entwicklung an. Laut Prognosen der UN soll die durchschnittliche Lebenserwartung von derzeit circa 75 Jahren auf 81 Jahre im Jahr 2050 steigen. Zeitgleich erhöhen die Alterung der Bevölkerung, steigende Raten von Diabetes, weitverbreitete Adipositas sowie Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen die Nachfrage nach langfristigen Medikamententherapien. Dieser Trend dürfte den Pharmamarkt mittelfristig weiterwachsen lassen, da sowohl bei Gesundheitsversorgern als auch bei privaten Haushalten die Ausgaben steigen werden.

    Privatmarkt gewinnt an Bedeutung

    Mexiko steht vor einer dreifachen Herausforderung: Laut der OECD‑Vergleichsstudie Health at a Glance, ein zweijährlicher Indikatoren‑ und Vergleichsbericht zu Gesundheitssystemen im internationalen Vergleich, weist das Land eine der höchsten Sterblichkeitsraten durch vermeidbare Ursachen auf, zählt zu den OECD‑Staaten mit den geringsten Gesundheitsausgaben und verzeichnet zugleich besonders hohe Eigenanteile der privaten Haushalte an den Gesundheitskosten. Nach Angaben der OECD beträgt der Eigenanteil circa 40 Prozent der Gesundheitsausgaben, die sich 2024 auf circa 1.600 US$ pro Person beliefen. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) entsprechen die Gesundheitsausgaben 5,9 Prozent (OECD-Durchschnitt: 9,3 Prozent). Ein niedrigerer Wert als beispielsweise die lateinamerikanischen OECD-Länder Chile, Costa Rica und Kolumbien aufweisen. 

    Vor diesem Hintergrund gewinnt der private Gesundheitssektor als Absatzkanal an Bedeutung. Es steigt die Nachfrage nach spezialisierten Therapien und Biopharmazeutika. Laut Branchenumfrage ENIFARM der nationalen Statistikbehörde INEGI ist der Privatmarkt für circa 80 Prozent des Arzneimittelabsatzes verantwortlich. Einkommensstarke Schichten greifen eher auf Privatkliniken und private Gesundheitsversicherungen zurück. Dem mexikanischen Verband der Versicherungsunternehmen AMIS (Asociación Mexicana de Instituciones de Seguros) zufolge haben etwa 10,7 Prozent der Bevölkerung eine Zusatzversicherung für Gesundheitsausgaben. Auch Kapazitätsprobleme im öffentlichen Gesundheitssystem, das laut OECD formell 78 Prozent der Bevölkerung abdeckt, wirken als Treiber für diese Entwicklung.

    Generika dominieren

    Der mexikanische Arzneimittelmarkt wird weiterhin vom Generikasegment geprägt. Generika stellen laut dem Informationsdienstleister Economist Intelligence Unit (EIU) rund 92 Prozent der verkauften Arzneimitteleinheiten (Deutschland: circa 80 Prozent). Sie sind entscheidend für die Versorgung im öffentlichen Gesundheitssystem, das verpflichtet ist, Generika zu verwenden, wo diese verfügbar sind. Laut der staatlichen Gesundheitsbehörde COFEPRIS entfallen zwei Drittel des Generikaumsatzes auf das öffentliche Gesundheitssystem. Auch im Privatmarkt sind Generika für die kostengünstige Versorgung von preissensiblen Verbrauchern wichtig. Bezogen auf Medikamententypen machten Antibiotika im Jahr 2024 etwa 43 Prozent des Verkaufswerts der in Mexiko hergestellten Arzneimittel aus. Unterdessen kamen Analgetika auf etwa 22 Prozent Marktanteil. 

    Impfquoten sind rückläufig

    Laut der Pan American Health Organization (PAHO), dem Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation WHO auf dem amerikanischen Kontinent, sind die Impfquoten rückläufig und befinden sich fern der angestrebten 95 Prozent Immunisierungsquote. Ein seit Anfang 2025 schwelender Masernausbruch in den USA und Mexiko sorgt für Aufmerksamkeit, der die Impflücken verdeutlicht. Die mexikanische Regierung hat darauf mit einer größeren Impfkampagne reagiert. Die PAHO lädt beide Länder im April 2026 zu einem Meeting zur Revision des Status bezüglich Masernfreiheit ein. Es wird erwartet, dass Mexiko seinen Status als “masernfrei” verlieren wird. Dies ist auch für die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft und entsprechende Reisehinweise relevant.

     

    Von Alexander Walter | Berlin

  • Multinationale Konzerne dominieren den Markt, wichtige Produktionscluster prägen die Industrie und ein Investitionsförderungsprogramm setzt neue Investitionsimpulse.

    Internationale Pharmaunternehmen dominieren vor allem bei patentgeschützten Medikamenten und innovativen Therapien. Der Pharmasektor gehört zu den wichtigsten Branchen mit deutscher Präsenz. Das Investorenregister des mexikanischen Wirtschaftsministeriums führt in der Pharmaindustrie 72 Unternehmen mit deutscher Muttergesellschaft auf. Bayer de México und Boehringer Ingelheim gehören zu den Pharmaunternehmen mit den höchsten Umsätzen. Lokale Hersteller konzentrieren sich stärker auf Generika und rezeptfreie Medikamente. Eines der bekanntesten Unternehmen ist Genomma Lab aus Mexiko-Stadt. Mit freiverkäuflichen Arzneimitteln (OTC; Over-The-Counter) und Personal‑Care‑Portfolio erlöst es jährlich umgerechnet circa 1 Milliarde US$.

     

    Wichtige Pharmaunternehmen in MexikoUmsatz im Jahr 2024 in Milliarden US-Dollar

    Unternehmen

    Herkunftsland

    Umsatz Jahr

    BayerDeutschland

    36,2

    Boehringer IngelheimDeutschland

    18,5

    AstraZenecaGroßbritannien/ Schweden

    12,4

    RochéSchweiz

    12,2

    SanofiFrankreich

    11,9

    NovartisSchweiz

    10,6

    PfizerUSA

    10,5

    Novo NordiskDänemark

    7,5

    OrganonUSA

    7

    Farmacéuticos MaypoMexiko

    6,9

    Quelle: Revista Expansión: Las 500 empresas más importantes de México 2025

    Wichtige Produktionscluster

    Die pharmazeutische Industrie konzentriert sich auf mehrere Regionen und Standorte. Mexiko-Stadt sowie der sie umschließende Bundesstaat Estado de México gelten dabei als traditionelles Zentrum der Branche. Dies gilt auch für dort ansässige deutsche Branchenunternehmen. Bayer beispielsweise hat seit über 100 Jahren seinen Stammsitz im Landeszentrum. Weitere Regionen mit einer wichtigen Pharmapräsenz sind beispielsweise der westliche Bundesstaat Jalisco mit einem wachsenden Life Science Cluster oder Bundesstaaten wie Morelos und Baja California, die ebenfalls Produktionsstandorte internationaler Firmen sind und der vertieften Integration in nordamerikanische Lieferketten dienen.

    Plan México fördert Investitionen

    Laut aktuellen Zahlen der mexikanischen Statistikbehörde INEGI liegt die Investitionsquote der Gesamtwirtschaft derzeit bei 22,9 Prozent. Der nationale Wirtschaftsförderplan "Plan México“ zielt darauf ab, die Investitionsquote der mexikanischen Wirtschaft bis 2030 auf 28 Prozent des BIP zu steigern und 1,5 Millionen Arbeitsplätze durch Nearshoring von höherwertiger Fertigung und regionalen Forschungs- und Entwicklungszentren (F&E) zu schaffen. Nach Vorstellung der Präsidentin Claudia Sheinbaum soll das Land bis 2030 wieder zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt zählen. Der "Plan México“ benennt die Pharmaindustrie per präsidentiellem Dekret als einen der Eckpfeiler der Wirtschaftsstrategie der mexikanischen Regierung. 

    Unternehmen, die in lokale Produktionsanlagen und F&E-Projekte in Mexiko investieren, werden bei Ausschreibungen zur staatlichen Arzneimittelbeschaffung bevorteilt. Das Zweijahresbudget für die Beschaffung ist mit umgerechnet 17 Milliarden US$ beziffert. Unternehmen versuchen daher zunehmend, ihre Lieferketten regional aufzustellen. Vor diesem Hintergrund und je nach Ausgang der USMCA-Revision könnten internationale Pharmaunternehmen Mexiko noch stärker als Produktions- und Logistikstandort für den nordamerikanischen Markt nutzen. Relativ niedrige Personal- und Produktionskosten sowie die regulatorische Abstimmung zwischen den mexikanischen Gesundheitsbehörden und der US-amerikanischen FDA (Food and Drug Administration) erhöhen die Standortattraktivität. Bayer hat angekündigt, bis zum Ende der Präsidentschaft Sheinbaums umgerechnet etwa 170 Millionen US$ in Mexiko zu investieren.

    Ausgewählte Investitionsprojekte der pharmazeutischen Industrie in MexikoInvestitionssumme in Millionen US-Dollar
    Akteur/Projekt

    Investitionssumme 

    Projektart

    Boehringer Ingelheim/ Xochimilco (Mexiko-Stadt)

    188

    Erweiterungsinvestition

    AstraZeneca/ Zapopan (Jalisco)
     

    127

    Forschung & Entwicklung

    Carnot Laboratorios/ Villa de Tezontepec (Hidalgo)

    100

    Greenfield-Investition

    Bayer/ Lerma (Estado de México)

    55

    Erweiterungsinvestition

    Bayer/ Orizaba-Ixtaczoquitlán (Veracruz)

    43

    Erweiterungsinvestition

    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

    Laut mexikanischem Wirtschaftsministerium belaufen sich die kumulierten Zuflüsse von ausländischen Direktinvestitionen seit 1999 in den Sektor auf circa 15 Milliarden US-Dollar (US$). Nach Angaben des Ministeriums tragen die Pharma- und Medizintechnikindustrie rund 1,9 Prozent zur gesamtwirtschaftlichen Bruttoproduktion Mexikos bei. Insgesamt sind laut der Branchenerhebung ENIFARM circa 2000 Pharmaunternehmen im Land tätig. Unter Berücksichtigung der Apothekenketten des Landes schafft die pharmazeutische Industrie rund 290.000 direkte Arbeitsplätze, wobei die großen Apothekenketten (Farmacias Similares, Farmacias del Ahorro, Farmacias Guadalajara, Farmacias San Pablo und Farmacias Benavides) wichtige Arbeitgeber sind. Allein Farmacias Guadalajara beschäftigt laut aktuellem Jahresbericht 64.000 Mitarbeitende.

    Von Alexander Walter | Berlin

  • Mexiko befindet sich in einem Transformationsprozess von regulatorischen Herausforderungen, Reformen der öffentlichen Beschaffung und Veränderungen im Gesundheitssystem.

    Die mexikanische Gesundheitsbehörde COFEPRIS (Comisión Federal para la Protección contra Riesgos Sanitarios) ist für Zulassung, Regulierung und Marktüberwachung sowie Erteilung von Einfuhrgenehmigungen von Arzneimitteln zuständig. Aktuell wird unter anderem die Verordnung zur Kennzeichnung von Medikamenten überarbeitet. Ziel ist es, Anforderungen an die Inhaltsdeklaration, die Digitalisierung sowie die Rückverfolgbarkeit mittels QR‑Code festzulegen.

    Regulierung bleibt herausfordernd

    Unternehmen berichten teilweise über lange Genehmigungsverfahren und Verzögerungen bei der Genehmigung klinischer Studien. Die gesetzlich vorgegebene Entscheidungsfrist (Reglamento de Insumos para la Salud) für die Arzneimittelregistrierung bei bereits bekannten Wirkstoffen beträgt 180 Tage und bei noch nicht registrierten Wirkstoffen 240 Tage. Die Branche fordert daher eine Beschleunigung der Zulassungsverfahren, um Innovation und Investitionen zu erleichtern. Effizienzsteigerungen in der Zulassung gelten daher als wichtiger Standortfaktor. 

    Reformen der öffentlichen Beschaffung

    Der Staat bleibt ein bedeutender Nachfrager im Pharmasektor. Laut der Branchenumfrage ENIFARM entfallen auf den staatlichen Gesundheitssektor 21,5 Prozent des Arzneimittelabsatzes.

    Die öffentliche Beschaffung von Medikamenten und für öffentliche Krankenhäuser wurde in den vergangenen Jahren mehrfach reformiert. Das staatliche Unternehmen Birmex (Biológicos y Reactivos de México) spielt eine essenzielle Rolle bei der zentralen Beschaffung und Distribution von Arzneimitteln sowie beim Betrieb der staatlichen Großapotheke „Megafarmacia del Bienestar“ und damit bei der Sicherstellung der Medikamentenversorgung. Unternehmen berichten von Verzögerungen bei den genannten Aufgaben. Das Gesundheitsministerium hat zu diesem Zweck eine Compliance-Plattform eingesetzt, die Birmex und andere Institutionen abdeckt, um die Medikamentenlieferungen zu verfolgen und Versorgungslücken zu identifizieren. Das System bleibt anfällig für Lieferengpässe und sonstige organisatorische Probleme.

    Nationales Gesundheitssystem wandelt sich

    Die Regierung wird das Gesundheitssystem mit seinen unterschiedlichen Institutionen weiter reformieren. Die Registrierung für das nationale Gesundheitsregister (Registro Nacional de Salud) soll als ressortübergreifendes Kooperationsprojekt zwischen dem Gesundheitsministerium (Secretaría de Salud) und dem Wohlfahrtsministerium (Secretaría de Bienestar) im April 2026 lanciert werden. 

    In Mexiko gibt es je nach Beschäftigungsstatus mehrere öffentliche Institutionen für Gesundheitsversorgung und soziale Sicherung. Das nationale Gesundheitsregister hat zum Ziel, ein universelles öffentliches Gesundheitssystem zu schaffen. Versicherte sollen unabhängig davon, ob sie bei IMSS (bisher Arbeitnehmer Privatwirtschaft), ISSSTE (bisher Staatsbedienstete) oder IMSS Bienestar (bisher Personen ohne formelle Anstellung) versichert sind, Dienstleistungen in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen in Anspruch nehmen können.

    Das nationale Gesundheitssystem soll bis Ende der Amtszeit Sheinbaums im Jahr 2030 vollständig implementiert sein. Bis dahin müssen alle Anspruchsberechtigten aber zunächst digital erfasst und mit einer elektronischen Patientenakte ausgestattet werden. Es sind daher fortwährende Investitionen in Technologie und Digitalisierung zu erwarten. Der Agentur für Digitale Transformation und Telekommunikation (Agencia de Transformación Digital y Telecomunicaciones -ATDT-), die trotz ihres Namens den Status eines Ministeriums hat, kommt hier ebenfalls eine zentrale Rolle zu.

    Freihandelsabkommen erleichtern Marktzugang

    Mexiko verfügt über eines der größten Netze an Freihandelsabkommen weltweit, darunter:

    •    USMCA (USA-Mexiko-Kanada)
    •    EU-Mexiko-Freihandelsabkommen

    Im Pharmabereich sind die USA mit Abstand Mexikos wichtigster Handelspartner. Ein Großteil der pharmazeutischen Exporte Mexikos geht in die USA. Viele Unternehmen nutzen Mexiko für Generika-Produktion, Verpackung und Endfertigung sowie zum Vertrieb in Nordamerika. Zentral in dieser Handelsbeziehung ist das im Jahr 2020 in Kraft getretene USMCA. Dieses wird im Juli 2026 einer Revision unterzogen. Ein wichtiger Punkt bei der Revision im Hinblick auf den Pharmasektor könnte die Reduzierung der Abhängigkeit von pharmazeutischen Vorprodukten aus China und eine Stärkung nordamerikanischer Lieferketten sein. Zölle und Nearshoring-Strategien werden wichtige Diskussionsthemen darstellen.

    Mit der EU besteht seit 2000 ein Freihandelsabkommen. Neben den USA sind die wichtigsten Importländer Mexikos für pharmazeutische Erzeugnisse ausschließlich EU-Länder. Deutschland befindet sich auf Platz 2. Die Top 5 komplettieren - in dieser Reihenfolge - Italien, Irland, und Spanien. Vor diesem Hintergrund ist für den Pharmasektor das modernisierte EU-Mexiko Globalabkommen zentral. Dieses wurde zwar bereits politisch vereinbart, dessen Ratifizierung ist aber noch anhängig. Das Globalabkommen sieht eine weitgehende Zollfreiheit für pharmazeutische Erzeugnisse und verbesserten Marktzugang vor. Insbesondere sollen ein erweiterter Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen, ein stärkerer Investitionsschutz und eine vertiefte Zusammenarbeit in der regulatorischen Kooperation gewährleistet werden.

    Regelmäßige Einblicke in den mexikanischen Pharmamarkt liefert das monatliche Pharma Update Mexiko der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft, das kostenfrei verfügbar ist.

    Die Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Von Alexander Walter | Berlin

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Mexiko

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Exportinitiative GesundheitswirtschaftDie Exportinitiative bündelt Unterstützungsangebote für die Internationalisierung der Gesundheitswirtschaft

    Asociación Mexicana de Industrias de Investigación Farmacéutica 

    Mexikanischer Verband der forschenden Pharmaindustrie
    Asociación Nacional de Fabricantes de MedicamentosMexikanischer Verband der Medikamentenhersteller
    Cámara Nacional de la Industria FarmacéuticaNationale Kammer für Pharmazeutika
    Comisión Federal para la Protección contra Riesgos SanitariosBundeskommission für Arzneimittelregierung
    EXPOMEDMesse für die Gesundheitswirtschaft
    Instituto Nacional de Estadística y Geografía Nationales Statistikamt
    Instituto Mexicano del Seguro SocialSozialversicherung der privaten Arbeitnehmenden
    Instituto de Seguridad y Servicios Sociales de los Trabajadores del EstadoSozialversicherung der Staatsbediensteten
    Secretaría de SaludGesundheitsministerium
    Unión Nacional de Empresarios de FarmaciasVerband der Apotheken