Branche kompakt | Rumänien | Maschinenbau

Verarbeitende Industrie erwartet Aufschwung

Die Auftragslage verbessert sich. In einzelnen Branchen gibt es Impulse für neues Wachstum.

Von Dominik Vorhölter | Bukarest

Ausblick des Maschinenbaus in Rumänien

Bewertung:

  • Kosten für Energie und Personal steigen weiter, erhöhte Steuern belasten zusätzlich.
  • Wachstumsimpulse liefern die Rüstungsindustrie, die Bauwirtschaft und die Lebensmittelproduktion.
  • Trend zur Automatisierung von Betrieben bleibt mittelfristig erhalten.

 

Anmerkung: Einschätzung des Autors für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Februar 2026.

  • Rumänien entwickelt sich weiter als Produktionsstandort für Maschinenbau. Der Absatzmarkt bleibt darüber hinaus attraktiv.

    Die rumänische Maschinenbaubranche blickt zuversichtlich in die Zukunft und hofft auf einen erneuten Aufschwung. Auslöser dafür ist eine positive Konjunkturerwartung auf Rumäniens größtem Exportmarkt Deutschland: Das ifo-Institut erwartet 2026 ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent und von 1,2 Prozent für 2027. Rumänische Maschinenbauer exportieren unter anderem elektronische Komponenten für Maschinen, Batterien, Kugellager und Haushaltsgeräte sowie CNC-Maschinen. Treiber für den lokalen Maschinenbau sind der Ausbau der Straßeninfrastruktur und der Automobilsektor. 

     "Am besten nachgefragt werden aktuell CNC-Maschinen", sagt Florin Răzvan Basarabeanu vom rumänischen Arbeitgeberverband der Maschinenbauer. 

    Er rechnet damit, dass die Verteidigungsprojekte auf der EU-Ebene die Branche wiederbeleben. Zudem wirke sich der Nearshoring-Trend, die Verlagerung der Lieferketten nach Europa, positiv aus auf die Branche, sagt er.  

    Industrieproduktion hofft auf neue Aufträge

    Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe ist weiterhin rückläufig und der Exportumsatz der rumänischen Maschinenhersteller stagniert. Das Nationale Statistikinstitut meldet für November 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat eine leicht geringere Industrieproduktion von 0,9 Prozent. "Dies lag an steigenden Energiekosten und einer geschwächten Nachfrage aufgrund geopolitischer Unsicherheiten", erklärt Florin Răzvan Basarabeanu vom rumänischen Arbeitgeberverband der Maschinenbauer auf Nachfrage von Germany Trade & Invest. Aber dafür lichtet sich nun die Auftragslage. Die Auftragseingänge in der Industrie wuchsen zum Jahresende 2025 um 3,7 Prozent, berichtet das Statistikinstitut.

    Ein veralteter Maschinenpark, lokal gestiegene Energie- und Lohnkosten sowie eine erhöhte Steuerlast zählen zu den größten Herausforderungen der rumänischen Wirtschaft. Die Modernisierung der rumänischen Betriebe ist daher essenziell. Dies birgt Chancen für Hersteller von Automatisierungstechnologien, Sensoren, Computerchips und den dazugehörigen IT- und Softwaresystemen.

    Rüstungs- und Luftfahrtindustrie investiert in Rumänien

    Durch den erhöhten Bedarf an Ausrüstung wegen des Kriegs in der Ukraine und im Zuge der europäischen Aufrüstungspläne gewinnt Rumänien als Produktionsstandort für die Rüstungsindustrie an Bedeutung. Das deutsch-französische Luftfahrtunternehmen Airbus betreibt bereits in Brasov eine Produktion von Bauteilen für Hubschrauber und Flugzeuge. Das Unternehmen hat eine Vereinbarung über die Produktion von kompletten Hubschraubern mit dem rumänischen Staat geschlossen und könnte kurzfristig damit beginnen. Es fehlt der konkrete Beschaffungsauftrag aus der rumänischen Armee. Medienberichten zufolge plane die Armee ab 2030 neue Helikopter zu beschaffen. Aufgrund des Krieges in der Ukraine könnte dies rascher erfolgen.

    Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall kündigte an, im Kreis Brasov eine Produktion von modularen Treibladungen aufzubauen. Rheinmetall und das rumänische Unternehmen Pirochim Victoria gründeten das Joint Venture Rheinmetall Victoria SA. Die geplante Fabrik kostet mehr als 500 Millionen Euro. Ziel ist, bis 2030 jährlich eine Kapazität von 20.000 Tonnen Pulver zu erreichen.

    Ausgewählte Investitionsprojekte der Maschinenbauindustrie in RumänienIn Millionen Euro
    Akteur/ProjektInvestitionssummeProjektstandAnmerkungen
    Rheinmetall (DE) 

    500

    in Ausführung

     

    Neue Munitionspulverfabrik in Victoria, Brașov
    Draxlmaier (DE)

    60

    in AusführungErweitert die Produktionskapazität von Kabelbäumen für Elektrofahrzeuge – Satu Mare

    Ebm-papst (DE)

     

    30

    in Ausführung

     

    Neues Werk und neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Oradea.
    Delta Aluminiu (RO)

    20

    in Ausführung

     

    Delta Aluminiu, Hersteller von Industrieprofilen und Aluminiumsystemen, investiert in den Bau eines neuen Werks in Bals.
    Diehl Aviation (DE)

    12

    in Ausführungneues Werk für Komponenten in Craiova, zum Start 75 Mitarbeiter, mittelfristig soll die Belegschaft auf 500 Mitarbeitende anwachsen.
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest, Pressemeldungen, Februar 2026

    Rumänien will Standort für Halbleiterproduktion werden

    Rumänien will sich zu einem Standort für Forschung und Entwicklung von Mikrochiplösungen in Europa entwickeln und investiert in Forschung und Entwicklung sowie Ausbildung von Fachkräften in diesem Bereich. Der Chiphersteller Infineon investiert in ein Entwicklungszentrum in Rumänien. Das US-amerikanische Unternehmen mks erweitert sein Werk für optische Geräte in Bukarest. Es plant bis 2027 mindestens 80 neue Mitarbeiter einzustellen, berichtet Profit. Die Technische Universität in Cluji-Napoca arbeitet eng mit dem Zulieferer Bosch auf dem Feld Forschung und Entwicklung zusammen. Ziel ist, die Studierenden auszubilden in Fachbereichen Produktionssystemtechnik, automatisierte Industrieprozesse, Roboteranwendungen und Industrie 4.0.

    Staatliche Ziele und Fördermittel sorgen für weitere Investitionen

    Rumänien hat sich vorgenommen, bis 2030 die erneuerbaren Energien und die Straßen- und Bahninfrastruktur zu modernisieren und auszubauen. Dafür stellt die Europäische Union Fördermittel bereit. Entsprechend plant Schaeffler, das bereits in Brasov Kugellager und Komponenten für Windkraftanlagen produziert, sich einem Bericht der Zeitung Ziarul Financiar zufolge künftig auf Zulieferungen für Windparks zu konzentrieren. Schaeffler plant zudem, seine Produktion für den Schienenverkehr auszubauen. 

    Ein weiterer wachsender Absatzmarkt ist die Nahrungsmittelproduktion. Die großen Handelsketten erhöhen bereits ihren Anteil an lokal hergestellten Produkten. Entsprechend fragen rumänische Lebensmittelproduzenten zunehmend Verpackungsmaschinen und Verarbeitungsmaschinen sowie Fördertechnik nach. Impulse für den Wachstumsschub kommen von staatlichen Förderprogrammen. Die Regierung investiert jährlich rund 150 Millionen Euro im Rahmen des Programms Invest Alim. Damit fördert sie die Modernisierung der Betriebe.

    Deutsche Unternehmen sind größte Investoren

    Am meisten investieren Unternehmen in die Automobilindustrie, Chemieindustrie, Metallindustrie, Elektroindustrie und Lebensmittelindustrie. Knapp ein Drittel der ausländischen Direktinvestitionen entfällt auf das verarbeitende Gewerbe. Entsprechend ist Rumänien ein größerer Absatzmarkt als Produktionsstandort im Maschinenbau. Im Jahr 2024 betrug der Bestand ausländischer Direktinvestitionen deutscher Unternehmen in Rumänien 18,7 Milliarden Euro. Nach Angaben der rumänischen Zentralbank floss das meiste Geld davon in Ausrüstungen und den Bau neuer Produktionsstätten. 

    Von Dominik Vorhölter | Bukarest

  • Die rumänische Maschinenbaubranche ist überschaubar. Die meisten Unternehmen sind auf die Zulieferung von Einzelteilen konzentriert, insbesondere im Bereich Werkzeugproduktion. 

    Im Jahr 2024 waren laut Eurostat rund 1.420 Unternehmen in der Maschinenbaubranche aktiv. Ein Zentrum der rumänischen Maschinenbauindustrie ist die Region Brasov. Der rumänische Hersteller von Hebe- und Aufzügen, Elmas, ist dort ebenfalls aktiv und zählt mit rund 400 Mitarbeitern zu den mittelgroßen Arbeitgebern der Region, berichtet die Zeitung Ziarul Financiar.

    Werkzeugmaschinenbau hat Tradition in Rumänien

    In Rumänien haben der Werkzeugmaschinenbau und die Metallindustrie Tradition. Es gibt aber nur noch wenige heimische Produzenten von Werkzeugen. Die meisten Unternehmen konzentrieren sich darauf, Einzelteile herzustellen. Die größten Abnehmer sind Unternehmen der Automobilindustrie und der Elektroindustrie. Einige Unternehmen vermarkten ihre Produkte selbst, wie zum Beispiel das rumänische Unternehmen Proinvest Group, das sich auf die Verarbeitung von Stahl spezialisiert hat. 

    Die deutschen Werkzeugmaschinenbauer TRUMPF, DMG Mori und HOMAG bearbeiten Rumänien als Absatzmarkt. Ihre größten Konkurrenten kommen aus Italien und China. 

    Rumänien hat Stärken in der Produktion von Motoren, Turbinen und AufzügenProduktion in den wichtigsten Maschinenbausparten in Rumänien 2024 (in Millionen Euro, Veränderung und Marktanteil in Prozent)
    Sparte

    2024

    Veränderung 2024/2023

    Anteil an der Produktion

    Maschinen und Anlagen (C28)

    5.676

    0.5

    -

    Maschinen für allgemeine Zwecke (Turbinen, Motoren, Pumpen, Kompressoren) (C281)

    2.646

    -4

    46

    Herstellung von anderen Maschinen für allgemeine Zwecke (Öfen, Lüftungsanlagen, Hebemaschinen, Werkzeug) (C282)

    1.725

    9

    30

    Herstellung von land- und forstwirtschaftlichen Maschinen (C283)

    114,15

    -44

    2

    Herstellung von Maschinen zur Metallumformung und Werkzeugmaschinen (C284)

    180,11

    -3

    3

    Herstellung von sonstigen Spezialwerkmaschinen (Bergbau) (C289)

    1.009

    10

    17

    Quelle: Eurostat (Februar 2026)

     

    Hersteller von elektrischen Motoren, Komponenten und Haushaltsgeräten haben innerhalb der vergangenen drei Jahren neue Produktionsstätten in Rumänien eröffnet oder bestehende erweitert. Sie bilden ein weiteres starkes Cluster. Dazu gehören deutsche Unternehmen wie Zollner, Stiehl, Kärcher, emz-Hanuer oder ebm-Papst. 

     

    Wichtige Branchenunternehmen in RumänienUmsatz in Millionen Euro

    Unternehmen

    Sparte

    Umsatz 2023

    Schaeffler Rumänien (Deutschland)Maschinenbau

    789

    ZES Zollner Electronic (Deutschland)Elektronik

    624

    De'Longhi (Italien)Haushaltsgeräte

    491

    Makita (Japan)Elektrogeräte

    408

    Honeywell (USA)Sicherheitstechnologie

    219

    Haulotte (Deutschland)Hebezeuge

    179

    Timken (USA)Maschinenbau

    100

    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest, Pressemeldungen, Stand: Februar 2026

    Deutschland war 2024 mit Abstand der größte Lieferant von Maschinen und Anlagen nach Rumänien mit einem Anteil von 26 Prozent am gesamten rumänischen Import von Maschinen und Anlagen, gefolgt von China (9,5 Prozent) und Italien (7,2 Prozent), wie aus Daten von UN Comtrade hervorgeht. Etwa 30 Prozent der rumänischen Ausfuhren von Maschinen und Anlagen gehen nach Deutschland.

    Von Dominik Vorhölter | Bukarest

  • Auf dem Markt gelten das Einfuhrregime, Standards und Normen der Europäischen Union.

    Im innergemeinschaftlichen Warenverkehr der Europäischen Union (EU) sind die Regelungen des Umsatzsteuerkontrollverfahrens in der EU zu beachten. Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern. Hinsichtlich der Normierung gelten die einschlägigen EU-Richtlinien (siehe etwa Deutsches Institut für Normung e.V.).

    Die GTAI stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Von Dominik Vorhölter | Bukarest

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    Germany Trade & Invest

    Außenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft

    AHK Rumänien

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Fachzeitschrift "Buletinul AGIR"

    vierteljährliches Magazin 
    Piața industrialăInternetportal
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