Rechtsbericht Ungarn Steuerrecht

Ziele der neuen ungarischen Regierung

Die neue ungarische Regierung, geführt durch den Premier Péter Magyar, hat viele Reformen angekündigt.

Von Marcelina Nowak | Bonn

Durch den politischen Systemwechsel ist das oberste Ziel der neuen Regierung die Rückkehr zu demokratischen Standards und Rechtsstaatlichkeit. Die neue Regierung setzt auf wirtschaftliche Stabilität, stärkere EU-Integration und Reformen. Wichtig dabei ist, dass man durch die Reduzierung der Regierungsdekrete mehr parlamentarische Kontrolle gewährleisten will.

Ein weiteres Ziel ist die Modernisierung der Wirtschaft und der Abbau der Korruption. Dadurch soll ein innovatives Wirtschaftsmodell geschaffen werden, das die Kleinunternehmen entlastet. Die Überprüfung staatlicher Ausgaben und öffentlicher Aufträge soll verstärkt werden. Langfristig ist die Einführung des Euros geplant.

Die neue Regierung hat noch kein vollständiges Steuerreformgesetz umgesetzt, aber klare Leitlinien formuliert:

  • Entlastung niedriger Einkommen (zum Beispiel ein reduzierter Einkommensteuersatz auf den Mindestlohn),
  • Erweiterung sozialer Steuervergünstigungen,
  • Reduzierung der Umsatzsteuer auf Grundbedarfe (Lebensmittel, Medikamente),
  • Abschaffung oder Reform von Sondersteuern.

Es gelten zudem in diesem Steuerjahr bereits durch die alte Regierung beschlossene Steueränderungen:

Einkommensteuer:

  • Steuerfreiheit für Mütter mit zwei oder drei Kindern;
  • höhere Familiensteuervergünstigungen;
  • verbesserte Regeln für Selbständige;
  • Prüfung einer Vermögenssteuer für hohe Einkommen.

Unternehmen und Selbständige:

  • Erhöhung der Umsatzsteuer-Freigrenze;
  • Ausweitung der KIVA‑Regelung (vereinfachte Unternehmensbesteuerungsform für kleine und mittlere Unternehmen; 10 Prozent Besteuerung);
  • weniger administrative Pflichten.

Die aktuelle Steuerlandschaft ist noch stark von Reformen der alten Regierung geprägt. Konkrete große Steuerreformen der neuen Regierung sind Ende des Jahres 2026 zu erwarten.

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