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Rahmenbedingungen

Die meisten Lebensmittelprodukte, Getränke und Nahrungsergänzungsmittel werden von der Food and Drug Administration (FDA) reguliert. Das ACE-System vereinfacht den Einfuhrprozess.

Von Heiko Stumpf | San Francisco

Unabhängig von der aktuellen Zollpolitik der Trump‑Regierung unterliegen bestimmte Lebensmittelgruppen wie Milchprodukte, Säuglingsnahrung und Schokolade tarifären Einfuhrabgaben. So können etwa für ausgewählte Käsesorten – insbesondere im Rahmen von Zollkontingenten oder handelspolitischen Schutzmaßnahmen – Zollsätze von bis zu 25 Prozent anfallen.

Darüber hinaus bestehen für einige Agrarprodukte mengenmäßige Beschränkungen in Form von Zollkontingenten (Tariff Rate Quotas, TRQs). Diese betreffen unter anderem Butter, Käse, Milchpulver, Zucker, Erdnüsse und bestimmte Fleischsorten.

Neben tarifären Maßnahmen existieren auch nichttarifäre Handelshemmnisse, wie beispielsweise die fehlende gegenseitige Anerkennung von Veterinärzertifikaten oder unterschiedliche Methoden der Risikoanalyse, die den Marktzugang für ausländische Produkte erschweren.

Streng geregelte Nahrungsmitteleinfuhr in die USA

Die Kontrolle der meisten Lebensmittelimporte in die USA obliegt der Food and Drug Administration (FDA). Vor dem Export müssen ausländische Hersteller und Verarbeiter ihre Betriebe bei der Behörde registrieren. Zudem ist eine Voranmeldung (Prior Notice) jeder Warensendung erforderlich. Die Etikettierung muss den US‑Vorgaben entsprechen, einschließlich Angaben wie Produktbezeichnung, Zutatenliste, Nährwertinformationen, Allergenhinweise und Ursprungsland.

Für die Kommunikation mit der FDA ist die Benennung eines US‑ansässigen Agenten (US Agent) erforderlich, der als Ansprechpartner für die FDA fungiert.

Die Einfuhrabwicklung erfolgt über das Automated Commercial Environment (ACE)‑System der US‑Zollbehörde. Viele Importeure beauftragen hierfür einen Zollagenten (Customs Broker), der die erforderlichen Dokumente einreicht und die vorläufige Freigabe durch die FDA koordiniert.

Besondere Regelungen für bestimmte Produkte

Eier, Milchprodukte sowie Fleisch und Geflügel (mit Ausnahme von Wild) unterliegen der Aufsicht des US‑Landwirtschaftsministeriums (USDA). Die Zulassung europäischer fleischverarbeitender Betriebe für den Export in die USA ist komplex und kostenintensiv.

Bioprodukte müssen den Anforderungen des National Organic Program (NOP) des USDA entsprechen. Seit 2012 besteht ein Äquivalenzabkommen zwischen der EU und den USA, das den gegenseitigen Handel mit biologisch zertifizierten Produkten erleichtert.

Die Einfuhr alkoholischer Getränke erfordert eine spezielle Genehmigung des Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau (TTB) in Form einer Federal Basic Importer's Permit sowie eine Registrierung als Alcohol Dealer.

Die FDA verschärft im Rahmen des Food Safety Modernization Act (FSMA) die Rückverfolgbarkeitspflichten für risikobehaftete Lebensmittel wie Käse, Obst und Meeresfrüchte. Im Januar 2026 sollte ursprünglich die sogenannte "Food Traceability Rule" in Kraft treten; Unternehmen müssen zentrale Datenpunkte dokumentieren und bei Bedarf kurzfristig bereitstellen. Die FDA hat die Frist 2025 jedoch um 30 Monate auf Mitte 2028 verschoben, um Unternehmen mehr Zeit zur Umsetzung zu geben.

Politikwende in der Lebensmittelsicherheit 

Nach dem Regierungswechsel 2025 ist Robert F. Kennedy Jr. Gesundheitsminister (Secretary of Health and Human Services) und damit auch für die FDA zuständig.

Mit seiner "Make America Healthy Again"‑Strategie zielt Kennedy Jr. darauf ab, die öffentliche Gesundheit durch strengere Lebensmittelregulierungen zu verbessern. 2025 kündigte er an, den Einsatz bestimmter synthetischer Lebensmittelfarbstoffe deutlich zu reduzieren und die Industrie zu freiwilligen Reformulierungen zu bewegen. Parallel prüft die FDA strengere Zulassungsverfahren für Zusatzstoffe und will die Genehmigung natürlicher Alternativen beschleunigen.

Zahlreiche Lebensmittelhersteller haben angekündigt, den Einsatz synthetischer Farbstoffe freiwillig schrittweise zu beenden. So planen unter anderem Unternehmen wie Nestlé, PepsiCo, General Mills, Kraft Heinz, Hershey Company oder Conagra, künstliche Farbstoffe bis spätestens 2026/2027 weitgehend aus ihren US‑Produktportfolios zu entfernen oder durch natürliche Alternativen zu ersetzen.

Diese Entwicklung löst entlang der Lieferkette zusätzliche Investitionen aus. So kündigte der Zutatenhersteller Sensient Technologies im Frühjahr 2026 an, bis zu 250 Millionen US‑Dollar in den Ausbau seiner Produktion natürlicher Farbstoffe zu investieren. Herzstück ist die Erweiterung des größten Produktionsstandorts in St. Louis (Missouri).

Für detaillierte Informationen und aktuelle Vorschriften empfiehlt es sich, die offiziellen Websites der FDA und des USDA zu besuchen.

Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nicht tarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

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