Wirtschaftsstandort | Vereinigte Arabische Emirate

VAE: Vom Ölstaat zur globalen Handelsdrehscheibe

Im Vergleich zu anderen arabischen Golfstaaten haben die VAE ihre Wirtschaft stärker diversifiziert und sich zu einem führenden Investitionsstandort entwickelt.

Heena Nazir

Von Heena Nazir | Dubai

Die Vereinigten Arabischen Emirate zählten im Jahr 2024 rund 11 Millionen Einwohner, davon mehr als 80 Prozent ausländische Arbeitskräfte. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von über 537 Milliarden US-Dollar (US$) sind sie nach Saudi-Arabien die zweitgrößte Volkswirtschaft der Arabischen Halbinsel. Zwar bleibt der Öl- und Gassektor bedeutend, doch Handel, Logistik, Tourismus und Finanzdienstleistungen gewinnen an Gewicht. 

Als Knotenpunkt zwischen Afrika, Asien und Europa entwickeln sich die Emirate immer stärker zu einer globalen Handelsdrehscheibe.

Für Deutschland sind sie der wichtigste Markt in der Golfregion und belegten 2024 Rang 31 von 238 unter den Exportzielen.

  • Die VAE treiben die wirtschaftliche Diversifizierung voran. Neben Handel und Logistik wachsen Zukunftssektoren wie Digitalisierung, KI und Hightech. 

    Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Vereinigten Arabischen Emirate belief sich 2024 laut Internationalem Währungsfonds auf rund 537 Milliarden US-Dollar (US$). Etwa drei Viertel der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung stammen inzwischen aus Aktivitäten außerhalb des Öl- und Gassektors. Die Struktur der Bruttowertschöpfung verdeutlicht die fortschreitende Diversifizierung: Dienstleistungen stellen den größten Anteil, gefolgt von Industrie und Bauwirtschaft. Handel, Tourismus, Transport sowie Finanz- und Immobilienwesen zählen zu den wichtigsten Wachstumstreibern.

    Wirtschaftsstruktur nach Branchen in den VAE Anteile an der nominalen Bruttowertschöpfung in Prozent
    Wirtschaftssektor

    Anteil (in %)

    Zuordnung
    Öl- und Gasförderung (Mining & quarrying)

    23,5

    Energiesektor
    Verarbeitendes Gewerbe

    8,4

    Industrie
    Bauwirtschaft

    7,8

    Industrie / Bau
    Handel, Gastgewerbe, Tourismus

    15,1

    Dienstleistungen
    Transport, Logistik, Kommunikation

    9,0

    Dienstleistungen
    Finanz- und Immobilienwesen

    10,9

    Dienstleistungen
    Öffentliche Verwaltung, Bildung, Gesundheit, sonstige Dienste

    25,3

    Dienstleistungen / Öffentliche Dienste
    Vorläufige Angaben für den Zeitraum Januar bis September 2024.Quelle: UAE Ministry of Economy, Federal Competitiveness and Statistics Centre; Oktober 2025

    11 Mio.

    Personen lebten 2024 im Land.

    Quelle: IMF 2025

    537,1 Mrd.

    US-Dollar betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2024 laut Prognosen.

    Quelle: IWF 2025

    48.830

    US-Dollar machte das BIP pro Kopf damit 2024 aus.

    Quelle: IWF 2025

    Rang 31

    belegte das Land 2024 unter den deutschen Exportzielen.

    Quelle: Destatis 2025

    Rang 23

    nimmt das Land im Corruption Perceptions Index 2024 ein (unter 180 Ländern).

    Quelle: Transparency International 2025

    Digitalisierung unterstützt Diversifizierung

    Neben klassischen Bereichen wie dem Bauwesen investieren die Emirate zunehmend in Zukunftsbranchen, etwa in erneuerbare Energien. Zu den wichtigsten Vorhaben zählt der Mohammed-bin-Rashid-Al-Maktoum-Solarpark. Die installierte Kapazität erreichte im Juni 2025 bereits 3,9 Gigawatt und soll bis 2030 auf 5 Gigawatt ausgebaut werden. Damit gilt er als das größte laufende Solarprojekt weltweit. Mit der Strategie UAE Net Zero 2050 wollen die VAE bis Mitte des Jahrhunderts klimaneutral werden. 

    Zwischen 2019 und 2023 hat sich die installierte Kapazität von erneuerbaren Energien auf etwa 6,1 Gigawatt mehr als verdoppelt. Offizielle Planungen sehen vor, diese bis 2030 auf rund 19,8 Gigawatt auszubauen und einen Anteil von 30 Prozent an der installierten Kapazität zu erreichen.

    Auch rückt die digitale Transformation zunehmend in den Vordergrund. Internationale Konzerne wie Microsoft, Amazon Web Services und Huawei investieren jeweils Milliardenbeträge in Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur. Die Regierung flankiert dies mit Strategien wie der UAE National Artificial Intelligence Strategy. 

    Zugleich wächst die Start-up-Szene. Im Global Startup Ecosystem Index 2024 (StartupBlink) belegten die Vereinigten Arabischen Emirate Rang 21 von 100 Ländern weltweit und damit die führende Position im Nahen Osten. In der Städtewertung rangierte Dubai auf Platz 44 von 1.000 Städten und ist damit das prominenteste Startup-Zentrum der VAE.

    VAE profitieren von geringerer Ölabhängigkeit

    Im Vergleich mit den anderen arabischen Golfstaaten nehmen die VAE eine Sonderstellung ein. Saudi-Arabien hat mit einem BIP von 1,1 Billionen US$ zwar die größere Wirtschaftsleistung, bleibt auf absehbare Zeit jedoch auch stärker vom Öl abhängig. Auch Kuwait, Oman und Bahrain finanzieren ihre Haushalte überwiegend über Einnahmen aus dem Export fossiler Rohstoffe.

    Ein zentraler Indikator hierfür ist der Breakeven-Ölpreis, der für einen Überschuss im Staatshaushalt überschritten werden muss. Während Saudi-Arabien laut Prognosen im Jahr 2024 laut IWF durchschnittlich rund 96 US$ pro Barrel Öl benötigte, lagen die VAE mit etwa 50 US$ deutlich darunter.

    Der regionale Wettbewerb wächst: Auch die übrigen Golfstaaten diversifizieren ihre Wirtschaft. Saudi-Arabien setzt auf Megaprojekte im dreistelligen Milliardenbereich und investiert in Branchen wie Tourismus, Logistik und erneuerbare Energien.

    Deutsche Firmen beurteilen Geschäftslage positiv

    Laut AHK World Business Outlook vom Frühjahr 2025 beurteilen 61 Prozent der rund 60 befragten deutschen Unternehmen in den VAE ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Dagegen schätzen 6 Prozent ihre Lage als schlecht ein. Auch die Investitionsbereitschaft fällt hoch aus: 52 Prozent der Firmen planen, ihre Investitionen in den kommenden zwölf Monaten zu erhöhen. Dagegen erwarten 13 Prozent eine Verringerung und 5 Prozent keine Investitionen. Bei den Geschäftserwartungen überwiegt der Optimismus. Ein Großteil der Befragten rechnet mit einer stabilen bis verbesserten Entwicklung.

    Trotz der insgesamt positiven Grundstimmung verweisen viele deutsche Firmen in den VAE auf bestehende Herausforderungen. Rund 43 Prozent der Befragten verweisen auf regulatorische Unsicherheiten und kurzfristige Regierungsentscheidungen beispielsweise bei Lizenzen, Förderprogrammen oder Einfuhrbestimmungen als größte Hürde.

    Besonders häufig wird auf die Praxis hingewiesen, dass Lokalisierungsquoten in öffentlichen Ausschreibungen ohne Vorankündigung verändert werden. Ein befragter Unternehmer äußerte dazu:

    „Wir mussten unsere Angebotsstrategie von einem Tag auf den anderen anpassen, weil plötzlich höhere lokale Wertschöpfungsanteile vorgeschrieben waren. Das kostet Zeit, Geld und Nerven.“

    SWOT-Analyse Vereinigte Arabische Emirate

    S

    Stärken Strengths

    • Strategische Lage als regionale Drehscheibe zwischen Afrika, Asien und Europa
    • Politische Stabilität und planungsfreundliches Umfeld
    • Hochentwickelte Infrastruktur in Transport, Logistik und Kommunikation
    • Solide finanzielle Ressourcen durch Öl- und Gasexporte sowie Staatsfonds
    • Ambitionierte Diversifizierungsstrategie mit internationaler Ausrichtung
    W

    Schwächen Weaknesses

    • Fortbestehende Abhängigkeit von Erdöl- und Gaseinnahmen
    • Hohes Preisniveau bei Lebenshaltung, Immobilien und Löhnen
    • Geringe lokale Wertschöpfung in Schlüsselindustrien
    • Starker Wettbewerb mit anderen regionalen Handels- und Finanzzentren
    • Fachkräftemangel und Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften
    O

    Chancen Opportunities

    • Ausbau von Zukunftsbranchen wie erneuerbare Energien, Digitalisierung, Logistik und Tourismus
    • Hohe Investitionen in Innovation, Bildung und Forschung
    • Anziehungskraft für internationale Unternehmen und Start-ups
    • Vertiefung der wirtschaftlichen Kooperation mit Europa, Asien und Afrika
    • Positionierung als globales Zentrum für GreenTech, FinTech und KI
    T

    Risiken Threats

    • Volatile Ölpreise mit Auswirkungen auf Staatseinnahmen und Investitionen
    • Regionale geopolitische Spannungen im Nahen Osten
    • Externe Schocks wie Pandemien oder globale Finanzkrisen
    • Abhängigkeit vom internationalen Handel und sensibel für Protektionismus
    • Umwelt- und Klimarisiken, die langfristig Infrastruktur und Wirtschaft belasten

    Kleinere Emirate setzen auf Tourismus, Logistik und verarbeitendes Gewerbe 

    Die einzelnen Emirate sind in ihrer Wirtschaftsstruktur sehr unterschiedlich. Dubai gilt als internationales Handels- und Dienstleistungszentrum. Hier dominieren Tourismus, Logistik, Luftverkehr und Finanzdienstleistungen. Abu Dhabi ist das mit Abstand wohlhabendste Emirat und erwirtschaftet vor allem durch Öl- und Gaseinnahmen den Großteil seines BIP. Nach Schätzungen des Statistikzentrums Abu Dhabi entfallen rund zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts der VAE auf das Emirat Abu Dhabi. In den kleineren Emiraten, darunter Schardscha, Ras al-Khaimah und Fudschaira, liegen die wirtschaftlichen Schwerpunkte in Nichtölbranchen wie dem verarbeitenden Gewerbe, dem Tourismus oder der Logistik. 

    Von Öl bis Handel: Die Emirate im VergleichEckdaten der wichtigsten Regionen in den VAE
    Emirat

    BIP  (Mrd. US$)

    Anteil am BIP der VAE (in %)

    Einwohnerzahl (in Tausend)

    Pro-Kopf-BIP (US$)

    Wirtschaftliche Schwerpunkte
    Abu Dhabi

    365,4

    66 

    4.140

    88.250

    Hauptstadt, Öl- und Gassektor
    Dubai

    137,0

    24,5

    3.850

    35.580

    Tourismus, Handel, Luftfahrt, globale Konnektivität
    Schardscha

    43

    6 

    1.800

    23.870

    Tourismus, verarbeitendes Gewerbe
    Ras al-Khaimah

    16,1

    2,5 

    400

    40.280

    Bergbau, Fischerei und Landwirtschaft
    Adschman

    10,7

    0,9 

    560

    19.180

    Verarbeitendes Gewerbe, Bausektor
    Fudschaira

    5,4

    0,6 

    317

    16.960

    Wichtiger Hafenplatz, Tourismus, Öl
    Umm al-Quwain

    0,5

    0,5 

    78

    6.880

    Fischerei, Perlentauchen, Landwirtschaft, Viehzucht
    Schätzungen Quelle: Abu Dhabi Statistics Centre (SCAD), Dubai Statistics Center , General Authority for Statistics UAE, UAE Statistical Yearbook (MoEI); Internationaler Währungsfond, Weltbank; September 2025

  • Die VAE bieten Investoren Stabilität, moderate Steuern und eine gute Infrastruktur. Trotz vergleichsweise hoher Kosten bleiben sie ein zentraler Zugang zu den Golfmärkten.

    Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zählen zu den wichtigsten Investitionsstandorten im Nahen Osten. In der jüngsten Umfrage des AHK World Business Outlook vom Frühjahr 2025 hoben deutsche Unternehmen vor allem die verlässliche Infrastruktur, die politische Stabilität sowie insgesamt investorenfreundliche Rahmenbedingungen als zentrale Standortvorteile hervor. Im regionalen Vergleich werden die VAE damit von vielen Firmen als besonders attraktiver Markt wahrgenommen. 

    Anreize für Investoren in den VAEAuswahl
    MaßnahmeBeschreibung
    Liberalisierung für FDI100 Prozent Eigentum für Ausländer in vielen Sektoren erlaubt (seit 2020).
    Vereinfachte UnternehmensregistrierungBeschleunigte Verfahren, digitale Prozesse
    Verbesserter InvestorenschutzStärkere Eigentumsrechte, klarere Gesetze, anerkannte Verfahren zur Streitbeilegung
    Freihandels- und Sonderwirtschaftszonen (über 40 landesweit)100 Prozent ausländisches Eigentum erlaubt; Zollbefreiung, vereinfachte Visa- und Arbeitsgenehmigungen
    InvestitionsschutzabkommenWeitreichende bilaterale Abkommen (u. a. mit Deutschland), die Planungssicherheit schaffen, aber kein Doppelbesteuerungsabkommen
    Golden VisaLangfristige Aufenthaltsgenehmigungen für Investoren und Fachkräfte
    Steuerliche BegünstigungenMehrjährige Befreiungen von der Körperschafts- und Mehrwertsteuer in bestimmten Zonen oder Sektoren, attraktive Regelungen für Reexporte
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest, September 2025

    Im Logistics Performance Index 2023 der Weltbank rangierten die VAE auf Platz 7 von 139 Staaten, im IMD World Competitiveness Ranking 2025 auf Rang 5 von 69. Bewertet werden hier unter anderem Wirtschaftskraft, Regierungseffizienz, Infrastruktur und Bildung. Damit liegen die Emirate im regionalen Vergleich vor Katar (Rang 9) und Saudi-Arabien (Rang 17).

    Steuerlich liegen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) im Mittelfeld der Golfregion. Für Unternehmensgewinne gilt seit Juni 2023 ein Körperschaftsteuersatz von 9 Prozent, jedoch nur für Erträge über 375.000 VAE-Dirham (AED; rund 100.000 US-Dollar). Kleinere Unternehmen sind damit vollständig befreit. Der reguläre Mehrwertsteuersatz liegt bei 5 Prozent. In einzelnen Branchen und Freihandelszonen gelten allerdings Ausnahmen oder Nullsätze.

    Im regionalen Vergleich zeigen sich deutliche Unterschiede: In Saudi-Arabien unterliegen Gewinne von Unternehmen mit ausländischer Beteiligung einem Körperschaftsteuersatz von 20 Prozent und sind deutlich höher als in den Emiraten. Bahrain und Katar wiederum erheben eine Körperschaftsteuer ausschließlich im Öl- und Gassektor. In allen anderen Bereichen bleiben Gewinne steuerfrei. Damit sind die VAE steuerlich günstiger als Saudi-Arabien, aber weniger liberal als Bahrain und Katar.

    Körperschaftsteuer und Mehrwertsteuer in den arabischen GolfstaatenReguläre Steuersätze in Prozent, 2025
    Land

    Körperschaftsteuer 

    Mehrwertsteuer

    VAE

    Saudi-Arabien

    20 

    15

    Oman

    15 

    Kuwait

    15 

    Bahrain

    10 

    Katar

    – 

    Die Angaben zeigen die Standardsätze; Zudem bieten einzelne Sonderwirtschaftszonen zeitlich befristete SteuervergünstigungenQuelle: Internationaler Währungsfonds (IWF), nationale Steuerbehörden der GCC-Staaten, PwC „Worldwide Tax Summaries 2024; September 2025

    In den VAE bestehen über 40 Freihandels- und Sonderwirtschaftszonen. Sie bieten Unternehmen je nach Standort steuerliche Vorteile und erleichterte Gründungsprozesse. Einige Zonen sind branchenspezifisch ausgerichtet, etwa auf Logistik (Jebel Ali Free Zone), Finanzdienstleistungen (DIFC) oder Technologie (Dubai Internet City).

    Die Top-5-Vorteile von Freizonen 

    • häufig Steuerbefreiungen möglich
    • 100 Prozent ausländisches Eigentum garantiert (ohne lokale Partner)
    • Freie Gewinn- und Kapitalrückführung
    • Einfache Firmengründung mit vergleichsweise klaren, schnellen Verfahren
    • Branchenspezialisierung (z. B. Logistik, Hightech, Finanzdienstleistungen)

    Herausforderungen: Kosten, Marktgröße und Wettbewerbsbedingungen

    Hohe Lebenshaltungs- und Geschäftskosten zählen laut AHK-Umfrage zu den größten Hindernissen in den VAE. Der Mercer Cost of Living Survey 2024 bestätigt dies: Dubai rangiert auf Platz 15 der 226 teuersten Städte weltweit, Abu Dhabi auf Platz 43 – deutlich vor Doha (121) und Riad (90). Besonders Mieten, Dienstleistungen und Personal treiben die Kosten in die Höhe.

    Mit knapp 11 Millionen Einwohnern sind die Vereinigten Arabischen Emirate als Absatzmarkt deutlich kleiner als Saudi-Arabien mit rund 36 Millionen oder Ägypten mit mehr als 110 Millionen Einwohnern. Mit einem BIP pro Kopf von knapp 49.000 US$ im Jahr 2024 liegen sie jedoch deutlich vor Saudi-Arabien (rund 30.700 US$) und Ägypten (knapp 3.600 US$) und weisen eine hohe Kaufkraft aus. Viele Unternehmen bewerten die Emirate als wohlhabendes Handels- und Dienstleistungszentrum für die gesamte Golfregion.

    Neben dem Fachkräftemangel ist der intensive Wettbewerb ein weiteres Hindernis. Lokale Firmen und internationale Konzerne profitieren in den Emiraten wie auch in Katar oder Bahrain häufig von staatlichen Netzwerken und Förderstrukturen. 

    Für klein- und mittelständische Unternehmen gestaltet sich n den Golfstaaten der Zugang zu Aufträgen meist schwieriger, weil große Projekte oft von staatlichen Stellen oder Großkonzernen vergeben werden. Diese bevorzugen Anbieter mit langjähriger Erfahrung, lokaler Präsenz und hoher finanzieller Leistungsfähigkeit. Für kleinere Firmen ist es dagegen aufwendig, sich zu registrieren, Referenzen nachzuweisen und die strengen Vergabebedingungen zu erfüllen, erklären Unternehmensvertreter in Gesprächen mit GTAI. 

    VAE bleiben führender Investitionsstandort in der Region

    Die Emirate konnten ihre Rolle als führender Investitionsstandort in Region 2024 weiter ausbauen. Mit 45,6 Milliarden US-Dollar (US$) an Zuflüssen ausländischer Direktinvestitionen (FDI) rangieren sie deutlich vor allen GCC Ländern.

    Den Schwerpunkt der Kapitalzuflüsse bilden die Sektoren Handel (26 Prozent), Immobilien (24 Prozent) und Finanzdienstleistungen (21 Prozent). Zukunftsorientierte Branchen wie Informations- und Kommunikationstechnologien, erneuerbare Energien sowie Hightech-Industrien gewinnen jedoch an Bedeutung. Besonders dynamisch entwickeln sich Greenfield-Investitionen: Mit über 1.360 angekündigten Projekten belegten die VAE in 2024 weltweit Platz 2 hinter den USA.

    Zu den wichtigsten Herkunftsländern zählen das Vereinigte Königreich (15 Prozent), Indien (6 Prozent) und China (4 Prozent). Mit der Investitionsstrategie 2031 wollen die Emirate die jährlichen FDI-Zuflüsse bis 2030 auf 65 Milliarden US-Dollar steigern – ein Plus von 42 Prozent gegenüber 2024. Laut Weltbank-Chefökonom Indermit Gill ist dieses Ziel erreichbar, da die VAE ihr Investitionsumfeld mit Liberalisierungen, neuen Abkommen und Investitionen in KI, Digitalisierung und GreenTech stetig verbessern.

    Deutsche Unternehmen: Partner in Industrie und Innovation

    Deutschland gehört zu den bedeutendsten europäischen Investoren in den Emiraten. Ende 2023 belief sich der Bestand deutscher Direktinvestitionen auf 3,7 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 kamen weitere 367 Millionen Euro hinzu. Umgekehrt investierten emiratische Unternehmen etwa 1,3 Milliarden Euro in Deutschland, darunter in Covestro, GlobalFoundries Dresden oder Vonovia.

    Nach Schätzungen der Deutsch-emiratischen Industrie- und Handelskammer sind rund 1.200 deutsche Unternehmen in den VAE tätig – in vielen Branchen. Sie sind unter anderem in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Bauwirtschaft, Energie, Gesundheit, Logistik und Dienstleistungen vertreten.

    Deutsche Investoren in den Vereinigten Arabischen Emirate Auswahl, Stand: September 2025
    UnternehmenBranche
    Siemens EnergyEnergie/Wasserstoff
    BASFChemie/Bauchemie
    ViegaGebäudetechnik
    Horn Glass IndustriesGlasindustrie
    Thyssenkrupp UhdeChemie/Zementanlagen
    Quelle: Recherche GTAI; September 2025

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Heena Nazir

    Von Heena Nazir | Dubai

  • BezeichnungAnmerkung
    Germany Trade & Invest (GTAI)Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland; zentrale Informationen zu Wirtschaft, Branchen und Investitionsklima in den VAE.
    Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer (AHK VAE)Ansprechpartner für deutsche Unternehmen vor Ort; Marktberatung, Delegationsreisen und Netzwerke.
    UAE Ministry of EconomyZuständige Behörde für Wirtschafts- und Investitionspolitik der VAE; Informationen zu Standortstrategien und Regulierung.
    Abu Dhabi Department of Economic Development (ADDED)Wirtschaftsförderung für Abu Dhabi; Investitionsprogramme, Clusterpolitik und Genehmigungen.
    Dubai Department of Economy and Tourism (DET)Zuständig für Wirtschaftsförderung und Tourismusentwicklung in Dubai; zentrale Daten zu Besucherzahlen und Standortinitiativen.
    Abu Dhabi Investment Office (ADIO)Förderung von Auslandsinvestitionen; Programme für Hightech, GreenTech und Industrie in Abu Dhabi.
    Jebel Ali Free Zone Authority (JAFZA)Größte Freizone der VAE in Dubai; Schwerpunkt auf Logistik, Handel und Industrie.
    Khalifa Economic Zone Abu Dhabi (KEZAD)Industrie- und Logistikzone in Abu Dhabi; bedeutend für Schwerindustrie, Bau- und Lebensmittelwirtschaft.
    Dubai Multi Commodities Centre (DMCC)Weltweit führendes Handelszentrum für Rohstoffe; Fokus auf Gold, Diamanten, Tee und Agrarrohstoffe.
    Dubai Airport Freezone (DAFZA)Freizone am Dubai International Airport; stark im Bereich Handel, IT, Elektronik und Logistik.
    Heena Nazir

    Von Heena Nazir | Dubai