Wirtschaftsstandort | Albanien

Albanien etabliert sich als Wirtschaftsstandort in Südosteuropa

Albanien bleibt die wachstumsstärkste Volkswirtschaft am Westbalkan. Deutsche Firmen erschließen verstärkt das Potenzial. Der angestrebte EU-Beitritt verbessert das Geschäftsklima.

Hans-Jürgen Wittmann

Von Hans-Jürgen Wittmann | Belgrad

Albanien erwirtschaftete 2025 mit einer Bevölkerung von etwa 2,4 Millionen Einwohnern ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 27,5 Milliarden Euro und ist damit die drittgrößte Volkswirtschaft am Westbalkan. Deutsche Firmen entdecken das Land vor der Haustüre der EU als Investitionsstandort. Der Bestand deutscher Direktinvestitionen stieg in den ersten drei Quartalen 2025 um rund ein Viertel auf 570 Millionen Euro.

Der EU-Beitritt ist parteiübergreifend Konsens und wird von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung getragen. Die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama eröffnete bereits alle 35 Verhandlungskapitel und strebt den Beitritt zum Staatenverbund bis 2030 an. Nachholbedarf gibt es bei Reformen im Justizwesen, der Bürokratie sowie beim Kampf gegen Korruption und Organisierte Kriminalität. 

  • Tourismus und Infrastruktur kurbeln die Wirtschaft an. Die schwache industrielle Basis bremst hingegen das verarbeitende Gewerbe. Potenzial bietet der Ausbau erneuerbarer Energien.

    Albanien verzeichnet seit Ende der Corona-Pandemie mit Zuwächsen von 3,5 Prozent und mehr eine der höchsten Wirtschaftswachstumsraten in Europa. Das Land handelte 2025 mit der Bundesrepublik Waren im Wert von rund 700 Millionen Euro - ein Plus von 11,5 Prozent. Deutschland war der fünftgrößte Handelspartner, hinter Italien, China, Griechenland und der Türkei.

    Das südosteuropäische Land wurde 2009 NATO-Mitglied und ist seit 2014 EU-Beitrittskandidat. Die Verhandlungen wurden 2022 aufgenommen. Ende 2025 hatte Albanien bereits sämtliche 35 Verhandlungskapitel eröffnet. Die bis 2030 angestrebte EU-Integration bleibt der zentrale Ankerpunkt der Reformagenda der Regierung Rama.

    Albanien gehörte nicht zum ehemaligen Jugoslawien, sondern war unter Diktator Enver Hoxha knapp 40 Jahre größtenteils von der Außenwelt abgeschottet. Darunter leidet die Industrie bis heute. Von den einst großen staatlichen Unternehmen ist nicht mehr viel übrig. Der Nachholbedarf in der Infrastruktur ist nach wie vor groß. Doch Albanien macht nach und nach den Rückstand wett und modernisiert seine Wirtschaft.

    Unterstützung erhält Albanien dabei auch aus Brüssel. Neben Vorbeitrittshilfen stellte der Staatenverbund mit dem Wachstumsplan vom Herbst 2023 weitere 6 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Auszahlung der Tranchen ist an die Umsetzung von Reformen gekoppelt.

    2,8 Mio.

    Personen lebten 2025 im Land.

    Quelle: United Nations 2025

    27,2 Mrd.

    Euro betrug das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2025 laut Prognosen.

    Quelle: Internationaler Währungsfonds 2026

    10.198

    Euro machte das nominale BIP pro Kopf 2025 laut Prognosen aus.

    Quelle: Internationaler Währungsfonds 2025

    Rang 97

    belegte das Land 2025 unter den deutschen Außenhandelspartnern.

    Quelle: Destatis 2026

    Rang 91

    nimmt das Land im Corruption Perceptions Index 2025 ein (unter 182 Ländern).

    Quelle: Transparency International 2025

    1,5 %

    betrug die Analphabetenquote im Jahr 2022.

    Quelle: Weltbank 2025

    Ausführliche Informationen zur Wirtschaft finden Sie in den Wirtschaftsdaten kompakt.

    Tourismus, Dienstleistungs- und Baugewerbe setzen Wachstumsimpulse

    Albaniens Wachstumstreiber Nummer eins ist die boomende Tourismusbrache. Im Jahr 2025 kamen 12,5 Millionen ausländische Gäste ins Land - ein Plus von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, meldet Instat. Die Tourismusbranche erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von rund 5 Milliarden Euro und damit rund ein Fünftel der albanischen Wirtschaftsleistung. Nicht nur bei Badegästen an der albanischen Riviera, sondern auch bei Naturliebhabern oder Alpintouristen steigt die Beliebtheit des Landes. Das Wachstum im Tourismus beflügelt indirekt andere Branchen wie den Dienstleistungssektor oder das Baugewerbe, die von Aufträgen durch die steigenden Gästezahlen aus dem Ausland profitieren.

    Die Landwirtschaft und Industrie sind weitere wichtige Wirtschaftszweige, tragen aber nur in abnehmendem Maß zum BIP bei. Vor allem die lange Zeit dominierende Textil- und Schuhindustrie gerät durch steigende Lohn- und Energiekosten unter Druck. Die Landwirtschaft ist aufgrund geringer Mechanisierung nicht konkurrenzfähig und dient meist der Subsistenzwirtschaft. Dabei könnte das südosteuropäische Land vom Nearshoring-Trend profitieren, da Firmen nach kostengünstigeren Produktionsstandorten in der Nähe der EU-Märkte Ausschau halten. Doch die weggebrochene Industriebasis, eine unzureichende duale Berufsausbildung, sowie eine starke lokale Konkurrenz erschweren den Markteintritt.

    Albanien erzeugt mehr als 90 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen, vor allem aus Wasserkraft. Um im Sommer bei niedrigen Pegelständen keinen teuren Strom aus fossilen Quellen zukaufen zu müssen, will Albanien das hohe Potenzial seiner 300 Sonnentage pro Jahr nutzen und neue Photovoltaik-Parks errichten. Bis 2027 sollen weitere 600 Megawatt an Kapazitäten für erneuerbare Energien aufgebaut werden. Besonders für energieintensive Tätigkeiten kann der Eigenverbrauch von grüner Energie die Stromkosten drastisch senken.

    Daneben gibt die aufstrebende IKT-Branche Wachstumsimpulse. Albanien entwickelt sich dabei zu einem interessanten Beschaffungsmarkt für IT-Lösungen. So lagern internationale Firmen Softwareentwicklung, Cloud Management oder Geschäftsprozesse (BPO) in das südosteuropäische Land aus. Treiber der Entwicklung der Branche ist der Techpark Durana.

    Zu den makroökonomischen Schwächen gehören die hohe Importabhängigkeit bei Investitions- und Konsumgütern, die Aufwertung der Landeswährung Lek, die Produkte für den Export verteuert, sowie der Arbeitskräftemangel aufgrund der ungebrochen hohen Abwanderung.

    Dienstleistungen, Bau- und Landwirtschaft sind wichtigste Wachstumstreiber in AlbanienBedeutung der Wirtschaftszweige in Albanien (Anteile in Prozent)
    Sektor

    Anteil am Bruttoinlandsprodukt 2024

    Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

    15,4

    Industrie

    10,5

    Verarbeitendes Gewerbe

    6,5

    Baugewerbe

    11,9

    Handel, Transport, Beherbergung, Gastronomie

    19

    Information und Kommunikation

    2,3

    Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

    1,6

    Immobilien

    5

    Öffentliche Verwaltung, Bildung, Gesundheit

    11,6

    Quelle: Albanische Statistikbehörde (Instat) 2026

    SWOT-Analyse Albanien

    S

    Stärken Strengths

    • Strategische geographische Lage in der Nähe zum EU-Markts
    • Nahezu zollfreier Handel mit der EU
    • Wettbewerbsfähige Kostenstruktur
    • Starkes Wachstum beim Tourismus und zunehmende Sichtbarkeit
    • Verbessertes Geschäftsklima durch EU-Beitrittsreformen
    W

    Schwächen Weaknesses

    • Schwach ausgeprägte industrielle Basis
    • Überschaubarer Binnenmarkt und Kaufkraft
    • Rechtsunsicherheit bei Eigentum an Grundbesitz
    • Unzureichend praxisorientierte Ausbildungen
    • Ineffiziente Verwaltung, bürokratische Hürden und Korruption
    O

    Chancen Opportunities

    • Wachsendes Potenzial als Nearshoring- und Sourcing-Standort
    • EU-Beitrittskandidat, Umsetzung der Reformagenda
    • Mitgliedschaft in EFTA, CEFTA sowie Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU
    • EU-Vorbeitrittshilfen und Finanzhilfen bilateraler und internationaler Geber
    • Hohes Potenzial bei erneuerbaren Energien (Wasser-, Solar, Windkraft)
    T

    Risiken Threats

    • Große Abhängigkeit vom Tourismus- und Dienstleistungssektor
    • Steigende Emigration und daraus resultierender Fachkräftemangel
    • Korruption und intransparente öffentliche Ausschreibungen
    • Politische Dispute und zögerliche Implementierung von Reformen
    • Klimarisiken mit Folgen für Wasserkraft und Landwirtschaft

    Deutsche Investoren zögern aufgrund rechtsstaatlicher Defizite

    Firmen aus Deutschland investieren vor allem in das verarbeitende Gewerbe. Die Automobilzulieferer Forschner und PSZ Elektronik fertigen vor Ort Kabelbäume. Röfix produziert Baumaterialien. Auch auf dem Bau und im Einzelhandel sind deutsche Firmen aktiv: Die Lindner Group errichtet beim Tirana Business Park das hochwertige Wohnprojekt Garden Residence. Lidl eröffnet neue Discounter im Land. Doch rechtsstaatliche Defizite, eine weit verbreitete Korruption sowie Intransparenz im öffentlichen Beschaffungswesen lassen Investoren abwarten.

    "Albanien kann ein attraktiver Investitionsstandort für bestimmte Industrien sein, jedoch braucht man oft einen langen Atem", 

    fasst Stephanie Sieg-Farka, General Managerin der Lindner Group und Präsidentin der Deutschen Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien (DIHA) die Stimmung deutscher Investoren zusammen.

    Metropolregion Tirana-Durrës ist das bedeutendste Wirtschaftszentrum

    Albanien weist starke regionale Disparitäten auf. Der Ballungsraum Tirana-Durrës ist dabei der wirtschaftliche Motor des Landes. Die Region erwirtschaftet mehr als ein Drittel des BIP und beheimatet den Großteil der Finanz-, Dienstleistungs-, IKT- und Bauaktivitäten. Mit dem internationalen Flughafen Tirana und dem Hafen Durrës befinden sich dort die wichtigsten Verkehrsknoten und Drehkreuze. Zudem sind die meisten ausländischen Investoren in der Metropolregion angesiedelt.

    Industrielle Zentren des Landes sind Elbasan mit Schwerpunkt auf Metallurgie und die Produktion von Baumaterialien, Korçë mit der Lebensmittel-, Getränke- und Leichtindustrie, sowie die Fier-Region mit Fokus auf Erdölförderung, Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung.

    Die südlichen und nördlichen Regionen Vlora, Saranda, Lezhë und Shkodër sind stark vom Tourismus abhängig und lokale Betriebe unterliegen entsprechend saisonalen Schwankungen.

    Eckdaten der wichtigsten Regionen (Qarke) in Albanien
    Region (Qark)Anteil am BIP (in Prozent) 1)Bevölkerung 2)
    Berat

    3,6

    140.529 

    Dibra

    2,7

    106.507 

    Durrës

    10,3

    225.660 

    Elbasan

    6,4

    231.146 

    Fier

    10,6

    238.433 

    Gjirokastra

    2,2

    59.529 

    Korça

    4,9

    171.695 

    Kukës

    1,5

    61.610 

    Lezha

    3

    98.589 

    Shkodra

    5

    153.253 

    Tirana

    43,9

    758.215 

    Vlora

    6,1

    143.999 

    1) Angabe für 2023; 2) Angabe für 2024Quelle: Albanische Statistikbehörde (Instat) 2025

    Hans-Jürgen Wittmann

    Von Hans-Jürgen Wittmann | Belgrad

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  • Albanien ist noch kein etablierter Investitionsstandort für deutsche Firmen. Das Land arbeitet an der Verbesserung seines Investitionsklimas. Doch das Umfeld bleibt herausfordernd.

    Ausländische Direktinvestitionen (FDI) sind ein zentraler Wachstumsmotor der albanischen Wirtschaft. Im Jahr 2024 flossen rund 1,6 Milliarden Euro in das Adrialand, was rund 6 Prozent des BIP entspricht. Doch die ungleiche sektorale Verteilung der Direktinvestitionen dämpft die Modernisierung der Wirtschaft. Denn ein Großteil der FDI fließt in unbewegliche Objekte der Tourismusinfrastruktur und Immobilien sowie in nicht-exportorientierte Sektoren wie die Energiewirtschaft, den Telekommunikationssektor und das Bankwesen.

    Albaniens Investitionsprofil unterscheidet sich von dem der stärker industriell geprägten Nachbarländer Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Nordmazedonien. Schwach ausgeprägte industrielle Lieferketten und ein Mangel an qualifizierten Facharbeitern erschweren Investitionen ins verarbeitende Gewerbe und exportorientierte Branchen. Die Bedeutung der FDI für industrielle Entwicklung und Steigerung der Produktivität ist daher begrenzt. Um die Wirtschaftsstruktur des Landes zu diversifizieren, setzt die Regierung auf die Ansiedlung verarbeitender Betriebe, darunter aus Deutschland.

    Investitionsklima: Chancen überwiegen Herausforderungen

    Um mehr ausländische Investoren zu gewinnen, arbeitet Albanien an der Verbesserung seines Images als stabiler und zugleich reformorientierter Investitionsstandort. Vor allem der Tourismus dient als Aushängeschild für ein positives Bild Albaniens im Ausland. Das Land gilt als sicheres Reiseland mit einer jungen, weltoffenen Bevölkerung und einem großen Potenzial für Partnerschaften. Zudem verbessern die Aussicht auf eine EU-Mitgliedschaft und die damit einhergehenden Reformen perspektivisch die Standortbedingungen.

    Die Regierung arbeitet zudem an der Verbesserung des Investitionsklimas und setzt vor allem auf finanzielle Anreize. FDI sind unbeschränkt in alle Branchen möglich und Gewinne dürfen ausgeführt werden. Durch den angestrebten EU-Beitritt werden gesetzliche Regelungen harmonisiert. Die Verwaltung digitalisiert ihre Prozesse für Unternehmensregistrierung, Steuererklärungen und Genehmigungen. Seit 7. Oktober 2025 macht die Implementierung des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (SEPA) ausländische Direktinvestitionen aus der EU schneller und günstiger.

    Doch sehen sich ausländische Investoren mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Dazu zählen vor allem der ineffiziente öffentliche Sektor, eine überbordende Bürokratie, die Rechtsunsicherheit beim Erwerb von Grundbesitz aufgrund komplexer Landbesitzverhältnisse und nicht aktualisierter Kataster. Hinzu kommen Risiken bei der Rechtsdurchsetzung, langwierige Gerichtsverfahren und Korruption.

    Nachbarländer sind wichtigste Investoren

    Der Bestand an ausländischen Direktinvestitionen steigt stetig an. In erster Linie handelt es sich dabei um reinvestierte Gewinne. Größter ausländischer Investor in Albanien ist traditionell Italien. Firmen aus dem Adria-Nachbarland sind vor allem in der Bau- und Textilindustrie sowie dem Dienstleistungssektor tätig. Türkische Firmen investieren vor allem in Infrastruktur- und Energieprojekte, wohingegen Unternehmen aus Griechenland und Österreich ihr Geld in das Bankwesen, Immobilien und Versorgungsbetriebe anlegen. Deutsche Firmen bekunden steigendes Interesse an der albanischen Wirtschaft. Größere Investitionen sind jedoch die Ausnahme.

    Größte deutsche Investoren in Albanien (Stand: Februar 2026)
    UnternehmenBranche

    Volumen in Millionen Euro

    Lindner Group (Tirana Business Park)Gewerbegebiet/Immobilien

    100

    ProCredit BankFinanzdienstleistungen

    49

    MesserMedizinische Gase

    10

    LidlEinzelhandel / Logistik

    6

    KnaufBaustoffe

    6

    ForschnerAutozulieferindustrie

    4

    Röfix (Fixit Gruppe)Baustoffe

    3,8

    Lufthansa Industry SolutionsIT-Dienstleistungen

    3,2

    PSZAutozulieferindustrie

    1

    HyretechIT-Dienstleistungen

    0,3

    Quelle: Deutsche Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien (DIHA) 2026.

    Investitionsförderung: Steuervergünstigungen sind bevorzugtes Mittel

    Zentrale Anlaufstelle für ausländische Investoren ist die Albanian Investment and Development Agency (AIDA). Die staatliche Investitionsfördergesellschaft betreut Firmen individuell und unterstützt diese bei einer geplanten Ansiedlung.

    Für größere Vorhaben zwischen 30 und 50 Millionen Euro und mindestens 50 neu geschaffenen Arbeitsplätzen in bestimmten strategischen Sektoren wie Bergbau, Infrastruktur, Energie, Kommunikation oder Abfallwirtschaft bietet die Regierung den Status eines „strategischen Investors“ an. Dieser gewährt Investoren steuerliche Vergünstigungen und vereinfachte bürokratische Verfahren während der Umsetzung der Projekte. Der Status soll aktuell Ende 2026 auslaufen.

    Auch für andere Sektoren erhalten Investoren Vergünstigungen: Projekte in der Tourismusbranche erhalten einen vergünstigten Mehrwertsteuersatz von 6 Prozent. Eine Körperschaftssteuer wird in den ersten 10 Jahren nicht erhoben und öffentlicher Grund und Boden kann für 99 Jahre gemietet werden.

    Bei Investitionen in die verarbeitende Industrie von rund 3 Millionen Euro verpachtet die Regierung staatlichen Grund und Boden für den symbolischen Betrag von 1 Euro. Dafür müssen mindestens 50 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Investor erhält eine Befreiung von der Einfuhrsteuer für Maschinen und Anlagen. Für die Qualifikation der Mitarbeitenden stehen weitere Zuschüsse bereit. Unternehmen aus der Automotive-Industrie sowie im IKT-Sektor bezahlen nur 5 Prozent Körperschaftssteuer.

    Für Projekte in erneuerbare Energien bietet der Staat langfristige Abnahmeverträge. Für Investitionen in die Landwirtschaft gewährt der Staat eine Befreiung von der Einfuhrsteuer, für Saatgut, Düngemittel und Pestizide werden nur 10 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Die Körperschafts- und Gewinnsteuer betragen jeweils nur 5 Prozent. Die Pacht von Grund und Boden ist bis zu 99 Jahren möglich.

    Daneben kümmert sich die Albanian Investment Corporation um die wirtschaftliche Nutzbarmachung staatlicher Liegenschaften. Das bevorzugte Instrument hierzu sind Öffentlich-Private Partnerschaften (PPP) mit in- und ausländischen Investoren.

    Des Weiteren gewähren technische und wirtschaftliche Entwicklungszonen (TEDA) wie Elbasan, Kashar oder Koplik eine Befreiung auf Einfuhrzölle sowie Mehrwert- und Grundsteuern. Zudem sind Weiterbildungskosten sowie Forschungs- und Entwicklungskosten von der Steuer abzugsfähig.

    Die GTAI stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Hans-Jürgen Wittmann

    Von Hans-Jürgen Wittmann | Belgrad

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  • BezeichnungAnmerkung
    Germany Trade & InvestAußenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft
    AHK NordmazedonienLokale Anlaufstelle für deutsche Unternehmen in Albanien
    Deutsche Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien (DIHA)Regionale Wirtschaftsvereinigung mit Brancheninformationen
    Albanian Investment Development Agency (AIDA)Staatliche Investitionsförderagentur
    Albanian Investment Corporation (AIC)Staatliche Investitionsförderagentur
    Foreign Investors Association of Albania (FIAA)Verband der ausländischen Investoren
    Free Economic Zone (TEDA)Verwaltung der Wirtschaftsförderzonen