Auf Japans Nahrungsmittelmarkt bleiben die produzierten Mengen und die Importabhängigkeit nahezu unverändert. Für Produkte aus Deutschland sinken die Importzölle weiter.
Der Umsatz in Japans Nahrungsmittelmarkt soll 2026 laut Statista Market Insight 381 Milliarden US-Dollar (US$) erreichen, 2,3 Prozent mehr als 2025. Wachstum für die kommenden Jahre erwarten die Marktforscher unter den größeren Produktgruppen vor allem bei Brot und Zerealien, Molkereiprodukten, Süßwaren und Snacks sowie Fertiggerichten. Der japanische Nahrungsmittelmarkt ist etwa 50 Prozent größer als der deutsche.
Rang 4
belegt Japan 2024 weltweit bei der Größe des Nahrungsmittelmarktes nach Daten von Statista.
Deutsche Exporte profitieren vom Freihandel
Seit Inkrafttreten des Freihandelsabkommens zwischen Japan und der EU im Jahr 2019 fallen die Einfuhrzölle auf bestimmte Produkte wie Käse. Das kommt auch deutschen Anbietern zugute. Die japanischen Importe aus Deutschland von Süßwaren, Nahrungsergänzungsmitteln, Bier, alkoholfreiem Bier, Frucht- und Gemüsesäften und Kaffee stiegen von 2018 bis 2025 deutlich. Impulse für westliche Nahrungsmittel kommen auch von der gestiegenen Zahl ausländischer Touristen. Diese wuchs 2025 um 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 42,7 Millionen.
Die Fleischimporte aus Deutschland sind jedoch im Gegensatz zu 2018 sehr gering. Grund ist das von Japan wegen der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland erlassene Importverbot für Schweinefleisch aus deutschen Betrieben. Das Importverbot für frisches Rindfleisch hat das Landwirtschaftsministerium MAFF dagegen im November 2025 aufgehoben.
Preise steigen weiter
Höhere Rohstoff-, Logistik- und Energiekosten treiben die Preise weiter, auch wenn sich die Preissteigerungen laut einer Analyse der Teikoku Databank von Ende März 2026 abgeschwächt haben. Risiken für wieder höhere Preissteigerungen ergeben sich vor allem aus dem Krieg im Nahen Osten, etwa über höhere Energiepreise und mögliche Engpässe bei Verpackungsmaterialien.
Snacks, Süßwaren und Tiefkühlkost legen zu
Bei Snacks setzte sich der Produktionsanstieg fort. Laut der Japan Snacks and Cereal Foods Association wuchsen die ausgelieferten Mengen 2024 um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Fachzeitschrift The Beverage & Food Statistics Monthly schätzt für 2025 eine Zunahme um 2,2 Prozent und erwartet für 2026 ein Plus von 1,4 Prozent.
Bei Süßwaren stieg 2025 nach Angaben der All Japan Confectionary Association die Produktionsmenge um 3,0 Prozent. Bei Backwaren gab es laut der Japan Baking Industry Association ein Plus von 1,7 Prozent auf 1,2 Millionen Tonnen. Allerdings bewegt sich die Produktion schon seit etwa 1980 in dieser Größenordnung.
Bei Tiefkühlkost stieg laut der Japan Frozen Food Association 2025 die Produktion um 2,4 Prozent auf 1,6 Millionen Tonnen. Einschließlich der Importe nahm der Verbrauch um 3,6 Prozent auf 3,0 Millionen Tonnen zu. Der Pro-Kopf-Konsum erhöhte sich ebenfalls.
Produktion von Nahrungsmitteln und Getränken soll in Japan 2025 wieder wachsen 1)In Milliarden US-Dollar| | 2022 | 2023 | 2024 2) | 2025 3) |
|---|
| Produktion | 187,8 | 181,0 | 174,4 | 177,9 |
1 Wechselkurs: 1 US$ = 131,6 Yen (2022), 140,6 Yen (2023), 151,6 (2024, 2025); 2 Schätzung; 3 Prognose.Quelle: The Beverage & Food Statistics Monthly, Nikkan Keizai Tsushinsha, 2025
Bei Wein und Bier sind alkoholfreie Sorten im Kommen
Bei alkoholischen Getränken schnallen die Konsumenten bei Champagner angesichts stagnierender Reallöhne den Gürtel enger. Dafür gewinnen Ersatzprodukte wie etwa Schaumwein in Dosen an Popularität. Bei Wein sind, ausgehend von einem sehr geringen Niveau, Weine ohne Alkohol oder mit nur einem geringen Alkoholgehalt im Aufwind. Bei Bier hat sich die alkoholfreie Variante inzwischen klar etabliert, auch wenn der Anteil insgesamt noch gering ist.
Die Produktion von nicht alkoholischen Getränken erreichte laut der Japan Soft Drink Association 2024 den neuen Rekordwert von 23,6 Milliarden Litern. The Beverage & Food Statistics Monthly schätzt für 2025 einen Rückgang um 2,3 Prozent. Für 2026 rechnet sie bei insgesamt etwa gleichbleibenden Mengen mit positiven Impulsen bei Mineralwasser und Teegetränken.
Die Milchproduktion stieg im Fiskaljahr 2025 (von April bis März) laut der Japan Dairy Association um 0,2 Prozent auf 7,39 Millionen Tonnen. Für das Fiskaljahr 2026 erwartet der Verband einen leichten Rückgang.
Die Produktionsmenge der Mitglieder der Japan Ham and Sausage Processors Cooperative Association fiel 2025 um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 489.000 Tonnen. Die Importmengen von Würstchen und Schinken wuchsen laut dem Verband um 1,0 Prozent auf 31.700 Tonnen.
Glutenfreie oder vegane Nahrungsmittel sind mittlerweile in mehr Geschäften zu finden. Sie haben jedoch weiter eher einen Nischencharakter.
In der Landeswährung Yen blieb der Einzelhandelsumsatz mit Nahrungsmitteln von 2014 bis 2022 praktisch unverändert. In den Jahren 2023 und 2024 wuchs er aufgrund höherer Preise deutlich. Wegen der Abwertung des Yen gegenüber dem US-Dollar (US$) sank der Umsatz umgerechnet in US-Dollar jedoch.
Hersteller nehmen internationalen Absatz ins Visier
Viele Anlagen in Japan sind mittlerweile in die Jahre gekommen. Deshalb ersetzen die Hersteller in bestehenden Werken alte durch neue Anlagen. Dies ist beispielsweise der Fall bei Meiji auf Hokkaido und in der Präfektur Kanagawa. Zudem investieren viele Firmen in die Modernisierung ihrer Kühlkettenlogistik.
Ausgewählte Investitionsprojekte der Ernährungswirtschaft in Japan Investitionssummen in Millionen US-Dollar| Akteur | Investitionssumme* | Zeitraum | Anmerkungen |
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| San-A | 361 | 2/2026-5/2028 | Nahrungsmittelverarbeitungsanlage in Ginowan in der Präfektur Okinawa |
| Asahi | 328 | bis 2029 | Brauerei in Tosu in der Präfektur Saga auf Kyushu |
| Meiji | 321 | 4/2024- 3/2027 | Werk für Molkereiprodukte in Kenebetsu in der Präfektur Hokkaido mit einer Kapazität von 430.000 Tonnen Rohmilchäquivalente pro Jahr |
| Meiji | 267 | 5/2025- 3/2027 | Werk für Molkereiprodukte in Atsugi in der Präfektur Kanagawa |
| Iris Ohyama | 134 | 11/2024- 2029 | Werk für abgepackten gekochten Reis in Setouchi in der Präfektur Okayama (Logistikgebäude bis 2026, Produktionsgebäude bis 2028 und automatisiertes Lager bis 2029) |
| Morinaga Milk | 98 | 4/2025-5/2027 | Werk für Molkereiprodukte in Eniwa in der Präfektur Hokkaido |
| Kanro | 87 | 10/2025- 3/2027 | Werk für Fruchtgummis im Landkreis Higashichukuma in der Präfektur Nagano |
* umgerechnet zum Wechselkurs des Jahres 2025: 1 US$ = 149,6 YenQuelle: Unternehmensangaben; Recherchen von Germany Trade & Invest 2026
Neben dem Export bauen japanische Unternehmen ihre Produktion im Ausland aus. Laufende Vorhaben gibt es etwa bei Saucen und Gewürzen, probiotischen Getränken, Bier, Süßwaren und Gefrierkost.
Darüber hinaus erwerben die Firmen Wettbewerber im Ausland. Bei Nahrungsergänzungsmitteln kauften 2023 Kirin in Australien und Otsuka Pharmaceutical in den USA zu. Die Asahi Group übernahm 2024 die Auftragsbrauerei Octopi Brewing in den USA. Im 2. Halbjahr 2026 will Asahi für 2,3 Milliarden US$ in Kenia 65 Prozent an der East African Breweries und eine Mehrheitsbeteiligung an der Spirituosenfirma UDVK erwerben. Toppan Holdings kaufte 2025 für 1,8 Milliarden US$ einen Teil des Verpackungsgeschäfts des US-Unternehmens Sonoco Products.
Ausgewählte Investitionsprojekte japanischer Firmen der Ernährungswirtschaft im Ausland in Millionen US-Dollar| Akteur | Investitionssumme* | Zeitraum | Anmerkungen |
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| Kikkoman | 560 | 06/2024-Herbst 2026 | Sojasaucenfabrik in Jefferson County im Bundesstaat Wisconsin in den USA; Investitionssumme über 10 Jahre |
| Yakult | 397 | 10/2024-9/2026 | Werk für probiotische Getränke in Bartow County im Bundesstaat Georgia in den USA |
| Asahi Group | 284 | 10/2023-09/2033 | Modernisierung der Anlagen bei der ungarischen Tochterbrauerei Dreher. |
| Ajinomoto | 159 | 05/2026-04/2028 | Werk für Gewürze und Paniermischungen in Tarlac in Central Luzon auf den Philippinen |
| Morinaga | 136 | 10/2024- 6/2026 | Süßwarenfabrik in Mebane im Orange County im Bundesstaat North Carolina in den USA |
| Nichirei | 100 | ab 2026 | Werk für Tiefkühlkost in Jonesboro im Bundesstaat Arkansas in den USA |
| Meiji | 65 | 3/2026-2027 | Modernisierung und Erweiterung einer Keksfabrik in York im Bundesstaat Pennsylvania in den USA |
* umgerechnet zum Wechselkurs des Jahres 2025: 1 US$ = 149,6 YenQuelle: Unternehmensangaben; Recherchen von Germany Trade & Invest 2026
Von Frank Robaschik
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