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Rahmenbedingungen

Projekte und Ausschreibungen von Geberorganisationen sind beliebt. Local-Content spielt kaum eine Rolle.

Von Corinna Päffgen | Accra

Der Abfallsektor ist stark reguliert und geprägt von umfangreichen Umweltauflagen. Zentrales Gesetz ist der Environment Protection Act (Act 1124, 2025), daneben existieren zahlreiche weitere einschlägige Gesetze und Verordnungen wie der Hazardous and Electronic Waste Control and Management Act (Act 917, 2016).

Unternehmen benötigen zudem eine Lizenz von der zuständigen Umweltschutzbehörde (EPA; Environmental Protection Agency) und vor dem Start eines Projektes oftmals ein Environmental Impact Assessment (EIA). Hier kann es zu komplexen Genehmigungsprozessen mit hohem administrativen Aufwand kommen.

Unternehmen mit Interesse am Markt sollten das neu geplante Gesetz zur erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility - EPR Act) im Auge behalten. Hier wird es große Auswirkungen auf die Strukturen des Sektors und die Kostenverteilung haben sowie neue Pflichten begründen.

Staat ist größter Auftraggeber

Die Vergabe öffentlicher Aufträge erfolgt durch die jeweiligen Ministerien oder nachgeordneten Behörden. An nationalen Ausschreibungen können nur ghanaische Unternehmen teilnehmen. Das bedeutet, dass die Mehrheit des Unternehmens in ghanaischer Hand sein muss. Bei internationalen Ausschreibungen können auch ausländische Unternehmen teilnehmen. Öffentliche Ausschreibungen erfolgen digital über die Plattform Ghana Electronic Procurement System (GHANEPS).

Politischer Wunsch ist die stärkere Einbindung des Privatsektors, vor allem bei Investitionen. Dazu sollen vermehrt öffentlich-private-Partnerschaften (PPP) geschlossen werden, der rechtliche Rahmen wurde dazu 2018 geschaffen. Die Umsetzung beziehungsweise der Abschluss neuer PPP-Projekte verläuft jedoch schleppend.

Aufgrund des begrenzten Staatshaushaltes sind viele Projekte von der Finanzierung durch Entwicklungshilfeorganisationen wie Weltbank, EU oder Afrikanische Entwicklungsbank abhängig. Hier können sich auch für deutsche Unternehmen interessante Beteiligungschancen ergeben. 

Informationen über Projekte und Ausschreibungen

Bei der Umsetzung von geberfinanzierten Vorhaben schreiben die Staaten die benötigten Bau-, Liefer- und Beratungsleistungen oft international aus.

GTAI informiert tagesaktuell mit Projektfrühinformationen und Hinweisen auf Ausschreibungen über die vielfältigen Geschäftschancen in der internationalen Zusammenarbeit. Die kostenfreie Datenbank ist nach Land, Branche und Geber filterbar.

Unser E-Mail-Service Tenders & Projects Daily liefert Ihnen täglich die neuesten öffentlichen Ausschreibungen und Projekte aus der ganzen Welt - direkt in Ihr Postfach.

Local-Content-Vorschriften gibt es nur vereinzelt

Local-Content-Vorschriften existieren im Abfallsektor nicht. Bestimmte Beteiligungsvorschriften können allerdings zum Tragen kommen, wenn es um Aktivitäten im Bereich der Erdölindustrie geht. Zudem sind die allgemeinen Vorschriften bezüglich Unternehmen mit ausländischer Beteiligung zu beachten. Danach müssen sich Unternehmen registrieren lassen, eine bestimmte Investitionssumme aufbringen und eine Quotenregelung beachten, die die Anzahl ausländischer Mitarbeiter betrifft.

Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

 

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