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US-Nachfrage nach Holzbearbeitungsmaschinen belebt sich
Die Einfuhren wachsen bereits wieder, die Lieferungen aus Deutschland sogar zweistellig. Nur die Zölle auf Stahl und Aluminium bleiben ein Ärgernis.
07.10.2026
Auf dem amerikanischen Markt für Holzbearbeitungs- und Möbelmaschinen kündigt sich zwar ein Ende des Abschwungs an. Doch die Erholung könnte vergleichsweise schwach ausfallen: Laut IBIS World soll der Branchenumsatz zwischen 2027 und 2029 nur um jeweils rund 1 Prozent per annum zunehmen. Dieser Wert läge damit unter der zu erwartenden Inflationsrate.
Die Zolldaten – die USA müssen rund die Hälfte ihres Bedarfs importieren – weisen in die gleiche Richtung. So stiegen die Einfuhren von Werkzeugmaschinen zur Holzbearbeitung und zum Pressen von Holzplatten nach drei rückläufigen Jahren in den ersten sieben Monaten 2026 um knapp 6 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Das geht aus den Zahlen der U.S. International Trade Commission hervor.
Nachholeffekt sorgt für Umschwung bei den Einfuhren
Dabei handele es sich um eine Art Nachhol- oder Gewöhnungseffekt, erläutert eine Vertreterin des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) im Gespräch mit Germany Trade & Invest. Viele US-Firmen hielten sich 2025 angesichts der erratischen US-Zollpolitik mit Anschaffungen zurück. Doch 2026 hat sich die Lage stabilisiert. Die effektive Zollbelastung blieb weitgehend unverändert. Lieferanten und Kunden gehen langsam zum Alltagsgeschäft über.
Zugleich zeichnet sich in der Zollstatistik ein deutlicher qualitativer Wandel der Nachfrage ab. China und Taiwan waren noch vor wenigen Jahren führende Anbieter von Holzbearbeitungsmaschinen. Sie bieten vergleichsweise preiswerte Technologie für die Massenproduktion mit niedrigen Margen an. Doch die Kunden in den USA setzen verstärkt auf Qualität, Präzision und einen hohen Automatisierungsgrad.
China und Taiwan verlieren massiv Marktanteile
Gerade dort punkten deutsche Maschinenbauer mit ihren Hightech-Anlagen, die speziell auf die Kundenwünsche zugeschnitten sind. Ihre Lieferungen in die USA stiegen in den ersten sieben Monaten 2026 um mehr als 30 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Bis zum Dezember dürfte ein Rekordwert erreicht werden.
Im Gegenzug befinden sich die Einfuhren aus China und Taiwan auf dem absteigenden Ast. Allerdings beliefert China den US-Markt zunehmend über Südostasien. Logistiker bezeichnen diesen Teil des Handels als Transshipment. Auffällig ist, dass die US-Einfuhren aus Vietnam schlagartig zugenommen haben. Allerdings können sie die chinesischen Lieferverluste nur teilweise ausgleichen.
Die US-Nachfrage nach Holzbearbeitungsmaschinen steht und fällt mit der Konjunktur des Wohnungsbaus, denn in den Vereinigten Staaten entstehen überwiegend Einfamilienhäuser aus Holz. Noch befindet sich der Sektor in einer Rezession. Die entsprechenden Bauleistungen sanken in den ersten acht Monaten 2026 laut nationalem Statistikamt um nominal 4 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Laut dem FMI Engineering and Construction Outlook sollen sie 2027 wieder um 1 Prozent steigen, was allerdings unter der Inflationsrate läge. Für 2028 erwarten die Marktforscher ein Plus von 3,5 Prozent.
Sägewerke als größte Kunden
Bedeutendster direkter Abnehmer für die Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen sind Sägewerke. Laut IBIS World zeichnen sie für einen Absatzanteil von rund zwei Dritteln verantwortlich. Zwar sind sie nicht die größte Sparte innerhalb der Holzindustrie, doch generieren sie eine hohe Nachfrage nach komplexen und hochwertigen Maschinen. Die Betriebe sind zudem relativ groß und finanzkräftig.
Eine weitere wichtige Kundengruppe insbesondere für Pressanlagen oder hydraulische Pressen sind die Hersteller von Span- und Faserplatten, Dachstühlen und Konstruktionsteilen aus Holz sowie die Anbieter von Fertighäusern und Türen beziehungsweise Fenstern.
Seitwärtsbewegung in der Möbelindustrie
Die Möbelbranche in den USA befindet sich seit vielen Jahren in der Konsolidierung. Der Löwenanteil der Fertigung wurde bereits vor Jahrzehnten in sogenannte Niedriglohnländer wie Mexiko, China und Vietnam verlagert. Dennoch konnten sich insbesondere im Südosten des Landes viele Betriebe halten. Die von der Trump-Administration eingeführten Zölle auf Holz und Derivate haben ihnen eine Atempause im Abwehrkampf gegen preiswerte Importe verschafft.
| Sparte (Hersteller von) | Umsatz in Mrd. US-Dollar | Angestellte | Betriebe |
|---|---|---|---|
| Forstwirtschaft | 16,1 | 77.600 | 43.200 |
| Sägewerke | 41,4 | 88.800 | 2.500 |
| Faserplatten, Furniere, Konstruktionsteile | 44,9 | 86.100 | 3.800 |
| Paletten, Unterbauten und Behälter aus Holz | 17,7 | 64.000 | 2.400 |
| Fertighäuser (einschließlich Bodenbeläge) | 18,2 | 61.100 | 1.080 |
| Türen und Fenster | 20,4 | 58.800 | 898 |
| andere Holzprodukte | 9,4 | 30.100 | 7.100 |
| Möbelhersteller | 52,5 | 224.500 | 7.375 |
Dennoch erwartet IBIS World bei Wohnungsmöbeln auf absehbare Sicht kein Umsatzwachstum mehr. Im Gegensatz dazu sehen die Analysten bei Büroeinrichtungen ein langfristiges Potenzial von rund 2 Prozent jährlich. Büromöbel sind oft Maßanfertigungen – und keine Massenware. Hier haben US-Anbieter aufgrund der Marktnähe einen Wettbewerbsvorsprung.
Viel Konkurrenz aus dem Ausland
Der Markt für Holzbearbeitungs- und Möbelmaschinen fällt angebotsseitig übersichtlich aus. Laut IBIS World gab es 2025 gut 200 Hersteller mit mehr als 3.000 Angestellten. Die an der Westküste ansässige Wood Technologies International ist mit den Firmen USNR (Plattenherstellung) sowie Burton Mill Solutions und Global Tooling Supply (jeweils Sägewerktechnologie) Branchenführer. Laut IBIS World liegt ihr entsprechender Markanteil 2026 bei einem Sechstel. Der Rest entfällt auf kleinere Anbieter.
Ausländische Unternehmen spielen bei komplexen Maschinen eine führende Rolle. Sie bedienen den Markt einerseits über Exporte. Andererseits verfügen sie oft über eine lokale Fertigung beziehungsweise Montage. Dabei werden Kernkomponenten am Stammsitz produziert, die Endmontage respektive Anpassung an die Kundenwünsche erfolgt in den USA. Deutsche Qualitätsanbieter wie zum Beispiel HOMAG oder Weinig haben entsprechende lokale Kapazitäten.
| Anzahl Unternehmen | 186 |
| Anzahl Mitarbeiter | 3.300 |
| Umsatz (in Mrd. US-Dollar), davon | 1,6 |
| mit Sägewerken | 1,0 |
| Gewinn (in Mrd. US-Dollar) | 0,2 |
| Gewinnmarge (in Prozent) | 12,8 |
| Einfuhren (in Mrd. US-Dollar) | 1,4 |
| Ausfuhren (in Mrd. US-Dollar) | 0,2 |
| Nettoeinfuhren (in Mrd. US-Dollar) | 1,2 |
Zölle bleiben damit ein Ärgernis. Das gilt insbesondere für die Abgaben auf Stahl und Aluminium sowie zahlreiche Derivate. Große Maschinen bestehen aus Tausenden von Einzelteilen und den US-Behörden müssen für jede Schraube deren Herkunft, Wert und Metallgehalt gemeldet werden. Die Zollkosten selbst werden von den ausländischen Lieferanten überwiegend an die amerikanischen Endkunden durchgereicht.