Meerengen und alternative Handelsrouten

Wiederholt haben kritische Ereignisse die Verwundbarkeit internationaler Seewege offenbart. Unterbrochene Lieferketten und steigende Transportkosten waren die Folge. Germany Trade & Invest analysiert maritime Engstellen und mögliche Alternativrouten.

Wo finden sich riskante Engstellen im Seeverkehr?

Im Nahen Osten rund um die Arabische Halbinsel liegen wichtige, aber auch störanfällige Seewege für internationale Containerfracht oder Massengüter. Die Havarie der Ever Given, Angriffe der Huthi-Rebellen im Roten Meer und der aktuelle Konflikt um die Straße von Hormus haben gezeigt, wie schnell Lieferketten unter Druck geraten können – mit Folgen für Transportkosten, Lieferzeiten und Versorgungssicherheit.

Auch die Taiwanstraße und die Straße von Malakka gehören zu den zentralen Engstellen des Welthandels. Störungen würden den Warenverkehr zwischen Asien und Europa erheblich beeinträchtigen.

Eine weitere Schlüsselroute ist der Panama-Kanal. Dort haben Trockenheit und Wassermangel den Schiffsverkehr bereits mehrfach eingeschränkt, dazu steigen geopolitische Spannungen auch in dieser Region.

Ever given has been freed in Suez Canal. Effort to refloat vast wedged container cargo ship by tug boats, dredger ship 3D illustration. Giant cargo ship dislodged and refloated in Egyptian Suez canal Ever Given im Suezkanal | © AI generated/AdobeStock/Corona Borealis

Engstellen in Nahost und Nordafrika

Der Nahe Osten ist von zahlreichen Krisen bedroht, die die Risiken für hier verlaufende Seewege erhöhen. Gefährdete Engstellen sind das Rote Meer und die Straße von Hormus.

Meerenge Rotes Meer Meerenge Straße von Hormus
Hong Kong Skyline, Victoria Harbour, Hong Kong, China, Ostasien Hong Kong | © GettyImages/marco wong

Engstellen um China und Südostasien

Die Taiwanstraße und die Straße von Malakka sind Nadelöhre auf dem Weg von China nach Europa und umgekehrt. Blockaden an diesen vielbefahrenen Passagen sind nicht ausgeschlossen.

Meerenge Taiwanstraße Meerenge Straße von Malakka

Welche Alternativrouten bieten sich an?

Blockierte Meerengen erfordern Alternativen, die in der Regel höhere Kosten bedeuten. Neben der schnellen Luftfracht sind dies meist Umwege wie um das Kap der Guten Hoffnung oder Kap Hoorn. Zunehmend werden aber Landrouten entwickelt, wie die Eurasischen Korridore oder die arabische Landbrücke. Bisher sind die Kapazitäten jedoch begrenzt.

Gleichzeitig stärken zusätzliche Routen die Resilienz globaler Lieferketten. Für deutsche Unternehmen eröffnen sich zudem neue Geschäftschancen, etwa in Logistik, Infrastruktur und Bauwirtschaft. Einige heute noch eher regionale Verkehrsachsen könnten sich künftig zu wichtigen transkontinentalen Handelsrouten entwickeln.

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