Branchen | Brasilien | Bergbau und Rohstoffe

Brasiliens Bergbau punktet mit seltenen Erden

Brasilien verfügt über die zweitgrößten Seltenerdvorkommen der Welt. Doch nicht nur deshalb ist das Land ein Schlüsselakteur für resiliente und diversifizierte Lieferketten.

Gloria Rose

Von Gloria Rose | São Paulo

Ausblick für den Bergbau in Brasilien 

Bewertung:

  • Bis 2030 könnten 77 Milliarden US-Dollar in den Bergbau fließen.
  • 200 Bergbauprojekte in der Pipeline.
  • Brasilien will Wertschöpfung bei seltenen Erden stärken und vertieft Partnerschaften mit der EU.
  • Geplanter Rechtsrahmen für kritische Rohstoffe könnte sich verzögern.

Anmerkung: Einschätzung der Autorin für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Juli 2026

  • Brasiliens Bergbau investiert kräftig in Nachhaltigkeit, Mineraldünger und kritische Rohstoffe. Ein Branchenexperte zeigt Geschäftschancen für deutsche Unternehmen auf.

    Nach Schätzungen des brasilianischen Bergbauverbands IBRAM könnten sich die Investitionen im Sektor von 2026 bis 2030 auf 77 Milliarden US-Dollar (US$) belaufen. Gegenüber der Vorjahresprognose legen vor allem sozialökologische Projekte, Mineraldünger und kritische Rohstoffe kräftig zu.

    200 Bergbauprojekte in Brasilien

    Nach Angaben des Informationsdienstleisters BNamericas umfasst die Projektpipeline in Brasilien derzeit 200 Bergbauvorhaben mit einem Investitionsvolumen von 48,2 Milliarden US$. Davon befinden sich 17 Projekte bereits in der Bauphase, darunter sieben Eisenerzminen, sechs Projekte für kritische Rohstoffe und zwei Vorhaben zur Förderung von Mineraldünger. In der frühen Erkundungs- und Bewertungsphase dominieren Seltenerdmineralien mit 40 Projekten, gefolgt von Lithium-, Gold- und Kupfervorkommen.

    Kritische Rohstoffe ziehen Investitionen anAusgewählte Projekte
    Projekt (Unternehmen)Rohstoff

    Investitionssumme in Mio. US$

    Stand
    Ausweitung der Kupferförderung an der Mine Carajás (Vale)Kupfer

    3.500

    Machbarkeitsstudien
    Potássio Autazes (Potássio do Brasil)Kalidünger

    2.500

    seit 2024 in Umsetzung, geplante Fertigstellung bis 2029
    Projeto Novas Minas (PNM) (Mineração Rio do Norte – MRN)Bauxit2.115Das Unternehmen hat im April 2026 die Installationslizenz (Licença de Instalação) der Umweltbehörde IBAMA erhalten.
    Piauí Nickel Project (Brazilian Nickel)Nickel und Kobalt

    1.200

    Baubeginn ist für Ende 2026 geplant.
    Projeto Carina (Aclara Resources Inc.)seltene Erden

    781

    Bauarbeiten sollen Ende 2026 beginnen.
    "Green Ore"-Verarbeitungsanlage (Cedro Mineração)Eisenerz

    673

    Bauarbeiten im Gange, Fertigstellung für August 2027 geplant
    Untertageprojekt – Mine Santa Rita (Atlantic Nickel)Nickel635Bauarbeiten gestartet
    Caldeira (Meteoric Resources)seltene Erden

    443

    Das Projekt hat eine Versuchsbetriebslizenz (Trial Mining Licence) erhalten; geplanter Baubeginn: Ende 2026.
    Colossus Rare Earth Project (Viridis)seltene Erden

    358

    Baubeginn ist für Oktober 2026 geplant.
    Pela Ema Phase I (Serra Verde)seltene Erden

    100

    Erweiterungsprojekt ist seit 2025 im Bau, geplante Inbetriebnahme Dezember 2027.
    Projeto Monte Alto (Brazilian Rare Earths)seltene Erden

    77

    Das Projekt hat eine Versuchsbetriebslizenz (Trial Mining Licence) erhalten.
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest

    Energiewende und Agrobusiness sorgen für neue Dynamik in Brasilien

    Im Zuge der grünen Reindustrialisierung will Brasilien die Förderung und Weiterverarbeitung kritischer Rohstoffe ausbauen. Laut dem Bergbauplan PNM 2050 soll Brasiliens Anteil an der weltweiten Produktion kritischer Rohstoffe bis 2050 von 8,3 auf 12,2 Prozent steigen. Auch der brasilianische Bergbaukonzern Vale richtet seine Investitionen entsprechend aus. Das Unternehmen plant, seine globale Kupferproduktion bis 2035 zu verdoppeln. Von den jährlichen Investitionen von bis zu 6 Milliarden US$ entfällt etwa ein Drittel auf Kupfer- und Nickelprojekte.

    Bei Mineraldünger will Brasilien künftig weniger abhängig vom Ausland werden. Derzeit werden 74 Prozent des Phosphats und 97 Prozent des Kalidüngers importiert. Der Bergbauplan sieht vor, den Importanteil bis 2050 auf 26 Prozent bei Phosphat und 40 Prozent bei Kali zu senken und stattdessen eigene Vorräte stärker zu erschließen.

    Brasiliens Bergbau im M&A-Boom

    Getrieben von der Energiewende und dem wachsenden Strombedarf für KI-Anwendungen erlebt der Markt für kritische Rohstoffe einen Investitionsboom. Brasilien zählt zu den wichtigsten Profiteuren: 42 Übernahmen und Fusionen im Bergbausektor mit einem Volumen von über 4,5 Milliarden US$ in den Jahren 2024 und 2025 unterstreichen die wachsende Bedeutung des Landes als Standort für strategische Rohstoffe.

    Die Dynamik hat sich 2026 beschleunigt. Allein zwei Transaktionen im 1. Halbjahr überstiegen den Gesamtwert sämtlicher M&A-Geschäfte der Jahre 2024 und 2025: 

    • Verkauf des Votorantim-Anteils an der Aluminiumgesellschaft CBA an Rio Tinto und Chalco Hong Kong für knapp 1,8 Milliarden US$
    • Übernahme der Seltenerdmine Serra Verde durch USA Rare Earth für 2,8 Milliarden US$

    Auch im Nickel- und Lithiumbergbau wechselten Unternehmen den Eigentümer.

    Brasilien verbessert Rahmenbedingungen im Bergbau

    Mit dem Gesetz "Lei Geral do Licenciamento Ambiental" (15.190/2025) verfügt Brasilien seit Februar 2026 über einen neuen Rechtsrahmen für Umweltgenehmigungen. Das Gesetz vereinfacht und vereinheitlicht die Verfahren und soll neue Investitionen im Bergbau fördern. Strategisch wichtige Projekte können zudem über eine Licença Ambiental Especial (LAE) schneller genehmigt werden.

    Im Ranking "Investment Attractiveness Index" des Fraser Institute nahm Brasilien 2025 Rang 19 unter 68 Staaten ein und lag damit vor Chile, Mexiko und Peru. In Lateinamerika schnitt nur Argentiniens Provinz San Juan besser ab.

    Unternehmen wollen fast 15 Milliarden US$ in Nachhaltigkeit investieren

    Bergbaukonzerne stehen zunehmend unter Druck, ESG-Standards einzuhalten – nicht zuletzt, weil diese für den Kapitalmarktzugang immer wichtiger werden. Zwischen 2026 und 2030 wird der Sektor in Brasilien voraussichtlich rund 14,7 Milliarden US$ in Nachhaltigkeit investieren, etwa ein Fünftel der Gesamtinvestitionen. Gute Voraussetzungen für die Dekarbonisierung bietet Brasiliens Vorreiterrolle bei erneuerbaren Energien und nachhaltigen Kraftstoffen. Davon profitieren die Bergbaufirmen insbesondere bei ihren indirekten Emissionen aus dem Energiebezug, den sogenannten Scope-2-Emissionen.

    Nach den Dammkatastrophen von Mariana (2015) und Brumadinho (2019) wurden die Umwelt- und Sicherheitsanforderungen deutlich verschärft. Die Regulierungsbehörde ANM erhöhte die Auflagen für Betreiber und setzte damit zusätzliche Investitionsanreize. Gefragt sind vor allem Technologien zur sicheren Rückstandsverwertung sowie Maßnahmen zur Stilllegung und zum Rückbau von Rückhaltebecken (Tailings). 

    Zur Bekämpfung des illegalen Abbaus testet ANM Maßnahmen zur Rückverfolgbarkeit von Gold. Der passende Gesetzesvorschlag PL 3.025/2023 ist auf dem Weg.

    "Im Bergbau gewinnt nicht die günstigste Maschine, sondern die produktivste Lösung"

    Marcus Peter Hess, Präsident des Fachausschusses Mechanische Antriebstechnik (CSTM) und Vizepräsident des Fachausschusses Zement und Bergbau (CSCM) beim Maschinenbauverband ABIMAQ, Thema: Bergbau Brasilien Marcus Peter Hess, Präsident des Fachausschusses Mechanische Antriebstechnik (CSTM) und Vizepräsident des Fachausschusses Zement und Bergbau (CSCM) beim Maschinenbauverband ABIMAQ, Thema: Bergbau Brasilien | © Marcus Peter Hess

    Marcus Peter Hess verfügt über fast zwei Jahrzehnte Erfahrung im brasilianischen Bergbau. Er kennt die Anforderungen der Bergbaukonzerne und beobachtet die Entwicklungen aus nächster Nähe. Als Vorsitzender in zwei Kammern beim brasilianischen Maschinenbauverband ABIMAQ vertritt er die Maschinenbauer und Zulieferer der Bergbauindustrie.

    Herr Hess, wie beurteilen Sie derzeit die Chancen für deutsche Unternehmen im brasilianischen Bergbau?
    Ein besonders interessantes Feld ist die Behandlung von Tailings. Nach den Dammbrüchen wurden die Vorschriften deutlich verschärft. Moderne Anlagen führen heute über 90 Prozent des eingesetzten Wassers zurück. Für europäische Anbieter sehe ich die größten Chancen in den kritischen Anwendungen: Filtration, Fest-Flüssig-Trennung, Wasser- und Abwasserbehandlung oder in komplexen Förderlösungen wie Langstrecken-Gurtförderer. Dort zählen Zuverlässigkeit, Engineering und Prozess-Know-how deutlich mehr als der reine Anschaffungspreis.

    Was ist für den Markterfolg entscheidend?
    Europäische Zulieferer stehen heute in einem starken Wettbewerb. Asiatische Anbieter haben insbesondere bei Standardanwendungen stark aufgeholt. Lokale Präsenz bleibt ein wichtiger Erfolgsfaktor, doch immer entscheidender wird der Beitrag zur "innovativen Wertschöpfung". Bergbauunternehmen müssen ihre Kostenstrukturen verbessern. Gefragt sind Lösungen, die einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen liefern – etwa geringeren Wasserverbrauch, weniger Stillstände oder höhere Ausbringung. Wer Innovation mit wettbewerbsfähigen Preisen verbindet, hat die besten Chancen.

    Welche Chancen ergeben sich aus Brasiliens Fokus auf kritische Mineralien?
    Bei seltenen Erden geht es nicht nur um Bergbau. Die eigentliche Wertschöpfung entsteht bei der Aufbereitung, Separation und Raffination. Brasilien will nicht nur Rohstoffe exportieren. Deshalb schauen Initiativen wie MagBras auf die gesamte Wertschöpfungskette bis zur Herstellung von Endprodukten wie Permanentmagneten. Gerade in den Bereichen Verfahrenstechnik, Anlagenbau und Prozessentwicklung eröffnen sich interessante Möglichkeiten für deutsche Unternehmen.

    Was würden Sie deutschen Unternehmen mit auf den Weg geben?
    Die Zeit hoher Margen allein aufgrund technologischer Überlegenheit ist vorbei. Unternehmen müssen den Markt genau beobachten, den Kunden zuhören und kontinuierlich Innovationen entwickeln.
    Wer sich auf anspruchsvolle Anwendungen konzentriert, lokale Marktkenntnis aufbaut und gleichzeitig an Wettbewerbsfähigkeit und Kosten arbeitet, wird auch künftig gute Chancen im brasilianischen Bergbau haben. Brasilien bleibt einer der wichtigsten Bergbaumärkte der Welt – aber der Wettbewerb wird härter und professioneller.

    Eisenerz in Brasilien dominiert

    Laut IBRAM ist der Umsatz des Bergbaus in Brasilien 2025 um 10,3 Prozent auf umgerechnet 53,5 Milliarden US$ gestiegen, trotz des Rückgangs im Eisenerzsegment um 2,2 Prozent. Die Abschwächung der Konjunktur in China drückt auf den Weltmarktpreis für das Metall. Das mindert die Gewinne von Konzernen wie Vale, Anglo American und CSN. Dennoch wird Eisenerz auch künftig eine wichtige Rolle spielen, nicht zuletzt wegen der hohen Qualität der brasilianischen Erze.

    Viele multinationale Konzerne betreiben Minen in BrasilienFührende Bergbauunternehmen in Brasilien (Umsatz in Milliarden US-Dollar, Veränderung in Prozent)

    Unternehmen (Sitz)

    Rohstoff

    Umsatz 2024 1)

    Veränderung 2024/2023 2)

    Vale (Brasilien)Eisenerz, Nickel, Kupfer, Mangan, Gold, Phosphat, Kalium

    38,2

    -1,0

    Hydro Alunorte (Norwegen)Aluminiumoxid

    2,8

    45,7

    Nexa Resources (Luxemburg)Kupfer, Zink, Blei, Gold, Silber

    2,8

    16,0

    CBMM (Brasilien)Niob und Niob-Legierungen

    2,5

    17,1

    Anglo American Minério de Ferro Brasil (Vereinigtes Königreich)Eisenerz

    2,2

    -2,6

    Samarco 3)Eisenerz

    1,5

    3,1

    Kinross (Kanada)Gold

    1,2

    19,7

    CMOC Brasil (China)Niob und Phosphat

    0,9

    16,1

    South32 Minerals (Australien)Bauxit und Aluminiumoxid sowie Aluminium (über Beteiligungen an MRN und Alumar)

    0,6

    9,6

    Aura Minerals (Kanada)Gold

    0,6

    54,8

    1 umgerechnet zum Jahresdurchschnittskurs 2024: 1 US$ = 5,39 R$; 2 bezogen auf den Umsatz in Landeswährung; 3 Joint Venture von Vale und BHP.Quelle: Ranking Valor 1000 2026

    Chancen durch das EU-Mercosur-Abkommen

    Seit dem 1. Mai 2026 ist das EU-Mercosur-Abkommen vorläufig in Kraft. Es sieht den Zollabbau für zahlreiche Maschinenbauprodukte aus der EU vor – allerdings meist mit langen Übergangsfristen von 10 bis 15 Jahren, in denen der Zollsatz schrittweise gesenkt wird.

    Doch ergeben sich bereits jetzt Chancen: Brasilien hatte im Februar 2026 Zollerhöhungen auf viele Maschinenbauprodukte beschlossen. Diese gelten für Produkte aus der EU nun nicht mehr. Stattdessen greift der im Abkommen vereinbarte Basiszollsatz, reduziert um die erste Zollsenkungsstufe.

    Gloria Rose

    Von Gloria Rose | São Paulo

    Zur Sammelmappe hinzufügen
  • Brasilien ist der wichtigste Lieferant von Niob. Auch bei seltenen Erden, Grafit, Nickel und Lithium wird das Land zukünftig noch stärker zur Rohstoffsicherung beitragen.

    Niob, Eisenerz, Bauxit – Brasilien zählt zu den wichtigsten Bergbauländern weltweit. Das größte strategische Potenzial des Landes liegt jedoch bei seltenen Erden sowie Grafit, Lithium und Nickel. Ob Brasilien zu einem Schlüsselpartner für internationale Lieferketten wird, hängt aber nicht nur vom Ausbau der Förderung ab. Entscheidend ist, ob es gelingt, auch die Weiterverarbeitung auszubauen und damit entlang der Wertschöpfungskette aufzusteigen.

    Vorkommen: Einer der vielversprechendsten Standorte der Welt

    Obwohl weite Teile des Landes geologisch noch nicht ausreichend erfasst sind, zählt Brasilien bereits heute zu den rohstoffreichsten Staaten der Welt. Mit dem PlanGeo 2026-2035 will der Geologische Dienst (Serviço Geológico do Brasil, SGB) die Kartierung vorantreiben. Derzeit sind lediglich 48 Prozent des Landes im Maßstab 1:250.000 und 27 Prozent im Maßstab 1:100.000 erfasst.

    Hohes Potenzial bei Grafit, seltenen Erden und NickelRohstoffvorkommen in Brasilien (Stand 2024)
    Rohstoff

    Vorräte (in 1.000 t)

    Weltanteil (in %)

    Rang weltweit

    Niob 

    14.100

    94,1

    1

    Grafit

    199.300

    25,5

    2

    seltene Erden

    11.400

    23,3

    2

    Mangan

    228.000

    15,8

    4

    Nickel

    11.400

    12,3

    3

    Tantal

    40

    10,3

    3

    Zinn

    735

    10,0

    5

    Bauxit

    1.620.000

    9,3

    5

    Kupfer

    79.000

    7,7

    6

    Titan

    38.000

    6,8

    6

    Magnesit

    200.000

    2,6

    6

    Vanadium

    266

    0,7

    5

    Quelle: Serviço Geológico do Brasil (SGB) 2026

    Erschließung: Hohe Investitionen in neue Projekte

    Die Investitionen in den Bergbau steigen, besonders in die Gewinnung seltener Erden sowie von Lithium, Gold, Kupfer, Grafit und Nickel. Brasilien positioniert sich als verlässlicher Partner der globalen Energiewende und möchte ausländische Investoren für Projekte im Bereich kritischer Mineralien gewinnen. In ihrem 2026 veröffentlichten Leitfaden Brazil's Critical Minerals: A Guide for Foreign Investors bewirbt die Regierung 38 Projekte zur Gewinnung von Kupfer, seltenen Erden, Lithium, Nickel, Titan, Kobalt, Grafit, Vanadium und Niob.

    Die Weiterverarbeitung vor Ort steht dabei besonders im Fokus. Ein eigener Rechtsrahmen für kritische Rohstoffe soll die Voraussetzungen für Investitionen verbessern. Doch der Gesetzgebungsprozess droht im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im Oktober 2026 ins Stocken zu geraten.

    Der Run auf brasilianische Mineralien läuft

    Brasilien kann eine wichtige Rolle bei der Diversifizierung von Lieferketten spielen. Bei Magnetmetallen wie Neodym ist die globale Industrie bislang vollständig von China abhängig. Vor diesem Hintergrund bemühen sich viele Staaten um den Aufbau alternativer Wertschöpfungsketten. Brasilien gewinnt an Bedeutung. Die strategische Rolle des Landes für die Rohstoffversorgung unterstreicht die EU-Kommission in einem Factsheet zum EU-Mercosur-Abkommen.

    Bei neun kritischen Rohstoffen zählt Brasilien zu den Top-FörderländernRohstoffförderung in Brasilien (Stand 2024)
    Rohstoff

    Förderung (in t)

    Weltanteil (in %)

    Rang weltweit

    Niob

    144.000

    90,9

    1

    Tantal

    210

    10,1

    4

    Zinn

    16.600

    9,7

    5

    Magnesit

    1.800.000

    8,2

    3

    Bauxit

    31.800.000

    7,3

    5

    Vanadium

    11.280

    5,0

    4

    Grafit

    52.200

    4,3

    4

    Lithium

    25.980

    4,2

    6

    Chrom

    530.000

    3,0

    6

    Quelle: Serviço Geológico do Brasil (SGB) 2026

    Hauptakteure in Brasiliens Bergbau sind traditionell brasilianische und westliche Firmen. Doch chinesische Konzerne spielen eine immer wichtigere Rolle und sichern sich seit Jahren den Zugang zu brasilianischen Rohstoffen:

    • CMOC fördert seit 2016 Niob und Phosphat in Brasilien.
    • CNMC schloss 2025 die Übernahme von Mineração Taboca ab, einem Förderer von Zinn, Niob und Tantal.
    • MMG kündigte 2025 den Kauf der brasilianischen Nickelsparte von Anglo American an; die Übernahme wird noch von den EU-Wettbewerbsbehörden geprüft.
    • Anfang 2026 übernahmen Chinalco und Rio Tinto die Mehrheitsbeteiligung des brasilianischen Zementherstellers Votorantim (68,6 Prozent) an der Companhia Brasileira de Alumínio (CBA).

    Deutsche Unternehmen setzen auf Brasiliens Rohstoffpotenzial

    Seltene Erden stehen derzeit besonders im Fokus. Hauptakteure neben dem Pionierunternehmen Serra Verde sind Aclara (Chile, Kanada) sowie vier Bergbaubetreiber aus Australien: Meteoric, Viridis Mining, St. George Mining und Brazilian Rare Earth.

    Auch Deutsche E-Metalle (DEM) will aktiv werden. Im Juli 2026 kündigten die Dresdner an, noch im laufenden Jahr ein Projekt für seltene Erden im Bundesstaat Goiás auf den Weg bringen zu wollen.

    AMG Lithium mit Hauptsitz in Frankfurt am Main betreibt im Bundesstaat Minas Gerais eine eigene Mine. Mibra war ursprünglich eine Zinn- und Tantalmine und wurde erst ab 2018 zum Lithiumprojekt. Das Spodumenkonzentrat stammt zum Teil aus Abraumhalden und wird daher sehr kostengünstig gewonnen. Im Jahr 2024 erweiterte AMG die Produktion von 90.000 auf 130.000 Tonnen im Jahr. Das Konzentrat geht direkt nach Bitterfeld-Wolfen, wo AMG die erste Lithiumraffinerie Europas betreibt.

    Verarbeitung: bislang nur vereinzelte Aufbereitung vor Ort

    Brasilien exportiert seine Rohstoffe bislang überwiegend als Erze. Eine wichtige Ausnahme ist Niob: Bei der Verarbeitung des Metalls gehört das Land zur Weltspitze. Maßgeblich dafür verantwortlich ist die Companhia Brasileira de Metalurgia e Mineração (CBMM).

    Das Vorzeigeunternehmen investiert kontinuierlich in neue Anwendungen und Technologien. Anfang 2026 patentierten Forscher eine neuartige Niob-Titanoxid-Batterie. Toshiba und Volkswagen Caminhões e Ônibus testeten die ersten Musterzellen bereits in einem E-Bus-Prototypen und schätzen deren Lebensdauer auf rund 15.000 Ladezyklen.

    Neben Niob verfügt Brasilien nur bei wenigen Mineralien über Kapazitäten zur Aufbereitung und Raffination (Midstream) oder zur Verarbeitung in Zwischen- oder Endprodukte (Downstream):

    • Aluminium: Alcoa, Hydro und CBA verarbeiten Bauxit zu Aluminiumoxid. Mit einer Jahresproduktion von über 11 Millionen Tonnen ist Brasilien nach China und Australien der drittgrößte Produzent weltweit. Bei Primäraluminium erreicht das Land dagegen nur Rang 9.
    • Nickel: Mehrere Projekte zielen auf eine stärkere lokale Wertschöpfung. Das britische Unternehmen Brazilian Nickel plant im Bundesstaat Piauí die Herstellung von batterietauglichem Nickelsulfat. Zudem unterstützt die EU ein Vorhaben des australischen Unternehmens Jervois. In der Aufbereitungsanlage São Miguel Paulista sollen ab 2027 jährlich 10.000 Tonnen Nickel und 2.000 Tonnen Kobalt produziert werden.
    • Lithium: Bislang stellt nur Companhia Brasileira de Lítio (CBL) batteriefähiges Lithiumkarbonat her. Sigma Lithium und AMG konzentrieren sich dagegen auf die Produktion von Spodumenkonzentrat.
    • Vanadium: Largo Resources verarbeitet in Maracás (Bahia) Vanadiumerz zu Vanadiumpentoxid, das unter anderem in Batterien und Speziallegierungen eingesetzt wird.

    ESG gewinnt an Stellenwert

    Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind in Brasilien verfassungsrechtlich verankert. Dennoch treffen Firmen bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien auf Herausforderungen.

    ESG-Standards Stärken und Schwächen in Brasilien
     StärkenSchwächen
    Ökologie

    Es gelten strikte Umweltauflagen. Nach Dammbrüchen in zwei Rückhaltebecken im Bundesstaat Minas Gerais – in Mariana 2015 und Brumadinho 2019 – wurden die Auflagen verschärft. 

    Große Bergbauunternehmen investieren in Dekarbonisierung, nachhaltige Verfahren und Renaturierung.

    Bei der praktischen Durchsetzung der Gesetze hapert es. Laut der Regulierungsbehörde ANM weisen derzeit 3.943 genehmigte Minen Anzeichen auf, dass die Aktivitäten eingestellt wurden, ohne dass das Gelände renaturiert wurde. Außerdem schädigt der illegale Goldabbau den Amazonas-Regenwald.

    Sehr lange Bearbeitungszeiten von Umweltlizenzen sorgen immer wieder für Kritik. Seit Februar 2026 ist ein neues Rahmengesetz in Kraft.

    Soziales 

    Große Bergbauunternehmen achten auf den Schutz und die Einhaltung der Rechte ihrer Arbeitnehmer. 

    Die aktive Einbeziehung der Gemeinden wird wichtiger. Die lokalen Verwaltungen erhalten Royalties. Bei unvorhergesehenen Beeinträchtigungen werden Unternehmen zu Entschädigungszahlungen an die betroffene Bevölkerung verurteilt. 

    Bei ausgelagerten Dienstleistern und in kleineren Unternehmen in abgelegenen Regionen herrschen in der Regel schlechtere Arbeitsbedingungen.

    Es fehlen Mechanismen zur transparenten Überwachung der Zuwendungen, die die Gemeinden im Zuge der Bergbauaktivitäten einnehmen. Dies kann zu Konflikten innerhalb der Gemeinden führen. 

    Die mit Abstand meisten Konflikte drehen sich um die Land- und Wassernutzung. Gesundheitliche Probleme oder arbeitsrechtliche Konflikte wurden in den vergangenen Jahren wesentlich seltener registriert.

    Governance

    Transparenz in der Unternehmensführung steigt. Außerdem integrieren immer mehr Unternehmen globale Nachhaltigkeitsziele in ihre Pläne.

    Die Lizenzgebühren werden seit dem 7.7.26 rein digital über die Plattform PGRM verwaltet. Das fördert die Transparenz im Sektor.

    Brasilien verzeichnet einen Boom bei Fusionen und Übernahmen im Bergbau. Es ist unklar, wie sich die strukturellen Veränderungen auf die Transparenz und geplante Vorhaben auswirken.
     
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest

    Gloria Rose

    Von Gloria Rose | São Paulo

    Zur Sammelmappe hinzufügen
  • Brasiliens Vorkommen wecken weltweit Interesse. Kann Brasilien den Sprung vom Rohstofflieferanten zum Verarbeitungsstandort schaffen?

    Die Nachfrage nach seltenen Erden steigt. Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium – ohne sie gibt es keine leistungsfähigen Permanentmagnete für Elektromotoren, Windkraftanlagen, Robotik, Wehrtechnik und viele Präzisionsanwendungen der Industrie. Brasilien verfügt über die weltweit zweitgrößten Reserven seltener Erden und bedeutende Vorkommen weiterer kritischer Rohstoffe.

    Neben dieser Rohstoffbasis bietet das fünftgrößte Land der Erde weitere Standortvorteile: politische und institutionelle Stabilität, eine breite Industriebasis, Bergbauerfahrung und eine vorbildlich saubere Energieversorgung. In dem aktuellen Global Critical Minerals Outlook 2026 beschreibt die Internationale Energieagentur (IEA) Brasilien daher als eines der wichtigsten Länder für den Aufbau resilienterer Lieferketten.

    Brasilien will China Konkurrenz machen

    China dominiert bislang die Technologien zur Auslaugung, Separation und Raffination seltener Erden sowie die Herstellung von Permanentmagneten. Mehrere Projekte in Brasilien wollen diese technologischen Kompetenzen nun außerhalb Chinas aufbauen.

    Die brasilianische Regierung verfolgt dabei das Ziel, nicht nur Rohstoffe zu exportieren, sondern einen möglichst großen Teil der Wertschöpfung im eigenen Land zu halten. Entsprechend zählt der Bergbau zu den Prioritäten der industriepolitischen Agenda.

    Beim Aufbau neuer Wertschöpfungsketten sieht Brasilien Europa als idealen Partner. Bereits heute liefert das Land mehr als 37 Prozent seiner kritischen Rohstoffe in die EU. Für deutsche Unternehmen eröffnen sich damit Chancen, sich frühzeitig in neue Liefer- und Wertschöpfungsketten für kritische Rohstoffe, Batteriematerialien und Magnetwerkstoffe einzubinden.

    Zugleich baut Brasilien seine internationale Zusammenarbeit aus. Im Juli 2026 unterzeichnete das Ministerium für Bergbau und Energie (MME) eine Absichtserklärung mit Indien zur Kooperation bei seltenen Erden und kritischen Mineralien.

    Von seltenen Erden bis zum PermanentmagnetenInitiativen zum Aufbau neuer Wertschöpfungsketten mit Brasilien
    Unternehmen (Sitz) oder ProjektStandort/RohstoffquelleVerarbeitungBeginn/Ankündigung der Initiative
    Solvay (Belgien) / Viridis (Australien)Mine Colossus in Poços de Caldas (Minas Gerais)Solvay trennt die Rohstoffe in La Rochelle (Frankreich) und bereitet sie zu hochreinen Oxiden auf.MoU Liefervereinbarung (Juni 2026); Viridis beliefert Solvay ab 2028 mit Rohstoffen aus Brasilien.
    USA Rare Earth (USA) / Serra Verde (USA/UK)Mine Pela Ema in Minaçu (Goiás)Aufbereitung von Dysprosium, Terbium und anderen Mineralien in Frankreich und im Vereinigten KönigreichM&A (April 2026); US-Regierung beteiligt sich und garantiert 15-jährige Abnahme; Pela Ema ist die erste Seltenerdmine Brasiliens in Betrieb; Serra Verde erweitert Kapazität auf 6.400 Tonnen SE-Mischkarbonat bis Ende 2027.
    Carester (Frankreich) / Brazilian Rare Earths - BRE (Australien)Mine Monte Alto in Rocha da Rocha (Bahia)Carester verarbeitet die Rohstoffe in Frankreich und unterstützt Planung und Bau der Separationsanlage von BRE in Camaçari (Bahia).Liefervereinbarung (Oktober 2025); Carester kauft über 10 Jahre 150 Tonnen Dysprosium und Terbium pro Jahr.
    MAGBrasTechnologiezentrum CIT SENAI in Lagoa Santa (Minas Gerais) sowie 28 Unternehmen und Institute, darunter der deutsche Maschinenbauer Steinert, Kfz-Konzern Stellantis und Stahlriese ArcelorMittalProjekt zum Aufbau gesamter Wertschöpfungskette: Abbau, Trennung, Magnetfertigung und Recycling36-monatiges Projekt seit Juli 2025 
    Vacuumschmelze - VAC (Deutschland/USA) / Aclara Resources (Kanada)Mine Carina in Minacu (Goias)Verarbeitung zu Magnetlegierungen voraussichtlich in den USA
    Magnetfertigung durch VAC in den USA und/oder Deutschland
    MoU (Juli 2024); für ESG-konforme Lieferkette von der Mine bis zum Permanentmagneten
    Ionic Rare Earths (Australien) / Viridis Mining (Australien)Mine Colossus in Poços de Caldas (Minas Gerais)Geplante Raffinerie zur Trennung seltener Erden und Recyclinganlage für Permanentmagnete in BrasilienJoint Venture Viridion (April 2024); Joint-Venture; IonicRE bringt Separations- und Recyclingtechnologie ein.
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest

    Wo deutsche Unternehmen profitieren können

    Brasilien rückt zunehmend in den Fokus europäischer Rohstoffstrategien. Dies zeigte sich auch bei den Besuchen von Bundesaußenminister Johann Wadephul und EU-Kommissar Jozef Síkela Mitte 2026. Teil der deutschen Wirtschaftsdelegation waren unter anderem die Technologiemetallunternehmen Vacuumschmelze, H.C. Starck, AMG und Deutsche E Metalle (DEM).

    DEM entwickelt bereits ein Lithiumprojekt in Argentinien und plant noch 2026 den Einstieg in Brasilien. Laut Firmenchef Micha Zauner spielte dabei auch das vorläufig angewandte EU-Mercosur-Abkommen eine Rolle.

    Das vorläufig in Kraft gesetzte EU-Mercosur-Abkommen hat die DEM dazu bewogen, Brasiliens immenses Potenzial von Seltenerdmineralien in einem eigenen Projekt im Bundesstaat Goias zu heben.

    Micha Zauner Vorstand von DEM – Deutsche E Metalle

    Die größten Chancen für deutsche Unternehmen liegen im Midstream, der Stufe zwischen Erzförderung und Endprodukt. Genau dort weist Brasilien noch Lücken auf, die Regierung und Unternehmen schließen wollen.

    Für den Aufbau einer eigenen Wertschöpfungskette für hochreine Seltenerdoxide benötigen brasilianische Projekte Aufbereitungstechnik, Trenn- und Raffinationsverfahren, Prozesschemie, Filtrationslösungen sowie Pumpen, Ventile, Sensorik, Automatisierungs- und Leittechnik. Hinzu kommen Laboranalytik, Qualitätskontrolle und Verfahren zur Prozessüberwachung.

    Wer eine Pilotanlage ausrüstet, Prozessdaten liefert, Personal schult oder eine Demonstrationslinie mitentwickelt, kann später in die industrielle Skalierung hineinwachsen. Genau jetzt werden bei mehreren Projekten Verfahren, Lieferanten und technische Standards festgelegt. Wer erst einsteigt, wenn die Großanlage ausgeschrieben ist, kommt wahrscheinlich zu spät.

    18 Aug. 2026
    25 Aug. 2026

    Event Brasilien Strukturwandel
    Delegationsreise nach Brasilien: Rohstoffe und Recycling

    Delegationsreise für Unternehmen und Institutionen aus Niedersachsen zum Thema: Rohstoffe und Recycling

    Termin speichern

    Was bedeutet das für deutsche Zulieferer?

    Trotz der hohen Dynamik sollten deutsche Unternehmen die Marktchancen realistisch einschätzen. Brasilianische Akteure verweisen auf langwierige Genehmigungsverfahren, Fachkräftemangel und Defizite bei der Infrastruktur. Außerdem steht das neue Rahmengesetz für kritische Rohstoffe noch nicht fest. Aufgrund der Präsidentschaftswahlen im Oktober 2026 ist das Gesetzgebungsverfahren ins Stocken geraten.

    Auch der starke Einfluss Chinas auf die Preisbildung sowie geopolitische Risiken erschweren Investitionsentscheidungen. Neue Projekte außerhalb Chinas müssen daher nicht nur technologisch überzeugen, sondern sich auch langfristig im internationalen Wettbewerb behaupten.

    Für deutsche KMU spricht deshalb vieles für eine Entwicklung in Etappen. Forschungsprojekte können den Einstieg in den brasilianischen Markt erleichtern. Bei den Regierungskonsultationen im April 2026 unterzeichneten Deutschland und Brasilien eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Forschung und Entwicklung.

    Neue Anwendungen für Cer und Lanthan gesucht

    Im brasilianischen Bergbau müssen die Wertschöpfungsketten für seltene Erden neu gedacht werden. Mit dem Ausbau der Förderung von Magnetrohstoffen wie Neodym und Praseodym fallen künftig größere Mengen der preiswerteren Begleitelemente Cer und Lanthan an. Da für diese bislang nur begrenzte Absatzmärkte existieren, entsteht ein wachsender Bedarf an neuen industriellen Anwendungen. Die gemeinsame Forschung und Entwicklung eröffnet dabei Chancen für deutsche Unternehmen.

    Einblicke bietet Dr. André Carlos Silva im Gespräch mit dem Verein deutscher Ingenieure (VDI).

    Entwicklungsbank BNDES finanziert Rohstoffprojekte

    Zur Sicherung der Versorgung deutscher Unternehmen stellt die deutsche Bundesregierung einen Rohstofffonds bereit, der auch für Projekte in Lateinamerika genutzt werden kann.

    Auch auf brasilianischer Seite stehen Mittel bereit. Die Entwicklungsbank BNDES und die Innovationsagentur Finep bieten zinsgünstige Kredite und Förderprogramme für Projekte im Bereich kritischer Rohstoffe an. In einer ersten Auswahlrunde ihres gemeinsamen Rohstoffprogramms wurden 56 von 124 eingereichten Projekten ausgewählt. Zehn Vorhaben betreffen seltene Erden, weitere acht Lithium. Für die ausgewählten Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 8,5 Milliarden US-Dollar (US$) werden derzeit die Finanzierungsstrukturen ausgearbeitet. Erste Förderverträge könnten noch 2026 unterzeichnet werden.

    Zusätzliche Impulse für den Ausbau der Wertschöpfungsketten soll ein neuer Fonds für kritische Rohstoffe liefern, den BNDESPar, die Beteiligungsgesellschaft der BNDES, und der Bergbaukonzern Vale Ende Mai 2026 aufgelegt haben. Mit einem Volumen von 200 Millionen US$ sollen 18 bis 20 Projekte finanziert werden.

    Für Großprojekte kann der Fundo Clima der BNDES eine wichtige Rolle spielen. Über das Programm können Projekte Finanzierungen von bis zu 200 Millionen US$ erhalten. Im Umfeld der Klimakonferenz COP30 kündigten die europäischen Entwicklungsbanken KfW, AFD Group und CDP eine Beteiligung von 1 Milliarde Euro am BNDES-Klimafonds an.

    Gloria Rose

    Von Gloria Rose | São Paulo

    Zur Sammelmappe hinzufügen
  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    Anlaufstelle Rohstoffe

    Zentraler Unterstützungsservice der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in Zusammenarbeit mit GTAI und DIHK

    AHK Brasilien

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen in São Paulo, Rio de Janeiro, Porto Alegre und Curitiba

    German Mining & Resources Network

    Kompetenzzentrum Bergbau und Rohstoffe der AHK São Paulo

    Ansprechpartner: Bruno Vath Zarpellon und Franz Hinze

    VDMA BrasilVDMA Verbindungsbüro in São Paulo
    Fraunhofer BrasilFraunhofer Verbindungsbüro in São Paulo
    VDI BrasilVerein Deutsch-Brasilianischer Ingenieure in São Paulo

    Ministério de Minas e Energia (MME)

    Ministerium für Bergbau und Energie

    Agência Nacional de Mineração (ANM)

    Brasiliens Regulierungsbehörde für Bergbau
    Serviço Geológico do Brasil (SGB)Geologischer Dienst Brasiliens

    Instituto Brasileiro de Mineração (IBRAM)

    Brasiliens Institut für Bergbau (Branchenverband)
    Mining HubNetzwerkhub für Open Innovation
    ExposibramFachmesse Bergbau, 24.-27.08.26, Belo Horizonte (MG)
    ABM Week 2026Fachmesse für Metallurgie und Bergbau, 08.-10.09.26, São Paulo
    Brasil MineralFachzeitschrift und Internetportal mit Branchenmeldungen
    Gloria Rose

    Von Gloria Rose | São Paulo