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Wirtschaftsausblick | Uganda

Uganda: Großprojekte fördern Wachstum trotz politischer Risiken

Uganda kann nach den Wahlen 2026 auf eine Boomphase hoffen: Öl- und Infrastrukturprojekte sorgen für Dynamik und beleben zahlreiche Branchen im Land.

Von Carsten Ehlers | Nairobi

Top Thema: Präsident Museveni bleibt – Nachfolge weiter offen

Die Präsidentschaftswahlen in Uganda vom Januar 2026 haben erneut Yoweri Museveni im Amt bestätigt. Der 81‑Jährige regiert das Land seit 1986 – länger als jeder andere afrikanische Amtsinhaber. Auch wenn Museveni formell bis 2031 im Amt bleiben kann, stellt sich zunehmend die Frage nach seiner gesundheitlichen Verfassung und einer stabilen Nachfolgeregelung. Als aussichtsreichster Kandidat gilt aktuell sein Sohn, General Muhoozi Kainerugaba. Viele Beobachter bezweifeln jedoch, dass er langfristig die politische Stabilität sichern kann.

Für Unternehmen bleibt Uganda damit ein Land mit stabiler Führung, aber unsicherer Perspektive nach 2031. Diese Ambivalenz belastet schon heute das Investitionsklima. Vor allem junge Uganderinnen und Ugander äußern wachsende Unzufriedenheit – ein Faktor, der in zukünftige Geschäftsrisiken einzubeziehen ist.

Wirtschaftsentwicklung: Großprojekte befeuern Hochkonjunktur

Uganda zählt derzeit zu den zehn wachstumsstärksten Volkswirtschaften Afrikas. Für 2026 prognostiziert das Wirtschaftsanalyseinstitut Economist Intelligence Unit ein reales BIP‑Wachstum von 7,4 Prozent, die Weltbank rechnet mit 6,4 Prozent. 

Haupttreiber sind Großprojekte zur Ölförderung am Albertsee und im Infrastrukturausbau sowie das starke Bevölkerungswachstum von jährlich rund 1,2 Millionen Menschen.

TotalEnergies und CNOOC investieren Milliarden in die Ölförderung

Das am Albertsee entstehende Ölförderprojekt von TotalEnergies und China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) gilt als die größte Einzelinvestition in der Geschichte Ugandas. Es umfasst ein Volumen von rund 10 Milliarden US‑Dollar (US$) und befindet sich aktuell in der Installationsphase.

Die Förderung soll noch 2026 beginnen. Für den Staat werden jährliche Einnahmen von bis zu 2 Milliarden US$ erwartet – ein erheblicher Impuls für Infrastruktur, Energieversorgung und lokale Wirtschaftsaktivität.

Baubeginn der Bahntrasse Kenia-Uganda schon 2026

Das bedeutendste Infrastrukturvorhaben ist der Weiterbau der Normalspurbahnstrecke vom kenianischen Naivasha bis in die ugandische Hauptstadt Kampala. Das 270 Kilometer lange ugandische Teilstück von Malaba nach Kampala soll ab Ende des 2. Quartals 2026 gebaut werden. Meldungen von Ende 2025 zufolge ist die Finanzierung der veranschlagten 2,7 Milliarden US$ weitgehend gesichert – durch die Islamische Entwicklungsbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und Exportkreditgeber aus der Türkei, Großbritannien und China. Uganda plant, 15  Prozent Eigenanteil über künftige Ölerlöse zu stemmen.

Konsortialführer ist das türkische Bauunternehmen Yapi Merkezi. Mit der Fertigstellung des auf 2,7 Milliarden US-Dollar geschätzten Projekts wird frühestens für 2030 gerechnet. 

Bahnverbindung könnte Transportkosten erheblich senken

Eine funktionierende Bahnverbindung könnte die Transportkosten drastisch senken. Das Land ohne eigenen Meerzugang muss fast alle Güter importieren und leidet unter hohen Transportkosten. Derzeit kostet der Transport eines 20‑Fuß‑Containers von Mombasa nach Kampala rund 3.200 US‑Dollar. 

Eine effizient betriebene Bahn könnte diese Kosten halbieren. Damit verbessern sich die Rahmenbedingungen für importierte Maschinen und Anlagen, aber auch die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft.

GTAI-Informationen zu Uganda

Chinesen dominieren das Angebot im Einzelhandel

Der private Konsum wächst weiterhin nur moderat. Das Pro‑Kopf‑Einkommen von rund 1.300 US$ (2025) zeigt die Grenzen des ugandischen Marktes für hochwertige Konsumgüter. Die Inflation bleibt mit unter 4 Prozent stabil.

Im Einzelhandel drängen chinesische Anbieter stark vor und dominieren breite Preissegmente. Für deutsche Konsumgüterhersteller bleibt Uganda daher ein Nischenmarkt, während Anbieter von Technik und Investitionsgütern deutlich bessere Absatzchancen haben.

Deutsche Perspektive: Die Exporte steigen – die Konkurrenz aus Asien ist jedoch stark

Mit über 50 Millionen Einwohnern zählt Uganda zu den mittelgroßen Absatzmärkten Subsahara‑Afrikas. Viele deutsche Unternehmen betreuen den ugandischen Markt über ihre regionalen Hubs – vor allem Nairobi (Kenia).

Die deutschen Exporte erreichten von Januar bis November 2025 135 Millionen Euro, ein Plus von fast 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Insbesondere profitieren deutsche Lieferanten vom hohen Bedarf an technischem Gerät für die Großinvestitionen in den Branchen Ölförderung und Infrastrukturbau. Der Markt ist preissensibel und die Konkurrenz hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Asiatische Produkte, insbesondere aus China und Indien, dominieren in vielen Segmenten.

Uganda gilt als insgesamt herausfordernder Standort und genießt daher bei vielen deutschen Unternehmen eher nachrangige Priorität. Die wenigen vor Ort präsenten Unternehmen berichten aber überwiegend von guten Geschäften. Sie sind aktiv in der Landwirtschaft (Kaffee), im Vertrieb von technischen Ausrüstungen, im Ingenieurconsulting, Modeeinzelhandel und in verschiedenen Servicebereichen.

Uganda zählt zu den wenigen Ländern in Afrika, mit denen Deutschland einen negativen Handelsbilanzsaldo hat. Die Ursache dafür liegt vor allem am stark gestiegenen Kaffeeimport, insbesondere Robusta.

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