Zollmeldung USA Antidumping, Antisubvention
USA - Antidumpingzölle auf nicht-orientierten elektromagnetischen Stahl aus Deutschland
Die USA halten nach erneuter Prüfung an den Antidumpingzöllen auf Einfuhren aus sechs Ländern fest.
21.04.2026
Von Dr. Melanie Jordan | Bonn
Das U.S. Department of Commerce (DOC) hat im Rahmen seiner jüngsten Überprüfung entschieden, die bestehenden Antidumpingzölle auf Importe von nicht‑orientiertem elektromagnetischem Stahl (Non-Oriented Electrical Steel/NOES) aus Deutschland, Japan, Korea, Schweden, China und Taiwan weiterhin aufrechtzuerhalten. Die Zollbehörde Customs and Border Protection (CBP) wird entsprechend angewiesen, die Maßnahmen fortzuführen.
Im Rahmen der jüngsten Sunset‑Überprüfung kam das U.S. Department of Commerce (DOC) zu dem Schluss, dass eine Aufhebung der bestehenden Maßnahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Wiederaufnahme von Dumpingpraktiken führen würde. Es ist davon auszugehen, dass die voraussichtlichen Dumpingspannen bis zu 126,72 Prozent für Schweden, 98,84 Prozent für Deutschland, 407,52 Prozent für China, 6,88 Prozent für Korea, 52,23 Prozent für Taiwan und 204,79 Prozent für Japan erreichen würden. Das bedeutet: Bei der Einfuhr von NOES aus Deutschland können Antidumpingzölle von bis zu 98,84 Prozent des Warenwerts erhoben werden.
Zum Hintergrund
Die aktuellen Entscheidungen stehen in direktem Zusammenhang mit einer bereits Ende September 2013 eingereichten Petition eines US‑Stahlherstellers. Diese Petition führte zu einer umfassenden Antidumping- und Subventionsuntersuchung durch die United States International Trade Commission (USITC), die für die Bewertung wirtschaftlicher Schädigungen durch Dumpingpraktiken verantwortlich ist.
Am 6. November 2014 stellte die USITC fest, dass die US‑Industrie durch Importe von NOES aus den sechs betroffenen Ländern materiell geschädigt wurde. Parallel dazu hatte das Department of Commerce bereits Dumping festgestellt. Besonders bei Importen aus China und Taiwan identifizierte das DOC zusätzlich staatliche Subventionen, die die Exportpreise künstlich verbilligten.
Diese Erkenntnisse führten 2014 zur Einführung der Antidumping- und Ausgleichszölle, deren Fortbestand nun erneut bestätigt wurde.
Quellen und weitere Informationen:
- Notice ITA: Non-Oriented Electrical Steel From Sweden, Germany, the People's Republic of China, the Republic of Korea, Taiwan and Japan: Final Results of the Expedited Second Sunset Reviews of the Antidumping Duty Orders (16. April 2026)
- Notice ITA: Non-Oriented Electrical Steel From the People's Republic of China, Germany, Japan, the Republic of Korea, Sweden, and Taiwan: Antidumping Duty Orders (12. März 2014)