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Bericht Wirtschaftsumfeld
Schritt 2: Rahmenbedingungen verstehen
Ein erfolgreiches Engagement setzt ein klares Verständnis des Marktumfelds voraus. Informieren Sie sich über rechtliche, regulatorische und wirtschaftliche Gegebenheiten sowie regionale Unterschiede. So schaffen Sie eine belastbare Grundlage für Ihre weitere Planung.
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Welche politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sind relevant?
Die Ukraine befindet sich in einem Spannungsfeld aus Kriegsrealität und gleichzeitiger Annäherung an EU-Standards – beides prägt das Investitionsumfeld maßgeblich.
Kriegsbedingter Ausnahmezustand: Der anhaltende Konflikt und das deswegen geltende Kriegsrecht beeinflussen staatliche Prioritäten, Ressourcenallokation und regulatorische Stabilität. Der Geschäftsverkehr ist aktuell eingeschränkt und rechtliche Anpassungen erfolgen häufig situationsbedingt.
EU-Annäherung als struktureller Anker: Reformen in Recht, Wettbewerb und Regulierung orientieren sich zunehmend am EU-Acquis und verbessern mittelfristig Transparenz und Investitionssicherheit.
Investitionsschutz: Ein bilateraler Investitionsschutzvertragmit Deutschland schafft grundsätzlich rechtliche Absicherung für Direktinvestitionen.
Unternehmen müssen mit einem sich wandelnden Rechtsrahmen rechnen; gleichzeitig entwickelt sich das System mittelfristig in Richtung EU-Standards. Deswegen sollten Investitionen auf regulatorische Weiterentwicklung ausgelegt sein und rechtliche Änderungen antizipieren.
Yevgeniya Rozhyna
Rechtsexpertin für Ukraine, Germany Trade & Invest
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Wie funktionieren Steuer-, Zoll- und Regulierungsstrukturen in der Praxis?
Formal existieren klare Regelwerke – in der praktischen Anwendung bestehen jedoch Reibungsverluste.
Steuer- und Regulierungssystem
Grundsätzlich existiert eine etablierte Steuer- und Abgabenstruktur.
Gleichzeitig bestehen administrative Hürden und komplexe Verfahren in der Umsetzung.
Regulatorische Risiken entstehen weniger durch fehlende Rechtsrahmen, sondern durch Parallelität alter und neuer Systeme sowie die Notwendigkeit, Genehmigungen aktiv neu zu beantragen.
Yevgeniya Rozhyna
Rechtsexpertin für Ukraine, Germany Trade & Invest
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Wie stabil sind Währung, Finanzsystem und Kapitalverkehr?
Die Finanzlage hat sich erholt, bleibt jedoch strukturell angespannt. Zahlungsfähigkeit und Stabilität des Finanzsystems sind zu großen Teilen von internationalen Finanzhilfen abhängig. Trotz sinkender Tendenz bleibt die Inflation erhöht, mit Auswirkungen auf Preise und Kostenplanung. Wechselkursrisiken bleiben relevant.
61%
an Wert gegenüber dem Euro hat die ukrainische Hrywnja (UAH) in den ersten vier Jahren nach Beginn der russischen Vollinvasion verloren.
Ebenfalls wichtig bleiben Einschränkungen beim Währungstransfer. Dank des 2024 von der Nationalbank der Ukraine (NBU) eingeleiteten Lockerungskurses können Unternehmen inzwischen wieder Fremdwährungen für Importe (einschließlich Dienstleistungen und IP-Rechten) kaufen und verwenden. Zudem sind begrenzte Dividendentransfers ins Ausland sowie bestimmte Kredit- und Leasingzahlungen wieder möglich. Es gelten jedoch weiterhin Auflagen wie Betragslimits, Fristen und Voraussetzungen. Zudem bleibt die Rechtslage dynamisch und muss laufend beobachtet werden.
Finanzierungsangebote vor Ort bestehen vor allem für kleine und mittelgroße Vorhaben, wie das von der KfW unterstützte Programm "Bezahlbare Kredite 5-7-9 Prozent" mit einer Obergrenze von unter 5 Millionen Euro. Aufgrund der Risikoeinstufung der Ukraine nach den Basel II-Kriterien müssen internationale Privatbanken sehr hohe Rücklagen bilden und bieten überwiegend nur noch kleinere Kredite. Entsprechend ist bei größeren Vorhaben eine Kopplung mit internationalen Förder- und Absicherungsprogrammen sowie Angeboten von Entwicklungsbanken nahezu unumgänglich.
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Wie leistungsfähig sind Infrastruktur und Logistik?
Die Infrastruktur ist der wichtigste Investitionstreiber, aber gleichzeitig auch einer der größten Risikofaktoren. Massive kriegsbedingte Schäden an Energie‑ und Verkehrsinfrastruktur führen zu wiederkehrenden Engpässen bei Energieversorgung und Logistik. Unternehmen haben Lieferketten aktiv angepasst und nutzen alternative Transportkorridore – vor allem über EU-Länder. Mittelfristig bedeutet das:
Ein tragfähiges Projekt muss auch bei Energieengpässen und eingeschränkter Logistik funktionieren.
Adrian Schairer
Leiter Dienstleistungen, Geschäftsführer DEinternational, AHK Ukraine
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Welche regionalen Unterschiede müssen berücksichtigt werden?
Die Ukraine ist kein homogener Markt – regionale Differenzierung ist entscheidend. Von Unternehmen erfordert dies eine standortspezifische Investitionsstrategie, keine "One-size-fits-all“-Ansätze.
Die wichtigsten Entscheidungsfaktoren sind dabei:
Die Standortwahl beeinflusst das Risiko erheblich: Die West- und Zentralukraine sind deutlich sicherer als die Frontregionen.
Die Regionen unterscheiden sich teils stark in Branchen und Rohstoffen. Deshalb sind Fachkräfte und Infrastruktur nicht überall gleich gut verfügbar.
Unterschiedliche Prioritäten bei Wiederaufbau und Industrieförderung beeinflussen die Schwerpunkte von Investitionsprojekten und Förderprogrammen.
Erfahren Sie mehr zu ausgewählten Oblasten der Ukraine!
Die Region an der EU-Grenze ist ein starker Standort für die Metall-, Chemie- und Holzindustrie. Daneben bietet es Potenzial für Erneuerbare Energien und IT.
Das Wirtschaftszentrum des Landes bietet zahlreiche Investitionschancen, den größten Fachkräftepool sowie Partner und Abnehmer in nahezu allen Branchen.
Die Oblast im Westen der Ukraine punktet mit EU-Nähe, stabiler Sicherheitslage und wachsender Bevölkerung. Sie ist ein bedeutendes Zentrum für Industrie, IT und Logistik.
Die Region Odessa ist Logistikdrehscheibe am Schwarzen Meer und wirtschaftlich bedeutendes Tor zur EU. Das große Wiederaufbaupotenzial und erneuerbare Energien bieten Chancen.
Der Transportknotenpunkt im Landeszentrum basiert stark auf Agrar- und Gesundheitssektor. Die wachsenden IT- und Energiebranche sorgen nun für neue Impulse.
Die Plattform präsentiert Investitionsprojekte lokaler und internationaler Firmen. Jedes Projekt wurde von Experten der Kiewer Wirtschaftshochschule in Zusammenarbeit mit führenden ukrainischen Beratungsunternehmen analysiert, um deren Legitimität und Erfolgspotenzial sicherzustellen.
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