Zollbericht USA Zolltarif, Einfuhrzoll
Update - USA leiten neue Section 301 Untersuchungen ein
Die Untersuchungen sind Voraussetzung für mögliche spätere Schritte, wie etwa neue Zusatzzölle.
16.03.2026
Von Dr. Melanie Jordan | Bonn
Section‑301‑Untersuchung zu Importen aus Zwangsarbeit in 60 Regionen
Der US Handelsbeauftragte (USTR) hat am 12. März 2026 insgesamt 60 Untersuchungen nach Section 301(b) des Trade Act von 1974 eingeleitet. Geprüft wird, ob Handelspartner der USA unzureichende Maßnahmen gegen die Einfuhr von mit Zwangsarbeit hergestellten Waren ergreifen und dadurch den US‑Handel beeinträchtigen.
Die Untersuchungen betreffen 60 Volkswirtschaften, darunter einige der wichtigsten Handelspartner der USA. Zu den untersuchten Regionen zählen u. a. die Europäische Union, China, Indien, Mexiko, Japan, Kanada sowie weitere Industrie‑ und Schwellenländer.
Die Frist für Stellungnahmen endet am 15. April 2026. Öffentliche Anhörungen sind für Ende April geplant. Den konkreten Zeitplan können Sie der oben verlinkten Pressemitteilung sowie den dort verlinkten Dokumenten entnehmen. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse kann die US‑Regierung im weiteren Verlauf handelspolitische Gegenmaßnahmen ergreifen, darunter auch Zusatzzölle.
Section‑301‑Untersuchung zu Überkapazitäten in 16 Regionen
Der USTR hat am 11. März 2026 Untersuchungen nach Section 301 des Trade Act von 1974 eingeleitet. Gegenstand sind die Maßnahmen sowie Handelspraktiken mehrerer Handelspartner im Zusammenhang mit strukturellen Überkapazitäten und Überproduktion in verschiedenen Industriesektoren. Im Fokus steht die Frage, ob entsprechende Handelspraktiken als unangemessen oder diskriminierend einzustufen sind und den US‑Handel beeinträchtigen.
Nach Angaben des US‑Handelsbeauftragten verfügen zahlreiche Volkswirtschaften über Produktionskapazitäten, die über die inländische oder globale Nachfrage hinausgehen. Dies kann in verschiedenen Sektoren Auswirkungen auf die Wettbewerbsbedingungen sowie auf Produktions‑ und Investitionsentscheidungen in den USA haben.
Von den Untersuchungen sind insgesamt 16 Länder bzw. Regionen betroffen, darunter China, die Europäische Union, Japan, Indien, Mexiko, Südkorea sowie mehrere Länder in Südostasien. Die Untersuchungen erfassen eine breite Palette von Sektoren, darunter etwa Stahl, Aluminium, Fahrzeuge, Elektronik und weitere Industriegüter.
Ab dem 17. März 2026 können Interessierte Stellungnahmen einreichen und Anträge auf Teilnahme an öffentlichen Anhörungen stellen. Die Frist für Stellungnahmen endet am 15. April 2026. Öffentliche Anhörungen sind für Anfang Mai geplant. Den konkreten Zeitplan können Sie der oben verlinkten Pressemitteilung sowie den dort verlinkten Dokumenten entnehmen.
Die Einleitung der Section‑301 Untersuchungen stellt noch keine handelspolitische Maßnahme dar. Sie schafft jedoch die rechtliche Grundlage für mögliche spätere Schritte, wie etwa neue Zusatzzölle.
GTAI hält Sie auf dem Laufenden und berichtet, sobald es weitere Neuigkeiten gibt.
Weitere allgemeine Informationen:
Section‑301‑Untersuchungen sind Verfahren der US‑Regierung (USTR) zur Prüfung, ob unfaire oder diskriminierende Handelspraktiken einzelner Länder oder Regionen den US‑Handel beeinträchtigen. Als Folge können handelspolitische Maßnahmen, etwa Zusatzzölle, ergriffen werden.