Branchen | USA | Pumpen und Kompressoren

US-Markt für Pumpen und Kompressoren dreht auf

Der Gesamtmarkt wächst spürbar, insbesondere die Auftragseingänge. Das Importgeschäft jedoch belebt sich mit zeitlicher Verzögerung, was auch deutsche Lieferanten spüren.

Roland Rohde

Von Roland Rohde | Washington, D.C.

Der Markt für Pumpen und Kompressoren in den USA ist auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Die größeren Branchenhersteller berichten zum Sommer 2026 einhellig von einer Zunahme der Umsätze und Bestellungen. Der Marktführer, Ingersoll Rand, weist in seinem Geschäftsbericht für das 1. Halbjahr 2026 eine Zunahme des Auftragseingangs von gut 5 Prozent aus. Für das gesamte Jahr erwartet er einen Anstieg seines Vorsteuerergebnisses von 4,5 bis 6,5 Prozent.

Die Nummer zwei der Branche, Flowserve, konnte gemäß Geschäftsbericht für das 1. Halbjahr 2026 sogar ein Plus von 13 Prozent bei den Bestellungen verzeichnen. Der Umsatz soll im Gesamtjahr um 3 Prozent steigen. Atlas Copco, zweitgrößter Anbieter von Kompressoren, kommt für die ersten sechs Monate 2026 auf ein Auftragsplus von 11 Prozent. Das Wachstum im Nordamerikageschäft lag in den ersten beiden Quartalen sogar bei 17 beziehungsweise 49 Prozent.

US-Markt für Pumpen und KompressorenAngaben für 2026 1)
 PumpenKompressorenInsgesamt
Anzahl Unternehmen

410

225

635

Mitarbeiter

37.954

20.753

58.707

Umsatz (in Mrd. US$), davon

21,0

10,3

31,3

Gewinn (in Mrd. US$)

1,7

0,8

2,5

Gewinnmarge (in Prozent)

7,9

8,2

7,9

Importe (2025, in Mrd. US$) 2)

12,6 2)

29,1 3)

41,6

Exporte (2025, in Mrd. US$) 2)

9,4 2)

20,3 3)

29,7

Nettoimporte (2025, in Mrd. US$) 2)3)

3,2 2)

8,8 3)

11,9

1 Prognose, Rundungsfehler möglich; 2 nur Flüssigkeitspumpen; 3 einschließlich Luft- und Vakuumpumpen, Ventilatoren, Apparaten zum Reinigen von Flüssigkeiten oder Gasen.Quelle: IBIS World 2026, U.S. International Trade Commission 2026

Steigende Nachfrage vom Bergbau, Öl- und Gassektor sowie von Datenzentren

Der Hauptgrund für den Umschwung: Die US-Konjunktur entwickelt sich trotz des Gegenwinds durch den Handelskonflikt und Irankrieg lebhaft. Allerdings verläuft die wirtschaftliche Entwicklung nicht einheitlich. So wachsen in den Auftragsbüchern der Pumpen- und Kompressorenhersteller die Bestellungen vonseiten des Öl- und Gassektors und des Bergbaus. Die Bereiche bekommen starken Rückenwind aus dem Weißen Haus. Umweltauflagen wurden gelockert, administrative Verfahren beschleunigt. Die Anzahl der Bohrgenehmigungen im Öl- und Gasbereich stieg 2025 um die Hälfte.

Im Gegenzug schwächelt der Bausektor. Im Hochbau wächst nur noch die Datacentersparte, dafür aber auf absehbare Sicht zweistellig. Die Rechenzentren müssen aufwendig gekühlt werden, verbrauchen große Mengen an Wasser und benötigen Reinlufttechnik. Das schafft Absatzchancen für Spezialanbieter auch aus Deutschland.

Zunehmende Nachfrage aus dem Kraftwerks- und Wassersektor

Im Tiefbau macht sich das Auslaufen beziehungsweise die Beschneidung der großen Konjunkturprogramme aus der Biden-Ära bemerkbar. Positive Ausnahme ist die Energiesparte. Die stromhungrigen Datenzentren erfordern einen kräftigen Ausbau der Stromerzeugungs- und Verteilungskapazitäten. Bis 2032 erwartet das Energieministerium den Neubau von Kraftwerken mit einer Kapazität von gut 400 Gigawatt.

Der Wassersektor – ein weiterer wichtiger Nachfrager – ist von dem abebbenden Zufluss an Bundesmitteln nur wenig betroffen. Der Grund: Rund 90 Prozent der Projekte werden hier von den Gemeinden und Bundesstaaten oder von privaten Betreibern umgesetzt. Insgesamt steigen die Investitionen in den drei großen Bereichen, der Frischwasserversorgung, der Abwasserbehandlung und der Flutvorsorge.

Weniger Fabriken trotz Rekordinvestitionen in Pharma- und Chipwerke

Im produzierenden Gewerbe haben Unternehmen umfangreiche Investitionen in neue Pharma- und Halbleiterfabriken angekündigt, was wiederum den Bedarf an hochreinen und Vakuumpumpen sowie Filtrieranlagen ankurbelt. Dafür schwächelt die Nachfrage aus vielen anderen Industriesparten. Der Bau von Fabriken gab im 1. Halbjahr 2026 um über ein Fünftel zum Vorjahreszeitraum nach, so das nationale Statistikamt.

Die Vereinigten Staaten müssen einen großen Anteil an Branchenwaren importieren. Die entsprechenden Einfuhren gingen 2025 um rund 4 Prozent auf knapp 42 Milliarden US-Dollar (US$) zurück. Im 1. Halbjahr 2026 legten sie wieder um 1 Prozent zu, berichtet die International Trade Commission. Mexiko ist traditionell der wichtigste Zulieferer. Weitere bedeutende Lieferländer sind China, Japan und Kanada. Wie ein Brancheninsider im Gespräch mit Germany Trade & Invest erwähnte, werden aus diesen Ländern aber nur wenige Druckluftkompressoren importiert.

Deutsche Lieferungen dürften 2027 wieder wachsen

Die deutschen Branchenlieferungen in die USA gingen 2025 und im 1. Halbjahr 2026 um jeweils gut 3 Prozent zum Vorjahreszeitraum zurück. Im Zuge des sich belebenden Gesamtmarkts dürfte es 2027 wieder nach oben gehen. Die Kompressorsparte (einschließlich Luft- und Vakuumpumpen sowie Apparaten zum Filtrieren und Reinigen von Flüssigkeiten und Gasen) machte 2025 zwei Drittel der Branchenlieferungen "made in Germany" aus.

Hohe Nachfrage nach deutscher Technik in der KompressorsparteUS-Einfuhren aus Deutschland 2025 (in Millionen US-Dollar)
WarenbezeichnungWert
Flüssigkeitspumpen, davon1.422,0
  Verdränger- und Kreiselpumpen668,6
  Kraftstoffpumpen für Verbrennungsmotoren341,5
  Teile 286,1
Luftpumpen, Kompressoren u.dgl., davon2.651,4
  Apparate zum Reinigen von Flüssigkeiten und Gasen, Zentrifugen 1)1.316,8
  Luft- und Vakuumpumpen, Kompressoren 1)2)841,3
  Ventilatoren für gewerblichen/industriellen Bedarf341,8
  Luft- und Ölfilter für Verbrennungsmotoren140,6
1 einschl. Teile; 2) einschließlich Ablufthauben für gewerblichen/industriellen Bedarf.Quelle: U.S. International Trade Commission 2026, Berechnung und Zusammenstellung von Germany Trade & Invest 2026

Kunden weichen nicht auf billigere Anlagen aus China aus

Die von deutschen Maschinenbauern öfter geäußerten Befürchtungen, Kunden würden im Zuge des Handelskonflikts auf preiswerte chinesische Produkte ausweichen, haben sich nicht bewahrheitet. Im 1. Halbjahr 2026 lagen die US-Brancheneinfuhren aus der Volksrepublik um 23 Prozent unter dem Niveau von 2024.

Allerdings bedienen chinesische Firmen den US-Markt verstärkt über in Südostasien produzierende Fabriken. Die amerikanischen Einfuhren aus der Region sind im vorliegenden Zeitraum um nahezu 80 Prozent gestiegen. Rein rechnerisch betrachtet können sie die chinesischen Verluste zu mehr als 90 Prozent kompensieren.

Die meisten Einfuhren kommen aus Mexiko und Asienin Milliarden US-Dollar, Veränderung 1. Halbjahr 2026 zum 1. Halbjahr 2025 (in Prozent) 1)
Land/Region20251. Hj. 2026Veränd. 1. Hj. 26/1. Hj. 25
Mexiko

10,4

5,3

-0,8

China

6,0

2,9

-15,8

Deutschland

4,1

2,0

-3,2

Kanada

3,2

1,8

11,9

Japan

3,1

1,5

-8,9

Südostasien 2)

2,8

1,9

57,1

Südkorea

1,7

1,0

4,1

Italien

1,4

0,8

13,6

Vereinigtes Königreich

1,0

0,5

-1,7

1 SITC-Positionen 742, 743 (einschl. Ventilatoren und Apparaten zum Reinigen von Flüssigkeiten und Gasen); 2 Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Singapur und Vietnam. Quelle: U.S. International Trade Commission 2026

Ärgerlich für deutsche Anbieter sind die Zölle auf Aluminium und Stahl sowie die auf zahlreiche Derivate dieser Metalle. Sie führen zu einem erheblichen bürokratischen Aufwand, denn für jede Schraube müssen beim Lieferanten Wert und Ursprung angefragt sowie der exakte Metallgehalt ermittelt werden. Die Zollkosten selbst werden mehrheitlich an die Abnehmer weitergereicht. Eine Umfrage der AHK USA (Deutsch-Amerikanische Handelskammern) von Anfang 2026 kam auf eine Quote von über 70 Prozent.

Viele kleine Hersteller in der Pumpensparte

Die Branche ist trotz eines fortlaufenden Konsolidierungsprozesses von kleinen und mittleren Anbietern geprägt, insbesondere bei Pumpen. Ingersoll Rand kommt 2026 laut IBIS World auf einen prognostizierten Marktanteil von 8 Prozent, gefolgt von Flowserve mit knapp 5 Prozent. In der Kompressorensparte erreicht Ingersoll Rand allerdings eine Quote von gut einem Viertel. Auf Rang 2 folgt hier mit 16 Prozent Atlas Copco. Die Firma ist spezialisiert auf die Gebiete Energieeffizienz und CO2-Reduktion.