Förderung Energieeffizienz

Ländervergleich Förderung Energieeffizienz

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17.10.2016

China bietet starke Anreize für mehr Energieeffizienz der Produktion

Der Staat treibt das Thema Energieeffizienz in China voran: Er setzt den rechtlichen Rahmen und gibt sowohl auf nationaler wie regionaler Ebene erhebliche Zuschüsse. Seit 2007 wurden allein von der NDRC und dem Finanzministerium (MoF) Direktsubventionen für Energieeinsparungen von 200 bis 250 Renminbi Yuan (RMB; circa 28,9 bis 36,1 Euro; 1 RMB = 0,144 Euro, umgerechnet zum Durchschnittskurs 2015) pro eingesparter tce gewährt. Inzwischen dürften Brancheninsidern zufolge regionale Zuschüsse die wichtigere Rolle spielen. So bezuschusste Shanghai 2015 ausgewählte Energieeffizienzmaßnahmen in Unternehmen mit knapp 24,5 Mio. RMB.

Zumindest einige regionale Zuschüsse werden auch 2016 gewährt, während nationale Direktsubventionen eingestellt zu sein scheinen. Ob sie mit Umsetzung des neuen Fünfjahresprogramms wieder aufgenommen werden, bleibt abzuwarten. Ebenfalls werden verschiedene Steuervergünstigungen und Abschreibungsmöglichkeiten gewährt. So ist seit 2008 für die Anschaffung energieeffizienter Maschinen im ersten Jahr (längstens innerhalb der ersten fünf Jahre) eine Abschreibung von 10% von der Körperschaftsteuer möglich.

Die jüngste temporär gültige Regelung des MoF vom Mai 2015 führt verschiedene künftig zuschussfähige Bereiche auf, ohne weitere Details zu nennen. Die Durchführung von Audits wird national nicht bezuschusst, höchstens auf regionaler Ebene.

Steuererleichterungen für Energiedienstleister

Qualifizierte Energieeinsparungs-Dienstleistungsfirmen (ESCO) können ebenfalls für jede im Rahmen von Energy Performance Contracting (EPC) eingesparte tce Zuschüsse erhalten. Darüber hinaus sind ESCO unter bestimmten Bedingungen unter anderem für die ersten drei Gewinnjahre von der Körperschaftsteuer befreit und im darauf folgenden Jahr noch zu 50%. Gemäß der China ESCO Industry Association (EMCA) erhielten rund 500 ESCOs 2014 Steuererleichterungen in Höhe von etwa 1 Mrd. RMB gewährt.

Projekte, in denen fossile Energieträger durch Strom aus beispielsweise auf dem Produktionsgelände installierten Solar- oder Windkraftanlagen ersetzt werden, profitieren von der seit März 2016 garantierten Netzeinspeisung für dezentral erzeugten Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Zwar sind noch einige Umsetzungsfragen offen, dennoch dürfte dies die Entstehung von Micro-Grids beispielsweise in Industrieparks ermöglichen.

Die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt deutsche Anbieter nachhaltiger Energielösungen aus den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, intelligente Netze und Speicher auf dem Weg in neue Auslandsmärkte.

Text: Corinne Abele

17.10.2016

Deutsche Förderinstrumente für Energieberatung und Technologieeinsatz

Für Energieberatung stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Firmen mit Energiekosten über 10.000 Euro einen Zuschuss von 80% der Beratungs- und Umsetzungskosten bereit. Maximalförderung pro Vorhaben sind 8.000 Euro. Bei Energiekosten unter 10.000 Euro beträgt der Zuschuss ebenfalls 80% und maximal 1.200 Euro. Der Berater muss beim BAFA zugelassen sein.

Die steuerliche Rückvergütung im Rahmen des Spitzenausgleichs wird in Zukunft nur noch bei bestehendem Energie- oder Umweltmanagementsystem auf der Grundlage der Norm DIN EN ISO 50001 oder eines Energieaudits gewährt und die Effizienzmaßnahmen in der Abwärme werden zukünftig der Kraftwärmekopplung gleichgestellt.

Günstige Kredite und Tilgungszuschüsse

Einen Investitionszuschuss bis zu 30.000 Euro pro Vorhaben können Unternehmen jeder Größe bei Neuanschaffung und Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien vom BAFA erhalten, für Systemoptimierungen unter Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien sind es bis zu 100.000 Euro, beim Einsatz von Pumpen 150.000 Euro. Dabei steht vor allem der Ersatz von elektrischen Motoren und Antrieben, von Pumpen sowie von Ventilatoren, Druckluftsystemen und Anlagen zur Wärmerückgewinnung in raumlufttechnischen Anlagen und Drucklufterzeugern im Vordergrund.

Die KfW-Bank fördert Investitionsvorhaben bis zu 25 Mio. Euro, die mindestens 10% Energie in der Produktion sparen (Einstiegstandard), mit günstigen Krediten (Stand September 2016: 1% effektiver Jahreszins). Bei 30% oder mehr erhöhen sich die Begünstigungen (Premiumstandard). Das Programm wendet sich an Nutzer von Maschinen, Anlagen und Prozesstechnik, Druckluft-, Vakuum- und Absaugtechnik, elektrischen Antrieben und Pumpen,  Mess-, Regel- und Steuerungstechnik, Informations- und Kommunikationstechnik sowie von Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen. Die KfW fördert zudem Investitionen in die Vermeidung oder effizientere Nutzung von Abwärme bis zu 100% und gewährt einen Tilgungszuschuss von 30 bis 40%.

Text: Siegfried Ellermann

17.10.2016

Finnland bietet diverse Förderprogramme in der Energieeffizienz

Fördermittel spielen eine wichtige Rolle beim Absatz energieeffizienter Produkte. Deutsche Hersteller sollten idealerweise die Förderfähigkeit ihrer Produkte kennen. Patrick Frostell, der für den Energieeffizienzvertrag des Verbands der Technologieindustrien (Teknologiateollisuus) zuständig ist, erklärt, warum: „Viele Anbieter weisen finnische Mittelständler auf die Fördermöglichkeiten hin. Damit bewerben sie ihre Produkte und indirekt auch die Vorteile einer Teilnahme an den Energieeffizienzverträgen.“        

KMU erhalten monetäre Unterstützung für Energieaudits

Kleine und mittelgroße Unternehmen nach EU-Definition erhalten eine Förderung für Energieaudits, sofern diese die Anforderungen der staatlichen Agentur Motiva erfüllen. Danach werden Mittelständlern bis zu 40% der Arbeitskosten eines durchgeführten Audits erstattet. Von 2008 bis 2014 investierte das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft etwa 12,4 Mio. Euro in die geförderten Audits. Zuständig für die Bearbeitung der Förderanträge sind die regionalen Zentren für Wirtschaft, Verkehr und Umwelt (ELY-keskus). In 2014 erhielten die 385 Energieaudits durchschnittlich je 6.753 Euro.

Investitionszuschüsse durch Wirtschaftsministerium

Unternehmen egal welcher Größe können zudem für energieeffiziente Maßnahmen auf Investitionszuschüsse des Wirtschaftsministeriums zurückgreifen. Vorrangig werden Investitionen in neue Projekte und Systeme gefördert, die neue Technologien einsetzen. Obwohl der maximale Fördersatz bei 40% der förderfähigen Kosten liegt, erhalten die meisten Anträge von der Energieabteilung des Ministeriums einen Zuschlag in Höhe von 25 bis 35%. Die investierenden Unternehmen müssen dabei anhand der Ergebnisse eines Energieaudits begründen, welchen energiesparenden Effekt die Maßnahme erreichen wird. Die maximale Fördersumme ist unklar.

Herkömmliche Technik zur Förderung der Energieeffizienz ist in der Regel dann förderfähig, wenn der Wert zwischen 10.000 Euro und 5 Mio. Euro liegt und die Amortisationsdauer länger als drei Jahre beträgt. Auch Investitionen über 5 Mio. Euro sind in Ausnahmefällen förderfähig, sofern das Wirtschaftsministerium zustimmt. Für die Investitionsförderung gelten zusätzliche Einschränkungen, zum Beispiel für bestimmte Produkte oder Unternehmen, die am Emissionshandel teilnehmen. Zudem haben die ELY-Zentren und das Ministerium einen großen Ermessensspielraum. Von 2008 bis 2014 förderte das Ministerium über 700 energieeffiziente Investitionsprojekte mit 72,2 Mio. Euro.

Die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt deutsche Anbieter nachhaltiger Energielösungen aus den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, intelligente Netze und Speicher auf dem Weg in neue Auslandsmärkte.

Text: Marc Lehnfeld

17.10.2016

Frankreich bietet Investitionshilfen und Subventionen für Energiesparmaßnahmen

Die französische Umweltagentur Ademe unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz mit Informationen und finanzieller Hilfe. Neben der Publikation technischer Referenzen veröffentlicht Ademe auch methodologische Vorlagen für die Diagnose der Energiesituation im Betrieb. Die Durchführung von Vorstudien, detaillierten Analysen des Status quo sowie die Aufstellung von Projektplänen unterstützt die Agentur mit maximal 100.000 Euro.

Ademe bietet Online-Beratungsplattform

Um interessierte Unternehmen und spezialisierte Dienstleister für die Beratung und die Durchführung von Studien zusammenzuführen, hat Ademe die Plattform Diagademe ins Leben gerufen. Direkte Investitionshilfen stehen im Rahmen regionaler Projekte (Informationen über die Regionaldirektionen von Ademe) sowie im Rahmen des "Fonds Chaleur" zur Verfügung, der die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie die Rückgewinnung von Wärmeenergie fördert. In den Jahren 2009 bis 2015 wurden aus dem Fonds rund 3.000 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 1,12 Mrd. Euro unterstützt. Die Förderung kann dabei alle Phasen eines Vorhabens betreffen von Vorstudien und Projektplanung bis zu Fortbildungen und Investitionshilfen.

In erster Linie an Industrieunternehmen der Branchen Chemie, Nahrungsmittel, Metall und Kunststoffe richtet sich das neue Programm PRO-SMEn der Vereinigung für Technik, Energie und Umwelt (Association Technique, Energie, Environnement, Atee), mit dem die Einrichtung eines Energie-Management-Systems nach der Norm ISO 50001 gefördert wird. Etwa 100 Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen können bei erfolgreicher Umsetzung eine Subvention von 20% ihrer Energiekosten erhalten (höchstens 40.000 Euro). Finanziert wird das Programm durch den Stromkonzern EDF. Die Laufzeit beginnt am 1.10.16 und endet am 15. 11.18.

Für erfolgreiche Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz können Energiespar-Zertifikate (Certificats d'économies d'énergie, CEE) vergeben werden. Verpflichtend ist dies für Energieversorger. Sie können die CEE durch eigene Einsparungen erhalten oder sie von anderen Akteuren erwerben, die ihrerseits Energiesparmaßnahmen durchgeführt haben. Im Zeitraum 1.1.15 bis 31.7.16 waren dies zu 19% Industrieunternehmen, die vornehmlich in die elektronische Regelung von Elektromotoren sowie in Techniken zur Rückgewinnung von Prozesswärme investiert haben.

Die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt deutsche Anbieter nachhaltiger Energielösungen aus den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, intelligente Netze und Speicher auf dem Weg in neue Auslandsmärkte.

Text: Marcus Knupp

17.10.2016

Italiens günstige Kredite für Neuanlagen fördern auch die Energieeffizienz

Zwar gibt es zahlreiche Förderprogramme und Anreize, um Investitionen zu forcieren. Doch hinkt Italien, was die gezielte und koordinierte Förderung der Energieeffizienz in der Industrie sowie in der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich betrifft, anderen europäischen Referenzländern hinterher.

Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise hat die italienische Regierung mit dem sogenannten „Neuen Sabatinigesetz“ eine Fördermaßnahme geschaffen, mit der die Investitionen in neue Produktionsanlagen angekurbelt werden sollen. Für den Zeitraum von 2014 bis 2021 stehen zinsvergünstigte Kredite vor allem für kleine und mittlere Unternehmen zur Verfügung.

Darlehen bis zu 2 Mio. Euro

Die Vergabe der Darlehen ist auf den Kauf sowie das Leasing von Maschinen und Anlagen und deren Ausrüstung für die Produktion beschränkt. Die maximale Höhe der Darlehen beträgt 2 Mio. Euro, verteilt auf maximal fünf Jahre. Das Programm ist auf großes Interesse gestoßen. Die Steigerung der Energieeffizienz ist zwar keine Voraussetzung, um einen Kredit zu erhalten, sie spielt aber aufgrund des veralteten Anlagenparks eine wichtige Rolle.

Im Jahr 2016 ist ein weiteres Förderprogramm, das „Super-Ammortamenti“ in Kraft getreten. Dieses sieht vor, dass Anschaffungskosten von Produktionsgütern in Höhe von 140% steuerlich geltend gemacht werden können. Auch dieses Programm sorgt für Investitionen in energieeffizienzsteigernde Produktionstechnik.

Vorerst bis zum 30. September 2016 war zudem das Programm „POI Energia“ in Kraft, das der Industrie seit 2007 mehr als 1 Mrd. Euro Fördermittel zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Verwendung von erneuerbaren Energien zur Verfügung stellte.

In der Industrie erfolgt die Vergabe von Fördermitteln seit 2012 auf der Basis von Energiesparzertifikaten. Die gesetzlichen Grundlagen werden nach und nach aktualisiert, um die Erreichung der Klima- und Energieziele bis 2020 effizient zu garantieren. Die letzte Aktualisierung fand im April 2016 statt. Seit Juli 2016 können nur solche Unternehmen am Zertifikatsystem teilnehmen, die nach UNI CEI 11339 und NI CEI 11352 zertifiziert sind.

Die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt deutsche Anbieter nachhaltiger Energielösungen aus den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, intelligente Netze und Speicher auf dem Weg in neue Auslandsmärkte.

Text: Robert Scheid

17.10.2016

Kanada hat mehrere Förderprogramme aufgelegt

Um die Energieeffizienz in der Industrie zu verbessern, gibt es auf Bundes- sowie auf Provinzebene eine Reihe von Förderprogrammen. Dabei erhalten Unternehmen, die in energieeffiziente Technologien investieren, finanzielle Unterstützung sowie Steuererleichterungen. Zudem werden Maßnahmen wie Schulungen von Energieexperten, technische Unterstützung und Wissensaustausch unterstützt. Einen Überblick über die existierenden Programme bietet der Anhang zum aktuellen Klimaschutzbericht der kanadischen Regierung.

Kanadas Einkommensteuergesetz bietet Sonderabschreibungsmöglichkeiten für Investitionen in Ausrüstung zur Erhöhung der Energieeffizienz. Die Einordnung erfolgt je nach Effizienz der Anlage in zwei Klassen (Capital Cost Allowance Class 43.1 und 43.2), die Abschreibungsmöglichkeiten von 30 bis 50% bieten. Weitere Informationen zum Programm sowie eine Auflistung der förderfähigen Anlagen sind auf der Homepage von Natural Resources Canada erhältlich.

Auf föderaler Ebene bietet Natural Resources Canada im Rahmen des „Energy Efficiency for Industry“ Programms kanadischen Unternehmen finanzielle Unterstützung bei der Implementierung von ISO 50001 Standards an. Daneben gibt es mit dem „Canadian Industry Program for Energy Conservation“ und dem „CanmetENERGY’s Industrial Systems Optimization Program“ zwei Outreach-Initiativen, die Unternehmen dabei unterstützen, Energiekosten zu sparen und den Ausstoß von Treibhausgasen zu vermindern. Die Verbesserungen sollen durch einen ständigen Austausch der teilnehmenden Unternehmen über bewährte Methoden zum Energiemanagement erzielt werden.

Auch auf Provinzebene gibt es eine Reihe von Förderprogrammen. Im Rahmen der „Process and Systems“ Initiative unterstützt die Provinz Ontario Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie, die Energieeffizienzmaßnahmen innerhalb ihres Produktionsprozesses umsetzen wollen. So erhalten die Firmen bis zu 70% der Investitionskosten oder 230 kan$ pro eingesparter MWh pro Jahr. Einen Überblick über die von den Provinzen angebotenen Förderprogrammen bietet die Publikation „Industrial Energy Efficiency Programs Available Across Canada“ .

Die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt deutsche Anbieter nachhaltiger Energielösungen aus den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, intelligente Netze und Speicher auf dem Weg in neue Auslandsmärkte.

Text: Boris Alex

17.10.2016

Mexiko bietet zinsgünstige Kredite

In Mexiko existieren keine Steueranreize oder Subventionen für den Kauf energieeffizienten Equipments. Der Staat beschränkt sich darauf, über die öffentlichen Finanzinstitute günstige Kredite bereitzustellen und über Fortbildungsprogramme die Sensibilität der Unternehmen für ihren Energieverbrauch zu erhöhen.

Die beiden wichtigsten öffentlichen Kreditgeber sind die Entwicklungsbank Nafin und der Treuhandfonds für Energieeinsparung FIDE. Letzterer bietet Unternehmen günstige Zinskonditionen von rund 4% p.a. für Geräte, die als energieeffizient klassifiziert sind. Dazu werden zwei Arten von Gütesiegeln vergeben: eines für Geräte und Anlagen, die weniger Energie benötigen als durchschnittliches Equipment der gleichen Art und ein anderes Siegel für Produkte wie Dämmstoffe, die zu einer höheren Energieeffizienz beitragen.

Zu den geförderten Produktkategorien zählen Motoren, Klimaanlagen, Haushaltsgeräte, Pumpen, Beleuchtung, Photovoltaikausrüstung, Geschwindigkeitsregler und Gebäudehüllen. Die Siegel der FIDE haben für den Industriebereich aber nur eine begrenzte Wirkung: „Die Klassifizierung der FIDE legt einen Schwerpunkt auf Geräte für Haushalte und Handel. Als Konsequenz erfüllen etwa leistungsstarke Elektromotoren häufiger andere Standards wie NEMA, als die Vorgaben des FIDE-Siegels”, so Hendrick Muñoz, Geschäftsführer der Energieberatung Kinenergy.

Neben Nafin und FIDE bietet die staatliche Bank Banobras Unterstützung an. Darüber hinaus können über das Modell FIBRA E Finanzierungsfonds aufgelegt werden. Beide Institutionen/Modelle sind weniger auf Einzelmaßnahmen, sondern auf Großprojekte spezialisiert. Von deutscher Seite sind die KfW und ihre Tochtergesellschaft DEG in Mexiko aktiv.

Lernnetzwerke für mehr Energiebewusstein

Das Nationale Programm für Energiemanagementsysteme (PRONASGEn) arbeitet seit Mitte 2015 daran, Unternehmen aus energieintensiven Bereichen bei der Verbesserung ihrer Energieeffizienz zu unterstützen. Die Behörde CONUEE hat dazu zusammen mit der GIZ vier Lernnetzwerke eingerichtet, die sich unter anderem an Betriebe mit einem besonders hohen Verbrauch richten. Ziel der Netzwerke ist es, die Norm ISO 50001 im eigenen Unternehmen umzusetzen. Dabei steht die Optimierung von Ventilation, Klimatisierung, Wärme- und Kühlungsprozessen, Beleuchtung, Wärmedämmung, Solar- und Windenergie sowie Kraft-Wärme-Kopplung im Vordergrund.

Von deutscher Seite bietet die Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer seit 2013 eine Fortbildung zum European Energy Manager an. Der Kurs richtet sich vorrangig an mexikanische Unternehmensvertreter und bildet sie im effizienten Umgang mit Energie aus. Dabei bringt er den Teilnehmern durch Technologiebeispiele auch deutsche Produkte und Konzepte nahe.

Die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt deutsche Anbieter nachhaltiger Energielösungen aus den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, intelligente Netze und Speicher auf dem Weg in neue Auslandsmärkte.

Text: Florian Steinmeyer

17.10.2016

Schweden bietet KMU monetäre Unterstützung für Energieaudits

Im Rahmen eines fünfjährigen Programms zur Energieeffizienzsteigerung (Program för energieffektivisiering; PFE) konnten Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von über 500 MWh, die ihren Energieverbrauch überwachen wollten, staatliche Beihilfen in Höhe von bis zu 50% der Kosten für Energieaudits erhalten, maximal jedoch 30.000 Schwedische Kronen (skr; beziehungsweise 50.000 skr in der Folgephase von 2010 bis 2014; 1 Euro = 9,0985 skr im Jahresdurchschnitt 2014). Im Gegenzug für die Aufstellung eines Energiesparplans und die Einleitung von Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs erhielten die rund 180 Teilnehmer Steuererleichterungen. Das Programm brachte allein Stromeinsparungen von rund 1,45 TWh pro Jahr im Wert von 0,5 Mrd. skr. Es wurde sodann für weitere fünf Jahre aufgelegt, nochmals knapp 100 Industriebetriebe nahmen teil.

Auditpflicht für Großunternehmen

Das Programm lief 2014 aus und wurde im Rahmen der Umsetzung der Energieeffizienzrichtlinie durch eine Verpflichtung großer Unternehmen zu einem Energieaudit (energikartläggning) ersetzt. Solche sind seither gesetzlich dazu verpflichtet, mindestens alle vier Jahre von kompetenten und unabhängigen Experten ein Energieaudit durchführen zu lassen. Als große Unternehmen gelten dabei jene, die mindestens 250 Mitarbeiter beschäftigen und die entweder einen Jahresumsatz von mehr als 50 Mio. Euro erzielen oder deren Jahresbilanzsumme sich auf mehr als 43 Mio. Euro beläuft. Nur kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit einem jährlichen Energieverbrauch von mehr als 300 MWh können seit 15.7.15 wieder bis zu 50% der Energieauditkosten erstattet bekommen, maximal jedoch 50.000 skr.

Das wichtigste, fortbestehende Steuerinstrument für die Industrie sind die CO2- und Energiesteuer. Steuern werden auf Strom, Brennstoffe und CO2-Emissionen erhoben. Die Höhe hängt davon ab, ob Brennstoffe als Heiz- oder Kraftstoff verwendet werden und ob die Energie von Privathaushalten, Industriebetrieben oder im Energieumwandlungssektor eingesetzt wird. Außerdem gibt es regionale Unterschiede.

Schweden nimmt am Motor Challenge Programm der Europäischen Kommission zur Verbesserung des energetischen Wirkungsgrads ihrer Motorsysteme teil. Mit dem Beitritt verpflichten sich Firmen zur Bestandsaufnahme ihrer motorgetriebenen Systeme, zur Erstellung eines Maßnahmenkatalogs und Durchführung entsprechender Schritte zur Verringerung des Energieverbrauchs. Einer der wenigen schwedischen Teilnehmer bisher war der Bergbaukonzern LKAB, der infolgedessen acht Elektromotoren zum Antrieb von Transportbändern in seinem Werk in Kiruna außer Betrieb nahm.

Die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt deutsche Anbieter nachhaltiger Energielösungen aus den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, intelligente Netze und Speicher auf dem Weg in neue Auslandsmärkte.

Text: Heiko Steinacher

17.10.2016

Türkei fördert Erhöhung der Energieeffizienz in der Industrie

Investitionen in den Energiesektor werden im Rahmen der allgemeinen Förderung staatlich subventioniert. Diese beinhaltet Zollbefreiungen beim Import (bezieht sich auch auf Maschinen und Ausrüstungen, die für das Projekt benötigt werden), Mehrwertsteuerbefreiung und Zinszuschüsse.

Zur Feststellung der Förderfähigkeit werden unter anderem der Standort eines Projektes und die erforderliche Mindestinvestition berücksichtigt. Voraussetzung für eine Förderung in den wirtschaftlich stärkeren Provinzen (Förderzonen 1 und 2) ist ein Investitionsbetrag von mindestens 1 Mio. TL. In den Zonen 3 bis 6 sind mindestens 0,5 Mio. TL vorgeschrieben. Projekte, die vom Wirtschaftsministerium als förderungsfähig anerkannt sind, erhalten ein Investitionsförderungszertifikat (Yatirim Tesvik Belgesi). Ferner gilt, dass die in der Förderzone 6 (Provinzen mit geringster Wirtschaftskraft) neu geschaffenen Arbeitsplätze für zehn Jahre nicht der Lohnsteuer unterliegen. Die Listen der geförderten Firmen/Projekte werden vom Wirtschaftsministerium im Staatanzeiger „Resmi Gazete“ veröffentlicht.

Darüber hinaus subventioniert die türkische Regierung seit 2009 sogenannte Effizienzsteigerungsvorhaben (Verimlilik Arttirici Projeler - VAP). Von dieser Förderung profitieren Unternehmen des produzierenden Gewerbes mit einem jährlichen Energieverbrauch von mindestens 1.000 toe. Unterstützt werden solche Projekte, deren Kosten 1 Mio. TL (ohne Mehrwertsteuer) nicht übersteigen und die eine Amortisationsdauer von weniger als fünf Jahren aufweisen, so die Angaben der Generaldirektion für erneuerbare Energien YEGM. Den Projektträgern wird dabei maximal eine Förderung von 30% der geplanten Investitionssumme gewährt. Anträge zur VAP-Förderung können bis Ende Januar eines jeden Jahres bei der YEGM gestellt werden. Dasselbe Unternehmen darf jährlich höchstens zwei Anträge einbringen.

Stromkostenrabatt im Gegenzug für Investitionen in die Energieeffizienz

Eine andere Möglichkeit Fördermittel in Anspruch zu nehmen besteht laut türkischem Energieeffizienzgesetz über den Abschluss von freiwilligen Verträgen zwischen dem Projektträger und der YEGM. Mit solchen Verträgen können Unternehmen, die sich dazu verpflichten, ihre Energieintensität in der Produktion binnen drei Jahren um mindestens 10% zu reduzieren, bei Erfüllung der Vertragsbedingungen 20% ihrer Energiekosten (maximal 200.000 TL) erstattet bekommen. Die Auszahlung erfolgt nach Ablauf der Vertragsdauer. Voraussetzung für diese Förderung ist ein Energieverbrauch von mindestens 1.000 toe pro Jahr.

Einige Banken bieten Kredite für Energieeffizienzprojekte an. Die türkische Industrie-Entwicklungsbank TSKB (Türkiye Sinai Kalkinma Bankasi) vergab seit 2010 insgesamt 50 Mio. Euro für Energieeffizienz- und Erneuerbare-Energien-Projekte, in Kooperation mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Darüber hinaus bietet die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) im Rahmen der „Sustainable Energy Financing Facility“ (SEFF) Finanzierungen an. Die Kreditvergabe erfolgt in Zusammenarbeit mit türkischen Geschäftsbanken wie Denizbank, Akbank, Türkiye Is Bankasi, Finansbank, Vakifbank und Yapi Kredi.

Die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt deutsche Anbieter nachhaltiger Energielösungen aus den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, intelligente Netze und Speicher auf dem Weg in neue Auslandsmärkte.

Text: Necip C. Bagoglu

17.10.2016

Zuschüsse für Energieeinsparungen in Belgien regional geregelt

In Belgien gibt es auf föderaler, regionaler und Branchenebene Institutionen und Maßnahmen, um Energieeffizienzsteigerungen der Industrie zu fördern. Zum einen können Unternehmen ihre Investitionen in die Energieeffizienz oder den Umweltschutz landesweit auf die Gewinnsteuer anrechnen. Die Rate kann je nach Jahr variieren und liegt für 2015 bei 13,5%. Zuständig für Energieeffizienz auf gesamtstaatlicher Ebene ist das Generaldirektorat Energie im Föderalen Dienst für Wirtschaft, kleine und mittlere Betriebe, Mittelstand und Energie. Dieser informiert auf seinem französischen und niederländischem Internetauftritt umfassend über Energieeffizienzfragen und bietet auch einen Link zu einer englischen Zusammenfassung der Steuererleichterungen.

Detaillierte Darstellung der Förderung im Internet

Flandern bietet zusätzliche Förderungen für Energieeffizienzmaßnahmen. Zuständig in dieser Region ist die Flämische Energieagentur. Diese informiert Unternehmen über Unterstützungen auf Niederländisch. In Wallonien obliegt die Energieeffizienzförderung der Abteilung für Energie und nachhaltiges Bauen in der Operationellen Generaldirektion für Raumplanung, Wohnen, regionales Erbe und Energie. Einen Überblick über alle wallonischen Fördermaßnahmen gibt es auf Französisch und teilweise auf Deutsch. In der Hauptstadtregion Brüssel ist das Institut für Umweltmanagement IGBE/BIM für Energieeffizienzmaßnahmen zuständig.

Auch Industrievereinigungen offerieren Unterstützung bei Energieeffizienzfragen. So organisiert der Chemieverband Essenscia Seminare und weitere Veranstaltungen im Rahmen des europäischen Spice³-Programms. Der Technologieverband Agoria, der unter anderem Maschinen- und Anlagenbauer sowie Anbieter von Energietechnik umfasst, bietet einen praxisnahen Überblick über Unterstützungsmöglichkeiten in Belgien.

Die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt deutsche Anbieter nachhaltiger Energielösungen aus den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, intelligente Netze und Speicher auf dem Weg in neue Auslandsmärkte.

Text: Torsten Pauly

17.10.2016

Ägyptische Regierung und EBRD unterstützen

Ägypten fördert Energieeffizienz in der Industrie vor allem über die Beratungsangebote von Industrial Modernisation Centre (IMC) und das ENCPC, die zum Industrieministerium gehören. Im März 2015 kündigte die Regierung einen Fünfjahresplan mit Effizienzprogrammen für energieintensive Unternehmen an. Bislang lassen die Förderpläne unter Federführung des interministeriellen Supreme Energy Council auf sich warten.

Die European Bank für Reconstruction and Development (EBRD) will verstärkt Projekte für mehr Energieeffizienz in der Produktion durch Kredite zu marktgerechten Konditionen fördern. Kredite werden auch in Euro und US-Dollar vergeben, was in Zeiten des Devisenmangels den Import von Komponenten erleichtert. Die EBRD legt Wert darauf, dass Unternehmen Technik von guter Qualität beschaffen und Ersatzteile sowie After-Sales-Service verfügbar sind. Über die Initiative EgyptSEFF steht die Kreditlinie in Kooperation mit der National Bank of Egypt Kunden zur Verfügung.

Darlehen bis zu 300.000 Euro

Im Rahmen des Projektes ERECI zur Steigerung der Effizienz der ägyptischen Industrie können Unternehmen zinsverbilligte Darlehen von bis zu 300.000 Euro für neue Ausrüstung erhalten. Zugang erhalten Interessierte über das Beratungsunternehmen Environmental Compliance Office (ECO), das seinen Sitz beim Industriedachverband FEI in Kairo hat.

Zusammen mit der EBRD erarbeitet das ägyptische Industrieministerium eine Strategie für Zementhersteller und begreift die Erteilung von Lizenzen auch als Steuerungsmechanismus für den CO2-Ausstoß. Richtlinien und Benchmarks entwickelt das Ministerium derzeit auch für Stahl- und Keramikproduzenten. Zudem hat es sich die Unterstützung von Dienstleistern und den Aufbau lokaler Hersteller von effizienzbezogenen Produkten auf die Fahnen geschrieben.

Das IMC bietet Unternehmen ein Energiemanagement-Audit an. Zudem setzt die Behörde die Initiativen Grow Green (unter anderem zur Ressourceneffizienz) und Cost Reduction Programme für mehr Wettbewerbsfähigkeit um. Letzteres umfasst detaillierte Audits zu Energiesparen und Energieeffizienz, einer sauberen Produktion und ein Energiemanagement nach ISO 50001.

ENCPC führt sowohl Schnellscans als auch detaillierte Energieaudits, Schulungen und Verbrauchsmessungen durch. Hinzu kommt ein Programm zur Förderung von emissionsarmen Heiztechnologien für die Industrie. Eine weitere Initiative dient effizienteren elektrischen Antriebssystemen und deren lokaler Herstellung.

Die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt deutsche Anbieter nachhaltiger Energielösungen aus den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, intelligente Netze und Speicher auf dem Weg in neue Auslandsmärkte (Internet: http://german-energy-solutions.de).

Text: Oliver Idem

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