Energieeffizienz im Gebäudebau in der Schweiz

Schweiz will mittelfristig 50% der Gebäudeenergie einsparen

Die Schweiz plant den Umbau ihres gesamten Energiesektors, ein Vorhaben, das unter dem Titel "Energiestrategie 2050" in Parlament und Regierung, in Bund und Kantonen läuft. Energieeinsparungen sind Teil dieser Energiestrategie. Deutsche Firmen, die in der Schweiz ins Geschäft kommen wollen, müssen sich mit den Label Minergie auseinandersetzten. Denn dort gilt: Energieeffizienz im Gebäudebau = Minergie.

17.11.2016

Schweizer Energiestrategie 2050 fördert Energiesparmaßnahmen

Die Schweizer Regierung und das Parlament haben im Gefolge der Nuklearkatastrophe in Fukushima im Mai 2011 den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Um weiterhin eine zuverlässige und wirtschaftliche Energieversorgung des Landes sicherzustellen, setzt die Regierung auf einen etappenweisen Umbau des kompletten Energiesystems und nennt dies "Energiestrategie 2050". Neben der verstärkten Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien zählen zu dieser neuen Energiepolitik zahlreiche Maßnahmen der Energieeinsparung.


Strategische Ziele der Schweiz zum Energieverbrauch

 

2010

2020

2035

2050

Endenergieverbrauch insgesamt (in GJ)

841

734

549

451

Zielstellungen des Landes zur Reduktion des Endenergieverbrauchs (in % im Vergleich zu 2000)

8,2

-5,5

-29,4

-42,0

Endenergieverbrauch je Einwohner (in PJ)

107

87

62

50

Zielstellungen des Landes zur Reduktion des Endenergieverbrauchs je Einwohner (in % im Vergleich zu 2000)

-1,2

-19,3

-42,7

-53,8

Stromverbrauch je Einwohner (GJ)

26,8

24,9

22,3

21,1

Zielstellungen des Landes zur Reduktion des Stromverbrauchs je Einwohner (in % im Vergleich zu 2000)

4,6

-2,8

-13,1

-17,7

Quelle: Botschaft des Schweizer Bundesrates vom 4.9.2013 zum Ersten Maßnahmenpaket der Energiestrategie 2050 (Revision des Energierechts)


Ein erstes Maßnahmenpaket hat die Regierung Ende 2013 in den gesetzgeberischen Prozess eingebraucht, voraussichtlich noch vor Ende 2016 sollen diese Maßnahmen Gesetzeskraft erlangen. In allen Bereichen (private Wohneinheiten, Industrie, Dienstleistungen, Verkehr) sollen Energieeinsparungen erfolgen. Ein besonders großes Einsparpotenzial sieht die Regierung bei Verkehr und Gebäuden. Denn schätzungsweise 45% des Endenergiebedarfs entfallen auf Gebäude (Erstellung, Warmwasser, Heizen, Kühlen, Elektrizität). Die Regierung geht davon aus, dass sich mittelfristig mehr als 50% des laufenden Energiebedarfs von Wohn- und Geschäftshäusern einsparen lassen.


Text: Axel Simer

17.11.2016

Energetische Sanierung in der Schweiz kaum verbreitet

Ende 2014 bestand der Schweizer Gebäudepark aus rund 1,7 Mio. Gebäuden, die ganz oder teilweise zu Wohnzwecken genutzt wurden. Dies entspricht einer Zunahme von 16% gegenüber der Volkszählung von 2000 und einem Plus von 3% gegenüber 2010. Etwas mehr als 57% dieser Gebäude sind Einfamilienhäuser.


Altersstruktur der Gebäude (Ende 2014, Anteile in %)

Baujahr

Wohngebäude

Öffentliche Gebäude

vor 1919

19,8

k.A.

1919 bis 1990

56,5

k.A.

nach 1990

23,6

k.A

Quelle. BfS - Bundesamt für Statistik


Im Jahr 2015 lag die energetische Sanierungsquote von Wohngebäuden bei lediglich 0,9%. Für viele Hauseigentümer ist Energieeffizienz kein Renovierungsanlass und wird oft gar nicht berücksichtigt.

Trotz Abkühlung 2016 bleibt Wohnbauaktivität auf hohem Niveau

Im Wohnungsbau ist laut dem Institut Bakbasel 2016 mit einem Rückgang zu rechnen. Dies war bereits 2015 der Fall. Die Auswirkungen der Zweitwohnungsinitiative (Begrenzung des Neubaus in Tourismusregionen) bremsen den Wohnungsneubau im Alpenraum massiv, aber auch in den anderen Schweizer Regionen ist nach dem Wohnbauboom der letzten Jahre sowohl im Neubau- als auch im Umbausegment kurzfristig von einer Abkühlung auszugehen. Dabei dürfte das Minus im Einfamilienhausbau stärker als im Mehrfamilienhausbau ausfallen. Trotz eines deutlichen Rückgangs bleibt die Wohnbautätigkeit im historischen Vergleich auf hohem Niveau.


Wohnbauprognosen: Wohnbauaufwendungen und fertiggestellte Wohnungen

 

2015

Veränd. 1)

2016

Veränd. 1)

2017

Veränd. 1)

Einfamilienhäuser

 

 

 

 

 

 

.in Mio. sfr 2)

7.684

-6,6

7.370

-4,1

7.366

0,0

.Wohneinheiten

7.249

-5,7

6.873

-5,2

6.801

-1,0

Mehrfamilienhäuser

 

 

 

 

 

 

.in Mio. sfr 2)

24.038

-2,3

23.824

-1,1

24.088

1,1

.Wohnungen

42.436

2,3

40.221

-5,2

39.078

-2,8

Insgesamt

 

 

 

 

 

 

.in Mio. sfr 2)

31.767

-3,3

31.194

-1,8

31.454

0,8

.Wohnungen

49.685

1,0

47.094

-5,2

45.879

-2,6

1) reale Veränderung zum Vorjahr in Prozent, 2) Preise von 2013, einschließlich Unterhaltsarbeiten
Quelle: Bakbasel, "Hochbauprognose 2015-2021"


Laut Verfassung sind für den Energieverbrauch in Gebäuden die Kantone zuständig. Bund und Kantone verfolgen indes eine abgestimmte Strategie für die Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energie. Die Kantone haben sich auf die sogenannten MuKEn (Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich) verständigt, die jeder Kanton eigenständig in verbindliches kantonales Recht überführen muss. Konkret werden in den MuKEn folgende Ziele verfolgt:

  • Neue Gebäude versorgen sich ab 2020 ganzjährig möglichst selbst mit Wärme aus erneuerbaren Quellen und teilweise mit eigenproduziertem Strom.
  • Die Quote an energetischen Sanierungen im bestehenden Gebäudepark wird durch mehr Förderung deutlich erhöht.
  • Widerstandsheizungen und Elektroboiler kommen nicht mehr zum Einsatz.
  • Gebäudetechnische Anlagen werden energieeffizient betrieben.
  • Für öffentliche Gebäude gilt: Die Wärmeversorgung wird bis 2050 zu 100% ohne fossile Brennstoffe ausgestaltet. Der Stromverbrauch wird bis 2030 durch Betriebsoptimierungen und Erneuerungsmaßnahmen um 20% gesenkt oder mit bei staatlichen Bauten neu zugebauten erneuerbaren Energien gedeckt.

Das erste Maßnahmenpaket des Bundes, das noch Ende 2016 Gesetzeskraft erhalten soll, sieht folgende Maßnahmen vor: Erhöhung der CO2-Abgabe und Verstärkung des Gebäudeprogramms, um die Sanierungsrate anzuheben; verbesserte steuerliche Absetzbarkeit. Parallel dazu sollen die Kantone mit einer Revision der MuKEn die verbindlichen Vorgaben für Neubauten verschärfen.


Anforderungen an die Energieeffizienz von Neubauten
(Maximaler Primärenergieverbrauch für Heizung, Lüftung und Warmwasser, in kWh/qm/Jahr)

Gebäudeart

kWh/qm/Jahr

Wohngebäude (EFH, MFH)

35

Verwaltung, Büro

40

Schulen

35

Krankenhäuser

70

Restaurants

45

Industrie: Wirtschafts-, Lager- u. Produktionsgebäude

20

Quelle: MuKEn 2014


Energetische Anforderungen an Bauteile in Neubauten

Bauteil

U (max) für Bauteile gegen das Außenklima oder weniger als 2 m im Erdreich

U (max) für Bauteile gegen unbeheizte Räume oder mehr als 2 m im Erdreich

Opake Bauteile: Außenwand, Dach, Bodenplatte

0,17

0,25

Fenster

1,0

1,3

Tür

1,2

1,5

Tor

1,7

2,0

Storen-, Rolladenkasten

0,5

0,5

U - Wärmedämmungskoeffizient = W/(m²K)
Quelle: MuKEn 2014


"Minergie"-Label als Basisstandard für Energieeffizienz im Gebäudebau

Rechtlich verbindlich sind für Schweizer Bauherren allein diese MuKEn, auf die sich die 26 Kantone verständigt haben. In der Schweiz ist Energieeffizienz allerdings fast gleichzusetzten mit "Minergie". Minergie ist in der Eidgenossenschaft das Maß aller Dinge - und das, obwohl sich Minergie nur auf den Gebäudebau bezieht und zudem lediglich ein freiwilliger Baustandard ist. Minergie ist zugleich Name der Organisation, die das Label vermarktet und Basisstandard, der weitgehend den gesetzlichen Anforderungen der Kantone entspricht.


Minergie-Standards im Vergleich

 

Minergie

Minergie-P

Minergie-A

Anforderung an den Heizwärmebedarf, also die Qualität der Gebäudehülle

90% der gesetzlichen Anforderung

60% der gesetzlichen Anforderung

90% der gesetzlichen Anforderung

Dichtigkeit der Gebäudehülle (n50)

Keine Vorgabe

Luftwechsel unter 0,6/h

Luftwechsel unter 0,6/h

Außenluftzufuhr

Kontrollierbar

Kontrollierbar

Kontrollierbar

Grenzwert für Raumheizung und Wassererwärmung, in kWh/qm/Jahr

38

30

0

Quelle: Minergie


Minergie-A ist eine präzise definierte Form des Null- oder Plusenergiehauses. Der Standard ist nur mit Einsatz erneuerbarer Energien erreichbar. Hohe Dämmwerte sind nicht mit jedem Konzept notwendig. Minergie-P ist eine Niedrigenergiebauweise, die eine sehr gute Gebäudehülle voraussetzt. Aufgrund des geringen Wärmebedarfs kommt der Standard dem von der EU proklamierten Nearly Zero Energy Building sehr nahe. Der Zusatz ECO bezeichnet Minergie-Gebäude, bei denen auch bauökologische und gesundheitliche Aspekte berücksichtigt sind. Damit bietet Minergie sowohl Standards für die technologische Avantgarde wie auch für die breite Marktdurchdringung.


Text: Axel Simer

17.11.2016

Schweizer Gebäudeprogramm bietet Investitionszuschüsse

Bereits seit 2010 existieren öffentliche Förderinstrumente der Kantone für energetische Erneuerungsmaßnahmen, namentlich das sogenannte Gebäudeprogramm. Es unterstützt Eigentümer mit Fördergeldern in Form von Investitionszuschüssen. Zum einen gilt dies landesweit einheitlich bei der energetischen Sanierung der Gebäudehülle (einschließlich Fenster).

Zum anderen offerieren die meisten Kantone darüber hinaus finanzielle Hilfen beim Einsatz erneuerbarer Energien, der Abwärmenutzung und bei der Optimierung der Gebäudetechnik. Oft schießen die Kantone einen beträchtlichen Betrag zu, wenn eine Generalsanierung hin zu einem Minergie-Haus geplant ist und subventionieren so ein zweites Mal die Fassaden- oder Dachdämmung oder den Einbau neuer Fenster. Diese Instrumente fallen von Kanton zu Kanton verschieden aus, daher sind keine konkreten Angaben zur Höhe der Förderung möglich. Die Eigenleistungen lassen sich als Renovierungsaufwendungen zudem von der Bundessteuerlast und in ein einigen Kantonen von der kantonalen Steuer absetzen.

Die Finanzierung des Gebäudeprogramms erfolgt durch den Bund und die Kantone. Der Bund schießt mit rund 260 Mio. bis 300 Mio. sfr ein Drittel der gesetzlich vorgeschriebenen CO2-Abgabe auf Treib- und Brennstoffe bei. Die Kantone lassen sich das Programm weitere rund 60 bis 100 Mio. sfr kosten. Insgesamt stehen so rund 350 Mio. sfr (rd. 320 Mio. Euro) pro Jahr zur Verfügung. Auf Dach- und Fassadendämmung entfallen die Löwenanteile des Fördertopfs.

Hoher Bedarf an energetischer Sanierung

Ein indirekter, aber sehr wirksamer staatlicher Anreiz ist durch die von den Kantonen ins Leben gerufene Organisation Minergie entstanden. Nach Minergie-Schätzungen sind 1,5 Mio. Gebäude in der Schweiz aus energetischer Sicht modernisierungsbedürftig. Das Problem: Lediglich 20% der Neubauten und nur 5% der Sanierungen werden nach einem der mittlerweile fünf Minergie-Standards zertifiziert. Die Anteile stagnieren. Lediglich in den großen urbanen Zentren wie Zürich übersteigt die Minergie-Quote bei Wohnungsneubauten die 50%-Grenze. Die Branche erwartet daher ab 2016, nach dem Inkrafttreten des ersten Maßnahmenpakets, ein umfangreiches Aktionsprogramm der Kantone und des Bundes, um energieeffizientes Bauen und Renovieren zum Normalfall zu machen. Ende 2012 waren rund 24.500 Wohngebäude und 2.300 Nicht-Wohngebäude nach Minergie zertifiziert. Mitte 2016 besaßen immerhin rund 35.000 Gebäude ein derartiges Zertifikat.

Die Motive für einen Hausbau sind für Bauherren derzeit eine mittelfristige Kostenersparnis durch niedrigeren Energieverbrauch und die Hoffnung auf eine Wertsteigerung des Objektes. Jules Pikali, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Oekowatt und Sekretär der Konferenz Kantonaler Energiefachstellen, weiß: "Die Mehrkosten für ein Wohnhaus nach Minergie-Standard liegen bei 1 bis 5% - je nach Architekt. Ein späterer Verkauf bringt allerdings Mehrerlöse von 10 bis 15%."

Des Weiteren gibt es kantonale oder kommunale Förderungen, die unstrukturiert und unsystematisch erfolgen. In der Presse fällt hin und wieder der Begriff "Subventionsdschungel". Im Juli 2016 hat beispielsweise die Stadt Zürich eine Abwrackprämie für Ölheizungen eingeführt. Der Kanton St. Gallen zahlt für den Umstieg von Ölheizungen auf Fernwärme einen Zuschuss.

Die Exportinitiative Energie des BMWi unterstützt deutsche Anbieter nachhaltiger Energielösungen aus den Bereichen Energieeffizienz oder erneuerbare Energien, intelligente Netze und Speicher auf dem Weg in neue Auslandsmärkte.


Text: Axel Simer

17.11.2016

Einheitlicher Gebäudeenergieausweis für die Schweiz

Mit dem offiziellen Gebäudeenergieausweis der Kantone GEAK wurde ein gesamtschweizerisch einheitlicher und genormter Energieausweis für Ein- und Mehrfamilienhäuser lanciert. Die Beauftragung zur Erstellung eines Energieausweises ist in den meisten Kantonen freiwillig. Er zeigt zum einen, wie energieeffizient die Gebäudehülle ist und zum anderen, wie viel Energie ein Gebäude bei einer Standardnutzung benötigt. Dies gilt für bestehende Gebäude ebenso wie für Neubauprojekte. Während einer Beratung erfährt der Liegenschaftsbesitzer, wie es energetisch um seine Liegenschaft steht (Ist-Zustand). Der errechnete Energiebedarf wird in Klassen eingeteilt. Die Skala reicht von A bis G. Dabei entspricht die Klasse B einem Neubau nach heutigem Standard. Die Normen für den GEAK gelten für die ganze Schweiz einheitlich. Er wird ausschließlich durch anerkannte Energieberater ausgestellt und kostet für ein Einfamilienhaus um 500 Euro.

Häuser und Bauelemente mit Minergie- Zertifizierung

Das wichtigste Label für energieeffiziente Gebäude in der Schweiz ist der Minergie-Standard in seinen verschiedenen Ausprägungen. Nach Minergie lassen sich die unterschiedlichsten Gebäude zertifizieren von Einfamilienhäusern und Bürogebäuden bis zu Hallenbädern und Kliniken. Den Markt dominieren allerdings hinsichtlich der Gebäudefläche neue Mehrfamilienhäuser vor Schulen/Verwaltungsgebäuden und Einfamilienhäusern. Am meisten nachgefragt werden die Baustandards Minergie-P (Niedrigenergiehaus mit einem Verbrauch von 30 kWh/qm/Jahr) und Minergie-P-eco, der zusätzliche Anforderungen an Tageslichteinfall, Schallschutz und den Einsatz umweltschonende Materialien stellt. Neben ganzen Gebäuden sind auch einzelne Bauteile nach Minergie zertifiziert, beispielsweise Fenster, Dämmstoffe oder Beleuchtungselemente.

Ansatzpunkt für Minergie ist in erster Linie eine kompakte und sehr gut isolierte Gebäudehülle in Kombination mit einer ganzjährig kontrollierbaren Belüftung. Da für ein solches Gebäude nur noch ein geringer Wärmebedarf besteht, empfehlen die Minergie-Berater ihren Kunden in erster Linie eine Wärmepumpe als Heizung. In rund 60% aller neuen Minergie-Häuser lassen die Bauherren eine Wärmepumpe als Heizquelle und zu 50% als Warmwasserquelle installieren. Bei der Heizenergie folgten auf den Plätzen Fernwärme vor Holz und Gas, bei Warmwasser ebenfalls Fernwärme vor thermischer Solarenergie und Holz. Brancheninsider Pikali erwartet, dass viele Elemente dieses Konzepts landesweit verbindlich werden. "Im Rahmen der Energiewende wird sicherlich eine gute Dämmung in Neubauten bald Pflicht, möglicherweise auch der Einbau einer Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung."


Text: Axel Simer

17.11.2016

Besserer Marktzugang in der Schweiz durch Minergie- Mitgliedschaft

Potenziale für deutsche Unternehmen gibt es zum Beispiel bei Komplettlösungen aus einer Hand, bei Ausrichtungen des Neubaus nach energetischen und ökologischen Kriterien, bei Verwendung ökologisch vorteilhafter Materialien, in den Bereichen Wärmedämmung, klimaschonende Haustechnik, Einsatz erneuerbarer Energiequellen, Intelligente Zähler, Vorschriften zur Modernisierung ab einem bestimmten Baujahr, Erarbeiten von Lösungen mit lokalen Unternehmen.

Wer in der Schweiz mit energieeffizienten Produkten und Dienstleistungen ins Geschäft kommen möchte, tut gut daran, sich mit dem Minergie-Konzept vertraut zu machen. Zahlreiche deutsche Firmen haben dies getan. Sie sind beispielsweise als Mitglied dem Minergie-Verein beigetreten, was vor allem für Hersteller interessant ist. Bis Mitte 2016 hatten über 500 Institutionen, Firmen und Gebietskörperschaften diesen Weg gewählt.

Minergie-Sprecher Antonio Milelli lädt in einem Gespräch mit GTAI deutsche Firmen dazu sogar explizit ein. "Aus unserer Sicht ist Minergie ein internationales Qualitätslabel und kein Instrument um den nationalen Markt gegen ausländische Konkurrenz abzuschirmen. Minergie steht qualifizierten ausländischen Unternehmen gerne als Türöffner zur Verfügung. Wir haben internationale Konzerne wie Ikea in unseren Reihen sowie anerkannte Branchenführer - wie Stiebel Eltron, Buderus, Hansgrohe und Viessmann - oder deutsche Fertighausbauer wie Haas."

Minergie-Zertifizierung auch für deutsche Hersteller möglich

Ferner besteht die Möglichkeit, sich als Minergie-Fachpartner zertifizieren zu lassen, was für Handwerksbetriebe und Architekten, also die Planer und Ausführer, in Frage kommt. Partnerbetriebe müssen entweder Referenzprodukte nachweisen oder an speziellen Minergie-Fortbildungskursen teilnehmen. In ihren Beratungsgesprächen empfehlen die Minergie-Experten stets die Produkte der Minergie-Mitglieder und die Dienstleistungen der Minergie-Fachpartner.

Aus den Minergie-Vorgaben lassen sich die potenziellen Boomsegmente im zukünftigen Schweizer Gebäudebaus leicht ablesen. Erstens, eine gut isolierte Gebäudehülle, also Dach- und Fassadendämmung, Isolierglasfenster sowie wärmedämmende Türen. Zweitens, Lüftungstechnik mit Wärmetauscher, drittens, Heizungsanlagen auf der Basis von Wärmepumpen sowie, viertens, Photovoltaikanlagen.


Text: Axel Simer

17.11.2016

Schweiz: Gesetzliche Grundlagen

Die Schweiz hat das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet, dieses aber bislang noch nicht ratifiziert. Das Übereinkommen tritt am dreißigsten Tag nach dem Zeitpunkt in Kraft, zu dem mindestens 55 Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens, auf die insgesamt ein geschätzter Anteil von mindestens 55% der gesamten weltweiten Emissionen von Treibhausgasen entfällt, ihre Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunden hinterlegt haben. Dies ist bislang noch nicht erfolgt.

Ratifiziert hat die Schweiz hingegen die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen.

Maßgebliche gesetzliche Grundlage auf Bundesebene ist das eidgenössische Energiegesetz. Gemäß seines Art. 9 schaffen die Kantone im Rahmen ihrer Gesetzgebung günstige Rahmenbedingungen für die sparsame und rationelle Energienutzung sowie die Nutzung erneuerbarer Energien. Dazu zählt auch die Befugnis der Kantone, festzulegen, ob ein Gebäudeenergieausweis obligatorisch ist. Dieser Gebäudeenergieausweis wurde im August 2009 im eidgenössischen Energiegesetz verankert.

Ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der der Kantone fallen Förderprogramme zur effizienten Nutzung von Energie. Mit dem Programm EnergieSchweiz haben die Kantone erstmals eine Strategie für die gemeinsamen energiepolitischen Aktivitäten im Gebäudebereich verabschiedet. Zuständig auf Bundesebene rund um das Thema Energie ist das Bundesamt für Energie. Auf dessen Homepage sind zahlreiche Hintergrundinformationen zu dem Themenkreis abrufbar.


Text: Achim Kampf

17.11.2016

Schweiz: Wichtige Messen und Internetadressen

Messen/Institutionen

 

Minergie-Fachtagung im Rahmen der Berner Messe "Bauen und Energie, nächster Termin: 8. bis 11.12.2016 in Bern

www.minergie-expo.ch

www.bau-energie.ch

Branchenleitmesse Swissbau,  nächster Termin: 16.-20.-1.2018,

www.swissbau.ch

Informationen zum Schweizer Standard für energieeffizientes Bauen

www.minergie.ch

Informationen zur öffentlichen Förderung energieeffizienter Renovierungen

www.dasgebaeudeprogramm.ch

Programm EnergieSchweiz (Informationen des Bundesamts für Energie zur Energiepolitik, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien)

www.energieschweiz.ch

Handelskammer Deutschland-Schweiz in Zürich

www.handelskammer-d-ch.ch/

Text: Axel Simer

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